Leitz Telyt 1:6.8/560

  • Leitz Telyt 1:6.8/560

    Kaufen kann man diesen fotografischen Achromaten z.B. gebraucht bei ebay. Mag sein, daß der neue Besitzer wissen wollte,
    was er da gekauft hatte. Als langbrennweitiges Foto-Objektiv jedenfalls ist es kein schlechter Kauf. Im Leica Camera Forum erfährt man folgendes:



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    Auf der optischen Bank und aus der Nähe betrachtet wäre es noch gute deutsche Wertarbeit.

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    Ganz eindeutig zeigt der Sterntest sofort, womit man es zu tun hat: mit einem besseren Achromaten, das zeigt der Farbsaum ganz eindeutig. Aber, und das
    wäre über den Artificial Sky Test ebenso eindeutig, der verkittete Achromat ist etwas überkorrigiert und das sieht man bereits am deutlichen ersten
    Beugungsring. Ebenso eindeutig zeigt es intrafokal der Ronchi-Gitter Test, und über das Foucault-Bild bekommt man die typische Farbverteilung eines
    Achromaten mit einer vergleichsweise guten RC_Index Zahl von 6.3579. Zeiss AS FH liegen zwischen 2. . . . und 3 . . . und die FH's aus China bei 10.... bis 15.... .
    Siehe auch hier: http://www.astro-foren.de/showpost.php?p=38732&postcount=9

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    Bei hoher Vergrößerung sieht man die Situation bei 20 mm Felddurchmesser. Für Feldaufnahmen am Himmel also nicht ganz optimal, (allerdings wäre die
    Vergrößerung wie in diesem Beispiel nicht so hoch)

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    Der über die Power gerechneten Farb-Schnittweiten des Farblängsfehler fallen etwas kürzer aus, als die gemessenen. Das Ergebniss der gemessenen Abstände
    liegt mit RC_Index = 7.0676 aber nicht weit davon entfernt.

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    Zur Ermittlung des Farblängsfehlers wird auf die Hauptfarbe Grün fokussiert und dort der Fokus unverändert für die anderen Farben "eingefroren". Bei kürzerer
    Schnittweiten weichen die Interferenzstreifen nach oben ab, bei längerer Schnittweite nach unten. Damit ist sowohl die Reihenfolge der Schnittweiten ebenso
    klar, wie die Abstände. Gelb und noch mehr Rot liegen deutlich hinter Grün, und so erklärt sich der deutliche Farbsaum beim Sterntest. In der zweiten Reihe der
    IGramme wurde auf jede Farbe fokussiert, und damit kann man den Gaußfehler = farbabhängiger Öffnungsfehler gut demonstriert werden. "M"-förmige Verformung
    der Streifen bedeutet Überkorrektur, "W"-förmige Verformung hingegen Unterkorrektur. Damit wird aber zugleich deutlich, daß das Optimum dieses Achromaten
    im roten Spektrum angelegt ist und für die Fotografie möglicherweise besser. Also vielleicht für H-alpha. Im kürzeren Spektrum jedoch ist die Überkorrektur deutlich
    zu sehen, und das drückt den Strehlwert gewaltig, also kein visueller Achromat.

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    Dieses Objektiv wäre ein weiteres Beispiel, daß die Poly-Strehl-Diskussion ganz schnell an ihre Grenzen stößt:
    Zunächst müßte man sich festlegen, ob man das Objektiv visuell oder fotografisch bewerten will. Visuell stört in jedem Fall die Überkorrektur bei Grün, und unter
    diesem Blickwinkel entsteht ein eher bescheidener Polystrehl-Gesamtwert. Man müßte den Poly-Strehl aus der Fokuslage "Grün" betrachten, und dort wäre dann
    der Strehl überkorrektur-bedingt bei 0.888. Faßt man das Objektiv eher fotografisch auf, und würde mehr auf Rot fokussieren, dann kann man dort von einem
    Strehl von 0.993 ausgehen, dann würde aber für Blau der Strehlwert gegen Null gehen. Im Bereich der Achromate und differenziert auf spezifische Objektive und
    deren Verwendung, verliert die Poly-Strehldiskussion völlig ihren Informations-Charakter. Von der zeitraubenden meßtechnischen Durchführung noch gar nicht
    gesprochen.

    [Blockierte Grafik: http://rohr.aiax.de/@Telyt06.jpg]

    Feldaufnahmen mit diesem Objektiv stehen mir leider noch nicht zur Verfügung.