GLADIUS CF 315 - A Super Planetary Telescope ?

    • GLADIUS CF 315 - A Super Planetary Telescope ?

      GLADIUS CF 315 - A Super Planetary Telescope ? erster Bericht: Gladius CF 315/7875 HS_R = 2392 mm

      Für visuelle Planeten-Beobachtung wäre dieses futuristische Dall-Kirkham Teleskop nicht gerade die erste Wahl. So mancher Maksutov von INTES
      oder Takahashi, so mancher APO würde diesem "Super Planetary Telescope" den Rang ablaufen. Wenn auch die optische Qualität für die Fotografie
      mit anschließender Computer-Nachbearbeitung excellent erscheint, wenn man die Mond-Aufnahmen auf der Firmen-Website als Beweis
      nehmen mag, so steht die mechanische "Performance" in einem ärgerlich schlechten Mißverhältnis dazu. Artificial Sky - Übersicht: Artificial Sky

      Das Bildfeld von 13 mm Durchmesser bei 7875 Systembrennweite beträgt 5' 40" Bogenminuten, nicht wie angegeben 7' Bogenminuten. Der Mond hätte ca. 0.5°
      scheinbaren Bilddurchmesser, formatfüllend im Gladius wäre dann 1/6 des Mondes, der bei dieser langen Brennweite von 7875 mm einen Bilddurchmesser von
      68.72 mm hätte, der Saturn liegt bei 15"-20" arcsec oder 0.76 mm Bilddurchmesser, Jupiter bei ca. 43" arcsec oder 1.64 Bilddurchmesser und Mars bei etwa 15"
      oder 0,57 mm Bilddurchmesser: Ein hochwertiges Sucherfernrohr wäre also die Voraussetzung!

      Optisch wäre ein f/25 Dall-Kirkham System zunächst eine starke Einschränkung auf Mond- und Planeten-Beobachtung und der Tatsache, daß nur auf der
      optischen Achse selbst die Abbildung perfekt wäre, wenn das System exakt zentriert ist, und alle mechanischen Problem-Zonen beseitigt sind. Diese Bau-
      weise, die mehr an die agressive Historie der Römer erinnert, als an eine gediegene handwerkliche Ausführung, ist in einer Weise instabil, daß man das
      System auf der optischen Bank zentrieren kann, sich dieser Zustand aber über längere Zeit nicht stabil erhält. Verschicken oder transportieren sollte man
      deshalb dieses astronomische "römische Kurzschwert" nicht.

      Es beginnt mit der Hauptspiegel-Lagerung.

      Seit meiner letzten Untersuchung hat der Hersteller wenigstens eine 0.3 mm Folie zwischen dem plangeschliffenen Glaskörper und der kleineren Stahlscheibe
      eingefügt. Der Hauptspiegel ist über seine zentrische Bohrung auf seinem Halte-Zylinder drehbar und wird auf der Rückseite von einer im Durchmesser halb
      so großen Stahlscheibe abgestützt. Damit ist er zur opt. Achse drehbar, was auf die Justage des Systems sichtbare Auswirkungen hatte mit mehr oder
      weniger Astigmatismus. Deshalb ist es sinnvoll, die Position des Hauptspiegels zu markieren. Daß der Glaskörper weitestgehend ungeschützt ist, findet
      man bei kaum einem System, egal welcher Tubus- oder Entlüftungs-Philosophie man gerade anhängt.
      Die Sternwarte sollte einen weichen Teppichboden besitzen.

      Der Sekundärspiegel ist bei diesem System sphärisch, und damit erübrigt sich eine zusätzliche Verkippung des Hauptspiegels, der eine conische
      Konstante hat, die nahe bei der Parabel liegt. Das dürfte dann der Grund sein, warum die Hauptspiegel-Halterung rechtwinklig sein muß und der Haupt-
      spiegel selbst möglichst ohne "Keilfehler" sein sollten, damit er einigermaßen zentrisch auf den Fangspiegel gerichtet ist. Die Herstellung eines Sekundär-
      spiegels mit einer konischen Konstanten würde fertigungs-technisch einen enormen Aufwand bedeuten, so Harrie Rutten. Bei SC- und Maksutov-
      Systemen wäre jedoch eine Verkippung des Hauptspiegels aus mehreren Gründen erforderlich.

      Der Sekundärspiegel wird von einer zentralen ca. 10 mm Durchmesser Zugfeder mit mittlerer Kraft angezogen. Dagegen drücken die drei etwas schwer-
      gängigen Zentrierschrauben, die vorne mit einen Kegel auf den Fangspiegelhalter drücken und seitliches Shifting etwas vermeiden sollen. Über eine Rändel-
      Mutter läßt sich darüberhinaus ein weiteres Mal der Abstand HS-FS regeln. Ein leichter Stoß an den Fangspiegel macht die Justage leicht zunichte.
      Eine solche Lösung findet man in 30 Jahren nur 1-2 mal, der Grund dürfte darin zu suchen sein, daß man dieses System häufig nachzentrieren muß.



      Die Bob's Knobs hinter dem Sekundär-Spiegel sind schon bei SC-Systemen eher fehl am Platz, weil sie eine feinfühlige Einstellung eher verhindern und
      außerdem zu leicht zu verstellen sind. Inbus-Schrauben sind mit einem entsprechenden Schlüssel weitaus feinfühliger und präziser zu handhaben, bei einem
      System, das wegen der hohen Nachvergrößerung noch empfindlicher auf richtige Kollimierung reagiert. Jedenfalls war zu Beginn die Kollimation gründlich
      verstellt.

      Das Gestänge aus zwei Kohlefaser-Rohren, siehe auch dieses Bild hat als Verbesserung seitlich zwei "Gladii" angeschraubt bekommen. Diese Verstärkungs-
      Leisten haben also tatsächlich das Aussehen eines römischen Kurzschwertes. Ein weiteres Schrauben-Paar in der Nähe der Verbindungsstelle, hätte der
      Steifigkeit weitaus besser gedient. Vom Schwingungs-Verhalten bei Wind oder ähnlichen Einflüssen noch gar nicht gesprochen.

      Die Justage des Systems geht nur über den Fangspiegel im Vertrauen darauf, daß mit dem Hauptspiegel alles in Ordnung wäre, wenn er nicht gerade
      zufällig verdreht worden ist, weshalb man sich unbedingt die Position markieren oder merken sollte. (Damit läßt sich Rest-Astigmatismus des Hauptspiegels
      gegen Restastigmatismus des Sekundär-Spiegels gegenseitig ausspielen.) Ein schwarzes Isolierband "verziert" den Hauptspiegel, und dessen "Lücke" mag als
      Orientierung dienen. Bei diesem Cassegrain f/25 System hätte man es mit einer extrem hohen Nachvergrößerung zu tun. Das stellt allerhöchste Ansprüche
      an die Flächenqualität, an die Stabilität der optischen Bauteile in einen justier-stabilen Tubus, und die sorgfältige Verarbeitung der Velourfolie sollte eigentlich
      eine Selbstverändlichkeit kein. Die mechanische Ausführung ist weiterhin wenig bis überhaupt nicht gründlich durchdacht.

      Das Teleskop ist zum Beobachten gedacht und nicht zum Schrauben. (Auf Cloudy Nights hat dieses System kein großes Echo hinterlassen)
      Das "Super Planetary Telescope" für visuelle Beobachtung ist es nicht. Bis ca. 400-fach mag die Vergrößerung noch akzeptabel sein, aber dann bricht
      das System visuell zusammen. Nimmt man die veröffentlichten Planeten-Bilder auf Lazzarrottis Webseiten, dann hätte dieses System eine gute fotografische
      Qualität. Man bezahlt dafür: GLADIUS CF 315 € 5980,00 + shipping .

      In voller Länge kann man dieses schwert-artige Gerät hier studieren. Bis auf kleine Verbesserungen hat sich im mechanischen Aufbau wenig geändert. Das
      macht dann die Überzeugungskraft des Verkäufers, mit dem ich hier schon heftige Diskussionen hatte.



      Auf Grund der von mir ermittelten optischen Daten ein dem Gladius ähnliches optisches System. Der Hauptspiegel läßt sich im Krümmungsmittelpunkt interferometrisch
      vermessen und damit die conische Konstante ungefähr bestimmen. Die Abstände kann man bis auf ca. 1 mm genau ausmessen, und der Radius des sphärischen Sekundär-
      spiegels ermittelt man per Rechnung. Die Sternscheibchen auf Lazzarrottis Webseite sind synthetisch im Rechner entstanden und habe im Vergleich mit den unter
      ca. 800-facher Vergrößerung entstandenen realen Scheibchen nichts zu tun. Der artificial-Sky-Test auf der Achse fällt mit diesem System ähnlich bescheiden aus, wie bei
      vielen SC-Systemen, die unter vielen Störungen im opt. System leiden. Dieses System hat ein ganz kleines brauchbares Feld von max. 13 mm Durchmesser, dann würde
      die Koma rapide ansteigen. Die folgende ZEMAX-Simulation wurde von Harrie Rutten freundlicherweise überarbeitet.



      Harrie Rutten untersuchte die Frage, wie sich eine Verkippung des Hauptspiegels im System bei sphärischem Sekundärspiegel auf die Abbildung auswirkt. Selbst eine Verkippung
      von 5° ändert an der Abbildungs-Situation auf der Achse und dem geringen Felddurchmesser von 13 mm nichts. Es ist also nur der Hauptspiegel, dessen konische Konstante
      möglichst genau eingehalten werden muß, damit das System keine sphärische Aberration bekommt. Den Hauptspiegel prüft man dann am besten in Kompensation.



      Im Vergleich zum ersten Bericht, reagierte diesmal der Hauptspiegel so, wie man es von einem Cassegrain-System erwartet: Ein noch so kleiner Astigmatismus würde
      über den Sekundärspiegel bei einem f/25 System enorm vergrößert werden, und genau dieser Sachverhalt beeinträchtigt derartige Systeme, wenn sie nicht
      sorgfältigst gefertigt und mindestens so sorgfältig zentriert sind, den Hauptspiegel erstens, und den Sekundär-Spiegel zweitens. Reste von Astigmatismus
      lassen sich hier nur über die Rotations des Hauptspiegels beeinflussen, der bei dieser Art Lagerung immer auf die Schwerkraft reagiert.



      Ein f/25 System ist auch bei allen anderen Tests etwas schwieriger, weil selbst bei hoher Kamera-Auflösung ein sehr kleines Bild entsteht. Der Foucault-Test
      zeigt die sphärische Aberration, die man über den HS-FS-Abstand beeinflussen könnte, was in diesem Fall unnötig ist. Die Testbilder der folgenden Übersicht
      zeigen sehr viel deutlicher, daß im Fokus eines solchen Systems ein visueller Beobachter keine besondere Freude haben wird: Zentriert man intrafokal das
      Sternscheibchen möglichst exakt, dann wird man extrafokal von dessen Form enttäuscht sein. Die exakten Bilder eines Maksutov-Systems darf man in diesem
      Fall getrost vergessen. Die Vergrößerung von ca. 400-fach wird visuell das Äußerste sein, was sinnvoll zu realisieren ist. Bei der Fotografie hingegen könnte es
      im Fokus dieses 7875 mm Systems ohne Nachvergrößerung zu guten Ergebnissen kommen. Zumindest die Kunst der Fotografierens von Herrn Lazzarrotti und
      seine Computer-Nachbearbeitung ist unbestritten.



      Bei einem derart kleinen Öffnungsverhältnis von f/25 muß die Justierung des Systems streng auf der Achse erfolgen. Man sucht also nach dem künstlichen Stern
      mit bloßem Auge und stellt ihn ins Zentrum, bevor man sich nach einem Zentriervorgang im Okular bei 800-facher Vergrößerung das obere intra/extrafokale
      Sternscheibchen betrachtet. So richtig exakt rund werden diese Bilder jedoch nie, und das liegt u.a. an der mangelnden Steifigkeit der mechanischen Bauteile.
      Pinhole auf der Achse - künstlicher Stern für Okularhülse



      Bereits das Interferogramm mit einem Twyman-Green Interferometer zeigt die schwierige Situation: Um dieses Interferogramm zustande zu bringen, waren ca. 8 Serien
      nötig und stundenlanges Justieren, obwohl ich einige Übung habe bei solchen Systemen. Endlich ist die Bohrung im Zentrum, die Körnigkeit läßt sich leider nicht ver-
      meiden, da man den Kamera-Zoom voll ausreizen muß. Die hintere Okular-Öffnung hat gerade mal 13.1 mm Durchmesser. Der Twyman-Green Interferometer arbeitet
      exakt auf der opt. Achse, aber es dauert dennoch lange, bis man einigermaßen zentrische IGramme hat. Das waren jetzt mindestens 300 Interferogramme, in denen
      sich alle Einflüsse spiegeln, mit denen man so zu rechnen hat.



      Als Hauptfehler verbleibtjetzt ein Astigmatismus von L/5.1 PV, die Coma wäre mit L/19 PV zu vernachlässigen, während die sphärische Aberration
      von L/8.2 PV ebenfalls gering ausfällt. Ob dieser Ideal-Zustand je am Himmel zu realisieren ist, wage ich nicht zu glauben. Es muß ja einen Grund
      geben, warum das Teil bei mir gelandet ist.



      Im Vergleich mit dem Gladius CF 315/7875 HS_R = 2392 mm differieren offenbar die optischen Spiegeldaten etwas. Der Hauptspiegelradius und die Abstände lassen
      sich ziemlich genau ausmessen, mit der Konvex-Fläche des Sekundärspiegels und einem Sphärometer hat man größere Probleme, weshalb die Berechnung über ZEMAX
      einfacher und glasschonender ist. Ein solches System müßte in einem extrem steifigen Tubus untergebracht sein, damit sich die erforderlichen feinen Zentrierschritte
      zuverlässig realisieren lassen und auch erhalten bleiben. Tatsächlich aber ist dieses System extrem instabil. Nur einmal in der Mitte zerlegt und wieder zusammen-
      gefügt, und schon muß wieder zentriert werden. Den Hauptspiegel nur um ca. 30° gedreht, und schon hat man eine andere Zentrierung. Ein solches System kann einen
      ernsthaften Beobachter in den Wahnsinn treiben - wenn er nicht gerade eine gewisse Neigung mitbringt.



      Beim ersten derartigen System fehlte noch eine Folie zwischen Spiegelrückseite und Stahlscheibe. Trotzdem ist auch diese Lösung alles andere als ausgereift.
      Wie klein okularseitig der Durchlass ist, erklärt sich auch aus dem Spotdiagramm und der Tatsache, daß dieses System wirklich nur auf der Achse brauchbar ist,
      und damit eine starke Eingrenzung auf helle punktförmige Objekte bedeutet.



      Schweißtreibend diese Art der Justage. Bob's Knobs sollten wenigstens je zwei kleine Bohrungen haben, in die man auf der Stirnseite einen Schlüssel stecken könnte.
      Über dessen längeren Hebelarm könnte man dann sehr feinfühlig das System zentrieren. Augenfällig auf den beiden nächsten Bilder zeigt sich das Abkleben der
      reflektierenden Teile mit einfacher Velourfolie, die im Laufe der Zeit einen Schrumpfungs-Prozeß durchmacht - und den sieht man später. Auch als Staubfänger
      schaut dieses Verfahren nicht gerade attraktiv aus.

      Zentrier-Anleitung


      Sollte nach dem Rückversand das Teleskop erneut dezentriert sein, so würde man im Okular extrafokal etwa folgende Komafigur erkennen können, . . .

      -----------------------------------


      wie sie in diversen Programmen simuliert werden kann. Dabei erkennt man einen "Komakern" unten, und der zeigt auf die analoge Justierschraube, die in unserem Falle
      im Uhrzeigersinn gedreht werden muß. Später wird aus der Koma-Figur ein nicht ganz zentriertes Sternscheibchen. Hier wäre dann die dünnere Ringseite wieder der
      "Komakern". Bei diesem Vorgang geht man systematisch vor und notiert sich die einzelnen Schritte und deren Auswirkung. Nur so ist eine erfolgreiche Kollimierung
      möglich. Am Ende des Vorgangs sollten im Oklular von 10 - 20 mm Brennweite intra-/extrafokal ein Sternscheibchen erkennbar sein, wie es auf diesem Bild zu sehen ist.
      Diese Bilder entstanden mit einem 10 mm Okular bzw. 787-facher Vergrößerung. Ob diese Vergrößerung in der Praxis darstellbar ist, würde mich brennend interessieren.



      Geht man ins Detail der Optik und vor allem der mechanischen Fertigung, so schmilzt der vollmundig vorgetragene Begriff vom "Super Planetary Telescope" wie ein Schneemann
      in der warmen Sonne, und liefert den Grund, warum ein solches System dann bei mir landet. Den Paolo Lazzarrotti wird dieser Bericht nicht freuen. Aber die Käufer solcher
      Super-Telescope würden sich über eine solide handwerkliche Arbeit in jedem Falle freuen !! Dieses Teleskop sollte unbedingt mechanisch überarbeitet werden.

      Der letzte Test ging der Frage nach, wie steifig das Kohlefaser-Gestänge ist, wenn man bei diesem montierten Teleskope mit Schwerpunkt nahe dem Hauptspiegel, in Nähe des
      Sekundärspiegels, bzw. hinter dem Sekundärspiegel ein Gewicht von nur 390 Gramm auflegt. Für diesen Fall weicht die Sekundärspiegel-Befestigung bereits um ca. 0.5 mm
      nach unten und beeinflußt in jedem Fall die Zentrierung. Diese Situation hat man beim Schwenken, da die Fangspiegel-Einheit mit Gestänge 1752 gr. auf die Waage bringt und
      sich über diesen Mechanismus die Zentrierung laufend ändert. Diese Verbiegung entsteht auch mit diesen seitlichen Verstärkerleisten, denen an der entscheidenden Stelle
      die Arretierschrauben fehlen: Kleine M4 Inbus-Schrauben wären schon hilfreich. Trotzdem ist die Stangen-Lösung als Verbindung HS-FS falsch. Eine irgendwie geartete
      Diagonale, beidseitig angebracht, wäre viel steifer.



      Nachtrag vom 07. April 2010

      Gestern abend auf einer HEQ6 mir den Sirius mit 200-facher Vergrößerung angeschaut. Ohne Sucherfernrohr bei diesem f/25 System fast aussichtslos trotz unterschiedlicher
      Visiertechnik, Reflexbilder über den Hauptspiegel etc. Keine Chance hatte ich bei Saturn später, der war leider nicht hell genug. Kritisch ist tatsächlich der ungeschützte
      Hauptspiegel. Er dreht sich bei Berührung sofort und man darf nie in die Spiegelfläche greifen.



      Der Hauptspiegel macht in einer Kollimations-Anordnung (Ross-Null-Test) einen guten Eindruck, er ist sehr glatt, hat aber eine abfallende Kante, die man beseitigt, wenn man auf
      290 mm abblendet.



      Die HS-Qualität erkennt man bereits am "artificial Sky Test". Im f/25 System bleibt davon nahezu nichts mehr übrig. Alle drei weiteren Tests bestätigen beide Sachverhalte:
      hohe Glätte des Hauptspiegel, aber abfallende Kante ab 290 mm Durchmesser. Das bringt unnötiges Streulicht ins Spiel.



      Im Ross Null Test wäre der Streifenabstand 1 Lambda. Die mit ZEMAX ermittelte konische Konstante von -0.818020 liegt tatsächlich bei - 0.854426, was sich aus dem verkürzten
      Abstand von 1705/Simulation auf 1691/Messung ergibt. Das würde weiter oben das leicht überkorrigierte Ronchi-Gramm bzw. Foucaultbild erklären.

      Herzlichen Gruß! Wolfgang Rohr---_ email: wolfgang.rohr@t-online.de Tel: 09521 5136 ---------------------------------------------------- r2.astro-foren.com/index.php/de/

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    • AW: GLADIUS CF 315 - A Super Planetary Telescope ?

      Hallo Wolfgang, hallo Forum

      Frohe Ostern!

      Langsam verliere ich so den Glauben. Ich habe mir das Buch von Astrooptik von Laux vorgenommen, und mal nach idealen Telekopkoptoik-designs gesucht. Was Beugungsbegrenztheit und Farbfehler angeht, so scheint mir die Richter-Slevogt-Kamera das ideale Bild zu liefern - zumindest Ray-Tracing-mäßig. Wie auch immer, der Schritt vom theoretischen Design zur praktischen Ausführung wird wohl zu leicht genommen. Wie läuft sowas eigentlich? Man findet ein System toll, überlegt sich ein innovatives aussehen und baut drauflos? Ich will jetzt die ATM-Zunft nicht angreifen, aber die Tatsache, dass man einen Spiegel Schleifen und dann vielleicht noch parabolisieren kann, bedeutet doch nicht automatisch, dass man gleich eine Teleskopfirma günden muss. In der Praxis stolpert man dann spätestens über das Problem der Fertigungdstoleranzen und muss sich dann überlegen, wo man seine perönliche Ausschussquote festlegt. Ich will jetzt nicht für die paar großen Firmen plädieren, die verschiedene Teleskopsysteme in größeren Serien fertigen aber man muss doch schonmal fragen, was der es fertigungstechnisch bedeutet, ein Newton, RC, SC oder Dall-Kirkham zu bauen. Und da ist es schon relevant, wenn man die verfahrenstechnisch einen konvexen oder konkaven Spiegel schleifen soll oder eine Korrekturplatte oder gar noch kompliziertere Designs. Vermutlich muss man erst mal fertigungstechnisch über dieser Fragestellungs stehen, bevor man sich für ein optisches Design entscheidet. Und in diesem Fall scheint mir das Primat vom Design (was ich wirklich toll finde!) ausgegangen zu sein (und da fallen mir noch ein paar andere Systeme ein...).

      Mittlerweile sehe ich das so: Eigene Optische Konstruktionen werden nur selten erfunden - obwohl die RayTracing-Software hier mittlerweile eigentlich keine Grenzen setzt. Stattdessen versuchen viele Kleinhersteller mittels solcher Software die bestehenden optischen Systeme an die eigenen Fertigungsmöglichkeiten anzupassen. Da kommen dann zu den systemimmanenten Problemen noch die Umsetzungsprobleme dazu. Fraunhofer und Co hatten versucht, ihre Fertigungsmöglichkeiten durch geeignete Systemerfindungen maximal zu nutzen, hier läuft der Prozess rückwärts ab. Und als Konsequenz bleibt dann nur noch die "Verläßlichkeit" der größeren Firmen, die bestimmte Toleranzen einkalkulieren und Herstellungsmöglichkeiten / Preis / Prestigeverlust bei Schrott betriebswirtschaftlich optimieren. Aber das führt uns direkt in die Arme einiger Monopolisten. Und das finde ich eine traurige Entwicklung.

      Da ich aber eigentlich keine Ahnung von Optik habe solltet Ihr das hier auch nicht überbewerten. Nachdenklich stimmt nur, dass sich dann meist doch die von Wolfgang im letzten Absatz genannten Firmen durchsetzen. Einkaufstechnisch bedeutet das, das man bei kleinen Frimen eben gelegentlich ein höheres Qualitätsrisiko eingeht, als die beworbene Sorgfältigkeit es erahnen ließe. Große Firmen haben da eben eher den Anspruch auf gleichbleibene Qualität - wie auch immer die im Einzelfall sei.

      :jerry:Da kommt mir der Vergleich zwischen einem Geheimtipp-Winzer-Champagner und einer "Traditionsmarke" eines alten Prestige-Cuvee-Campagner-Hauses in den Sinn. Mögen die Absichten des traditionsverbunden kleinen Winzers auch ehrenwert sein, beim Dom Perignon kann ich immer ein gewisse mindest-Qualität voraussetzten, auch wenn es mal ein schlechter Jahrgang ist. -:whistling Entschuldigt den Ausrutscher!

      Grüße

      Christoph
      [SIZE="1"]Hofheim 12'', PST CaK, C11[/SIZE]
    • AW: GLADIUS CF 315 - A Super Planetary Telescope ?

      Hallo Christoph,

      nach meiner Einschätzung laufen mehrere Entwicklungen parallel:

      - interessanterweise gibt es eine Reihe von Hersteller, die weder eine ausgefeilte Meßtechnik haben, noch besonders gründlich vermessen.
      Auch fehlt manchen schlicht der entsprechende berufliche Werdegang für solche futuristischen Produkte. (Warenausgangskontrolle? Fehl-
      anzeige. Trifft für viele Händler auch zu.) Die italienische Mentalität ist zur deutschen etwas verschieden!

      - die Schnäppchen-Mentalität der Kunden senkt das Qualitäts-Bewußtsein: Qualität muß ihren Preis haben.
      - verwechselt wird äußere Verpackung/Design mit funktionaler Qualität: Alles was man sieht ist TOP.
      - mit dem Computer kann man viel kaschieren.
      - das Internet funktioniert nach ganz eigenen Regeln. Das Auftreten macht es heute und das sind die Mundwerker.
      - Viele Kunden merken die geringe Qualität einfach nicht, schon weil sie keine Vergleichsmöglichkeiten haben.

      Manche Selektions- bzw. Reklamationsfälle sind geradezu abenteuerlich:

      Vor ca. einem Jahr prüfe ich drei Spiegel eines Massen-Herstellers, bis wir einen geeigneten Spiegel finden. Der erst Spiegel war deutlich
      unterkorrigiert, der zweite einfach zu rauh.
      Ein Jahr später erreicht mich ein Email aus Australien mit den Testbildern des ersten Spiegels. Den hatte ein Feinoptiker für einen Dobson-
      Hersteller dort mittels Zygo nachgemessen und war zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

      Welche Weltreise hat dieser Spiegel um den Globus bereits hinter sich? Über das andere schweige ich mich aus . . .
      Herzlichen Gruß! Wolfgang Rohr---_ email: wolfgang.rohr@t-online.de Tel: 09521 5136 ---------------------------------------------------- r2.astro-foren.com/index.php/de/
    • AW: GLADIUS CF 315 - A Super Planetary Telescope ?

      Hallo zusammen!

      Diese Gladius-Konstruktion sieht in der Tat etwas abenteuerlich aus.

      Was mich interessiert hätte: Wie sieht es mit dem Stehl aus, wenn man das Ding umlagert? In der waagrechten wird man wohl kaum Beobachten/Fotografieren.

      Ich weiß nicht, ob man das mit einem 390g-Gewicht vollständig simulieren kann. Aber anders wird das wohl ein Riesen-Aufwand sein...

      Vielleicht waagrecht lagern aber das ganze Ding auf den Kopf stellen?

      CS

      notoxp
    • AW: GLADIUS CF 315 - A Super Planetary Telescope ?

      Hallo notoxp,

      mir ging es nur um einen Nachweis der Steifigkeit, nicht um Absolut-Werte:
      - um die Frage beim Schwenken des Systems von 45° Neigung in die Vertikale
      - um die Frage des Schwingungs-Verhaltens bei Wind etc.
      - um die Frage einer feinfühligen, sicheren Justierung des Fangspiegels

      Die Auswertung meiner Interferogramm-Serien streuen von Strehl = 0.50 bis Strehl 0.94.
      Dazwischen liegen wiederholte Versuche, das System auf der Achse über Sternscheibchen rotationssymmetrisch zu zentrieren. Wenn ich mir nun vorstelle, daß für mich als durchaus geübten Zeitgenossen das schon schweißtreibend war, wie mag das dann für einen gutwilligen unbedarften Sternfreund aussehen. Muß man da erst ein Kollimations-Diplom machen?
      Herzlichen Gruß! Wolfgang Rohr---_ email: wolfgang.rohr@t-online.de Tel: 09521 5136 ---------------------------------------------------- r2.astro-foren.com/index.php/de/
    • AW: GLADIUS CF 315 - A Super Planetary Telescope ?

      Hallo Wolfgang,

      Rohr wrote:

      Muß man da erst ein Kollimations-Diplom machen?

      das würde mich zur Not nicht unbedingt stören. Nur es muss stabil kollimiert bleiben und auch nach Transport zum Beobachtungsort in vertretbarer Zeit kollimirbar sein.

      Grüße

      Christoph
      [SIZE="1"]Hofheim 12'', PST CaK, C11[/SIZE]
    • AW: GLADIUS CF 315 - A Super Planetary Telescope ?

      Hallo Wolfgang!

      Rohr wrote:

      - um die Frage beim Schwenken des Systems von 45° Neigung in die Vertikale
      Stimmt! Das ist etwas interessantes! Nur stelle ich es mir schwer vor bei den 45 Grad ein Interferrogramm zu ziehen...

      Die Auswertung meiner Interferogramm-Serien streuen von Strehl = 0.50 bis Strehl 0.94.
      Das erscheint mir noch überraschend "gut", bei dieser Konstruktion.

      icer wrote:

      Was Beugungsbegrenztheit und Farbfehler angeht, so scheint mir die Richter-Slevogt-Kamera das ideale Bild zu liefern - zumindest Ray-Tracing-mäßig
      Ich habe jetzt mal interesshalter selbst im Laux nachgeschlagen: Was für Vorteile bietet denn eine Richter-Slevogt-Kamera im Vergleich zur klassichen Schmidt?

      CS

      notoxp
    • AW: GLADIUS CF 315 - A Super Planetary Telescope ?

      notoxp wrote:


      Ich habe jetzt mal interesshalter selbst im Laux nachgeschlagen: Was für Vorteile bietet denn eine Richter-Slevogt-Kamera im Vergleich zur klassichen Schmidt?


      nun, die Diagramme sehen "optimierter" aus. z.B: Beispiel 3: 2 Schmidt-Platten und 2 asphärische Spiegel macht ein sehr kleines Spotdiagramm und sehr flache Queraberationskurven. Allerdings brauche ich keine Camera, ich will die Planeten visuell beobachtern.

      Wie gesagt, reine Rechentheorie, die praktische Umsetzung ist was anderes ebenso wie die tatsächliche Auswirkungen der noch besseren Optimierungen. Ich wollte nur sagen, dass PC-Rechnen-Lassen das eine ist, im Falle der Richter-Slevogt-Camera wäre das Schleifen und Messen zweier Korrekturplatten das andere!

      Grüße

      Christoph
      [SIZE="1"]Hofheim 12'', PST CaK, C11[/SIZE]
    • AW: GLADIUS CF 315 - A Super Planetary Telescope ?

      Endlich hatte ich heute erneut Gelegenheit unter relativ guten Seeing-Bedingungen einen Teleskop-Vergleich durchzuführen zwischen dem oberen

      - Gladius 315 / 7875 also einem f/25 Dall-Kirkham System und meinem
      - LOMO 380 / 1905 also einem f/5 Newton-System

      gemeinsames Vergleichs-Objekt: Saturn mit Monden

      Hauptproblem beim Gladius ist das Finden der Objekte ohne leistungsstarkes Sucherfernrohr. Zuerst peilt man eine helle Straßenlampe in
      großer Entfernung an, damit man wenigstens über die Visiertechnik der Halteleiste das Objekt einstellen lernt. Die nächste Übung fand
      dann an Sirius statt, der ebenfalls hell genug ist. Der Saturn war dann der letzte im Bunde, und bis der dann im f/25 Fokus zu sehen
      war, waren 2 Stunden bereits vorbei, aber nun stand Saturn nahe im Zenit.



      Immerhin hatte ich den Saturn dann im Fokus und die HEQ6 sorgte dafür, daß er auch nicht mehr verschwand.

      Für den Gladius und dessen lange Brennweite von 7875 mm benutzte ich jeweils ein 40 mm Plössl (197-fache Vergrößerung) und ein 20 mm Plössl (393-fache Vergrößerung)
      Beim LOMO-Newton und dessen Brennweite von 1905 mm benutzte ich jeweils ein 6 mm Radian (317-fache Vergrößerung) und ein 4 mm Radian (476-fache Vergrößerung)

      Gladius: Bis 200-fache Vergrößerung bildet dieses Teleskop einwandfrei ab, es gibt nichts zu kritisieren. Auch die knapp 400-fache Vergrößerung liefert noch ein
      ordentliches Bild, besonders auch der Monde als feine Lichtpunkte ab, immer auch abhängig vom Seeing. Im Vergleich dazu ist das Saturnbild beim LOMO-Spiegel
      selbst bei 476-fach zeitweise einfach brilliant bzw. gestochen scharfe Abbildung der Ringe und der Monde, immer abhängig vom jeweiligen Seeing.

      Der LOMO-Spiegel im geschlossenen Tubus hat jedenfalls die Nase etwas vorne, wenngleich die Gladius bis 400-fach gut mithält, 875-fache Vergrößerung mit einem
      9 mm Okular ist zuviel von ihm verlangt, das wollte ich lediglich nur wissen. Damit dürfte klar sein, daß der Gladius für Mond- und Planeten gute Ergebnisse abliefern
      kann, wenn das gesamte System Gladius auf diese Anwendung optimiert worden ist. Ein leistungs-starkes Sucherfernrohr muß dabei sein, sonst findet man nichts.
      Daß der Hauptspiegel "in der Gegend rumhängt" daran würde ich mich vermutlich nie gewöhnen. Ich hatte eine Heiden-Angst, daß sich dieses 6.000.- Euro teure Gerät
      nach unten verabschiedet. Nun liegt es wieder sicher auf meiner Werkbank.
      Herzlichen Gruß! Wolfgang Rohr---_ email: wolfgang.rohr@t-online.de Tel: 09521 5136 ---------------------------------------------------- r2.astro-foren.com/index.php/de/
    • AW: GLADIUS CF 315 - A Super Planetary Telescope ?

      Hallo Wolfgang,

      wenn das Gerät auf der Montierung so sehe, hätte ich ständig Angst, den Spiegel mit Fettfingertapsen zu versehen. Auf der Homepage wird glaube ich das Fehlen des Tubus als Vorteil beworben.
      If it isn't there it can't cause problems!
      Aber das hat der Hersteller wohl schon etwas relativiert, denn
      The primary mirror is now protected by a lightweight carbon fiber shield which prevents fingerprints and moisture


      Oder eben mit Oktavius (in Julius Caesar) gesprochen: Wann, denkt ihr, geht es wieder in die Scheide?

      Grüße

      Christoph
      [SIZE="1"]Hofheim 12'', PST CaK, C11[/SIZE]
    • AW: GLADIUS CF 315 - A Super Planetary Telescope ?

      Hallo Christoph,

      man kann das "Ding" nirgendwo richtig anfassen:

      Am Spiegel ? Viel zu riskant, der dreht sich sofort, weshalb ich dessen Position - siehe gelber Punkt oben -
      erst einmal nach längeren Versuchen als optimale Position markiert habe.

      Am Okular-Auszug? Da ist keiner! In die hintere Bohrung mit Durchmesser 13.1 mm paßt mein Mittel-Finger:whistling nicht
      mehr. Ein Männer-Daumen hätte exakt einen Zoll, also 25.4 mm Breite. Also muß man erst selbst eine 2-inch
      Reduzierhülse anschrauben, wie sie beim Celestron verwendet wird, dann geht es.

      Schaut dieses astronomische Schwert auf den Polarstern, dann wäre das System so ähnlich wie auf meiner opt. Bank.



      Bei Saturn z.b. hängt der Hauptspiegel seitlich weg und verändert auch die Zentrierung. Das funktioniert aber deswegen noch,
      weil bei einem Dall-Kirkham der Sekundärspiegel sphärisch ist und das System deswegen eine Verkippung des Hauptspiegels
      durchaus verträgt. Die Gefahr, daß man aus Versehen in die Hauptspiegelfläche langt, ist viel zu groß, man sollte deshalb feine
      weiße Handschuhe mitliefern, wie sie von Feinoptikern manchmal getragen werden.
      Das Ding ist gegen jede jahrzehntelange Erfahrung gebaut . . . bella Italia

      Ein f/25 System muß eigentlich mechanisch kompakter gebaut sein, zumindest schüttelt ein Hersteller von
      Dall-Kirkham Systemen nur den Kopf.



      Habe gerade die sphärische Aberration nochmals mit Ronchi untersucht. Das System ist tatsächlich etwas
      überkorrigiert. Das könnte der Grund sein, warum mir gestern abend der letzte "Tick" von scharfer Abbildung
      fehlte bei 400-facher Vergrößerung. Das läßt sich vermutlich über den Abstand HS-FS regeln, würde aber den
      Backfokus nochmals gewaltig nach hinten verlegen und ändert auch die Systembrennweite. Interessieren
      würde mich, ober der Hersteller der Optik das System als Ganzes auf sphärische Aberration prüft. Den Haupt-
      spiegel prüft man ziemlich gut über den Ross-Null-Test - jedoch mit dem richtigen Abstand, und den
      Sekundärspiegel über ein Paßglas. Im System muß das aber dann nicht unbedingt stimmen.

      Herzlichen Gruß! Wolfgang Rohr---_ email: wolfgang.rohr@t-online.de Tel: 09521 5136 ---------------------------------------------------- r2.astro-foren.com/index.php/de/

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    • AW: GLADIUS CF 315 - A Super Planetary Telescope ?

      Objekte mit diesem f/25 (315/7875) Gladius zu finden, ist eine mehrstündige Kunst, die man zeitlich verkürzen möchte. Also muß ein möglichst genaues Sucherfernrohr her,
      das hier mit einem 40/280 Achromaten und einem 10 mm Baader Meßokular realisiert wurde. Vor einem gemeinsamen Planspiegel sollte man dann auch beide zueinander ein-
      richten können - mit einem Chesire-Okular, was relativ problemlos gelingt. Wie man aber auf dem Foto sieht, steht das Teleskop auf seiner Befestigungs-Schiene, und so
      wurde das System auch eingerichtet/justiert. Bedienungsanleitung mit Anwendungsbeispielen zum Messokular Micro Guide



      Bei der Beobachtung an der Montierung hingegen, hängt das System seitlich/horizontal. Damit ist die ursprüngliche Kollimation des Gladius selbst und die Einrichtung zum Sucher
      erst einmal verstellt, und es hilft am Sirius wieder nur das systematische Absuchen des Himmels nach dem Objekt mit anschließender Nachjustierung des Suchers - damit es dann
      bei Saturn schneller geht, mit dem Finden. Der war dann tatsächlich sehr schnell gefunden.
      Die Befestigung des Suchers ändert am mechanischen Desaster nichts. Die Markierung der Hauptspiegel-Position ist dringend erforderlich, denn der dreht sich, wie er gerade will,
      und bei diesem "offenen" System überlegt man sich andauernd, wo man das Teleskop anfaßt, damit kein Unglück passiert. Bereits beim Transport durch die Gewächshaus-Tür
      muß man gut aufpassen, daß der Glaskörper nicht versehentlich den Metall-Rahmen touchiert. Für den Schutzdeckel, der den Hauptspiegel schützen soll, hätte ich Spreng-Kapseln
      gebraucht. Nur mit viel Geduld ließ sich dieser Deckel vom schützenswerten Hauptspiegel herunternehmen. Ein transportables System ist dieser Gladius nicht. Für die Eroberung
      eines Weltreiches, wie vor 2000 Jahren, wird dieser Gladius kaum einen der germanischen Nachfahren beeindrucken. Auch für die Feldaufklärung im Teutoburger Wald nicht.

      Herzlichen Gruß! Wolfgang Rohr---_ email: wolfgang.rohr@t-online.de Tel: 09521 5136 ---------------------------------------------------- r2.astro-foren.com/index.php/de/

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