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sowjetisches 7x50

      sowjetisches 7x50

      Von meinem Fernglas wusste ich bis heute Abend eigentlich nur, dass es sich um ein sowjetisches 7x50 handelte, welches mein Großvater Mitte der 70er Jahre gekaufte hatte. Das Fernglas benutze ich häufig und gerne. Mit dem Hersteller / Typ meines Fernglases hatte ich mich bis dato noch nicht beschäftigt. Die kyrillischen Buchstaben hielten mich immer davon ab. ;)
      Nachdem ich mich heute dann aber für ca. 1 Stunde mit Hilfe von Google, Wikipedia und GoogleTranslate durch unterschiedlichste russische Foren gekämpft hatte :wacko:, bekam ich den Hersteller heraus und auch die restlichen Beschriftungen. Zudem fand ich eine Internetseite mit den technischen Angaben.

      Rechte Seite:
      ЗОМЗ = Der Hersteller Zagorsky Optiko-Mekhanichesky Zavod (ZOMZ)
      zomz.ru/

      Linke Seite:
      Бпв1 7x50 = Produktbezeichnung (ist vermutlich nur eine Buchstabenkombination)
      Гост 5.23 – 71 = GOST 5.23 - 71
      Gossudarstwenny Standart (GOST) bezeichnet sowjetische bzw. russische Normen.
      …bei meinem Fernglas handelt es sich um die Fassung der Norm von 1971.

      Vielleicht fällt jemand noch etwas interessantes zu dem Fernglas oder Hersteller ein.

      Gruß Kurt

      AW: sowjetisches 7x50

      Sehr interessant, danke für eure Mühe :)

      @Dominique:
      Ja, dass passt alles. Das Zubehör ist identisch und ich besitze auch noch die 4 Schutzkappen. Die Mechanik funktioniert bei meinem gut. Vermutlich ist es ein paar Jahre jünger als die Beiden abgebildeten (Aufdruck ist leicht abgeändert).
      Zudem habe ich herausbekommen, dass es damals bei Quelle gekauft wurde.
      „ - auch in der Dämmerung zu gebrauchen…“ Das kann ich bestätigen.

      @Uwe:
      …einen Schwimmversuch werde ich mir mal verkneifen, nicht das ich danach ein Aquarium besitze. ;) :D

      AW: sowjetisches 7x50

      Hallo,
      die Bezeichnung БПВ steht für Бинокль призменный высокосветосильный was man wohl am besten mit Prismenbinokular hoher Lichtstärke übersetzt. (@Uwe: das mit dem schwimmfähigen Armeeglas ist natürlich ein echt guter Spaß:laugh:).
      Die sowjetrussischen Gläser sind optisch recht gut, mit Exemplarschwankungen. Es gibt diese in verschiedenen Größen. Diese Gläser sind mit hohem Aufwand gefertigt worden, allerdings sind die beweglichen mechanischen Teile meist nicht so toll. Ein weiterer Nachteil vieler russischer Gläser ist die Gelbstichigkeit des Bildes. Bei einigen Gläsern stimmt auch die Größe der Augenmuscheln zur Lage der Austrittspupille nicht. Für Produkte sozialistischer Planwirtschaft ist es typisch, dass mit hohem Aufwand produziert wurde, das Ergebnis aber meist nicht ganz dem Aufwand entspricht. Die Ursache dafür ist, dass es in den sozialistischen Produktionsstätten regelmäßig nicht gelungen war, ordentliche Prozesse zu installieren. Die Arbeiter hatten die Macht, Ingenieure kamen da mit ihrem Sachverstand (falls sie diesen überhaupt hatte, und nicht nur Parteikarriere gemacht haben) meist nicht so gut an.
      Die sowjetrussischen Gläser wurden vor ein paar Jahren für wenige Euros bei eBay verramscht. Inzwischen haben die Preise etwas angezogen. Das mag auch daran liegen, dass sich Legenden gebildet haben. Eine ist, dass sich Gläser von Zeiss-Jena in den Feldstechern befinden, was natürlich Unfug ist. Ein weiteres Märchen ist, dass es sich um Armeegläser handelt. Das ist natürlich Quatsch, Armeegläser haben (bis auf wenige Ausnahmen) Einzelfokussierung (wobei nicht alle Gläser mit Einzelfokussierung Armeegläser sind). Die Gläser mit Zentralfokussierung sind sehr schlecht abgedichtet (ich habe mal so ein sowjetrussisches 7x50 beim Segeln unter dem Ölzeug getragen, das war sehr schnell von innen beschlagen), und damit für militärische Verwendung unbrauchbar. Es gibt auch russische Gläser, mit Tarnbemalung. Das sind auch keine Armeegläser. Die eigentlichen russischen Armeegläser besitzen in der Regel eine schwarze Gummierung (und sind wirklich gut).

      AW: sowjetisches 7x50

      Da bin ich aber mal gespannt ob ich hier noch eine 4. Interpretation der Buchstabenkürzel "Бпв1" angeboten bekomme ;):D

      Hier mal eine kurze Zusammenfassung:
      1. wasserdichtes, schwimmfähiges Fernglas
      2. Binokl Polevoi W1 - bedeutet soviel wie Armeeglas, Feldglas (siehe Link von Dominique)
      3. Prismenbinokular hoher Lichtstärke

      @Frank: danke für deine ausführliche Beschreibung :)

      AW: sowjetisches 7x50

      Hallo Kurt,
      dass БПВ für Бинокль призменный высокосветосильный steht, ist keine Interpretation von mir. Die sowjetrussischen Gläser werden mit einem kleinen Heftchen (in original russischer Sprache, also kein internetübersetzter Quatsch) ausgeliefert, das eine kurze Beschreibung und eine Qualitätsabnahme enthält. Dort steht das so (wenn der Hersteller das so angibt, dann dürfte das auch so sein, wenn Du noch zweifels, kannst Du das Glas ja mal in ne Pfütze schmeißen und gucken, wie dieses "superharte Armeeglas" diese Prozedur übersteht :p:D).
      Auf dieser Internetseite:
      galspace.spb.ru/telescope.file/binokli.htm
      findest Du die Interpretationen der einzelnen kyrillischen Buchstaben auch (runterscrollen, steht vor der letzten Zwischenüberschrift über der Tabelle).
      Die Übersetzung „hoher Lichtstärke“ stammt allerdings von mir. In высокосветосильный steckt: высоко, Bedeutung hoch in Zusammensetzungen; свет, Helligkeit/Licht und сильный, groß/stark. Meine Russischkenntnisse sind aber sehr rudimentär. Vielleicht habe ich das auch falsch übersetzt.
      Hier tedbrink.webs.com/ussr.htm stellt übrigens ein Sammler seine sowjetrussischen Gläser mit einigen Erläuterungen vor.

      CS. Frank

      AW: sowjetisches 7x50

      Kurt wrote:

      Da bin ich aber mal gespannt ob ich hier noch eine 4. Interpretation der Buchstabenkürzel "Бпв1" angeboten bekomme ;):D

      Hier mal eine kurze Zusammenfassung:
      1. wasserdichtes, schwimmfähiges Fernglas


      Mein Rest-Russisch ist da wohl etwas über mich hinausggewachsen. Ich fand das auf einer Internetseite, aber Franks Deutung ist viel plausibler und auch durch eine Broschüre gestützt. Nicht mit ins Schwimmbad nehmen, bitte!

      AW: sowjetisches 7x50

      Keine Angst, das hätte ich sowieso nicht getan. :D ... die Abdichtung des Fernglases macht eh nicht den besten Eindruck. Im Bezug auf die "Schwimmfähigkeit" hätte auch die Wasserverdrängung im Verhältnis zum Eigengewicht nicht ausgereicht.

      Als ich den Bericht von Franz las ging ich sofort davon aus, dass er damit ins Schwarze getroffen hatte.

      Mit meiner Aussage "Da bin ich aber mal gespannt ob ich hier noch eine 4. Interpretation..." wollte ich nur die Forumsdiskussion etwas anregen - hat funktioniert ;)

      Gruß Kurt

      AW: sowjetisches 7x50

      piu58 wrote:

      .............. Nicht mit ins Schwimmbad nehmen, bitte!


      Es sei denn, es besitzt die früher m.W. angewendete Manschettendichtung für den Mitteltrieb. Dürfte aber mehr als zweifelhaft sein, typische FG Parameter waren mehr die 7x40er mit EOE.
      Aber auch dieser Abdichtungstechnik (Manschette) würde ich angesichts des Aters nicht allzuviel vertrauen. Erkennen kann man soche Gläser glaube ich an der schwergängigeren Mechanik.
      Alte Schmiermittel sugerieren das aber auch ;)

      Vll. wird´s mal Zeit für ein neues ;)
      besten Gruß Dominique
      24mmx36mm.de
      dasfernglas.de

      AW: sowjetisches 7x50

      Hallo Dominique,
      ich gehe davon aus, dass das von Kurt hier vorgestellte Glas nicht wasserdicht ist. Die mir bekannten 7x50 Б П В 1 sind jedenfalls weit davon entfernt, wasserdicht zu sein (ich kenne einige, habe auch einige überholt – also auseinandergenommen und auch wieder zusammengesetzt – und benutze ein baugleiches 7x50 Б П Ц heute noch ab und zu beim Segeln). Es könnte höchstens sein, dass Kurt ein baugleiches und auch gleich bezeichnetes Glas besitzt, das wasserdicht ist, was wohl unwahrscheinlich ist (das ist ein Industrieprodukt, die werden nach einmal installiertem Verfahren in Massen- oder Serienproduktion gleich hergestellt). Ich sammle zwar auch sowjetrussische Gläser (und habe die meisten selbst, bzw. zumindest schon gesehen), trotzdem weiß ich über diese Gläser auch nicht alles (ist mehr ein Nebensammelgebiet von mir). Hast Du Informationen (bitte wirklich nur Informationen, nicht nur vage Vermutungen) über abgedichtete Mitteltriebe bei sowjetrussischen Gläsern? - das würde mich sehr interessieren. Bei den sowjetrussischen Gläsern sind zwar für gewöhnlich die Objektive und Kappen mit einem fettähnlichen Material abgedichtet, die Mitteltriebe sind aber in der Regel äußerst undicht.
      @Kurt: Dein Glas halte ich schon für ein recht gutes Glas, die Gläser dieser Bauart gehören zu den besseren russischen Gläsern. Die mir bekannten Gläser dieser Bauweise zeigen ein subjektiv sehr scharfes und helles Bild, mit geringer Unschärfe am Gesichtsfeldrand (ich schätze, dass der Unschärfekreis weniger als 10% beträgt). Gläser dieser Bauart sind auch nicht so gelbstichig, wie es sowjetrussische Gläser sonst in der Regel sind. Das Gesichtsfeld ist im Vergleich zum Zeiss Jena 7x50 etwas kleiner. Die Mechanik des Mitteltriebs ist bei diesen Gläsern ganz ordentlich (allerdings nicht so präzise, wie bei den älteren Zeiss-Jena Gläsern). Die Vergütung ist eine grün schimmernde (wahrscheinliche) Multivergütung (es soll auch Ferngläser dieser Bauart mit blauer Vergütung geben, das weiß ich aber aus unsicherer Quelle, einen Beleg habe ich dafür nicht). Diese Gläser findet man öfter bei eBay. Nach meiner Erfahrung haben gebrauchte Gläser aber häufig Mängel (Trübungen, Doppelbild, mechanische Zerstörungen).
      @Uwe: Ich dachte tatsächlich, dass Du mit dem „schwimmfähigen Armeeglas“ einen Joke machen wolltest (wie schon geschrieben, das Glas ist sehr weit von einem schwimmfähigen Armeeglas entfernt), deshalb habe ich auch geschrieben, dass ich das für nen guten Spaß halte. In den Medien (zu denen ich das net zähle) findet man (eigentlich zu) häufig falsche Informationen. Man sollte da kritischer sein. Um das nochmal klarzustellen: Бинокль призменный высокосветосильный ist eine Herstellerangabe, keine Deutung. Man sollte schon sorgfältig zwischen Tatsachen (worunter ich die Herstellerangabe in diesem Fall zähle, wer sollte sonst wissen, was der Hersteller mit der Abkürzung gemeint hat) und Vermutungen unterscheiden.

      CS. Frank

      AW: sowjetisches 7x50

      Die Vergütung ist grün schimmernd und es besitzt nur eine geringe Unschärfe am äußersten Rand. Ich denke mit < 10 % liegst du gut. Der Rest ist schön scharf und hell.
      Inwieweit es einen Gelbstich besitzt kann ich dir als Laie auf dem Gebiet nicht sagen. Mir ist zumindes noch keiner aufgefallen - kann mich aber täuschen, da ich noch kein sehr teures Fernglas (Zeiss, Leika usw.) zum Vergleich hatte.

      ...für meine Zwecke reicht es auf jeden Fall :)

      EDIT1: Hier habe ich die technischen Daten gefunden:
      detect-ufo.narod.ru/pribor/opt…ori_nabludeniya/1_02.html

      Nochmal die Seite, jedoch dieses mal mit dem Google-Übersetzer:
      translate.google.de/translate?…i_nabludeniya%2F1_02.html
      ...man versteht zumindes um was es geht ;)

      EDIT2: Ich sehe gerade , dort wir auch am Ende des Textes БПВ mit «высокой светосилы» angegeben ..."hohe Leuchtkraft", was Franks Herstellerangaben sehr nahe kommt.

      In der Mitte des Textes steht auch "Es sei darauf hingewiesen, dass das Fernglas mit Mitteltrieb zwischen den äußeren Oberflächen der festen Rohre 8 und den inneren Oberflächen der Okularstutzen, die sie auf die Brücke 9 befestigt sind, gibt es einen kleinen Ringspalt werden. Dies bedeutet, dass der innere Hohlraum des Tubus des Fernglases undicht und daher die Verwendung eines Fernglases notwendig, sie vor Feuchtigkeit zu schützen."

      Gruß Kurt

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      AW: sowjetisches 7x50

      Hallo Kurt,
      danke für den interessanten Link, die Seite kannte ich noch nicht.
      Mehr Fernglas als das 7x50 Б П В 1 braucht man eigentlich nicht (meine Meinung, die Abbildungsgüte ist sehr gut, man bekommt beim Durchgucken alle für Vergrößerung und Öffnung möglichen Informationen, die Mechanik ist brauchbar; alles andere, was wesentlich teurere Gläser bieten, ist lediglich Nice-to-have).

      CS. Frank

      AW: sowjetisches 7x50

      FrankZ wrote:

      Hallo Kurt,
      ..............................
      Mehr Fernglas als das 7x50 Б П В 1 braucht man eigentlich nicht (meine Meinung, die Abbildungsgüte ist sehr gut, man bekommt beim Durchgucken alle für Vergrößerung und Öffnung möglichen Informationen, die Mechanik ist brauchbar; alles andere, was wesentlich teurere Gläser bieten, ist lediglich Nice-to-have).

      CS. Frank


      Hallo Frank, ohne deinen Beitrag weiter zu kommentieren, vor allem bezüglich der Verhältnisse der Vergrößerung und Öffnung für die Anwendung Astro:

      Hast du abseits hiervon schon mal einen A-B Vergleich mit einem anderen, sprich evtl. eines der deiner aufgeführten "Nice-to-have Gläser" gemacht?
      besten Gruß Dominique
      24mmx36mm.de
      dasfernglas.de

      AW: sowjetisches 7x50

      O.k. Dominique, ich habe mich durch einen dusseligen und sinnfreien Beitrag von Dir provozieren lassen, und Dir ebenso geantwortet. Das war ein Fehler, auf solch einem Niveau sollte man nicht diskutieren :mad:.
      Jetzt also sachlich weiter. Bei der visuellen Benutzung eines Fernglases muss ich das Gesamtsystem Fernglas Beobachter betrachten. Das Fernglas liefert dem Beobachter ein Bild bestimmter „Güte“. Wenn dieses Bild mindestens so gut oder besser ist, wie der Empfänger die in diesem Bild enthaltenen Details verarbeiten kann, dann erhält der Empfänger alle möglichen Informationen. Wenn ein Fernglas ein subjektiv scharfes Bild liefert (was man messen, oder wenn man etwas Erfahrung hat, auch durch einfache Beobachtung prüfen kann), dann zeigt das Glas eigentlich alle möglichen Details. Eingeschränkt werden könnte diese Detailsichtbarkeit noch durch andere Faktoren.
      An erster Stelle würde ich hier Streulicht nennen. Wenn man Objekte in der Nähe heller Objekte beobachtet (z.B. einen Piepmatz in Richtung der untergehenden Sonne), dann verringert Streulicht die Detailsichtbarkeit zum Teil deutlich. Die Streulichtunterdrückung ist bei Ferngläsern der Oberklasse wesentlich besser, hier hat das besprochenen 7x50 Б П В 1 „einige Schwächen“ (vorsichtig ausgedrückt :whistling).
      Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Transmission. Bei Dämmerung oder Dunkelheit, wird ein Glas höherer Transmission etwas mehr zeigen, als ein Glas schlechterer Transmission. Hier schlägt sich das 7x50 Б П В 1 nicht schlecht. Das Bild ist deutlich heller, als bei den alten Zeiss-Jena 7x50-Gläsern mit einfacher Blauvergütung. Einen direkten Vergleich mit neueren Oberklassegläsern habe ich nicht vorgenommen, würde aber vermuten, dass diese besser sind.
      Ein Fernglas sollte auch ein ausreichend großes Gesichtsfeld besitzen. Die Gesichtsfeldgröße des 7x50 Б П В 1 ist etwas dürftig, sie ist (meiner Meinung nach) an der Grenze zum Tunnelblick, aber noch erträglich.
      Der von mir beim 7x50 Б П В 1 gemessene Abstand der AP vom letzten Linsenscheitel beträgt beachtliche 15mm. Allerdings lässt sich die Augenmuschel nicht umstülpen, so dass es bei Benutzung des Glases mit Brille zu Gesichtsfeldeinschränkungen kommt. Hier könnte man aber etwas basteln, wenn man das Glas mit Brille verwenden möchte. Ich bin selbst Brillenträger, benutze allerdings Ferngläser immer ohne Brille.
      Auch ist die mechanische Ausführung von Gläsern der Oberklasse deutlich besser.
      Wie ich schon geschrieben habe, ist das Glas nicht wasserdicht.
      Auch gegen Stöße ist es nicht gesichert (man bekommt auch häufig Gläser mit Sprüngen in den Prismen).
      Der Mitteltrieb beim 7x50 Б П В 1 ist brauchbar.
      Man könnte hier sicher noch weitere Kriterien anführen. Tatsache ist, dass die Ferngläser der Oberklasse technisch natürlich besser sind. Tatsache ist aber auch, dass das 7x50 Б П В 1 (bis auf o.g. Ausnahmefälle) dem Beobachter im wesentlichen die gleichen Informationen liefert, wie ein Glas der Oberklasse. Wenn man das Glas selbst bezahlen muss, ist es eine Frage der persönlichen Entscheidung, ob man eine Investition im Kiloeurobereich tätigt, um ein Fernglas der Oberklasse zu besitzen, oder ob man mit einem Glas zufrieden ist, was im wesentlichen dieselben Informationen liefert, nicht ganz so „perfekt“ ist, aber nur ein paar Euronen (oder früher harte Deutschmark) kostet. Da das im wesentlichen eine Geschmacksfrage ist, werden wir uns da wohl auch nicht einig (so wie man mit Fahrern einer bestimmten Automarke über ihr Heiligtum nicht diskutieren kann :stupid:), ich bin da auch der falsche Partner, um über Feinheiten bei Ferngläsern der Oberklasse zu diskutieren.
      Zur Astronomie: Ich bin der Meinung, dass ein 7x50-Fernglas aufgrund der zu kleinen Vergrößerung für Astrobeobachtungen nicht besonders gut geeignet ist. Es ist ein Glas für Beobachtungen bei besonderer Handunruhe (halt das klassische Seefahrerglas, auf nem schwankenden Kahn bringt höhere Vergrößerung nix). Bei Astrobeobachtungen gilt meiner Meinung nach: je größer, umso besser! :cool:

      CS. Frank

      AW: sowjetisches 7x50

      Hallo Frank.

      ........ ich habe mich durch einen dusseligen und sinnfreien Beitrag von Dir provozieren lassen,....


      Die benutzten Aattribute missfallen mir, jedoch muss ich wohl in mich kehren und mich fragen, wieso kommt er zu dieser Beurteilung. Ich habe lediglich auf deine pauschale Aussage nachgefragt, mehr nicht.

      Deine recht ausführliche Ausführung der Kruzfassung beinhaltet alles was ich bereits weiß. Das ist auch nicht der springende Punkt.

      Mal zur Klarstellung:
      Mir ist es absolut gleichgültig, welches Glas wer, oder welches Auto wer benutzt. Ich bin kein Profilneurotiker, der den Versuch über Markenlabel unternimmt, mehr aus sich oder sein Ansehen zu erlangen. Ich urteile auch nicht nach dem "optischen Dresscode"

      Meine Wertepaare liegen anders gelagert.

      Tatsache ist aber auch, dass das 7x50 Б П В 1 (bis auf o.g. Ausnahmefälle) dem Beobachter im wesentlichen die gleichen Informationen liefert, wie ein Glas der Oberklasse.


      Das beispielsweise eine Jacke von Kik (keineswegs despektierlich gemeint) den selben praktischen Nutz-Zweck erfüllt (Regenschutz o.ä.), wie jene von Boss oder XYZ dürfte unbestritten sein. Ob sich allerdings das selbe Behaglichkeitsgefühl einstellen wird, bleibt strittig. Das mag jeder für sich entscheiden.

      Nun betrachten wir aber keine Jacken, sondern hier war deine Aussage auf dein optisches Instrument bezogen. Sicher, wenn es allein um die Tatsache geht, auf x m mit einem Fernglas zu erkennen, ob es sich um ein Elefant oder ein Nashorn handelt, beide Gläser werden wohl diesem Zweck dienlich sein. Wenn es um diese umrissene Beschreibung des Begriffes wesentliche Information geht, dann stehe ich selbstverständlich bei dir.
      Da lehnt sich aber die Frage an, was sind den abseits von wesentlich, unwesentliche Informationen? Die gibt es m.E. bei einem Blick durch ein Fernglas nicht.

      Um es mal abzukürzen.
      Wenn der Bauingenieur Großbaustellen überwachen will, der Bergsteiger die Route in der Felswand begutachtet, ein Spezialist für Denkmal-Objektrestauration sich den Überblick verschafft, der Ornithologie Gefiedernuancen oder geschlechtsunterscheidene Merkmale beobachten möchte, der Seefahrer, der Soldat, der Polarforscher, Jäger......... sie alle werden für eine fein zu beurteilende durch die Abbildung zustande kommende Informationsdichte dankbar sein. Denn vom sichtbaren Detail kann eine Entscheidung, eine Handlung, eine Planung oder sonstiges abhängen.

      Somit
      .... alles andere, was wesentlich teurere Gläser bieten, ist lediglich Nice-to-have
      ist das definitiv falsch. Anwenderspezifisch must haven wäre hier richtig. 30-40 Jahre Fernglasentwicklung haben schon Unterschiede hervorgerufen, nicht nur im Preis, sondern die teils auch durch die Anwenderforderungen zu erklären sind.

      Das die Gläser evtl. den nicht akzeptablen Preis haben, dass Kopfschütteln kann ich verstehen. Wer sich allerdings mit dem mechanischen Aufwand solcher Gläser beschäftigt, wird vll. im Nachgang verstehen, es geht nicht anders. Vor allem vor dem Hintergrund zu wissen und zu erfahren, was er da für ein Produkt in den Händen hält. Das du diese Leistungen für dich nicht in Anspruch nehmen möchtest/brauchst ist absolut legitim. Sollte aber nicht verallgemeinernd ein falsche Beurteilung socher neueren Gläser aufzeigen. Sie ist irreführend.

      Und so lange du Freude und Spaß an der Beobachtung mit deinem Glas hast, ist doch alles in Ordnung. Denn letztendlich zählt vll. mehr, dass man sich darüber unterhält, was man sieht oder gesehen hat, als darüber, wie man es sieht.
      besten Gruß Dominique
      24mmx36mm.de
      dasfernglas.de

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      AW: sowjetisches 7x50

      Hallo Dominique,
      ich wollte hier keine falsche Beurteilung der Oberklassegläser abgeben, im Gegenteil, ich habe ja ausgeführt, dass diese in den meisten Parametern deutlich besser sind. Es sind technische Spitzenleistungen, allerdings würde ich diese eben als Luxusgüter einstufen. Damit ich nicht missverstanden werde, ich habe absolut nix gegen Luxusgüter - im Gegenteil, diese machen unser Leben bunter :blush:(als Ossi musste ich lange Zeit in einem ziemlich tristen Land leben, in dem Luxus eher verpönt war). Besonders gut finde ich, dass ich (zumindest im Fall der Ferngläser) mir diese Güter auch leisten könnte, es aber nicht muss, da ich die Auswahl habe :cool:.
      Was Nice-to-have und Must-have ist, das sind Festlegungen, was da „richtig“ oder „falsch“ ist, ist relativ.
      Ansonsten sind wir uns ja ziemlich einig. Wir sollten also aufhören in Gräben zu schießen, in denen eigentlich keiner liegt. Erfreuen wir uns lieber an unseren Gläsern, Du an Deinen schönen Oberklassegläsern, ich an meinen einfacheren Gläsern, und hoffen, dass die gegenwärtig über uns Herrschenden weise Entscheidungen treffen, und unser Wohlstand (der ja die Grundlage für etwas teurere Anschaffungen ist) nicht wegkriecht nach …

      CS. Frank

      AW: sowjetisches 7x50

      Hallo Frank,

      .......allerdings würde ich diese eben als Luxusgüter einstufen.


      Ich sehe diese Gerätschaften mehr als professionelle Werkzeuge an,
      die ihre volle Berechtigung haben.

      Was das mit Wessi, Ossi, Konsumgüterwohlstand auf sich hat, weiß ich nicht.

      Luxus ist so etwas hier und hat mit meiner Ausführung nichts zu tun.
      besten Gruß Dominique
      24mmx36mm.de
      dasfernglas.de