Loch ins Dach ... Sternwarte lite

  • Hallo zusammen,
    habe schon so einiges gelesen darüber, ich denke drüber nach da vielleicht etwas zu bauen ... hat jemand von euch schon oben in einem
    EFH mit normalem Dach ein "Loch" mit Fenster , oder Schiebe-Platte gemacht, möglichst simpel ...
    Noch ist unser 50 Jahre altes Dach nicht isoliert, irgendwann muss ich also eh was tun,
    dann kann man den Spitzboden ja auch vernünftig nutzen :) und das gleich mit einplanen.


    Oder hat es garkeine Vorteile oder gar Nachteile von dort zu schauen ?
    Ich denke bei einer solchen "Mini-Änderung" muss man auch nichts offiziell genehmigen lassen oder so, oder ?

  • Hallo Higgy,


    es gab sogar einmal eine Firma, die eine Art Velux-Fenster für Astronomen anbot. Das waren sehr große Scheiben, die man seitlich aufschieben konnte. Aber ich glaube, die werden zwischenzeitlich nicht mehr hergestellt. Aber man kann ja mal googeln.
    Generell ist das möglich und dürfte auch nicht all zu viel kosten. Das Dachfenster müsste nur groß genug sein. Einfacher ggf, es nach oben (soweit Platz) abzuschieben. Eine Genehmigung benötigt man dazu nicht.


    Wichtig aber: Der Raum müsste sehr gut isoliert sein, daß keine Wärme des Hauses darunter eindringt, ansonsten hätte man Verwirbelungen. Die wirst Du aber so und so haben, da Du ja über die Dachziegeln blickst, und die heizen sich gerade im Sommer sehr stark auf. Abhilfe könnte sein, sie weiß zu lackieren (?).
    Auch dem Fußboden mußt Du Dich verstärkt widmen. Eine entkoppelte Säule wird in einem bereits bestehenden Haus ja kaum gehen. Hast Du dort oben noch genug Höhe, dann würde ich ggf. einen entkoppelten Zwischenboden einbauen, falls möglich. Um das Stativ oder besser der Säule herum würde ich Stahlplatten verlegen, die möglichst schwer sind.


    So nebenbei: Baader bietet ja auch Kuppeln an, die auf Dächer gesetzt werden können. All zu schlecht kann das also nicht sein. Womit ich nicht meine, Du sollst Dir eine Kuppel kaufen.... es geht mir nur um die Tatsache, daß es geht und funktioniert.

  • Danke für die Infos Winfried... Da das Dach eh neu gedeckt werden muss irgendwann.....ich glaube aber nicht dass ich das bei meiner Regierung durchbekomme mit dem weissen Dach :).
    Das Entkoppeln wird schwer, Zwischenboden geht auch nicht, da nur ca 1,7m Höhe in der Mitte.
    Ne Kuppel aufm Dach find ich auch nicht toll, und ist mir auch zu kostspielig ... mal schauen ...

  • Zitat

    Das Entkoppeln wird schwer, [...]


    Frag mal http://www.willbrandt.de/willbrandt/de/index.php
    Die haben geschäumte Isolationsplatten in - wenn ich mich recht erinnere - 12 Härtegraden. Damit haben die schon alles mögliche entkoppelt - von Omas Gläserschrank neben stark befahrener Straße bis zum kompletten Tonstudio neben einer Eisenbahnlinie. Natürlich haben die Experten, die Deinen Fall durchrechnen können, um die beste Härte und Verteilung zu ermitteln.

  • Hallo Higgy,


    eigentlich hauptsächlich natürlich alles, was in der Nähe des Teleskops ist und wo man "draufrumtrampelt". Dabei hast Du es in Deinem Fall mit einer Säule einfacher. Zudem nimmt sie weniger Platz in Anspruch. Es könnte schon nutzen, den Holzboden im Bereich der Säule zu öffnen und die Säule auf einen Balken zu stellen, der dort liegt (wenns denn ein Holzboden ist wie bei uns). Bei einer Betondecke würde die gute Dämmung unter der Säule wohl auch schon ausreichen. Du beobachtest ja nicht gemeinsam mit Elefanten...

  • Stimmt :)
    Ja ist Holz, ganz simpel, vielleicht befestige ich es dann zwischen 2 Balken, bzw stelle es dort ab, und mache 2 cm Luft drüber + eine "Holzbrücke"
    über die Balken weiter aussen, und dann halt n Boden reinziehen, 1,5m Höhe in der Mitte müssen auch reichen zum sitzen :) ich schaue dann halt mit Helm :)

  • Den Helm hat Du ja als Flieger schon auf....


    G5 wirst Du beim Schwenken des Teleskops ja nicht erreichen, Soooo schnell ist GOTO ja auch wieder nicht...


    Naja, war nur ein Tip, habe ich mir vor dem Hausbau auch überlegt, aber da mussten wir knausern, da war jede Mark zuviel. Heute würde ich das auch anders machen, aber es gilt immernoch der (wahre) Spruch:
    - baue zuerst für eine Feind
    - dann für einen Freund
    - dann für Dich!


    Nur so wird es etwas. Aber wer denkt vorher an so etwas?
    Nachher ist man immer schlauer, gerade wenn ich mir meine Sternwarte anschaue. Mein Gott hätte man das besser machen können - im Nachhinein...

  • Hallo Higgy,
    ich wohne an einer Kreistraße. Das Haus ist ca. 30m von der Straße entfernt. Gelegentlich kommen große LKW´s vorbei. Dann merke ich die Erschütterungen des Bodens bei der Beobachtung. Wenn du das komplett vermeiden will, muss du die Montierung vom Gebäude entkoppeln. Damit habe ich mich damals auch beschäftigt. Das ist aber sehr kompliziert und mein Berater konnte mir nicht genau sagen welche zusätzlichen Nachteile ich mir einfange. Dann habe ich es gelassen.
    Der doppelte Boden ist in jeden Fall wichtig und einfach zu realieren.

  • Alles klar, ich denke wir sind hier am Stadtrand, da muss ich nicht drüber nachdenken ... Nachts fährt hier im Schnitt zwischen 23:00 und 5:00 ca. ein PKW vorbei :)
    Etwas Sorgen macht mir nur die Str. Beleuchtung, die ist sehr lange an.... sicher so bis 1-2 Uhr. Und die ist 20 m entfernt vom Dach auf gleicher Höhe.
    Muss ich dann irgendwie abschatten ( oder n gutes Luftgewehr haben) :) :)

  • Hallo,


    Frage das Bürgermeisteramt, die Straßenmeisterei.
    Mir wurde es (vor 20 Jahren hier im Ort, noch in Miete) erlaubt, die Laterne mit einem Tuch abzudecken, das ich anschließend nazürlich wieder abzog. Robert Gendler, einer der besten Astrofotografen der USA macht es seit Jahren so!


    Ansich dürfte die Gemeinde nichts dagegen haben, wenn sowiso kein oder nur kaum Verkehr ist.

  • Na denn,


    da habt ihr ja einiges auszutauschen!
    Ist komisch, ich habe einen Bekannten, den Vater einer ehemaligen Azubi bei uns, der gleich 3 Hobbies mit mir teilt: Amateurfunk mit großer KW-Lizens, Modellbau und Film. Wenn der mal bei uns ist, dann wird es meist spät, besser gesagt, früh!

  • :) :) Tja, sind halt tolle Hobbys.
    Hat alles irgendwie halt mit Technik zu tun.
    Hätt ich mehr Zeit hätt ich mehr Hobbys , hihi, es gibt so viele spannende Themen die mich interessieren würden, aber dann macht man irgendwie alles nur halb.
    Daher muss man sich auf weniges beschränken, man hat ja nur ein Leben ( denkt man wenigstens).

  • So ist es.


    Durch die Astronomie und den Bau der eigenen Sternwarte musste ich mich entscheiden.
    Der Amateurfunk biegt brach, habe nur noch meine alte Kisten, die müssen reichen. Das Neue wurde mir zu teuer, die Astronomie war mir lieber. Ähnlich erging es dem Modellbau, der verschlingt zu viel Zeit. Mehrere große Scalemodelle lagern noch in unserer Halle, den Großsegler, ein M-Boot, kann ich im Haus nicht einmal aufbauen, der ist mit Schwert 3,5 Meter hoch. Zwei Fischkutter stehen noch fahrbereit als Deko im Flur, jeder gute 80kg schwer.
    So spielt das Leben...

  • Hallo Higgy


    Bei deiner Straßenlampe kann man sicher was machen. Schau doch mal, ob man den Teil der Lampe, der zu dir zeigt, durch Festmontage einer Platte am Laternenpfahl abblenden kann, das habe ich schonmal gesehen. Dort hat sich der Anwohner vor nächtlichem Licht im Schlafzimmer geschützt.


    Frag auch mal bei deiner Gemeinde nach, ob die Lampe nicht um 00:30 abgeschaltet werden kann. Manchmal wurde das auch bei uns relativ unüberlegt festgelegt, welche Lampe durchbrennt und welche um halb eins abschaltet. Man kann das oftmals dann auch ändern lassen, wenn nicht gerade eine Straßenkreuzung beleuchtet wird.
    Bei meiner Dachsternwarte steht direkt in etwa 20m Entfernung im Süden eine Lampe, die ich mit einer eigens selbst hergestellten Innenblende versehen konnte.
    Das seitlich abgestrahlte Licht wird nach unten gebündelt, es wird einfach etwas der Abstrahlwinkel verändert, weiter nichts. Meine Nachbarn sind übrigens heil froh darüber. Ich bin damals einfach beherzt mit der Leiter an die Lampe heran, habe das Schutzglas demontiert, die Innenmaße abgenommen, alles wieder montiert und anschließend den Inneneinsatz gebaut. Bei nächster Gelegenheit stand ich dann mal wieder auf der Leiter und hab das Ding mit meiner Blende ergänzt...
    Ich habe übrigens auch ein Loch im Dach, bei mir ist alles vollisoliert und der Boden ist aus Beton darauf ist ein 15 cm dicker Isolierestrich aufgebracht worden.
    Meine Säule ist nicht entkoppelt, bei Fotografie wird die erste Aufnahme geopfert und der Raum einfach verlassen und inzwischen halt ein Tatort angeschaut.
    Auf der gegenüberliegenden Seite ist noch ein Fenster, dort stelle ich einen Lüfter hin und drücke die Luft dort heraus, so habe ich vorne an der Säule einen leichten Flow auf mich zu und die luft wirbelt nicht herum. Ich habe übrigens in meiner Dachsternwarte in 7 Meter Höhe ein besseres Seeing, als in meiner Gartensternwarte am Boden, hat mich immer gewundert, bis ich mal gelesen habe, daß eben diese wenigen Meter manchmal großen Einfluss haben können.
    Hier mal mein Loch im Dach:



    http://startravel.jimdo.com/dachsternwarte/



    Gruß Daniel