Betriebserfahrungen mit einem Dobson GoTo

  • Hallo Gerrit,


    ich bin einverstanden mit Dir (ich sprach oben von den Wahlen in den USA).


    Meine Eltern waren früher im DAV ("Alpenverein"). Ich war da - notwendigerweise - als Jugendlicher auch mit dabei.
    Mit 16 oder so hatte ich aber keine Lust mehr (der Verein war mir zu altmodisch).


    Viel später bin ich dann auf den "DAV Summit Club" gestoßen (ein "kommerzieller" Ableger des DAV): http://www.dav-summit-club.de/startseite.html


    Der hatte damals (heute offensichtlich nicht mehr) als Motto "Der Weg ist das Ziel". Ich finde das ist eine schöne Devise, besonders für jemand, der einen Gipfel ("Summit") vor Augen hat !


    Habe dann dort einen Gletscherkurs mitgemacht und bin dann wieder "auf die Berge gekommen", obwohl ich nie mehr (oder nur ganz selten) über Gletscher gegangen bin. Ich fand die Blumen, Schmetterlinge, Murmeltiere, Gemsen und Steinböcke auf und an den Wegen viel schöner als Eis und Schnee ! Heute liebe ich die Berge sehr (und habe die Kenntnisse des Gletscherkurses als Sicherheit im Hinterkopf) !


    Vielleicht erreicht man den Gipfel ja eher (... und kommt auch heil wieder runter !), wenn man den Weg gut kennt und zwei oder dreimal angesetzt hat, als wenn man auf der "Direttissima" nach oben rennt ?


    Gruß

    Rudi
    ----
    "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
    (Berthold Brecht)

  • Ich denke das durch das Goto viel mehr Menschen gefallen an diesem hobby finden als zu Zeiten in den es diese technik noch nicht gab.


    viele kauften sich ein Teleskop und waren dann enttäuscht das sie das Objekt der Begierde nie zu Gesicht bekamen, was dann zur Folge hatte
    das das Teleskop ein einsames Dasein in einer Ecke fristete bis es dann schließlich veräusert wurde.


    Mit Goto lernt der Interessierte den Himmel letzendlich vielleicht sogar schneller kennen als ohne. Vor allem wird er mehr freude am Hobby haben da er auch ein Objekt betrachten kann ohne fundiertes Himmelswissen.

  • Hallo


    bis man sich am Himmel gut genug auskennt ist man ein alter Hase.
    Als Anfänger ist man beim Aufsuchen oft auf verlorenem Posten.
    Man braucht schon viel Begeisterung und einen langen Atem um da durch zu kommen.
    Daher finde ich das Goto ein Segen ist.


    Aber man muss es nicht benutzen und auch nicht haben.
    Das soll jeder so machen wie er mag.


    Gruß
    Mark

    Teleskoppark :) :
    Revue? ______60/910mm Refraktor
    Firstscope ___76/300mm Newton
    Heritage ____130/650mm Newton
    Eigenbau____76/700mm Newton 2" OAZ, In Arbeit
    Bresser _____114/900mm Newton

  • Hallo ihr zwei,


    ich fürchte fast, daß man für das "Objekt der Begierde" IMMER "einen langen Atem" braucht !


    Liebe Grüße

    Rudi
    ----
    "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
    (Berthold Brecht)

  • Hallo Uwe,


    genau richtig!



    Dazu noch einige Bemerkungen:


    Es ist doch schon so, dass sich Leute die mit Teilkreisen und Goto, kaum noch in den Foren mit ihren damit erzielten schönen und oft seltenen Beobachtungen zu Wort melden, damit sie nicht von allen Seiten mit den bekannten Tiraden gegen Dieses unnütze Beiwerk zugemüllt werden!
    In denen ohne Rücksicht auf Jung oder Alt oder Erfahrung, die eingestellten Beiträge dann, mit vom Thema abschweiften Diskussionen und endlosen Belehrungen zerstört werden, so das der Threadstarter sich oft kommentarlos zurückzieht!


    Ich war in den letzten Jahre in 3 verschieden Astrostammtischen und mehren Foren Unterwegs, dort wurde mir das öfters so berichtet und als Grund angegeben, warum Sie sich in den Foren nicht mehr mit Beiträgen beteiligen und nur noch lesen! Einer sagte ich habe
    Aus den Foren wurde ich per PM oder E-mail mehrfach darauf hingewiesen!


    Oder sich als Benutzer von Digitalen Teilkreisen und Goto nicht mehr outen! Einer sagte, Er habe kein Lust mehr sich dauernd entschuldigen zu müssen, diese Technik zu nutzen und um nicht zum hundertsten Male, anhören zu müssen, wie Überflüssig das doch für einen versierten Astronomen sei! Oder erklären zu müssen, das Er das kopfveränken hinter dem Sucher leid ist, weil dieser mal wieder in ungünstiger Position ist!




    Gruß Günter

    http://www.g2-astronomie.de


    GSO 12" Dobson, C8-Orange, C8-Schmidtkamera, Comet-Catcher, LW125/1300, MTO100/1000 MAK, Skywatcher ED 80 PRO, Skywatcher 8" Dobson, Skywatcher Maksutov SKM 127 / 1500

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von G2_Astro () aus folgendem Grund: Textrest gekennzeichnet

  • Hallo Günter,


    ich bin zunächst erschrocken, was Deine Schilderungen hervortragen. Aber so gehts auch Astrophotographen aus Sicht der visuellen Beobachter.
    Nicht nur wenn man beide Welten beurteilen kann, läßt man derart degenerierte Kritiker mit einem müden Lächeln da stehen.
    Alles kleine dumme Jungs, die sich unterm Teppich noch profilieren müssen. Das hat nichts mehr mit Paradigmenwandel zu tun, dass geht
    schon in Richtung Persönlichkeitsstörung.


    Und davon möchte ich nüchterne, sachliche unstreitbare Anmerkungen zum Thema Konventionell vs. Elektronik
    erstmal ausklammern. Jeder hat das Recht, seine Sichtweise sachlich zu vertreten. Warum für Sie/Ihn diese Methode die Geeignetste ist.


    Viele Grüße,
    Gerrit

  • Hallo,


    vielleicht kommt die Verwirrung ja nur von Begriffen und Definitionen und daraus herrührenden unterschiedlichen "Verständnissen" von Personen ? Vielleicht sollte man mal versuchen, es von der Seite der Definition dessen anzugehen, was eine "Standardperson", die (irgend-)ein Hobby hat, so macht, wenn sie sich mit dem Hobby beschäftigt ?


    Was macht ein "Standard"- Fotograf ?
    Was macht ein "Standard"-Techniker / ATMler ?
    Was macht ein "Standard"-Hobby-Astronom / "Sternfreund" / "Sterngucker" ?



    Ich versuche das mal ganz nüchtern und un-emotional darzustellen, ausschließlich um eine sachliche Diskussion anzustoßen.


    Fotograf:


    Je nach Intensität der Hobby-Ausübung kann ein Fotograf stundenlang vor einer Blume sitzen und warten bis das Sonnenlicht in einem bestimmten und Winkel und mit entsprechendem Schattenwurf oder nicht auf die Blume fâllt und dann abdrücken. Er kann auch auf die hôchsten Berge klettern um seltene Tiere auzuspüren, und wiederum - bei Eiseskälte - stundelang und bis in die Nacht warten, bis ein Tier aus seinem Versteck herauskommt.


    Da nähert er sich irgendwie einem "Jäger" an. Nee ?


    Der Fotograf kann auch einfach nur Schnappschüsse machen.


    Oder er kann in obigen Blumen- und Tierbeispielen, eine komplexe elektronisch-technische Konstruktion aufstellen, Kabel verlegen oder nicht, die dann bei gewissen Lichtverhältnissen der Kamera ein Signal übermittelt, jetzt zu fotografieren. Oder er kann einen Bewegungsmelder aufstellen, der dann die Kamera auslöst. In der Zwischenzeit kann er sich Stunden von Frieren ersparen und andere Dinge erledigen ! Man kann jetzt sagen, das ist ein intelligenter Mensch, der sich der Technik bedient. Man kann auch sagen, er ist eher ein "Elektroniker-/Techniker" als ein Fotograf, der sich lediglich auch der Technik des Fotoapparates bedient.


    Bei der Astrofotografie ist es da nicht ähnlich ? Man sitzt stundenlang neben einem verbesserten Teleobjektiv (Fernrohr + Kamera) oder macht etwas anderes, ohne das "Objekt der Begierde" überhaupt zu sehen. Dann setzt man sich an den Komputer und bearbeitet jetzt das Bild nochmals stundenlang. Betreibt man da nicht - jedenfalls auch - das Hobby "Komputertechnologie einsetzen" ?


    Techniker:


    Wenn man eine parallaktische Montierung mit der 2 oder 3 Sternmethode einrichtet, um dann mit Goto oder elektrischen Teilkreisen zu beobachten oder zu fotografieren, und vor dem Fotografieren dann verschiedene Einstellungen vorneimmt, die - jedenfalls bei Anfängern - sehr viel Zeit in Anspruch nimmt (Fokus richtig einstellen, dafür zu sorgen, daß keine Verkippung entsteht), was tut man da denn ganz genau. Ist das Astronomie ?


    Wenn man sein Teleskop selber baut, inklusive Spiegelschleifen, beschäftigt man sich dann (wenn man gerade in diesem Teilbereich tätig ist) eigntlich wirklich mit Astronomie ?


    Hobby-Astronom:

    Was macht ein Hobby-Astronom ? Es liegt mir volkommen fern, irgendjemanden ausschließen zu wollen. ich will nur das gesamte Spektrum aufzeigen ! Alle die oben genannten sind (jedenfalls, wenn sie als Fotografen auch den Apparat gegen den Sternhimmel richten) auch Hobby-Astronomen.


    Aber manche betreiben halt innerhalb des Oberbegriffs Hobby-Astronomie, wenn man mal "gewichtet", wohl eher / mehr (oder prioritär) andere Dinge als Astronomie im Sinne von "Sterne gucken".


    ***


    Ich denke mal, das ist der tiefere Grund, der zu den Diskussionen führt, und nicht eigentlich die Frage, ob jemand Teilkreise benutzt oder nicht.


    Jetzt habe ich aber die Frage, warum sich die Diskussion immer gerade am "Goto" aufhängt, noch nicht beantwortet. Ich habe auch meine Idee dazu, aber ich wollte erst einmal meine generelle Hypothese vorstellen.


    Gruß

    Rudi
    ----
    "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
    (Berthold Brecht)

  • Hallo liebe Philosophen!


    Die Menschen nehmen sich halt meist viel zu wichtig.
    ;-)


    Soll doch jeder das machen was er mag.
    Und so ausgestallten das er Freude dran hat.


    Was solls :-)


    Übrigens sind die Photographen meiner unbedeutenden Meinung nach noch viel schlimmer als die Astronomen.


    Neben der ganzen zermürbenden Technik und Markendiskussion kommt da noch der künstlerische Aspekt dazu
     :/


    Trotzdem ein tolles Hobby!


    Grüßle
    Mark

    Teleskoppark :) :
    Revue? ______60/910mm Refraktor
    Firstscope ___76/300mm Newton
    Heritage ____130/650mm Newton
    Eigenbau____76/700mm Newton 2" OAZ, In Arbeit
    Bresser _____114/900mm Newton

  • Hallo,


    mein Name ist Wolfgang und ich bin neu in diesem Forum.


    Zu diesem Thema will ich folgendes sagen: Ich benutze seit nunmehr 3 Jahren einen Takahashi TSA 120 ausschließlich visuell zur Beobachtung aus der Umgebung von Graz (lichtverschmutzt und wettermäßig eher bescheiden). Im ersten Jahr hatte ich dieses tolle Teleskop auf einer HEQ5 .Danach, etwas enttäuscht von dieser Montierung, rüstete ich auf die AYO digi mark II mit Argo Navis um. Und ich kann dazu nur sagen, kein Vergleich. Das Beobachten macht um vieles mehr Freude, einfach weil ich mehr beobachten kann, anstatt einen Großteil, der zur Verfügung stehenden Zeit mit Suchen zu verbringen. Natürlich sind, vor allem im Bereich Deep Sky die Möglichkeiten des Refraktors begrenzt. Deshalb habe ich mir bei Herrn Martini einen 14" Dobson (inkl. eines von ihm geschliffenen Spiegels) bestellt. Auch dieser soll mit Argo Navis betrieben werden. Ich bin schon sehr gespannt und erwarte mir auch sehr viel davon.


    Übrigens, glaube ich nicht, dass ich mich am Himmel, seit ich das Argo Navis benutze schlechter auskenne. Eher das Gegenteil ist der Fall. So komme ich z.B. nun auch dazu Objekte im Sternbild Draco zu beobachten, welche ich ansonsten aufgrund der schlechten Erkennbarkeit des Sternbildes von meinem Beobachtungsort aus eher gemieten habe.


    CS
    Wolfgang