Krieg der Stern-Foren

  • Da das 11. Gebot schon geschlossen ist, schlage ich halt hier noch vor, dass man andere Foren doch ganz einfach in Ruhe lassen möge, wenn man wünscht, selber in Ruhe gelassen zu werden...


    Und hier dasselbe noch in populistischer Form des Kant'schen sogenannten "kategorischen Imperativs": Was du nicht willst, dass man dir tu', das füge keinem andern zu!


    Dies gilt natürlich auch für die Aliens von dem fremden Stern...


    So, das war's auch schon. Ich hoffe natürlich, dass nicht auch dies bereits wieder zuviel gewesen ist!


    Beat

  • .......
    Und hier dasselbe noch in populistischer Form des Kant'schen sogenannten "kategorischen Imperativs": Was du nicht willst, dass man dir tu', das füge keinem andern zu!
    ..........Beat


    Beat, die aufgeklärte Zeit Ehren,
    hat sie geholfen?
    Samuel von Pufendorf (?) war´s glaube ich, dem das Gleichheitsprinzip zur Kritik veranlasste.
    Denn kein Richter dürfe dann den Dieb zum Tode verurteilen.
    Und Schopenhauer, ja, nur der Egoismus würde dann entscheiden, was dann oberstes Gesetz wäre.
    Und Jean-Paul Sartre u.a. hatten auch so ihre Zweifel.


    Nimms nicht zu ernst von mir ;), deine Message ist zustimmend angekommen. :)

  • Hallo,

    Da das 11. Gebot schon geschlossen ist, schlage ich halt hier noch vor, dass man andere Foren doch ganz einfach in Ruhe lassen möge, wenn man wünscht, selber in Ruhe gelassen zu werden...


    Wenn Ihr schon die Philosophie bemüht, sollte man doch eingestehen, dass die Individuen, Gruppen oder Völker, die in der Vergangenheit diesem Grundsatz gefolgt sind, meist nach einiger Zeit von der Realität eines besseren belehrt worden. Leider - aus meiner Sicht, aber es ist nunmal so. Ein Stichwort wäre bellum iustum. Ausdikutiert ist das an den theologischen & philosophischen Lehrstühlen noch lange nicht.


    Grüße


    Christoph

  • ...tja, Den ungerechtesten Frieden finde ich immer noch besser als den gerechtesten Krieg.


    Marcus Tullius Cicero


    Hallo Dominique,


    Zustimmung!! Denn "Gerechtigkeit" ist noch nie ein objektives Kriterium gewesen, sondern stets durch sämtliche jeweils kriegführenden Parteien für sich selbst reklamiert worden. Und dies mit Vorliebe gar unter Berufung auf die allerhöchste Instanz (in unserem Fall "die Wahrheit"), als deren Sendboten sie sich stets selbst deklariert haben. Dergestalt es vorzugsweise gerade die Pfaffen gewesen sind, die durch ganze düstere Jahrhundertschaften hindurch hüben und drüben aller Seiten der Schlachtfelder dieser Welt mit frommen Sprüchen die Kanonen eingesegnet haben...


    Gruss: Beat

  • Hallo Dominique,


    Zustimmung!! Denn "Gerechtigkeit" ist noch nie ein objektives Kriterium gewesen, sondern stets durch sämtliche jeweils kriegführenden Parteien für sich selbst reklamiert worden. Und dies mit Vorliebe gar unter Berufung auf die allerhöchste Instanz (in unserem Fall "die Wahrheit"), als deren Sendboten sie sich stets selbst deklariert haben. Dergestalt es vorzugsweise gerade die Pfaffen gewesen sind, die durch ganze düstere Jahrhundertschaften hindurch hüben und drüben aller Seiten der Schlachtfelder dieser Welt mit frommen Sprüchen die Kanonen eingesegnet haben...


    Gruss: Beat



    Das ist falsch: Gerechtigkeit ist ein objektives Kriterium, wenn man Flexibilität akzeptiert (was von vielen als "sein Fähnchen in den Wind hängen" mis-interpretiert wird; ... oft absichtlich). Der (Gedanken-) Sprung von der Gerechtigkeit zur Wahrheit in obigem Zitat ist im übrigen schwer nachvollziehbar.
    Es gibt (bzgl. derselben Sache) nur EINE Gerechtigkeit, aber immer mindestens ZWEI Wahrheiten. Das liegt daran, dass die Perzeption dessen, was gerecht ist, sich in der Gesellschaft ständig ändert. Jemand, der gerecht ist, muss also STÄNDIG ein Ohr (oder die Nase oder sonst ein Sinnesorgan) an der Gesellschaft haben, um gerecht zu sein UND ZU BLEIBEN. Streit in einer Gesellschaft rührt daher, dass eine Kaste (oder ein Clan) der Gesellschaft (meistenns einer der was zu sagen hat, aber auf dem absteigenden Ast ist) den Kontakt zur Gerechtigkeit (d.h. zur Gesellschaft, bzw. zu einem andern Clan, der auf dem aufsteigenden Ast ist), verloren hat. Dann haben wir zwei Clans, die behaupten, die Wahrheit mit der Muttermich eingesogen zu haben.


    ... und das kann nicht gutgehen.


    Rudi

  • Falls ich nicht klar genug gewesen sein sollte: Wahrheit ist NICHT "die allerhöchste Instanz", sondern Gerechtigkeit.


    Rudi


    Was immer Du gerne möchtest, ist FÜR DICH die höchste Instanz.:1eye:
    Nun bin ich aber nicht Du... Daher ist Deine höchste Instanz eben (wie auch die meine) bloss subjektiv und entbehrt hiermit allgemeiner Gültigkeit. D.h. es braucht nicht die meine zu sein...


    Hierüber kannst Du natürlich gerne noch ein wenig weiterplaudern - aber ohne mich...


    Beat

  • in dieses philosophische Quartett darf ich mich nochmals einklinken:

    Quote

    Falls ich nicht klar genug gewesen sein sollte: Wahrheit ist NICHT "die allerhöchste Instanz", sondern Gerechtigkeit.



    "Wahrheit" versus "Gerechtigkeit" (und Ehre)

    Beide Begriffe finden in den Köpfen der Menschen bzw. einiger Menschen auf der Basis eines spezifischen und nicht mehr hinterfragten Weltbildes statt, das sich über die Zeit und/oder unterschiedliche Gesellschaften wandelt ! http://www.schulfach-ethik.de/…t/entstehung_religion.htm, Link01, Link02

    "Quid est Veritas", dem Pilatus zugeschrieben, offenbart bereits vor 2000 Jahren, wie brüchig und undefiniert dieser Begriff ist.
    Unter diesem Banner wurden tausende von Menschen als Hexen verbrannt, Kreuzüge geführt, fremde Kulturen ausgerottet, etc.
    Es ist immer die Wahrheit des Stärkeren und damit ein Kampfbegriff im Sinne von Dschihad !

    Was Gerechtigkeit ist, wird bereits von politischen Parteien verschieden definiert, und sie behelfen sich damit, (SPD), Regelungen immer bürkratischer werden zu lassen im Glauben, dann wären sie gerechter. Hier ist der Neid eine starke Triebfeder !

    Auf diesem Planeten sind wir Gottseidank nur eine Spezies ohne jede Garantie, daß wir nie aussterben würden. Betrachten wir mal nüchtern, ohne unser anthropozentrisches Gehabe, die Natur um uns herum, dann geht es genau nicht um Gerechtigkeit, sondern immer um Hierarchien, da diese das Überleben einer Art effektiver garantieren.

    Gerechtigkeit ist also ein Traum aus der Kindheit, den manche lebenslang träumen, weil sie sich für zu kurz gekommen halten und zur Nörgelei neigen, eine deutsche Attitüde.
    Nicht umsonst unterscheidet man zwischen Recht (Aufgabe der Gerichte) und (persönlich empfundener) Gerechtigkeit. Im gelebten Alltag schaut das dann so aus: http://ra-bongarth.de/versiche…ht/streit-um-bezugsrecht/ Eine endgültige Entscheidung vor einem Landgericht ist aber noch komplizierter. Auch nach einer solchen Entscheidung haben die Parteien weiterhin ein unterschiedliches Gerechtigkeits-Empfinden!

    Einen gesunden Lebens-Optimismus ziehe ich deshalb vor. Philosophische Ideen bringen in der Regel nur Frust in die Welt.

    Meine Meinung müßt ihr allerdings nicht teilen - aber ich komme sehr gut mit ihr zurecht.

    Es fehlt übrigens noch der Begriff "Ehre", über den man hemmungslos filibustern kann.

  • Hallo Wolfgang,


    Nicht schlecht!


    Der (schopenhauersche) Wille ist in jeder Kreatur wirksam und hat als letztlich einziges Ziel die Vorherrschaft der eigenen Gene, der eigenen Art, des eigenen Seins und auf anthropologischer Ebene zudem des eigenen Denkens. Hätt' ich einen eigenen Sohn (Gott bewahre!), tät' ich ihn Egon taufen!


    Solcher Gesinnung verschaffen die Gorillas im Regenwald noch heute Gehör durch faustisches Trommeln auf der eigenen Brust, unsere direkten Vorfahren erfanden zwecks besserer akustischer Durchdringung der Savannen die Buschtrommeln, und wir globalisierte Primaten haben nun das Internet.


    Der Fortschritt, wie sich ersehen lässt, ist enorm ;-).


    Beat

  • Hallo,


    weltanschauliche Überzeugungen sind in uns recht tief verwurzelt. Ein Streit darüber ist unfruchtbar, da er ja fast zwangsläufig in einen Frontalangriff auf die Persönlichkeit endet. Unterschiedliche Weltanschaungen muss man zur Kenntniss nehmen. Es gibt nunmal - und es gab immer - Menschen, die glauben, das zu ihren Lebzeiten ein friedliches Zusammenleben aller Menschen untereinander erreicht werden kann. Andere glauben dies nicht. Bekehrungsversuche sind in sofern sinnlos.


    Noch folgender Apekt dazu:
    Wenn wir alle in einer friedlichen Nacht hinter unserern Okularen sitzen und die unendliche Weite des Universums bewundern sollte wir nicht vergessen, dass nicht weit von uns entfernt alle möglichen Dinge passieren, die wir in unserer Elfenbeinsternwartenmoral ablehnen. Verstöße gegen die originalen 10 Gebote sind seit den Zeiten Moses nicht mal im Ansatz abgeschafft worden.


    Grüße


    Christoph