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Visuell beobachten und Farben sehen

  • Hallo,


    in einem anderem Thread,
    http://forum.astronomie.de/php…ads.php/topics/1128161/10 hatte Kurzzeitig eine Diskussion
    zum Farbsehen am Teleskop eingeschlichen, die ich jetzt auch hier wie dort versprochen, extra aufgreife.


    Leider konnte ich die M42 Farb - Zeichnung von 2005 als beleg meiner ersten Farb - Beobachtung noch nicht wieder finden
    oder von der alten Festplatte runterladen.


    Aber eine Zeichnung aus 2012, die ich mit einer etwas anderen Technik erstellt habe, kann ich hier schon zeigen!


    Zuerst aber der Beobachtungsbericht von 2005:


    Meine ersten intensiven Beobachtung, mit dem damals neuen 12" F5 Dobson mit teilbarem Alu - Tubus, von M42.


    Ich dachte seinerzeit, dass ich es nicht veröffentlich sollte, da es sicher angezweifelt würde!


    Innerhalb 2 Wochen hatte ich 3 sehrgute Beobachtungsbedingungen!
    So auch Anfang Februar 2005, wo ich auch mit einem SkyGlowfilter den Himmelsschleier ausblendete und so zarte Fabnuancen
    in M42 wahrnahm und zeichnete.
    Am ersten Abend die sichtbaren Wolkenteile, danach den Farbeindruck!


    Schnell merkte ich das, dass so keine sinnvolle Prozedur ist, zu Zeitaufwendig da es ja nur um den Farbeindruck geht!
    Also machte ich ich mir für den nächsten Abend eine Zeichenschablone ähnlich wie für Sonne und Planeten.


    Ich suchte mir ein M42 Foto und wandelte es in Graustufen um!



    Hier fand ich noch eines der alten Versuchsfotos dazu, um es etwa an den Okularauchsnitt anzupassen.


    Hier das Schablonenfoto von 2012



    Hier eine alte und neue Schablone übereinander gelegt.
     

    So kann man sich an die Gesichtsfeldgröße für die benötigte Schablone rantasten!


    Hier die Zeichnung von 2012



    Die Farbintensität wurde zur Darstellung auf dem Monitor nach dem Scanen um 30% angehoben, um deutlich zu machen
    wo ich die Farben wahrgenommen habe!


    In die Schablone wurde mit Pastell - Buntstiften die Farbe aufgetragen und jeweils in Strukturrichtung verwischt!


    Es ist natürlich klar, dass nicht alle die feinen Struktur - Details auch im Okular sichtbar sind so wie sie die neue Schablone zeigt!
    Hier war es ja nur das Ziel die Farben zu platzieren!


    Ich weis noch das ohne Filter alles nur weißgrau aussah, der Filter hatte aber nur gute Wirkung bis ca. 93 Fach Vergrößerung.
    Ich kann also somit die zarten Farbeindrücke anderer Beobachter bestätigen!


    Die aber wie mir scheint, sehr stark von den Augen, Okularen und der weißlichen Filterwirkung der Atmosphäre abhängig sind.
    In größeren Höhen sehr dunklem Himmel oder bei trockener Luft, muss man prüfen ob es auch ohne Filter geht!
     
    Die Erkennbarkeit verschiebt sich so schien mir, aber mit zunehmender Öffnung auch nach den höheren Vergrößerungen.


    Wo bei den geringen Vergrößerungen, durch die größere Helligkeit schon die Farbkontraste in einander verlaufen!
    Alles bleibt Weißlich / Grau!
    Laut meiner Aufzeinungen von 2005 waren bei mir am 12" die Vergrößerungen von 57 - 115 Fach machbar!
    Wobei es ab 93 Fach nur noch blickweise möglich war Farbe zu erkennen und das Auge dabei merklich ermüdete!
    Mir viel noch auf, selbst das geringste Streulicht von Nachbarfenster aus 80m, das den Fangspigelrand traf
    ließ alle Farbe im Okular verschwinden.
    Der wurde daraufhin Hinten und Seitwärts geschwärzt!
     
    Ein entspanntes Sehen mit beruhigtem Auge ist aber unbedingt nötigt!
    Bei mir dauert das ca. 20 Minuten mit ungestörtem Einblick ins Okular bis das Auge vollkommen ruhig ist!
    Also nichts für flüchtige Blicke, da sind erheblich größere Öffnungen erforderlich!
     
    Es fiel mir auch auf, dass wenn größere Bereiche, durch Okulare ab 70° - 84° dem Auge geboten werden, dann kann Es besser Farbkontraste erkennen,( Vielleicht weil in der Fläche mehr Unterschiede angeboten werden ) solange dabei das Auge nicht im Okular suchend hin und her fokussiert!


    Gruß Günter

    http://www.g2-astronomie.de


    GSO 12" Dobson, C8-Orange, C8-Schmidtkamera, Comet-Catcher, LW125/1300, MTO100/1000 MAK, Skywatcher ED 80 PRO, Skywatcher 8" Dobson, Skywatcher Maksutov SKM 127 / 1500

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  • Hallo Günter,


    das Thema wäre für mich sehr vielschichtig:
    - objekt-bezogen
    - Öffnungs- und Fernrohr-bezogen
    - bezogen auf das individuelle Auge, die visuelle Erfahrung und das Interesse, "tiefe Löcher zu bohren".


    Den Link auf A.de liest man besser nicht - eine sachliche Erörterung ist dort ein Fremdwort.
    Es könnte auf einen Vergleich hinauslaufen, was a) eine Kamera sieht incl. Filter und b) was unser
    individuelles Auge sieht.


    Mit beiden Augen ist M42 durch den KOWA Highlander, oder den APM 100 ein sehr schöner Anblick.
    Nur nach Farben habe ich bisher nicht gesucht, weil ich das Trapez schon spannend genug fand.


    Zitat

    Ich dachte seinerzeit, dass ich es nicht veröffentlich sollte, da es sicher angezweifelt würde!


    Die Aller-welts-Gelehrten muß man nicht unbedingt fragen: Zweifler gibt es zu allen Zeiten, das
    hilft nicht wirklich.

  • Hallo Wolfgang,


    ja in großen Binos ist das auch eine herrlicher Anblick, da man M42 im großen Umfeld sieht!
    Das Trapez ist immer eine feine Sache, da hier alles prüfbar ist, was Durchsicht, Seeing oder was Teleskop und Auflösung angeht!


    Ich habe schon lagen immer auch mit höheren Vergrößerungen an Hand von M42 Graubildfotos, versucht zu schauen, wie weit ich mit einer benutzten Optik die einzelnen Bögen, Filamente oder Dunkelwolken verfolgen kann!
    Dabei bemerkte ich dann am 12" nach einigen Minuten, das der Grünschimmer in den Bögen kräftiger und nuoncierter wurde, ja auch Gelbbereiche in den Hellgrauen und später auch in zwei Bereichen unterschiedlich starke rötliche Einfärbungen.
    Um diese später mit meinen diversen Schott und Wratten Filtern durch Farbwechsel oder Auslöschung an den beobachteten Stellen zu bestätigen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Dreifarbentheorie 
    http://heureka-stories.de/_documents/Hell RGB Farbraum A.png


    Wo das gelang, waren die Farb - Beobachtungen wohl richtig!



    PS: meinen g2 - Link habe ich neu hier im Profil eingestellt er funktioniert nun wieder!


    Gruß Günter

  • Hallo,


    Nach intensiver Suche in alten Unterlagen fand ich noch ein paar Malversuche
    aus 2005 und 2006!


    Hier der etwas vergilbte erste Versuch von damals:………………………………...Hier eine erste Zeichenschablone:  

    Man sieht, dass man im Dunklen Rot zu kräftig zeichnet, wenn…………....Sie ist in der Fläche zu wenig ausbelichtet, + dort schon zu dunkel zum zeichnen damit auch die Position und Ausdehnung festlegen muss!
    Im Vergleich mit der Zeichnung von 2012 oben, sieht man dass hier alle Möglichkeiten sind, die Farben in Helligkeit und Position richtig platzieren!
    Wenn man die Schablone, noch an sein Teleskop anpasst ( Auflösungsvermögen ), kommt man dem Seheindruck am Okular recht nahe!


    Ab 2012 habe ich selbst kein begrenztes Sichtfeld mehr als Schablone verwendet, sondern habe auch mit höheren Vergrößerungen im Bereich 90 - 115 fach die Nebelbereiche abzufahren und konnte so den Erkennbarkeitsbereich der Farben noch etwas ausdehnen.


    Es ist schon recht schwierig, Zeichenbrett - Beleuchtung fürs Farbzeichen und Dunkeladaption der Augen, fürs beobachten in Einklang zu bringen! Das ist auch wieder ein Einsatzgrund für eine EQ-Plattforn!


    Das hat man sich auch schon früher überlegt, wie man das im Okular gesehen auch gut platziert zu Papier bringen kann!
    So übertrug man das System der Camera Lucida auch ans Mikroskop.


    .…....
    Camera Lucida von Carl Reichert 1888……...Hier eine Schemazeichnung ….……………Hier zum aufklemmen an Okulare....

    und hier in einer anderen Variante.


    Aus: Museum optischer Instrumente > http://www.musoptin.com/index.html


    Das sowas auch auch bei den großen Herrschers zum Einsatz kam sieht man hier!


    Zeichnung von John Herschel > Cape of Good Hope Observatorien 1837
    Das ER sowas nicht auch am Teleskop versucht hat, sollte michschon wundern!



    Zum Landschaften zeichen wurden Sie noch bis weit ins 20. Jahrhundert angeboten!


    Bei mir musste erstmal ein Normales Zeichenklemmbrett herhalten



    von www.gerstaecker.de


    Hier ist wohl für 12" Öffnung die Grenze um es anzugehen, was wiederum eine gute Nachricht für Besitzer von größeren Öffnungen ist.
    Für Sie wäre es ein Feld Ihren Live Genuss / Erlebnisse, trotz der recht schwierigen Umsetzung, doch durch eine schöne sinnvole Möglichkeit zu erhöhen!


    Solche Lanzeitbeobachtungen schulen aber das Auge und damit die Erkennbarkeit von schwachen Einzelheiten dermaßen, dass es sich sehr positiv auch auf andere Beobachtungen auswirkt.



    Gruß Günter

    http://www.g2-astronomie.de


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