Okularschlitten odere Okularauszug?

    • Okularschlitten odere Okularauszug?

      Hallo miteinander,

      nach Fertigstellung des Spiegels bin derzeit dabei, meinen Newton D=350mm f/D=5,8 zu dimesionieren.
      Ich tendiere derzeit dazu, einen Okularschlitten zu bauen anstatt eines konventionellen Okularauszuges.
      Ich sehe es als Vorteil, daß ich damit in einem recht weiten Bereich den Fokus anpassen und diesen sowohl für's visuelle Beobachten als auch für's Photographieren optimal, d.h. möglichst nahe an den Tubus, legen kann. Eine 'Motorisierung' scheint mir auch beim Schlitten kein größeres Problem zu sein als beim Auszug.

      Für mich steht fest, daß ich sowohl Auszug als auch Schlitten selber machen werde, ich überlege jetzt nur, was von den beiden?

      Meine Frage an die Community ist nun, ob es ev. schwerwiegende Argumente gegen einen Schlitten gibt.
      Bin für Weitergabe von diesbez. Erfahrungen eurerseits sehr dankbar!
    • AW: Okularschlitten odere Okularauszug?

      Hallo Hans-Heinrich,

      ich habe vor ca. 18 Jahren mal ein 25cm Newton mit einem Okularschlitten ausgerüstet. Das war damals überhaupt eines der ersten Teleskope im Amateurbereich, das mit einer selber gebauten Schrittmotorsteuerung ausgerüstet wurde. Damals habe ich auch ein entsprechendes Programm geschrieben, mit dem positioniert werden konnte. Als Controller und Schrittmotorsteuerung habe ich eine CNC Steuerung von Isert dazu mißbraucht. Die wichtigeren Kataloge (Messier und NGC) hatte ich da auch schon drinnen. Der PC stand im Sternwartenraum. Im Winter benötigte der manchmal einen leichten Tritt, damit die Festplatte anlief:-) Zu der Zeit konnten Meade und Konsorten Goto noch nicht einmal richtig buchstabieren. Der Okularschlitten hatte auch einen Schrittmotor und Referenzschalter. Ich konnte in der Steurung auch die Fokusposition hinterlegen. Es spricht an sich nichts gegen einen Schlitten. Nachteil ist, daß er komplizierter und teurer ist als ein Okularauszug. Dadurch hat sich das leider nicht so richtig durchgesetzt.

      Gruß
      Richard
      observatorium.at
    • AW: Okularschlitten odere Okularauszug?

      Hallo,

      während beim Okularauszug - wie immer der gebaut wird - der Fangspiegel in einer festen Position verbleibt und über den Okular-Auszug die unterschiedlichen Okulare + Kameras an den feststehenden Fokus angepaßt werden müssen,

      hängt beim Okular-Schlitten der Fangspiegel mit der Okular-Hülse in einer Einheit zusammen, sodaß der Fokus "verschoben" wird. Das bedeutet zumindest, daß die Bewegung des Schlittens ziemlich genau parallel zur opt. Achse sein muß und ähnlich exakt reproduzierbar sein muß, wie die heutigen Okularauszüge. Die Steifigkeit eines Okularschlittens mit Fangspiegelbefestigung muß nicht unbedingt besser sein, als eine der üblichen Spinnen.

      Ich gehöre zu denen, die mehr zur weit verbreiteten Standard-Lösung tendieren, wie man hier sieht: astro-foren.de/showthread.php?p=36583#post36583

      Herzlichen Gruß! Wolfgang Rohr---_ email: wolfgang.rohr@t-online.de Tel: 09521 5136 ---------------------------------------------------- r2.astro-foren.com/index.php/de/
    • AW: Okularschlitten odere Okularauszug?

      Danke Richard und Wolfgang für eure Antworten!

      einmal interessant zu hören, daß es keine prinzipiellen Argumente gegen den Schlitten gibt. Die Anforderungen an die Genauigkeit sind mir bewußt (hoff' ich wenigstens ... :whistling).

      Einerseits möchte ich ein Korrektor/Reducer verwenden, da muß im Falle des 'Kellerschen' Korrektos der Fokus mindestens 85mm über der Okularhülse liegen, andererseits denke ich auch an eine Barlow-Linse und in diesem Fall wandert mir der effektive Fokus je nach Barlow Faktor dann gehörig weit nach außen. Da wär ich mit einem Schlitten doch fein dran, weil ich dann den Fokus näher an den Tubus legen kann. Sicher ein Vorteil, wenn man eine Kamera dran hängen hat und der Hebel nicht so groß ist.
      Sehe ich da was falsch?

      @Richard, Du hast sicher recht, daß ein fertig gekaufter Schlitten teurer ist als ein Auszug, allerdings fällt das bei Selbstbau wohl weniger in's Gewicht und die Arbeitszeit darf man bei unserem Hobby sowieso nicht rechnen.
    • AW: Okularschlitten odere Okularauszug?

      Hallo Hans-Heinrich,

      das Ganze ist auch ein Rechen-Exempel: Unter Verwendung eines Feldkorrektors, der einen definierten Abstand des Korrektors zum Fokus erfordert, stellt sich auch die Frage, ob der Fangspiegel groß genug dimensioniert ist, oder wieviel an Vignettierung man im Feld bis zu welchem Achsabstand man in Kauf nehmen will.

      Und wenn mit diesem Feldkorrektor zusammen der Fangspiegel in seinem zum Hauptspiegel kürzesten Abstand wäre, wieweit dann der Fokus von der Tubus-Wand entfernt ist.

      Und wenn man dann aus fotografischen Gründen einen relativ großen Fangspiegel-Durchmesser bräuchte, der hingegen für die visuelle Beobachtung mit einer zu großen Obstruktion eher hinderlich ist und gegen einen kleineren ausgetauscht werden müßte,

      wenn man überlegt, wo denn dann die Vorteile einer Schlitten-Lösung gegenüber der normalen Spinnenlösung wäre, und das mit ganz sachlichen und praxis-orientierten Gründen,

      dann würde ich in aller Ruhe darüber nochmals nachdenken wollen, ob man sich eine Schlittenlösung antun soll. Schlittenlösungen kenne ich aus der Praxis und aus der Literatur . . .
      Herzlichen Gruß! Wolfgang Rohr---_ email: wolfgang.rohr@t-online.de Tel: 09521 5136 ---------------------------------------------------- r2.astro-foren.com/index.php/de/