Keine Meere / Mare auf der Mondrückseite ?

    • Keine Meere / Mare auf der Mondrückseite ?

      Hallo,

      mal 'ne vielleicht blöde Frage.

      Warum gibt es eigentlich auf der Mondrückseite anscheinend nur ein einziges, zudem ziemlich kleines (Lava-) Meer, während die sichtbare Mond-Vorderseite voll davon ist ?

      Siehe hier: abenteuer-sterne.de/pano/mondpanorama-hochaufgeloest/ (auf den roten Punkt klicken, dann taucht ... etwas Geduld ... links oben ein weißer Doppelpfeil auf, der es erlaubt auf die Mondrückseite zu wechseln).

      (Südöstlich des einziges Meers, der Krater mit der Burgruine).


      Wieso sind die "großen" Brocken alle auf der Mondvorderseite eingeschlagen, ... und praktisch keiner auf der "dark side of the moon" ?


      Weiß das jemand ?

      mondsüchtige Grüße
      Rudi
      ----
      "Falschheit korrumpiert (auch) die Sachkompetenz" (freies Zitat nach Ulpian: 'fraus omnia corrumpit').
    • Hallo Rudi,

      vor einiger Zeit hab ich mal was dazu von Prof. Harald Lesch gesehen. Die glühende Erde hat dazu geführt daß die erdzugewandte Seite des Mondes nur eine dünne Kruste hatte, auf der es viel vulkanische Aktivität gab. "Der Mond hatte Erdbrand", so Prof. Lesch.
      Nach den neuesten Theorien von denen er erzählte ist der Mond durch Kollision eines etwa marsgroßen Körpers mit der Erde entstanden. Es war ein Streifschuss bei niedriger Geschwindigkeit. Wahrscheinlich also eine Kollision in einem Doppelplanetensystem. Dabei entstand ein Ring, aus dem sich der Mond und ein Beimond bildeten. Der Beimond zerrieb sich an der Rückseite des Mondes. Das ist die momentan populäre Erklärung warum die Rückseite so völlig anders als die Vorderseite aussieht.

      Gruß

      Detlev
      "Wir sind aus Sternenstaub gemacht." - Carl Sagan

      Bresser 10x50
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      Frisch reingekommen: Meade ETX-70
      Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel, Zollstöcke, Brettchen und wenig Zeit...
    • Hallo,


      der Mond bremste mit seiner Anziehungskraft die Erde, Die aber auch den Mond und zwar viel stärker, bis herunter zur der jetzt gebundenen Rotation die uns nur noch eine Seite sehen lässt!
      Das alles passierte noch in geringerer Distanz der Beiden!
      Wenn also der Mond heute noch die Meere anhebt = Ebbe und Flut, aber auch die Erdkruste um einige Zentimeter, indem Er auch auf das Magma einwirkt, wie viel stärker muss die Einwirkung der Erdanziehung auf den noch flüssigen Mondkern gewirkt haben, als sich die gebundene Rotation einstellte!
      Man sieht auf dem Mond Gebiete und Krater die von unten her aufgeschmolzen wurden und nicht vom Rand her überflutet wurden, selbst bei den ganz flachen sind die Restbergringe noch scharfkantig, von anschmelzen durch " Erdbrand " ist dort und auch auf den höchsten Bergkämmen, die der Erde ja um einigen tausend Meter näher waren, nichts zu entdecken!
      Mir sind keine solche Mondgebiete bekannt die eindeutig Spuren vom Erdbrand zeigen, kein einzige zerlaufender Kraterrand oder abgeschmolzene Bergspitze ist bisher als solche zweifelsfrei benannt worden!

      Auch ist nicht ausreichend erklärt, warum der relativ kurze Erdbrand dem Mond in Erdnähe mehr zugesetzt haben soll, als die andauernde Anziehung über einen viel längeren Zeitraum.
      ( Der Mond muss zu der Zeit der Jahrtausende dauernden Annäherung an einen gebundene Rotation zum Ende hin stark hin und hergependelt sein, wovon die Libration des Mondes ein Relikt ist! )
      Mir ist auch kein Szenario bekannt, dass die Mare aufschmilzen soll, aber die 3000 - 4000 m hohen Bergspitzen nicht!

      Stattdessen sieht man Risse, Rillen durch Anhebungen und Senkungen und eingebrochen Lavekanäle, und Dome durch schneller hochsteigende Masseklumpen und Die könne ja nicht alle ausnahmslos nach dem " Erdbrand " entstanden sein, irgend welche Schmelzspuren sollten doch davon noch zu finden sein!

      Wenn aber der noch heiße Kern, sich durch die Erdanziehung, der nun ständig der Erde zugewandten Seite genähert hat, ist das gerade beschriebene Erscheinungsbild,
      ( Risse, Rillen durch Anhebungen und Senkungen und eingebrochen Lavekanäle, und Dome durch schneller hochsteigende Masseklumpen )
      fast Mareloser Rückseite und Basalt gefluteter Tiefgebiete erklärbar!

      So hat die Mondrückseite viel mehr altes Mondgestein als die Vorderseite und auch das Auswurfmaterial von den Einschlägen müsste viel älter sein, da die Krater der Vorderseite mehr junges, umgestaltetes Material aus dem Magmabereich zum Auswurf gebracht hat!

      Wenn das große Bombardemound mit übergroßen Impactkörpern, das Aufschmelzen alleine ausgelöst haben soll, ist nicht einzusehen warum die Rückseite nicht auch mehr davon abbekommen hat, im Gegenteil, Sie lag immer im Beschuss, die Erdzugewandte Seite wurde aber oft durch die Erde geschützt!
      Das aufschmelzen von hinten durch eine Verschiebung des Mondkerns zur Erdzugewandten Seite passt recht gut zu dem was man auf dem Mond sieht!

      Ein solcher Prozess würde dann aussehen, wie in der Pfanne schmelzende Schokolade! So einen Versuch habe ich 1984 mit einer Schulgruppe einem detailliertem Mondrelief durch geführt!
      Das wurde zuvor in einer Gipsform in die hergestellt!

      Wenn der Mond erst mal komplett Schweremäßig vermessen ist, wird sich zeigen ob der Kern zur Erde etwas verschoben ist!


      Gruß Günter
      g2-astronomie.de

      GSO 12" Dobson, C8-Orange, C8-Schmidtkamera, Comet-Catcher, LW125/1300, MTO100/1000 MAK, Skywatcher ED 80 PRO, Skywatcher 8" Dobson, Skywatcher Maksutov SKM 127 / 1500

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    • Hallo Ihr beiden,

      vielen Dank für Eure Antworten. Das ist ja eine interessante Debatte. Ich muss zugeben, dass mich der von Günter vertretene / wiedergegebene Beitag (mehr, sogar sehr) beeindruckt hat.

      Bin allerdings (mit Sokrates) der Meinung, dass "ich weiss, dass ich nichts weiss". Und ich wusste und weiss (auch jetzt noch) wirklich nichts zu diesem Punkt. Hatte nur die Vorder- und die Rückseite des tollen Mondbildes verglichen und da ist bei mir total spontan die Frage aufgetaucht.


      Aber jetzt weiss ich -durch Euch- viel mehr und das ist sehr befriedigend.


      (Muss allerdings zugeben,dass ich kürzlich irgendwo gelesen hatte, dass der Vorgänger des Mondes einen Eisenkern hatte, der beim Zusammenstoss in die Erde eingesunken ist.
      Schöne Theorie: Ouranos hat die Gaia sozusagen "befruchtet.
      Aber sonst weiss ich von meiner Seite und aus eigenen Recherchen gar nichts zu dem Thema. Meine rein -gefühlsmässige Präferenz - für die Theorie von Günter rührt vielleicht daher, dass die Idee des "verlorenen Mondvorgängerkerns" sehr gut zu Günters Theorie passt. Wenn der Mond keinen Eisenkern mehr hat, dann ist er leichter verformbar. Aber wie gesagt,ich habe nichts anderes getan, als zwei Informationen zusammengesetzt. Das beweist GAR nichts.


      [So ganz nebenbei Günter, ... Hast Du nicht auch noch irgendwo so ein Forum "rumliegen" ?]


      Liebe Grüsse ... Und VIEEELEN Dank Euch beiden !
      Rudi
      ----
      "Falschheit korrumpiert (auch) die Sachkompetenz" (freies Zitat nach Ulpian: 'fraus omnia corrumpit').
    • Hallo Rudi,

      ich glaube nicht das der Mond seine Eisenkern ganz verloren hat, sonst müsste die Erde einen viel unruhigeren Entwicklungsweg genommen haben, bis dieser vermeintliche Mondkern sich mit dem Erdkern verbunden hat, vielmehr hatte Thea sicher einen noch sehr durchmischten dichten Kern, die Erde aber schon einen recht großen Nickel-Eisenkern.
      Weil die dichtere Massen vom Kern die leichteren Krusten Trümmerteile schnell überholt haben und bei dem ca. 45° Aufprallwinkel dann weitgehend über das Ziel hinausschossen sind und erst hinter der Rochesche Grenze in einem Orbit eingefangen wurden.

      Der Mondkern muss zu einem Großteil zwar stark verformt, vielleicht sogar geteilt, aber in der Bewegungsrichtung nahe beieinander enthalten geblieben sein und sich nach dem Aufprall als flüssige Masse sehr schnell wieder zu einer Kugel zusammen gefunden haben. ( Proportional so schnell, wie ein umgestülptes Glas Wasser auf einer Glasplatte, bei einen Versuch auf der russischen Mir, wo es nur ca.2,5 Sekunden dauerte, bis die Zylindrische Form sich wieder zur Kugel geformt hatte als man das Glas oben und die Glasscheibe unten schnell wegzog! )

      Dabei kann es sogar 2 oder mehrere Babymonde in der gleichen Umlaufban gegeben haben, die dann nach und nach eingesammelt wurden!
      Weil der Babymond sich innerhalb seines Trümmerringes befand, ihn praktisch durchpflügte und so schnell auch mit Erkrustenmaterial an Masse zunahm!
      Das sich noch mit hoher Energie nach dem Aufprall von der Auftrefferwunde der Erde auf dem Weg hinter die Rochesche Grenze auf diesen Trümmerring zu bewegt hatte!

      Dadurch konnte Er ( der Mondkern ) auch so schnell die Trümmer hinter der Rochesche Grenze im Erdorbit einsammeln, viel schneller als die Erde die Trümmerteile innerhalb der Rochesche Grenze.
      Die von der Staub und Gasatmosphäre gebremsten Trümmerteile waren schnell eingefangen.

      Bei den hinter dem nun freigeräumten Ring kreisenden Trümmerteilen dauerten es viel länger, denn die mussten von der Erde durch abbremsen jedes einzelne Trümmerstücks aus der Trümmerscheibe eingefangen werden!

      Bis die Erde die endgültige Anziehungskraft auf einem kompaktem Volumen wieder erreicht hatte, konnte sich der Mond durch Massen und Bewegungsenergie - Zuwachs langsam von der Erde entfernen, ja durch die Gezeitenabbremsung der Erde wird Ihm noch Geschwindigkeit übertragen!


      Gruß Günter
      g2-astronomie.de

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