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Mit bloßem Auge Planeten erkennen und identifizieren (für Anfänger)

  • Hallo liebe Sterngucker,


    wie angekündigt, hier mal eine Einführung in's Planeten erkennen !


    Ein zweiter Teil: "Planeten mit dem Teleskop beobachten" folgt später mal. Vorab verweise ich diesbezüglich nochmal auf diesen Beitrag mit "Softwares" zum Thema: Mal schnell schauen, wie die Uranus-Monde stehen, was auf Mars zu sehen ist oder was der Mond so macht ?


    ***


    A. Wie unterscheidet man Planeten von Sternen (mit bloßem Auge) ?
     
    (1) sie sind hell und haben eine satte gelbe Farbe (Venus, Jupiter, Saturn; ... nur Mars ist leicht orange, wie z.B. Betelgeuze oder Antares im Skorpion, von „Ant(i)-Ares“ der Gegen-Mars; bei den alten Griechen war Ares = Mars);


    (2) (wohl das wichtigste Unterschiedungskriterium): sie haben ein ruhiges Licht (keine sog. "Scintillation", kein „Flimmern“ /“Flackern“/ „Glitzern“, in Horizontnähe bei Sternen sogar oft in verschiedenen Farben);


    (3) sie sind „Wandelsterne“ im Gegensatz zu „Fixsternen“ (die „Alten“ dachten die Sterne wäre an der gläseren Himmelskuppel angeheftet, also „fixiert). Die Planenten bewegen sich am Himmel, aber gaaanz langsam, sodaß man es nur sieht, wenn man die Position - im Verhältnis zu den „Fixtsternen“- über mehrere Tage hinweg beobachtet; also ein bißchen wie der Mond, der jeden Tag eine Stunde früher aufgeht, aber dessen Bewegung im Verhältnis zu den Sternen man - mit bloßem Auge - auch nicht sofort sieht;


    (4) im Fernrohr sind sie scheibchenförmig; bei Sternen sieht man niemals Scheibchen (außer wenn man so hoch vergrößert, daß der Stern „unscharf“ wird).



    B. Welcher Planet ist es ? Wie identifiziert man einen Lichtpunkt, den man mit Punkt (A.) oben als Planeten identifiziert hat ?


     
    ==> Durch ein Auschlußverfahren / Eliminationsverfahren


     
    (1) Erster Schritt: Dämmerungs- gegen Mitternachtssichtbarkeit


    Exkurs: Um das Verfahren anwenden zu können, muß man sich zunächst daran erinnern, daß die Erde (von der Sonne aus gerechnet) der dritte Planet im Sonnensystem ist. Es gibt also zwei innere Planeten, dann folgt die Erde, und schließlich kommen die (zur Zeit und nachdem Pluto eliminiert wurde) fünf äußeren Planeten.


     
    Um sich die Reihenfolge einzuprägen, gibt es folgenden Spruch:
     
     

    Mein steht für Merkur
    Vater steht für Venus
    Erklärt steht für Erde
    Mir steht für Mars
    Jeden steht für Jupiter
    Samstag steht für Saturn
    Unseren steht für Uranus
    Nachthimmel steht für Neptun


     


    Was die Möglichkeit ihrer Beobachtung (Sichtbarkeit) anbelangt:
     
    unterschieden sich die beiden inneren Planeten ganz entscheidend von den fünf äußeren.
     
    Denn, wenn es Nacht wird (oder die Sonne aufgeht), wir also in einer der beiden Dämmerungsphasen sind,:
     

    • wird unser Standort notwendigerweise und immer gerade in den „Erdschatten“ eintreten oder von dort austreten; und
    • weil die Bahnen der inneren Planeten kleiner sind, als die der Erde, können wir die beiden inneren Planeten nur in der Dämmerung (und kurz danach oder - morgens - vorher) sehen. Die undurchsichtige Erdscheibe verhindert - später in der nacht oder um Mitternacht - den Blick auf diese beiden Planeten.

     
    Die folgenden Bilder sind „Screenshots“ (die Möglichkeit „Screenshots“ zu machen ist im Programmextra vorgesehen) aus der Freeware (GNU/GPL-Lizenz) „3D Solar Systems“ von Tim Biedert (ich habe es leider - auf die Schnelle - nicht mehr gefunden; es kommt 404 !): http://www.bildungsserver.de/db/mlesen.html?Id=40819 . Ich habe jeztt die Software wiedergefunden: http://www.lo-net.de/3d-solar-system.php. Zur Verdeutlichung habe ich die Bilder mit „Inkscape“ (leicht) bearbeitet.


     
    Bild 1:

    Der grüne Punkt ist der Beobachter (also DU, lieber Leser !) und sein Standort ("grüner Punkt") in Europa. Auf diesem Bild taucht der Beobachter (durch die Drehung der Erde) gerade in den Erdschatten. Venus (in größter „Elongation“ auf ihrer Bahn) kann man gerade noch soam Rand der Erde vorbei“ sehen. Und Venus ist „in Ihrer Bahn gefangen“ (= kleinere Bahn innerhalb der Erdbahn, sie kann also nicht auf die „andere“ = „Nacht“-Seite der Erde gelangen, da dies naturgesetzlich„VERBOTEN“ ist = Kepler’sche Gesetze). ... ... oh die „Arme“).


     
    Bild 2:


     
     
    Jetzt hat sich die Erde (auf dem Bild nach rechts !), ein kleines Stück weitergedreht. Beim Beobachter (grüner Punkt) ist es „zappenduster“. Er sieht weder die Sonne, noch die Venus. Und Venus „kann nicht zu ihm kommen“, da ... „VERBOTEN“ (siehe Bild 1). ... ... Ist ja fast wie „Romeo und Julia“ !


     
    Bild 3:


     
     
    Hier habe ich mal „rausgezoomt“ und das Programm ein bißchen weiterlaufen lassen. Mars (ein äußerer Planet) ist jetzt auch noch mit dabei. Er steht genau „hinter der Erde“, in der Mitte des Erdschattens. Die Position nennt man „Opposition“. Es bedeutet, daß der Planet um Mitternacht genau im Süden = Meridian steht. Venus kann natürlich auch im Meridian der Erde stehen, aber nur mittags um 12 Uhr („high noon“), d.h. wenn die Erde sich so gedreht hat, daß die Sonne auf die jetzt - auf dem Bild 3 - dunkle Seite der Erde scheint und am höchsten steht, aber NIEMALS um Mitternacht, also um 24 Uhr ! Manchmal steht sie dann genau vor der Sonne, wie Merkur es am 9. Mai 2016 tat, als er vor der Sonne vorüberzog,, ... aber meistens stehen Venus oder Merkur, wenn sie in in einer Linie mit Erde und Sonne sind, etwas ober- oder unterhalb der Sonne und man sieht ... ... (weil die Sonne so hell ist) mit bloßem Auge gar nichts, nicht mal einen Schatten !


     
    [Venus und Merkur zeigen übrigens Phasen, wie der Mond. Dabei ist es auch noch so, daß diese beiden Planeten am hellsten sind, wenn sie - auf ihrer Bahn - der Erde am nächsten sind, das sieht man sehr schön hier (wenn man den Flashplayer installiert hat): http://astro.unl.edu/classacti…aissance/venusphases.html (Nicht die Animation laufen lassen, sondern Venus mit der Maus verschieben: wenn sie der Erde am nächsten ist, ist sie natürlich am größten, aber die Sichel ist auch am dünnsten. ... ... Aber gearde dann ist Venus am hellsten (- 4.6 mag). ... Wie hell müßte sie erst wenn man ihre Oberfläche genau dann, wenn sie uns am nächsten steht, „vollerleuchtet“ sehen könnte ?)


     
     
    Auf Bild 3 steht übrigens, (rein zufällig) genau gegenüber von Erde (und Mars) der Planet Uranus: die Position von Uranus nennt man „Konjunktion“ (Stand des Planeten = „hinter der Sonne“).


     
    Für eine „Opposition“ oder eine „Konjunktion“ braucht man also immer 3 Himmelskörper, die in einer Reihe stehen, wobei Sonne und Erde notwendigerweise immer dabei sein müssen: steht der Planet um Mitternacht (!) hinter der Erde (bei Venus und Merkur nicht möglich), spricht man von „Opposition“, steht der Planet hinter der Sonne, spricht man von „Konjunktion“.


     
    Da ein -im Verhältnis zur Sonne - “Hinter-der-Erde-Stehen“ von Venus oder Merkur nicht möglich ist (kleinere, „innere“ Bahn) spricht man bei Venus und Merkur nicht von Opposition, sondern von „unterer“ (=“vorderer“ = "vor" der Sonne), im Gegensatz zu „oberer“ („hinterer“ = „hinter" der Sonne), Konjunktion.


     
    [Steht der Planet schließlich - von seiner Bahn her - in einem Dreiecksverhältnis mit (links oder rechts) maximal möglicher Entfernung von der Linie Sonne-Erde, spricht man von größter (westlicher oder östlicher) „Elongation“.]


    ==> Also: erster Schritt des Eliminationsverfahrens:

     
    Ist der ruhige Lichtpunkt (nach Punkt A oben bestimmt):

    • schon / noch in der Abend- oder Morgen- Dämmerung zu sehen, aber nicht später in der Nacht oder ganz früh am Morgen und vorallem nicht um um Mitternacht; und
    • ist er sehr hell (Venus ist mit maximal - 4.67 mag der hellste „Stern“ am Himmel; zur „Helligkeit“ siehe sogleich)

     
    dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß (99%), daß es Venus ist !


    (Wenn der betrachtete Planetenkandidat nicht um Mitternacht sichtbar ist, könnte es rein theoretisch auch Merkur sein, aber dessen Bahn ist so nahe an der Sonne, daß er der Sonne immer unmittelbar folgt (oder morgens unmittelbar vorausgeht). Man muß schon eine extrem gute Horizontsicht haben (in der Richtung, wo die Sonne unter- bzw. aufgeht), um ihn überhaupt zu sehen. Der (Seh-) Winkel = das Sichtfenster (siehe Bild 1) ist noch viel enger (= zeitlich kürzer) als bei Venus. Außerdem ist Merkur einer der 2 Planeten, die orange sind, wie Mars.)


    [Venus kann sowohl Abend- wie Morgenstern sein, weil die größte Elongation (= Venus ist an dem - von der Erde aus gesehen - entferntesten Punkt ihrer Bahn, entweder rechts oder links in Bild 1 oder 2) sowohl östlich (= morgens), wie westlich (= abends) stattfinden kann. Die (ganz) alten Griechen, die das noch nicht verstanden hatten, dachten daher, es handele sich um zwei verschiedene Sterne: Hesperos (siehe heute noch: „Vesper“ = der „Abend“-bringer) und Phosphoros (von „Phos“ = der (morgentliche) „Licht“-bringer: https://de.wikipedia.org/wiki/Hesperos].



    (2) Zweiter Schritt: Helligkeit

    Jetzt haben Jupiter und Saturn aber auch ein ruhiges Licht und sie sind - vorallem - auch gelb. Mars ist, wie gesagt, orange und Uranus und Neptun sind türkis. Uranus ist außerdem nur unter günstigsten Bedingungen mit bloßem Auge zu sehen, Neptun niemals.


    Und da kommt es dann auf die Helligkeit an. Dazu folgendes (für Uranus und Neptun, zunächst irreführende) Schema:
    https://astrokramkiste.de/planeten-helligkeit



    (Die Angaben = scheinbar bis rund 0.0 mag maximal für Uranus und Neptun erscheinen zunächst sehr irreführend, sind letzendlich aber doch richtig, ... wenn man nur die Grenzwerte (also jeweils das Ende des blauen (max. Helligkeit), bzw. grünen (min. Helligkeit) Streifens von der 0.0 mag Linie aus betrachtet. Die Helligkeit der Planeten variiert also nur zwischen dem grünen und dem blauen End-Wert, der sich jeweils am oberen, bzw. unteren Ende - nicht der - nicht eingezeichneten - 0.0 mag-Linie (!) - der jeweils zwei Streifen per Planet befindet).


    Die Angaben hier sind "richtiger" (aber weniger komplett):
    http://www.br-online.de/wissen…cker/info/helligkeit.html


    Also Saturn kommt (in der hellsten Phase = Opposition) kaum über 0.0 mag (ungefähr wie der Stern Wega in der Leier im Sommer oder Capella im Fuhrmann im Winter). Jupiter kommt zwar bis auf - 2.9 mag, aber Venus ist dennoch - meistens - deutlich heller. Hinzukommt, daß, wenn sich Venus und Jupiter oder Saturn am frühen (!) Abendhimmel „begegnen“, Jupiter und Saturn nicht mehr in Opposition sein können, was ja voraussetzt, daß sie sich genau umgekehrt wie die Sonne verhalten, also mit Sonnenuntergang aufgehen und mit Sonnenaufgang untergehen.


    Also Jupiter kann mit Venus eigentlich - von der Helligkeit her - nur verwechselt werden, wenn er in Opposition ist. Nur in der Opposition erreicht er sein größte Helligkeit von - 2.91 mag. Wenn er in Opposition ist, steht er um Mitternacht im Meridian (Süden), dann ist er aber von Venus immer weit entfernt.


    Wenn Jupiter (abends oder morgens) in der Nähe der Sonne (!) steht, ist er entweder schon ziemlich am Ende seiner Oppositionsphase angelangt oder erst ganz am Anfang derselben. Dann ist er aber generell deutlich lichtschwächer als Venus.


    Nur wenn Venus abends schon sehr früh in der Dämmerung zu sehen ist (also soweit wie möglich von der Sonne entfernt ist = größte Elongation) und Jupiter noch nicht so weit von seiner Opposition entfernt ist, bzw. morgens umgekehrt (= Venus ist lange vor der Morgendämmerung sichtbar und Jupiter geht ebenfalls lange vor der Sonne auf, also ist schon „auf dem Weg zur Opposition“), können beide gleichhell erscheinen. Das ist aber eher selten der Fall, weil Jupiter und Venus dann nahe zusammenstehen müssen, wenn sie weit von der Sonne entfernt sind (auf Bild 3 ist das - zufällig - so ungefähr der Fall).


    Da hilft dann nur noch der Mitternachtstest“.


    Dasselbe gilt für Mars, der aber deutlich weniger hell als Jupiter und auch noch orange ist. (Wenn er nicht orange wäre könnte, wegen ähnlicher Helligkeit, eher die Abgrenzung zu Saturn ab und zu schwierig werden; ... aber er ist ja orange !).


     
     
    Bleibt noch die Abgrenzung Jupiter-Saturn: Da hilft zunächst auch der generelle Helligkeitsunterschied (Saturn kommt kaum über 0.0 mag), aber wenn es um „Zwischenpositionen“ (bei Jupiter) geht (also nicht „Opposition“), hilft nur der Blick in einen Astrokalender/ Jahrbuch / Software !


    (Aber da fallen die beiden Planeten dann auch nicht sooo sehr auf, daß man sich die Frage stellt: „welcher ist das jetzt“ ?


    Wenn man allerdings den Sternenhimmel gut kennt, sieht man den „Störenfried“, der da „nicht hingehört“, natürlich sofort !



    Viel Spaß beim "Planetenraten" !


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    Edit:
    die Planetenschleifen, die - nur scheinbare (!) - Rückläufigkeit der Planaten, habe ich noch vergessen. Wie konnte ich nur ! Eine Frage die die Menschen über Jahrhunderte (fast 2000 Jahre) lang beschäftigte (ptolemäisches gegen kopernikanisches Weltbild) und zeitweise so tief gespalten hat, wie selten irgendetwas.


    Hier ist es ganz einfach in einer Animation erklärt: http://astro.unl.edu/classacti…naissance/retrograde.html


    (Es kommt nur davon, daß die Erde, wegen ihrer kleineren und schnelleren Umlaufbahn relativ zu den Planeten, die weiter außen kreisen, diese Planeten "überholt".)

    Rudi
    ----
    "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
    (Berthold Brecht)

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  • Hallo Joachim,


    ja das Himmelsjahr hatte ich früher auch (und später den Ahnert) !
    (Hab noch einen Halbsatz blau gemacht und unterstrichen) !


    Schönes Fest

    Rudi
    ----
    "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
    (Berthold Brecht)

  • Hallo Rudi,
    ein toller Beitrag, vielen Dank für's reinstellen und Glückwunsch zum guten Gelingen.
    Genau da fängt Planetenbeobachtung an:
    Mit der Antwort auf die Frage: "Wo kommt denn dieser helle Stern plötzlich her?"


    ich wünsche allen hier ein schönes Weihnachtsfest!


    Detlev

    "Wir sind aus Sternenstaub gemacht." - Carl Sagan


    Bresser 10x50
    150/750 Dobson
    70/700 Skylux Refraktor
    Frisch reingekommen: Meade ETX-70
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel, Zollstöcke, Brettchen und wenig Zeit...

  • Hallo,


    die Planetenschleifen, die - nur scheinbare (!) - Rückläufigkeit der Planaten, habe ich noch vergessen. Wie konnte ich nur ! Eine Frage die die Menschen über Jahrhunderte (fast 2000 Jahre) lang beschäftigte (ptolemäisches gegen kopernikanisches Weltbild) und zeitweise so tief gespalten hat, wie selten irgendetwas.


    Hier ist es ganz einfach in einer Animation erklärt: http://astro.unl.edu/classacti…naissance/retrograde.html


    (Es kommt nur davon, daß die Erde, wegen ihrer kleineren und schnelleren Umlaufbahn relativ zu den Planeten, die weiter außen kreisen, diese Planeten "überholt".)


    Gruß

    Rudi
    ----
    "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
    (Berthold Brecht)

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  • Hallo Rudi,


    bist Du der Verfasser der Programme die Du hier vorführst?
    > Hier die Sammlung meiner „kleinen“ Programme (vom Mond über Mars, Jupiter und Saturn, zu Uranus) : <


    All das kann man doch mit jedem guten Planetariums - Programm selber austesten und auch noch in der Bewegung anschauen!
    Ich dachte, das ist doch gerade der Reiz, wenn man das damit selbst ausprobiert!


    1980 habe diese Bewegungen und Planetenansichten, nach den Formeln und Bewegungsgesetzen erstmalig auf einem
    ZX - Spectrum > 48K, per Befehlslisting einprogrammiert und war begeistert, dass in Büchern dargestellte, nun selbst in zeitlich wählbarer Bewegung zu sehen!
    Sowie dann auch Galaxien und Sternströme in verschiedenen Winkelansichten auf dem Monitor entstehen zu sehen!


    Das sollte Jeder für sich ausprobieren, denn so kommt das volle Verständnis der Himmelsbewegungen zum tragen, die dann mit dem Fernglas oder Teleskop live selbst erlebbar werden!


    Gruß Günter

  • Hallo Günter,


    bist Du der Verfasser der Programme die Du hier vorführst?
    > Hier die Sammlung meiner „kleinen“ Programme (vom Mond über Mars, Jupiter und Saturn, zu Uranus) : <

    Hier die Sätze, die, dem von Dir - wohl bewußt - aus dem Zusammenhang gerissenen, Satz in meinem anderen Beitrag vorausgehen:

    "Es gibt natürlich „All in one“-Software, die das alles zeigen kann.
    Aber ich habe lieber so kleine, spezialisierte Programme, die nur genau das zeigen, was ich gerade suche !

    • Mal schnell schauen, wenn ich jetzt eine Woche in den Schwarzwald fahre, wie der Mond so steht ? --> nichts besseres als Nightcal: der ganze Monat mit Mond Auf- und Untergängen auf einer Seite.
    • Uranus (oder Saturn) steht gut; ... welche Monde kann man sehen ?: --> Uranian Moons (oder SatSat 2) steht zu Ihrer Disposition !

    Ich habe im Laufe der Jahre eine ganze Reihe davon gesammelt. ..."


    Dann erst kommt der von Dir zitierte Satz !


    -> Ich meine, wenn man nur will, kann man IMMER etwas zum Kritisieren finden ! Die Softwares erlauben genau das, was Du verlangst: ... man kann die Bewegungen nachvollziehen.


    -> Was das rein mathematisch / (kompute-) technische Nachvollziehen anbelangt: Nicht jeder ist (in dem von Dir propagierten Umfang) an Mathe / (Komputer-)Technik interessiert. Es gibt auch intelligente Leute, die "einfach nur durch Betrachten der mechanischen Abläufe die Zusammenhänge verstehen" und ohne hochkomplexe Mathe auskommen. (Ich bin aber einverstanden, daß man im Leben ein Minimum an Mathe braucht).


    -> Wie wäre es also mal mit einem konstruktiven Beitrag Deinerseits ? (Ich meine: anstatt zu erklären, was Du gemacht hast, erklärst Du wie Du ES gemacht hast =O !)


    [Ich bin aber überzeugt, daß Du damit auch nur höchstens die Hälfte der Leser erreichst. Früher mußte man sich mal auf dem Gymnasium ab einem gewissen Alter zwischen dem sprachlichen und dem mathematischen Zug entscheiden: ich meine das kam nicht von ungefähr; es spiegelt(e?) eine - duch schulische Erziehung, wenn überhaupt (ich habe meine Zweifel), dann nur sehr schwer zu beeinflussende - Verteilung von durch andere "Dinge" (Gene?, "naturgegeben" ?, was weiß ich !) beinflußten Fähigkeiten in der Gesellschaft. ... Ich meine das sollte man, bei allem Gejammere über die "schlechte Ausbildung" der Jugend, nicht vergessen. ... = "Von allem etwas, aber nichts richtig", ... ist das Problem.]


    Schönen Gruß

    Rudi
    ----
    "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
    (Berthold Brecht)

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  • Hallo Rudi,


    dann gehört das > meine < an einer andere stelle im Satz, um Missverständnisse bei Einsteigern oder Interessierten zu vermeiden!
    Du möchtest doch das man diese Programme so wie Du benutzt!
    Schöne Sammlung, aber zu viel Aufwand bei der Installation auf heutigen Rechnern und für Einsteiger um damit umzugehen!


    Das geht doch alles seid Jahren hiermit bestens > http://www.calsky.com/cs.cgi/Planets?obs=25833144162698 < alles mit einem Programm und das zu allen Zeitpunkten, auch rückwirkend, wenn es um die von Dir genanten Informationen geht!
    Noch was Richtiges!
    Alles andere können Planetariumsprogramme besser: z.B. Karten anzeigen + ausdrucken oder verschiedene Sternbild - Simulationen laufen zu lassen, dazu noch mit vielfältigen Informationen zu den ausgewählten Objekten mit allen Koordinaten auf einem Blick!


    Das wie : Siehe Beiträge hier im Forum + auf meiner Seite!


    Früher von ca.1950 - 1962 gab es pro Grundschulklasse nur 2 - 6 Gymnasiums Plätze zum vergeben, dabei spielte Eignung die geringste Rolle, nun Rate mal wer die bevorzugt bekommen hat?


    Ab ende der 70ziger Jahre konnte man auch Fächer abwählen, was dazu geführt hat das Naturwissenschaften, wegen zu geringer Nachfrage gar keine Physik - Klassen zustande kamen, dafür Farb - Filz - Herstellungskurse und häkeln von Piktogrammen!



    Gruß Günter

  • Hallo Günter,


    Was ich sagen will, ist daß man eine Arbeitsteilung nicht nur vereinbaren, sondern auch akzeptieren muß. Wenn in einer Ehe beide Kinder haben und arbeiten gehen wollen (und Karriere machen), dann "delegiert" man - notwendigerweise - die Erziehung zu einem großen Teil auf die Lehrer. ... Dann kann man aber, als Eltern, nicht ständig am Lehrer herumnörgeln und ihm vorwerfen, schlechte Erziehung zu produzieren.


    Wenn man sich in derselben Situation die Hausarbeit aufteilt, dann kann nicht der, der eine niedrigere Schmutzschwelle hat, immer an dem herummeckern, der eine höhere hat, aber die Bad-/Klo-reinigung übernommen hat. Sonst kann ja jeder ein bißchen herumputzen, wenn er Lust und Zeit hat, und nichts ist richtig gemacht.


    Man muß die Aufteilung auch akzeptieren und vorallem den / die, der / die den anderen Teil der Arbeit übernommen hat (und dessen / deren Arbeit) auch respektieren, sonst hat man gar nichts gewonnen.


    Ebenso bei der Arbeitsteilung in der Gesellschaft und folglich, bei der Ausbildung. Wenn jemand gerne "Filzmaler" oder "Häkler" werden will, wie Du sagst, können seine Eltern nicht verlangen, daß er eine 1,0 im Abitur bekommt. Er, und ganz besonders die Eltern müssen dann akzeptieren, daß seine Rolle in der Gesellschaft die eines "Häklers" ist. ("Schuster blieb bei Deinen Leisten").


    Und da stehen dann eine ganze Reihe Fragen hintendran, wie z.B. die warum ein Zahn"arzt", von der Gesellschaft akzeptiert (inkluvie, was sein Gehalt angeht), ein "Arzt" ist und kein "Klempner". ... Und, um wieder zum Thema zurückzukehren, warum keiner mehr Astrophysik studieren will !



    Ich habe nur eine Erklärung dafür: wir sehen die Welt alle durch irgendwelche Filter (farbige, OIII, Hß und was es sonst noch so gibt, oder durch die "rosa" Brille) und meinen ständig unser Filter / unsere Brille sei der /die beste (und unsere Kinder die besten der Klasse).



    Aber so geht es einfach nicht mehr weiter. Wir müssen wieder integre (!) Vorbilder produzieren und - alle - andere Götter neben und über (!) uns akzeptieren (und deren unterschiedliche Ausbildung u. Fähigkeiten respektieren). Objektiv gerechte "Selektion" durch Vorbilder, ausschließlich (!) im Sinne von "integren" Autoritätspersonen wird (hoffentlich noch) von jedem akzeptiert. Wenn die Autoritätsperson (Lehrer oder Eltern) Vorbild, also integer ist, wird auch das Kind / der Schüler wieder größere Anstrengungen unternehmen, um seinem Vorbild ähnlich zu werden.


    Aber das, was da z.B. auch auf vielen Astronomie-Foren produziert wird, bewirkt m.E. exakt das Gegenteil. (Jemand, der finanzielle Interssen hat, kann natürlich nicht "integer" sein, das ist auch noch so sein Widerspruch in unserer - kapitalistischen - Gesellschaft).


    Plato hat vor 2500 jahren mal (sinngemäß) gesagt, die griechische Kultur und Demokratie gingen daran zugrunde, daß auch Pferd und Esel das Abitur machen wollen ! Und hier noch mal ein - zugegebenermaßen krasses - Beispiel, was die Filter (in Kombination mit der Massendemokratie) mit uns machen:


    http://www.zeit.de/2010/01/Stimmts


    Gruß

    Rudi
    ----
    "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
    (Berthold Brecht)

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