Dall-Kirkham mit Korrektor justieren

  • Hallo,


    Wie justiert man korrekt einen Corrected Dall-Kirham? Die Ermittlung des Spiegelabstands und die Position des Korrektors wär hier von größtem Interesse.
    Die Abfolge der Justageschritte wär auch sehr wichtig. Dummerweise ist ziemlich Alles justierbar, Hauptspiegelzelle, OAZ und natürlich der Fangspiegel.
    Der Korrektor ist mit der Hauptspiegelzelle verschraubt, verstellt sich also mit, wenn man den HS verstellt. :( 
    Über die grundsätzliche Justage eines Cassegrain-Systems weis ich ja bescheid, aber hier stellen sich ein paar Fallstricke in den Weg.


    Lg und CS
    Christian

  • Hallo Christian,


    Obwohl Wolfgang schon geantwortet hat, schicke ich Dir mal meine alte (englische und französische) Linksammlung, die ich gestern "upgedatet" habe (soweit ich die Links wiedergefunden habe). Hatte mal ein Celestron, bei dem konnte man aber nur den Fangspiegel verstellen. Vielleicht nützt es ja ein klein bißchen.


    http://www.deepskyinstruments.…ion_Procedure_Ver_1.0.pdf
    http://www.agoptical.com/suppo…20Manual%20V10%202014.pdf
    http://colmic.free.fr/collim/collimat.htm
    http://www.rcopticalsystems.co…s/RCOS_Collimation_V3.wmv


    http://www.iceinspace.com.au/f…ve/index.php/t-35720.html


    In dem letzten letzten Link (iceinspace) findet auch eine Diskussion über einen Spiegelabstand statt (4ter und 5ter Beitrag).


    Keine Ahnung, ob das auf dein Gerät passt, das kann - wie Wolfgang schon andeutet - natürlich ein ganz anderes sein.


    Gruß

  • Für gewöhnlich zentriert man den Hauptspiegel auf die Mitte des Sekundärspiegels, entweder im Abrollverfahren,
    oder aber im Krümmungsmittelpunkt des HS, da sollte aber der Fangspiegel vorher entfernt werden, damit man durch
    die Bohrung der Haltespinne kommt.
    http://r2.astro-foren.com/inde…-laser-beam-laser-pointer


    Wenn dann der HS zur Fangspiegel-Halterung paßt, dann zentriert man das System entweder am Stern, oder noch besser
    vor einem Planspiegel mit doppelter Genauigkeit.


    Das opt. System Dall-Kirkham besteht immer nur aus den zwei Spiegeln und kann logischerweise schräg im Tubus
    eingebaut sein. Also nicht auf den Tubus beziehen.


    Zu einem PlaneWave DAll Kirkham System hatte ich unlängst einen Bericht veröffentlicht: (. . . für die Fotografie mag es gehen . . .)
    http://r2.astro-foren.com/inde…d-dall-kirkham-astrograph

  • Hallo,


    Das Instrument ist ein Orion ODK10, das alte Modell. Wird fotografisch eingesetzt. Das zentrieren von Fang-und Hauptspiegel ist ja auch kein Problem. Die Planspiegelmethode hab ich allerdings noch nicht ausprobiert. Es geht mehr um den Korrektor und den Spiegelabstand.
    verstellt man den Hauptspiegel mit den drei Justierschrauben, verkippt man den Korrektor zur Auflageplatte des OAZ. Das könnte man mit den Justageschrauben des OAZ korrigieren.
    Also müsste ich zuerst die Spiegel zentrieren, danach den OAZ zum Korrektor einstellen?
    Bleibt noch der Spiegelabstand. Verhält es sich hier wie beim RC? Über ein Ronchiokular intrafokal auf Über- oder Unterkorrektur prüfen?
    Das müsste man ohne Korrektor ausführen, weil dieser ja auch Über- oder Unterkorrektur einfügen kann.
    Danach den Korrektor einschrauben und die Abbildung im Feld prüfen, ggf die Korrektorposition ändern, bis die Feldabbildung passt?
    Ein Bild hab ich akuell nicht. Muss ich mal suchen.

  • Hallo Christian,


    in der Regel ist der vermutlich 2-Linsen-Korreketor im Blendrohr des Hauptspiegels ziemlich fest eingebaut, sodaß
    er natürlich ebenfalls verkippt wird, wenn man den Hauptspiegel bewegt. Ein Korrektor-Glied unabhängig ebenfalls
    zentrieren zu wollen, halte ich deshalb nicht für günstig. Würde mich wundern, wenn Orion UK das so gemacht hätte,
    zumal die tatsächlich vom Korrektor benutzte Fläche sehr klein ist im Vergleich zu seinem Durchmesser. Selbst wenn der
    Korrektor opt. Fehler hätte, wird man das im Fokus nicht merken. Ich hatte unlängst einen solchen Fall mit einem Reducer.


    Mit der Justage von Haupt- und Fangspiegel müßte das System vollständig zentriert sein.


    Die Geschichte: Wenn ein Reducer mit einem "dicken" optischen Fehler bei einem Strehl von 0.000 zu nahe am vorderen
    APO steht, dann wird ein relativ großer Durchmesser des Korrektors verwendet, und der opt. Fehler wäre 5xLambda Astigm.
    und 3.3xLambda Koma. Wenn aber derselbe Reducer an der richtigen/optimalen Stelle positioniert ist, dann ist der opt.
    verwendete Durchmesser zu dessen Durchmesser sehr klein, auch weil er sehr nahe am Fokus steht. Nun ist aber der
    vorherige Fehler vollständig verschwunden. So ähnlich wäre die Situation des Orion-Korrektors auch zu denken.


    http://r2.astro-foren.com/inde…ein-apo-und-seine-reducer

  • Servus Wolfgang,


    der Korrektor ist ins Blendenrohr eingeschraubt, hat aber keinen Anschlag, nur eine Kontermutter. Man kann ihn durchs Blendenrohr durchschrauben, also in Relation zum Fangspiegel axial verstellen.
    Daher meine Fragen, wie man den richtigen Spiegelabstend von Haupt-und Fangspiegel bestimmt. Beim RC gehts ja übern Ronchitest.
    Und die richtige Position des Korrektors zum Fangspiegel bzw. zum Fokus. Quasi die vielgehasste "Abstandsermittlung" des Korrektors.

  • Hallo Christian,


    normalerweise geht es nur um die optimale Position dieses Korrektors zum Fokus des Gesamt-Systems.
    Und nur dann ist eine Längsverschiebung sinnvoll. Am einfachsten überprüft man das über die Abbildung
    in den Bildfeld-Ecken: Entweder mit einem 2 mm Okular bei Höchstvergrößerung in den Ecken. Da sollten
    die Sternpunkte so rund sein wie in der Mitte, oder man betrachtet sich seine jeweiligen Aufnahmen.
    Allerdings wird man eine Serie machen müssen, bei der die Korrektor-Fokus-Abstände genau festgehalten
    werden.


    Mit dem Ronchi-Gitter stellt man lediglich auf der opt. Achse die sphärische Aberration fest, die aber für
    die Abbildung im Bildfeld keine Aussage zuläßt. Siehe auch meinen Bericht:
    http://r2.astro-foren.com/inde…optics-triplet-apo-90-600


    Das Ganze muß man von der Sensor-Auflösung her denken: Insofern spielen sowohl Obstruktion sowie Über-/Unterkorrektur wie auch
    Astigmatismus bis PV L/3 eine untergeordnete Rolle. Man will ja eine optimale Auflösung im Bildfeld, also möglichst runde und kleine
    Sternpunkte im Rahmen der Sensor-Auflösung.
    Visuelle Ansprüche kann man an fotografische Systeme NICHT stellen, weil es in erster Linie um das Bildfeld geht
    und nicht um die opt. Achse. !!!!

  • Ahso. Ich dachte, der Spiegelabstand wär eine wichtige Sache. Ich probier jetz mal die Zentrierung des FS übern Planspiegel.
    Den HS über Abrollen hab ich ja schon gemacht. Laserbeam hab ich noch nicht probiert, sieht aber einfacher aus.
    Danke nochmals für die Tips!

  • Hallo,


    nach einer "kleinen" Auszeit gibts nen Zwischenbericht.
    Alle Versuche haben fehlgeschlagen. Punkt. Anscheinend lässt sich dieser Teleskoptyp nicht über die klassischen Methoden justieren. Die Krux ist der Korrektor im Blendenrohr.
    Jede Verstellung des Hauptspiegels verursacht eine Verkippung des Korrektors, was wiederum Koma verursacht. Astigmatismus konnte ich keinen feststellen.
    Ich geh die Sache jetzt anders an. Zuerst wird der Auszug ohne Korrektor auf optische Achse zum Tubus eingestellt. Dabei hilt ein Planspiegel, der auf der Fangspiegelspinne liegt.
    Ausrichten mit Laser und Chesire ist dann sehr einfach. Allerdings nicht mit den Stellschrauben des OAZ, sondern mit der ganzen Rückplatte. Man muss allerdings zuerst den Hauptspiegel parallel zur Tubusrückwand ausrichten. Mit einem Messschieber geht das wunderbar.
    Danach wird der Korrektor eingeschraubt und mit dem Chesire die Kollimation überprüft. Ähnlich wie bei einem Refraktor. Einstellung über die HS- Einstellschrauben. Da fehlt aber nicht mehr viel.
    Einbau des FS und justage über einen künstlichen Stern.


    Der HS wird mit einer Überwurfmutter aufm Blendrohr gehalten. Wie fest oder locker darf diese angezogen werden? Der HS lässt sich aktuell noch drehen und verschieben ( ca. 1/10 mm ). Aber nicht mehr kippen. Schon zu fest oder noch zu locker?

  • Hallo,


    stell doch mal ein Foto von Deinem DK-System ein:



    Ich gehe man davon aus, daß der OAZ hinter dem HS sitzt. Ich würde zunächst mit einem Kollimations-Laser untersuchen, ob der OAZ zu FS fluchtet.
    Danach würde ich den Gesamt-Tubus hinten im OAZ lagern und vorne im Zentrum der FS-Spinne (wie z.B. bei den GSO-RC's) und den Tubus drehen.
    Dabei wird der HS auf Achse gebracht, daß also ein reflektierte Laser stehen bleibt. Erst dann zentriert man den FS über den Himmel oder einen Planspiegel
    in Autokollimation und erst ganz am Schluß setzt man die Korrektur-Optik in den OAZ ein. Dann müßte es eigentlich funktionieren. Wenn noch eine Verkippung
    Bildfeld zu Kamera-Sensor stattfindet, dann gibt es passend dazu eine flache Kipp-Einheit.

  • Oh Je !


    am 27.11.2014 hatte ich hier ein ODK16 400 / 2720 F6.8
    Es litt erbärmlich an Astigmatismus und Spherical mit einem Strehl von 0.027. Vor lauter Begeisterung
    haben wir das Teil wieder zurückgeschickt. Seither iss noch nix passiert. So wie ich aber die Bilder hier
    sehe, kann man den Tubus im OAZ hinten und in Spinnenmitte vorne lagern und damit drehen.


    Vorher würde ich aber z.B. prüfen, ob der HS spannungsfrei gelagert ist, sonst kriegt man Astigmatismus.
    Das ist also eine größere Aktion über mehrere Tage, und wir dachten damals, das soll mal der Hersteller
    machen - das Teil war nämlich neu !


    Ich habe damals aus Pietäts-Gründen keinen Bericht geschrieben, der wäre vernichtend ausgefallen !!!!!!!!!!!

  • Hallo Wolfgang,


    das Ohje oder wie bei uns hier uhmeiuhmei hatte ich bei der justage schon öfter im Mund....
    Asti konnte ich allerdings noch keinen feststellen. Wie locker darf denn der Spiegel in der Fassung liegen?
    Beim Newton sagt man ja, ein Blatt Papier sollte an den Halteklammern noch durchpassen.
    Jetz richt ich erst mal den OAZ zum Tubus aus, dann wird wieder abgerollt.
    Dann mal sehen, wann ich zum FS am Stern komme. Die Planspiegelmethode zum FS ausrichten ist mir nicht ganz klar.
    Hätt ich zwar mal probiert, sah aber keine Möglichkeit, den Tubus und somit den HS in Autokollimation auszurichten, weil man einfach kein spiegelbild sieht.

  • Den OAZ mit Justierlaser(selber zentriert) auf FS-Mitte einstellen/verkippen, sollte unkritisch sein.
    Dann schaut man sich den HS im Krümmungsmittelpunkt an: er könnte ja Astigmatismus über die Lagerung haben.
    (vorher den FS ausbauen)
    Danach Tubus hinten in OAZ, vorne in zentraler ZugSchraube lagern und drehen: der vom HS reflektierte Laser sollte "stehen" bleiben
    HS wäre jetzt auf opt./mechanischer Achse
    FS wieder einsetzen und gegen einen 10-inch Planspiegel zentrieren oder das Ganze am Himmel
    Nun die Korrektur-Linsen einsetzen und über Verkippung prüfen, ob deren Position stimmt - eventuell verschieben und optimale Position suchen.
    Rückt denn der Hersteller keine Zahlen raus?

  • Das hab ich jetzt alle gemacht. HS-Spiegelhaltemutter soweit geöffnet, bis man den Spiegel drehen kann. Die Spiegellagerung ist wie bei einem SC gebaut.
    Dann den HS mit dem Messschieber auf parallelität zur Tubusrückwand geprüft und eingestellt. OAZ rechtwinklig zur Rückwand eingestellt.
    Danach wieder Montage der Tubusrückwand an den Tubus. OAZ aufs Blendenrohr zentriert. Danach durch verkippen der Rückwand den OAZ auf die Fangspiegelhaltebohrung zentriert mit Laser und Fadenkreuz.
    Tubus wie von Wolfgang beschrieben abgerollt. Siehe da: hatte nur eine Abweichung von ca. 15mm Radius in ca. 4Metern Entfernung auf der Projetionsfläche. Diese Korrektur hab ich wiederum mit der ganzen Rückplatte ausgeführt.
    Dazu hab ich 3 M5-Stellschrauben in die Rückwand eingebaut, die auf die Tubuskante wirken, damit ich die Rückwand möglichst exakt und reproduzierbar rechtwinklig zur optischen Achse ausrichten kann.
    Danach Einbau des FS und Ausrichtem mitm Takahashi-Chesire. Zuletzt noch die Sichtprobe auf Konzetrizität aller sichtbaren "Kreise" durch den OAZ. War nur noch je eine kleine Korrektur am HS und am FS notwendig.
    Jetzt wartet nur noch der Test am Stern.
    Alles ohne Korrektor. Den werd ich mal auseinandernehmen, weil die Linsen klappern.
    Der kommt erst wieder rein, wenn am Stern zufriedenstellend justiert ist.
    War wieder ein schönes Stück Arbeit....


    t.b.c......