Super APO Equinox 120 / 900

  • Super APO Equinox bei 110 mm Durchmesser
     
    Bereits mein erster Bericht zu diesem RefraktorTyp wurde nicht nur wohlwollend und begeistert verfolgt - immerhin
    war das Interesse, gemessen an den Zugriffen auf diesen Bericht, doch erstaunlich. Ungeachtet dessen ist das
    gesamte Echo auf diesen Refraktor-Typ weiterhin sehr positiv, und das hat ganz bestimmt seine Ursache in der
    hohen Qualität dieses APO's oder in bestimmten Fällen auch "Super-APO" - ein Begriff, der zwar nicht exakt definiert
    ist, der aber ganz allgemein eine hohe Farbreinheit verspricht und deswegen manche der APO's ziert: Ein Super-APO
    käme "meßtechnisch" heraus, wenn man den SkyWatcher Equinox auf 110 mm abblenden würde.
     
    Systemvergleich + meßtechnische Darstellung: Doublet ED APO vs. Triplet APO:
    Ob mehr oder weniger Gaußfehler im Spiel ist, ob man einen Zwei-Linser in dieser Hinsicht mit einem Dreilinser
    vergleichen kann, dürfte eher ein Problem von Optik Designern sein und in der Praxis von eher untergeordneter
    Bedeutung. Ob deswegen meine RC_Index-Zahl, die den Gaußfehler unberücksichtig läßt, die Farbsituation korrekt
    wiedergibt, dürfte ebenfalls ins theoretische Fach gehören, da für die meisten Fälle der Einfluß des Farblängsfehlers
    auf den Strehlwert weitaus größer ist, als der farbabhängige Öffnungsfehler bzw. der Farblängsfehler weitaus
    stärker zur Unschärfe beiträgt als der Gaußfehler, http://rohr.aiax.de/WLIGramm7.jpg hinsichtlich der Defokussierung
    innerhalb der spezifischen Spektralfarbe.
     
    Jedenfalls tauchte bei der Untersuchung ein völlig neuer Aspekt auf, der das Ergebnis meiner allerersten Messung
    am ersten SkyWatcher Equinox 120/900 zu bestätigen scheint: Beim ersten Gerät hatte ich es mit einer unerklärlich
    hohen Farbreinheit zu tun, die sich im späteren Verlauf als Vignettierungs-Effekt, bzw. als Reduzierung des
    Durchmessers von 120 mm auf 113 mm herausstellten, was so nicht zu vermuten gewesen wäre. Nachunter-
    suchungen am gleichen Refraktor bestätigten dann diesen Sachverhalt.
     
    Und weil man argwöhnen könnte, daß hinter dem okularseitigen BlendenSystem "böse Absicht" steckt - wir Deutschen
    sind offenbar so mißtrauisch - legte ich in diesem Fall besonderes Augenmerk auf diese Feinheiten. Jedenfalls,
    und das ist die verblüffende Erkenntnis: Blendet man diesen 120 mm APO auf nur 110 mm ab, dann wird ein Super-
    APO draus, was sich auch noch gut beweisen läßt. Im übrigen hat dieser Refraktor sein Optimum bei Gelb =
    d-Linie mit 587.6 nm wave und dort bei 120 mm Öffnung einen Strehl von 0.978 bei PV = L/6
    Bei Grün = e-Linie = 546.1 nm wave wirkt sich bereits der Gaußfehler, bzw. die Überkorrektur aus. Das folgende
    Bild wäre also die Zusammenfassung.
     

     
    Ein Objektiv - ich habe es unlängst wieder bei einem EvoStar erlebt - sollte eigentlich zum Tubus sauber zentriert sein. In
    manchen Fällen wird das weder vom Hersteller noch vom Händler als scheinbar störend empfunden und man behauptet dann
    zu Unrecht, dem Kunden ein ausgesuchtet Fernrohr verkauft zu haben. Ein GRZY-Kollimator sollte es eigentlich schon sein,
    damit man das bereits beim Händler überprüfen kann. Im vorliegenden Fall wäre aber die Kollimierung zum Tubus nahezu
    perfekt - genau besehen müßte in Richtung 10:00 verkippt werden, aber das ist wirklich unbedeutend in diesem Fall.
     

     
    Aus der Vignettierungs- bzw. Öffnungsdiskussion war die erste Frage nach der tatsächlichen Öffnung: Und zu meiner Ver-
    blüffung fehlten die Blendringe in der Okular-Hülse und vorne waren auch bei ganz eingeschobener Okularhülse immer noch
    120 mm Öffnung zu sehen. Siehe hier: http://www.astro-foren.de/showthread.php?p=39987#post39987
    Das ist also ein nicht unerheblicher Aspekt hin zu einem verbesserten System.
     

     
    Vermutlich vom Händler erhielt der Sternfreund diesen Sterntest, bei dem man mindestens gerne wüßte, welcher Meßaufbau
    verwendet wurde und welches Okular bzw. effektive Vergrößerung. Die auf dieser Übersicht gezeigten Farbsäume sind ebenso
    schwer einzuschätzen wie die kleine Mulde in der Mitte. Immerhin beweist diese Übersicht aber, daß sie mit dem gleichen
    Refraktor entstanden ist.
     

     
    Als wunderbarer Übersichtstest hat sich mein Artificial Sky Test herausgestellt, der es erlaubt, sofort die unterschiedlichen Fehler
    eines opt. Fernrohr-Systems dingfest zu machen. Artificial Sky - Übersicht: Artificial Sky Der etwas deutlicher ausgeprägte
    1. Beugungsring weist auf eine leichte Überkorrektur bei Grün hin, die bei 110 mm Öffnung fast verschwindet. Die Definition dieses
    APO-Refraktors ist nachgewiesenermaßen hoch.
     

     
    Nachdem bei der ersten Equinox-Untersuchung durch die geringere Öffnung auf 113 mm sehr gute Werte hinsichtlich der Farb-
    reinheit gemessen werden konnten, drängte sich ein Vergleich auf: Also die Situation bei 120 mm Öffnung und bei einer reduzierten
    Öffnung auf nur 110 mm Durchmesser. Bereits der Sterntest zeigt im Vergleich ein signifikantes anderes Teleskop, wenn man sich
    nur auf die Farbsäume intra/extrafokal konzentriert. Bereits das wäre ein Hinweis auf eine deutlich veränderte Situation.
     

     
    Durch diesen Sachverhalt neugierig geworden untersuchte ich den Farblängsfehler etwas systematischer bei den folgenden Durch-
    messern von 120 mm, 110 mm, 100 mm, 90 mm und 50 mm mit der Absicht, andeutungsweise die Darstellung des Farblängsfehlers
    im Diagramm zu erhalten. Die Vermessung wird unter anderem durch eine leichte Achskoma gestört, sodaß man zunächst die
    günstigste Position interferometrisch ermitteln muß. Aus der Übersicht der Werte/Durchmesser hinsichtlich der Schnittweiten der
    Spektralfarben kann man dann das Diagramm zeichnen und nun würde mich natürlich interessieren, wie nahe meine Messungen
    an die Ergebnisse der Designer herankommen. Jedenfalls wäre das Optimum dieser Untersuchung tatsächlich bei 110 mm Öffnung.
     

     
    Die Unterschiede hinsichtlich der Farbreinheit, sind aber auch über andere Tests darstellbar. In diesem Fall über die Farb-
    verteilung bzw. Farbigkeit beim Foucault-Test.
     

     
    Der Rauhheits-Test bzw. Lyot-Test liefert ähnlich Ergebnisse ab und zeigt auch noch Feinheiten der Politur, gemeint sind die
    konzentrischen Ringe links auf dem nächsten Bild. Bei Durchmesser 110 mm wäre das Bild wiederum weniger farbig, weil das
    System farbreiner ist.
     

     
    Nicht so deutlich läßt sich der Unterschied über den Ronchi-Test zeigen.
     

     
    Der Vergleich der farbigen Interferogramme hingegen zeigt bei genauer Betrachtung wieder besser die Unterschiede. (Das farbige
    IGramm links wurde in seine RGB-Kanäle zerlegt.) Bei 120/900 fällt der Gaußfehler deutlicher aus, gut erkennbar bei Blau, der
    Farblängsfehler ebenfalls durch stärkeres Abkippen des Interferenzstreifens in der Mitte. Unabhängig davon wäre es ein Vergleich
    der IndexZahlen von 0.5372 für Durchmesser 120 mm zu RC_Index = 0.0616 für Durchmesser 110 mm. Wobei der RC_Index von
    0.5372 schon ein sehr guter Wert ist, und bei 0.0616 der "Aufschrei" aller Optik-Designer zu erwarten ist. Außer Blau fallen also
    beim reduzierten Durchmesser 110 mm alle übrigen Farben auf eine Schnittweite zusammen.
     

     
    In beiden Fällen, also bei Durchmesser 120 und 110 mm, hat dieser APO sein Optimum bei 587.6 nm wave, also bei Gelb, und kommt
    bei 120 mm zu einem stattlichen Strehl = 0.978 bei PV = L/6 (bei 110 mm wären es 0.986 bei PV L/7.4) . Mit einem solchen Ergebnis
    sollte man eigentlich hoch zufrieden sein, wenn ein vergleichbarer 3-Linsen-APO vermutlich das Dreifache des Equinox-Preises verschlingt.
     

  • Hello to everyone of the Astro-Foren De!
    My name is Marco and I am located in Rome (Italy).
    I am pleased to have got the possibility to have access to this respected Forum and please excuse me if I can't write in Goethe's language.


    I have just purchased a Takahashi TSA102 (I also have an FS102) and I am intersted in knowing some technical features of this scope.


    It is claimed, by vendors not by Taka firm, that the strehl ratio reaches a .992, which seems very much, and I got some information from some amateurs that this is quite a theorical ratio, in fact it should be in the range of .98/.99 depending on the instrument.


    I'd like to know, if this has been analysed:
    - which the real strehl ratio is?
    - depending on the above, which can be the wave lenght limit in terms of /lambda of the optics?
    - it seems to me the new triplet is quite sharper on planets that the flourite doblet, even though the color rendition is "colder": is this a consequence of a better correction or just is it the difference between ED glass vs CaF2 objective?
    - do you consider this a premium apochromat (in its eange of 4" diameter) or is it just a more industrialised (cheaper) solution vs. the flourite doublet?
    - how can it be compared to the mythical Zeiss APQ 4" (my dream! One day I'd like to buy it...) Which lambda correction has the APQ?
    - and finally (sorry for these many questions) could be the visual observation improved by using the Zeiss AbbeII eyepieces or is it fine to use other premium eypieces such as Takahashi Hi Le or Pentax XW?


    In few words, your technical opinion is very wellcome.


    Thanks again and I wish you clear skies (in Rome they are cloudy...) Ciao, Marco

  • Hallo Hakan,


    der Test ist ja schon 8 Jahre alt. Ich gehe davon aus, daß die jetzigen Objektive nicht mehr getrickst sind und daß die Optik auch
    sonst OK ist. An sonsten sind Objektive immer was individuelles, eine generelle Aussage ist deshalb schwer.