Hilfe für gebrauchtes Maksutov Spiegelobjektiv

  • Hallo zusammen,
    (ich hoffe ich poste im richtigen Unterforum)


    Kurz zum Hintergrund:
    seit etlichen Jahren (32, um genau zu sein) ist dies mein erstes Fernrohr, gedacht für kurze Beobachtungen vom Balkon, daher nichts großes oder besonderes.
    Ich habe das Teil auf Ebay ersteigert, ein Okular + Zenitprisma war auch dabei.


    Jetzt habe ich folgende Probleme:
    - Ist das Objektiv dejustiert?
    - wie kann ich es ggf. justieren
    - und fehlen evtl. schon schrauben?


    ... Anfangs kannte ich noch nicht einmal den Hersteller - nach Recherche im Netz scheint es sich um ein Soligor zu handeln. Leider gibt es die Firma nicht mehr und Handbücher / Technische Datenblätter habe ich nicht finden können. Hier ein Link:
    http://www.photoinfos.com/Foto…oligor-500mm-Maksutov.htm


    Kennt jemand zufällig das Objektiv?


    Wie auf dem Foto auf der Webseite, scheinen auch bei meinem Objektiv 2 Schrauben zu fehlen. Insgesamt handelt es sich um drei Große und drei kleine Schrauben. Die großen Schrauben sind vollständig, aber nur eine von den kleineren Schrauben ist da ...


    Handelt es sich hierbei überhaupt um Justageschrauben oder sind das Verbindungsschrauben?
    Leider konnte mir der Vorbesitzer auch nichts dazu sagen.


    Ich habe noch drei Fotos von meinem Objektiv anghängt. Das Objektiv sitzt nur auf einem Fotostativ, auf den Fangspiegel habe ich mit meiner Kamera von einem zweiten stativ aus durchfotografiert, eine optische Bank habe ich nicht - zeigt das Bild trotzdem eine Dejustage?


    Die anderen beiden Bilder zeigen nochmal die Schrauben - die kleine Schraube schaut auch recht speziell aus, wird man wohl nicht so einfach kaufen können.


    Über eure Hilfe würde ich mich sehr freuen.


    Grüße Marcus

  • Hallo Markus,


    da Du nicht weist, ob diese Schrauben zur Justage dienen, solltest Du zur Sicherheit wie ich es beschreibe vorgehen!


    Wenn da in die Schraubenköpfe metrische Inbusschlüssel passen, handelt es sich auch um metrische Schrauben!
    Damit kann man dann auch die Schraubendurchmesser, durch Vergleich ermitteln ohne eine weitere Schraube zu lösen!
    Inbusschrauben
    https://www.google.com/search?q=Inbusschlüssel&client=safari&sa=X&rls=en&biw=1280&bih=703&tbm=isch&tbo=u&source=univ&ei=NdPoU9XlKI2u7AbbjIHgDQ&ved=0CCkQsAQ
    oder Torx
    https://www.google.com/search?q=Torx+schlüssel&client=safari&rls=en&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=vdToU8yNKOTD7AbujIGADg&ved=0CDgQsAQ


    Sind die Durchmesser gefunden, dann mit eigenen Schrauben Kopfform zum Test egal ca, 16 -25 mm, leicht mit Fingespitzengefühl austesten ob man die Gewinde im Inneren zu fassen bekommt und 3-4 Umdrehungen eindrehen.
    Danach danach ausmessen wie lang Schrauben sein müssten um bis zum Schraubenkopf!


    So nun passenden Schrauben provisorisch bis zu Schraubenkopf eindrehen und minimalst festdrehen.
    Jetzt kann Du eine der original Schrauben herausdrehen und die genau ausmessen, dabei kannst Du feststellen, ob sich beim Lösen die Korrektur von hinten ändert.



    Gruß Günter



    http://www.g2-astronomie.de


    GSO 12" Dobson teilbarer Alu-Tubus, C8-Orange, C8-Schmidtkamera, Comet-Catcher, MTO100/1000 MAK, Skywatcher ED 80 PRO, Skywatcher 8" Dobson, Skywatcher Maksutov SKM 127 / 1500

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  • Hallo Günter,


    vielen Dank für den notwendigen (Denk-) Anstoss. Nach probieren sieht es nun so aus:
    - Die drei großen Schrauben haben Innensechskant x3,0
    - Die kleine Schraube Innensechskant x2,0


    Das beste aber ist: Offenbar fehlt doch keine Schraube :-)


    Erst sah es so aus, als wenn zwei kleine Schrauben fehlten und am Ende des Loches ein kleineres, weiteres Loch zu sehen ist - das habe ich vorhin Fotografiert um es hier zu zeigen.
    Es sieht aber so aus das es sich bei dem "Loch im Loch" um ein Innensechskant x2,0 handelt - es fehlt also anscheinend keine Schraube sondern die eine (siehe Bild3 erster Beitrag) ist sehr weit rausgedreht, die anderen beiden sind anscheinend nur sehr tief eingedreht ...



    Also wenn dem so ist - wie jetzt am besten weiter?


    Ich habe zwei Links gefunden:
    http://rohr.aiax.de/stefan-Mak.html
    und
    http://www.teleskop-service.de/Astro/Mak/skmakjustage.htm


    Nur weiss ich jetzt nicht, ob das für mich mehr oder weniger 1:1 übertragbar ist - brauche ich die großen Schrauben garnicht?


    Offenbar müsste ich dafür den Polarstern nutzen oder einen künstlichen Stern - kennt jemand die beste Selbstbauvariante die (faulerweise) und für diesen Zweck auch im Wohnzimmer funktioniert?


    Grüße Marcus

  • Hallo Markus,



    da das dieser Mak ein nicht justiebares Gewinde für den Okulazauszug hat sollte man erst ohne diesen alles zentrisch justieren.
    Zuerst sollte man ausprobieren welche die Justierschrauben sind!
    Dann wie in den Anleitungen beschrieben alles Mittig und zentrisch einstellen.


    Es müssen folgende Bedingungen stimmen:
    > -Okularauszug(OAZ) muß exakt auf die Fangspiegelmitte justiert sein
    - Hauptspiegel(HS) muß auf Fangspiegelmitte justiert sein
    - Fangspiegel(FS) muß auf Mitte Okularauszug justiert sein.
    <



    Danach den OAZ anschrauben und prüfen wie zentrisch der sitzt, ist das ok dann weiter, wenn der falsch sitzt, prüfen ob da oder an der Stechhülse davor eine Justiermöglichkeit dran ist.


    Wenn es wirklich nicht zentrisch sein sollte, dann muss man sich einen zentreibaren Schwischenring besorgen
    http://www.teleskop-express.de…Bildfeld---Astrofoto.html
    Bei 69 mm Durchmesser könnte es bei Dem, erforderlich sein Diesen für den Fokusierknopf, an einer Stelle auszuarbeiten!


    Passt dann endlich alles zentrisch zusammen, wird die Feinjustierung wie in den Anleitungen auch unter Schritt 1-3 beschrieben am Stern durchgeführt.
    Dann feinfühlig unter weiterer Kontrolle am Stern alles kontern.



    Gruß Günter

    http://www.g2-astronomie.de


    GSO 12" Dobson teilbarer Alu-Tubus, C8-Orange, C8-Schmidtkamera, Comet-Catcher, MTO100/1000 MAK, Skywatcher ED 80 PRO, Skywatcher 8" Dobson, Skywatcher Maksutov SKM 127 / 1500

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  • Hallo Günter,


    vielen dank für den Link (ein klasse Helferchen, das Teil) - eben mal schnell mit der Schieblehre geschaut- allerdings müssste da einiges an Material wegen des Fokussierknopfes abgetragen werden, und natürlich so, das weder die mechanische Stabilität beeinträchtigt noch das Teil an sich dadurch verbogen wird.


    Angesichts meines derzeitigen Werkzeug-Bestandes wahrscheinlich kaum realisierbar, muss ich mir nochmal ganz konkret und in Ruhe angucken.


    Ausserdem sehe ich schon Probleme bei der HS-Justage: Das Rotations-Verfahren müsste ebenfalls erst aufwendig gebaut werden.


    Das Planspiegel-Verfahren scheitert am Planspiegel-Preis :-)
    ... Vielleicht doch machbar mit einem flüssigen Spiegel aus Gallium oder ähnlichen Metall, da geht bestimmt was.
    Das Chessire-Okular liesse sich auch noch bezahlen und später immer wieder mal nutzen, ich fange ja grade erst wieder an ...


    ... Es ist nicht so, das ich zwei linke Hände habe, ich bin nur seit ein paar Jahren aus der technischen/bastlerischen Praxis raus und habe im Gegensatz zu früher leider keinen Zugang zu einer Werkstatt/Hobbykeller :-(


    Habe ich irgendwo einen Denkfehler, hast Du noch eine Idee?


    Grüße Marcus

  • Hallo Marcus,


    justiere doch erstmal alles mit den Augen durch reinschauen durch den Okularstutzen symmetrisch, nach Schritt 1-3! http://www.teleskop-service.de/Astro/Mak/skmakjustage.htm (das kann zum Teil noch im hellen geschehen, und dann erst am Stern.
     
    Nur wenn Du damit nicht hinkommst braucht Du, ( wenn Du weist, welche Schrauben was bewirken und die Korrektur Richtung, wie dort beschreiben ausprobiert wurde) , die aufwendigeren Methoden!


    Gruß Günter