Spektivfrage

  • Spektivfrage, Seid gegrüßt nach längerer Pause
    Ich habe eine gute Astroausrüstung (Refraktoren, Teleskop, EQ5, usw.). Mir ist also völlig klar, daß ein Spektiv da nicht heranreicht. Allerdings ist das Zeug, auch nach dem Abspecken in meinem Alter, bei den Wohn- und Lichtverhältnissen zum Transport immer noch zu schwer (bin 78).
    Gestern konnte ich durch eine Balkontür mit einem Meopta-Spektiv (60-fach) auf Manfrotto-Stativ die Venussichel haarscharf sehen und wie einfach die Sache war - das hat mich begeistert.
    Habe mich entschlossen, ein Swarovski ATX 30-70x95 anzuschaffen. Das kann man samt Stativ auf kleineren Reisen mitschleppen und bleibt näher dran.
    Jetzt kommt die Frage: Ohne die Anbieter hier beim Namen zu nennen, unterscheidet sich der Preis um gute 400,00€ (von 3537,00 bis 3119,00). Alles gut bewertete Online-Händler (Foto-Shops), Neuware original verpackt, nicht ebay!
    Was meint Ihr? Gibt es unterschiedliche Qualitäten bei Swarovski oder ist es die Marge, die es den Händlern ermöglicht, preiswerter zu verkaufen. 400,00 €, kann ich die mit gutem Gewissen einsparen?
    Vielen Dank und Grüße

  • Hallo Dietrich,


    also ich bin kein Vogelbeobachter, kein Jäger und auch kein Schütze. Deshalb habe ich auch kein Spektiv, obwohl ich schon über den Erwerb eines solchen Gerätes nachgedacht habe, ... eben wegen des "Alles in einem", das ein solches Gerät bietet.


    Ich kann also nur mit allgemeines Lebenserfahrung antworten (denn ich habe kein Spektiv). In dieser Hinsicht kann ich Folgendes sagen:


    (1) Ein Spektiv ist nicht für Astronomie gemacht, sondern für Ornithologen, Jäger, Schützen (Tag- und Dämmerungsbeobachtung).
    ==> Daraus folgt: es kann auch für Astronomie geeignet sein, aber das war nicht die erste Sorge des Herstellers.


    (2) Ein hoher Preis für das Gerät ändert meines Erachtens nichts an der Festellung zu (1). Du kannst die "eierlegende Wollmilchsau" auch zu einem kleineren Preis erwischen ! Aber die Chance, daß Du eine solche Sau findest, wird mit einem höheren Preis nicht größer. Meine Erfahrung ist eher, daß es die "eierlegende Wollmilchsau" nicht gibt.


    (3) Auch zu Deiner letzten Frage (400 Euro Unterschied), gibt es nur die "Zufalls"-Antwort.


    Vergleichen wir mit dem Auto-Markt. Es gibt sogenannte Auto-"Grau"-Importe in Europa. Das ist zwar europarechtlich vollkommen legal, aber der (national gefärbte) Begriff "grau" sagt schon alles ! Die Autos sind deutlich billiger, weil die Steuern in Europa vollkommen unterschiedlich sind (europäisch nicht vereinheitlicht) ! ... Das wird natürlich von den nationalen Händlern (in den Ländern, wo die Steuern höher sind) nicht geliebt (und von den Politkern auch nicht). ... Wo kämen wir auch hin, wenn wir den Politikern ihre Möglichkeiten, über die Steuern "zu tricksen", aus der Hand schlagen würden. Firmen sollten natürlich - aus der Sicht der Politiker - normalerweise nicht "tricksen" dürfen (z.B. ihre Sitze in Steuerparadise verlegen). ... Aber Politiker müssen - natürlich - weiterhin "tricksen" dürfen: "Quod licet Jovi, non licet bovi" ("Was dem Jupiter = Politiker erlaubt ist, ist dem Ochsen = einer Firma noch lange nicht erlaubt"). .. Besonders, wenn den Politiken das Wasser bis zum Halse steht, wie in England oder in den USA, ... dann "tricksen" sie, was das Zeug hält und ohne jede Zurückhaltung.

    ...


    Du kannst einen "guten" Grau-Import erwischen (viele Leute sind mit ihre "Grau"-Importen zufrieden), oder einen schlechten. ... Garantieleistungen dürften eigentlich in Europa kaum noch unterschiedlich sein (und "Grau"-Importe dürfen europarechtlich nicht diskriminiert werden). . ... ... Aber man weiß leider nie, ob der Zollbeamte an der Grenze überhaupt schon mal was von Europa gehört hat (oder nichts mehr davon wissen will und - folglich - Europa-Recht einfach ignoriert) ?


    Soweit sind wir heute !!!


    Also langer Rede kurzer Sinn: "Entscheide Du" ! (Niemand kann Dir da heute in Europa noch helfen. Wenn Du im Ausland bestellst, und keine Garantie kriegst, kannst Du "genauso auf die Nase fallen", wie wenn Du im Inland einen Volkswagen gekauft hast, und Dein Gebrauchtwagen jetzt nichts mehr wert ist.


    Gruß

    Rudi
    ----
    "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
    (Berthold Brecht)

  • Guten Morgen.


    Kardinalfrage ==> Hast du ATX bereits getestet?


    Spektivtechnik, sowie Fernglastechnik etc. und seine Optik sind ein sehr umfassendes Thema. Da lässt sich im Grundsatz keine schnelle pauschale Antwort aufstellen.


    Nur so viel:


    - das ATX wiegt mehr, hat keine Alleinstellungsmerkmale gegenüber anderen Herstellern, rein seitens der Optik (subjektiv) betrachtet.
    - im Zubehör stellt Swarovski schon einiges auf.
    - es erlaubt aber kein große Erweiterung mittels Astrookularen, KOWA ja und das würde ich mir an deiner Stelle einmal ganz genau ansehen! Es ist im Moment das Spektiv der Spektive - laut Unkenrufen, vor u.a. allem im Astroeinsatz.
    - der Fokustrieb des ATX und der Zoomtrieb sind für manche Anwender ungünstig platziert - daher vorher testen.
    etc. etc.


    Zu deiner Frage:


    Ich habe selbst ein Swaro Spektiv (mich bewusst gegen das ATX entschieden) und auch einiges an Premiumferngläsern. Und aus Erfahrung kann ich dir nur raten, sich einen Händler suchen, der auch weiß wo von er spricht und den mit der Optik adäquaten Service aufstellen kann.
    Und genau das können viele nicht. Das fängt schon damit an, eine Optik zuvor auf seine Qualität zumindest im Testbetrieb zu sichten und zu prüfen. Ein guter Händler, den ich im Vertrauen eingeflochten habe, tut genau das.
    Somit ist der Verkauf einer Gurke an sich fast ausgeschlossen. Es ist auch in dieser Klasse nicht selten, der Kunde spielt den Betatester und die Qualitätskontrolle.
    Der Service von Swarovski ist ohne Zweifel erhaben - absolut perfekt. Und so sollte auch jener des Händlers aufgestellt sein - denn: dessen Kontakte zu Swarovski oder Zeiss, Leiva etc. sind nicht unwesentlich.
    Über einen solchen Händler wird das eine oder andere Ersatzteil kostenfrei geliefert und/oder eine ggf. anstehende Rep,-Wartung auf Kulanz reguliert.


    Langer Sinn in kurzer Rede - von einem Onlinehändler ohne Fach,-und Sachkenntnis - ohne gewachsenen Herstellerkontakt auf diesem Gebiet würde ich in dieser Preisregion die Finger lassen.

  • Lieber Rudi, vielen Dank für Deine Antwort und alles richtig, was Du schreibst. Im Ausland habe ich bisher nur Roboterkomponenten gekauft. Z.B. meinen Insectbot Hexa. Ein mit sechs Beinen laufendes Insekt/Roboter. Den kleinen Microcontroller kann man selbst programmieren. In solchen Sachen für meine Enkel befindet sich Deutschland in der Steinzeit. Das Spectiv würde ich natürlich nicht im Ausland kaufen, sondern nur bei einem autorisierten Foto-/Optik-Händler in Deutschland. Auch, was Du zum Spectiv in der Astronomie schreibst ist richtig, aber wenn man noch möchte und vieles nicht mehr packt, kann es eine Ausweg- nicht Ideallösung (Gewicht, Einfachheit) sein.
    Du hast recht, da kann mir niemand helfen, muß mich selbst durchwurschteln.
    Gruß dietrich

  • Lieber Dominique, vielen Dank, jetzt hatten wir fast gleichzeitig geschrieben.
    Ja, auch alles richtig, aber, aber. Direktbesuche bei Händlern sind für mich hier quasi ausgeschlossen. Weiß auch nicht, welcher Händler, von den vielen, die zu verkaufenden Geräte gründlich testet. Sagen werden das alle. Wie gesagt, ich wollte bei einem autorisierten, deutschen Händler, allerdings über Internet kaufen. Meine gesamte, brachliegende Astroausrüstung ist so ins Haus gekommen. Reinfall bisher nie. Den Kowa-Hinweis habe ich schon von einem anderen Nutzer bekommen und das führt immerhin zu einer Kaufpause. Allerdings bin ich mir im klaren darüber, daß ich selbst mit Extender, Astrookularen aus keinem Spektiv einen gestandenen Refraktor (habe zwei Takahashis) oder ein 10 Zoll-Teleskop machen werde. Die Frage ist: von Anfang an mit 70 fach begnügen oder die Errweiterungsmöglichkeiten eines Kowa nutzen.
    Das muß/werde ich selbst entscheiden müssen. Immerhin, ich bin dankbar für jeden Tip. Das verhindert vorschnelle Entscheidungen, die später bereut werden.
    Gruß dietrich

  • Hallo Dietrich,


    es sollte erlaubt sein Händler aufzuführen, die sich in jahrelanger Arbeit auf dem Gebiet der Spektiv,-und Fernglastechnik (spezialisiert) extern der Onlinehändler einen Namen gemacht haben.
    Und in meinen Augen sind diese auch zu wertschätzen, denn genau solche Fachgeschäfte, wo ein Kunde zurück in den Laden und nicht die Ware kommt, ist dieser hier:


    http://www.orniwelt.de/


    Vor der Entscheidung möglichst viele Produkte anzubieten oder von weniger Produkten möglichst viel zu verstehen, hat sich Herr Ullmann von Orniwelt für die zweite Möglichkeit entschieden.
    Frage doch einmal per Mail oder Telefon dein Anliegen und deine Auswahl an, bestelle ihm schöne Grüße von mir - auch preislich geht da immer was!


    Viel Glück bei der Entscheidungsfindung.

  • Hallo Dominique,


    schön daß Du - mit Deiner Erfahrung (und Deiner offenen Sprache) - wieder da bist !


    Dein Hinweis auf den Händler (und ein bißchen Herumst¨bern auf der Seite) hat mich angeregt, auch nochmal näher über ein Spektiv nachzudenken.


    Gruß


    [Edit: aber was ist denn mit Deinem Link zu "dasfernglas" ? ... Bei mir kommt da ein "Saftladen" !]

    Rudi
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    (Berthold Brecht)

  • Herzlichen Dank an alle Helfer. Normalerweise mache ich bei Neuanschaffungen ziemliche Schnellschüsse und davor habt Ihr mich mit Euren Ratschlägen bewahrt. Zunächst kam mir mein Takahashi FS78, der vergraben auf dem Boden schlummerte, in den Sinn. Das Gewicht ist erträglich.
    Das Stativ meiner EQ5 ist ziemlich unhandlich, aber da lag noch ein, auch schon sehr altes, Manfrotto MA075-Stativ, das wollte ich für das Spektiv nutzen. Auf dem Stativ befindet sich der Videoneiger MA501 und auf den habe ich heute die Originalschelle des Takahashi gepfriemelt. Keine gute Lösung, aber ich konnte seit langer Zeit, ohne tonnenschwere Gewichte, ein Rohr zum Himmel richten. Darüber habe ich mich riesig gefreut. Ohne die Foren, ich war auch in "astronomie.de", hätte ich viel Geld (eigentlich zu viel) ausgegeben und deshalb werde ich immer wieder gern zu den Spezialisten zurückkehren.
    Wie sagte meine Mutter oft:"Erstens kommt es anders und zweitens als du denkst"
    Nochmals vielen Dank und beste Grüße
    Dietrich

  • Hallo Dietrich,


    ... Du hattest einen "vergessenen" Takahashi FS 78 ... ... auf dem Dachboden ... ... ... "rumliegen" ! ? ! ?( [kopfkratz].


    Naja, wie dem auch sei, jetzt hast Du ja 'ne gute Lösung gefunden, und ein besserer Adapter auf den Videoneiger wird sich ja auch noch finden lassen.


    Freut mich für Dich !

    Rudi
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    "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
    (Berthold Brecht)

  • vielen Dank, Rudi, für Deine Rückmeldung. Wahrscheinlich habe ich mich mißverständlich ausgedrückt. So ganz ist das Spektivvorhaben nicht ad acta, aber ich lasse mir Zeit. Natürlich wußte ich vom Takahashi auf dem Boden. Der war immer auf dem EQ5-Stativ. Das ist alles sauschwer. In letzter Zeit war ein traumhafter Nachthimmel. Spektiv-Entscheidung braucht. Da kam mir erstmals die Idee, den Takahashi auf das Manfrotto zu schnallen. "Notsituationen" machen "erfinderisch". Das Manfrotto ist auch ziemlich schwer, aber doch leichter zu händeln. Die Videoneigerplatte ist winzig und der Tak hängt jetzt an einer Schraube. Immerhin bin ich nicht ganz vom Himmel weg. Der ist inzwischen total zu. Wahrscheinlich brauche ich ein leichteres Stativ mit geeigneten Videoneiger. Das wiederum scheint nicht "sauschwer", aber "sauteuer" zu sein. Wir wollen demnächst für einige Tage an die Ostsee. Für den Transport und den Balkon dort scheint mir das alles noch nicht das Richtige zu sein. Jüngere verstehen das zuweilen nicht und als ich das anschaffte war ich auch noch jünger. Das ist halt das Problem mit Zeit


    Gruß Dietrich

  • Hallo Dietrich,


    vollkommen einverstanden !


    Ich habe ein kleines Haus. Ich habe - die meiste Zeit meines Lebens - in Luxemburg gearbeitet. Die Neureichen haben alle "Super-Baracken". ... Hatte da schon mal über ein anderes Haus nachgedacht. ... Jetzt, nachdem meine Tochter ausgezogen ist, bin ich froh über das kleine Haus ;) .


    Auf lange Sicht ("Nachhaltigkeit") ist Flexibilität sicher das Beste, ... ... und nicht Größe. Aber das muß man im Laufe eines Lebens erst mal verstehen.


    Weil Du weiter oben einen Spruch Deiner Mutter zitierst: meine hat mir mal 'ne Postkarte mit einem Spruch geschickt (die hängt, zusammen mit einer Postkarte aus Saint Véran, dem höchsten Dorf Frankreichs, auf der folgender Spruch steht, über meinem Komputer: "Saint Véran, le village où les coques picorent les étoiles" = "..., das Dorf, wo die Hühner die Sterne aufpicken"). Auf der Postkarte meiner Mutter steht folgender Spruch:

    "Lasse Dich führen, doch fühle Dich frei,
    wie die Wolken und Wellen im Wind".


    That's it !


    Alles Gute

    Rudi
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    "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
    (Berthold Brecht)

  • Zitat

    Jüngere verstehen das zuweilen nicht und als ich das anschaffte war ich auch noch jünger. Das ist halt das Problem mit Zeit


    weder noch das eine oder das andere, aber so wohl als auch können Gründe sein. Alter ist eine Zahl, mehr nicht.


    Denn ICH z.B. benötigte eine flexibel mobile Ausrüstung für mein 2. Hobby, die Tierbeobachtung. Es gelten also annähernd die gleichen Anforderungen wie bei dir, es werden nur unterschiedliche Objekte beobachtet.
    Ob du einen Videoneiger benötigst kann ich nicht beurteilen, ein normaler 2-Wege Neiger tut es auch. Ich hatte Gitzo getestetet, bin aber dann wegen dem Versatz (siehe Link letzte Bilder) bei Klemmung bei Berlebach gelandet.


    Gitzo http://www.juelich-bonn.com/jForum/read.php?9,431583
    Berlebach http://www.juelich-bonn.com/jF…,431675,431675#msg-431675


    Sicher, ich bin sehr oft mit dem Einbein unterwegs, gerade im Feld macht sich das sehr gut. Aber auch stationär habe ich ein leichtes sehr stabiles Dreibein gesucht ==> Gitzo Carbon.
    Das die "Montierung" für ein Spektiv hinsichtlich der Stabilität den selben Voraussetzungen eines Teleskopes unterliegt bliebt unstrittig - okay, je nach Präferenz des Nutzers.


    Die zur Hilfestellung und weiteren Überlegungen. Für deinen TAK würde ich den Berlebach Neiger eine Nr. größer wählen.

  • Hallo Dominique


    Zitat:


    "Alter ist eine Zahl, mehr nicht".


    ???


    [Sorry, aber das konnte ich Dir nicht so durchgehen lassen, .... das mußt Du schon erklären.]


    Gruß

    Rudi
    ----
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  • Alter ist eine Zahl, mehr nicht???
    Die Zahl sagt deterministisch wenig, aber statistisch sehr viel aus. Mit größer werdender Zahl steigen die eigenen gesundheitlichen Probleme und die von Familienmitgliedern statistischexponentiell an. In einem Hobby-Forum kann man nur eine Zahl und nicht mehr nennen. Das interessiert niemand.
    Die fachlichen Hinweise sind für mich aber sehr interessant und dazu melde ich mich noch einmal.
    Gruß Dietrich

  • Hallo Dominique, vielen Dank für Deine Hinweise zu den Neigern. Habe gerade mal mein Urzeit-Manfrotto Stativ mit Neiger gewogen. Das liegt so um die 14 Kg (16 Jahre alt).
    Nun möchte ich ein Leichteres Stativ und einen Zweiwege-Neiger für drei Dinge anschaffen: TAK78, LUNT LS60 und für ein noch nicht vorhandenes Spektiv. Also alles im maximal 6 Kg Bereich. Videoneiger könnte der Berlebach 553 werden. Wäre es da sinnvoll auch ein Berlebach Holzstativ zu nehmen, etwa Report 332 oder 342? Die wiegen ja alle unter 4 Kg. Bei der Vielzahl von Stativen kann man leicht wieder Fehler machen. Fotografie steht bei mir nicht im Vordergrund, sondern Astronomie mit Handnachführung und eventuell später auch Tierbeobachtung.
    Gruß Dietrich

  • Hallo Dietrich,


    ich hatee, als Zweitgerät, genau das Manfrotto, aber eine ältere Version aus Aluminium. Darauf einen 102/920 Refraktor alter (schwerer) Bauart, der - mit Sucher - so ungefähr 5,4 kg auf die Waage bringt.


    Dazu hatte habe die AYO-Traveller http://www.aokswiss.ch/d/mont/…bersicht_ayotraveler.html, (gibt's wohl nicht mehr ?)
    das Vorgängermodell der VAMO-Traveller von hier: http://www.aokswiss.ch/ayo/vam…r/main_vamo_traveler.html


    Ich habe zunächst das Stativ getauscht gegen ein gebrauchtes Leichtmetallstativ (von einer EQ 3 oder so): das Manfrotto ging (gut für die Reise !), war aber an der Grenze. ich benutze es jetzt für's 16x70 Fernglas.


    Die Montierung habe ich immer noch, ich mag sie. Aber auch die ist bei 5.4 kg an der Grenze. Heute würde ich auch da 'ne Nummer größer gehen.


    Gruß

    Rudi
    ----
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    (Berthold Brecht)

  • Guuuten Morgen zusammen.


    Die sachfremde Thematik schieben wir einmal auf.


    Zum Berlebach 553 ==> http://www.juelich-bonn.com/jF…,431375,431375#msg-431375


    Zum Manfrotto:
    Ich hatte zuvor das 055 Manfrotto aus Aluminium. Ein sehr verbreitetes Stativ in der Orniszene.
    Gut, Preis-Leistungsbetrachtet sicher kein schlechtes Stativ aber die Gusstechnik hat sich im Dauereinsatz und im Feld n.m.M. nicht zufriedenstellend bewährt. Die Materialwahl und Konstruktion haben mich von Anfang an nicht überzeugt. Und ja, ich bin da sicher recht anspruchsvoll, wenn es um die mechanische Auslegung geht.


    Ich rate generell von Segmentmechaniken ab, die sich auf Klappverschlüsse/Schnappverschlüsse beschränken. Drehverschlüsse sind m.E. schneller und seitens der Klemmung (Kraftschluss) viel effektiver und vor allem wartungsfreier und müssen nicht justiert werden.
    Aber auch hier gibt es Qualitätsunterschiede. Nach 2 getesteten Stativen bin ich bei dem Hersteller Gitzo gelandet und so zufrieden wie das Stativ selbst ist - perfekt.
    Hat man den Preis vergessen, erinnert man sich nur noch an die Qualität.
    Ob es nun Carbon sein soll oder muss? Für mich ja, da lange Wegstrecken zurück gelegt werden. Doch Achtung, in der Carbonqualität gibt es hinsichtlich der Stabilität gravierende Unterschiede.
    Je höher der Harz/Klebe,- und desto weniger der Carbonanteil im Material, desto minderwertiger das Ergebnis.
    Hier muss man sich ein wenig einlesen. Auch die Carbonwicklung spielt hier mit ein. Am wichtigsten aber - man staune - da Carbonstative, sprich das Carbon als solches noch sehr viel Handarbeit erfordert, gründet sich die Qualität auf ein nicht unwesentliches Maß auf Erfahrung der Mitarbeiter.
    Ich hatte Chinaprodukte von 2 Herstellern zum testen und habe sie wieder zurück gesendet, da der Vergleich zum Gitzo gravierend ausgefallen ist.
    Einzige Firma, die n.m.M. keinen Vergleich scheuen muss ist FLM ==> http://www.flm-gmbh.de/de/produkte/stative/
    Hier wird noch made in Germany und Carbon aus Japan verwendet, ein Qualitätsgarant.


    Sorry, Manfrotto kommt mir nicht mehr ins Haus (auch wenn interessanterweise Gitzo zu dieser Gruppe gehört).


    Ob die Gewichtsersparnis des Statives im Summenergebnis der Gesamtausrüstung ein gravierender Grund ist, darf, sollte man kritisch hinterfragen. In einer Kontrollrechnung bleibt da ggf. unter dem Strich wenig über und erweist sich als vernachlässigbar!
    Fakt ist aber, Carbon schwingt weit aus weniger (Qualität vorausgesetzt) als Aluminium, dennoch mehr als Holz.
    Berlebach ist eine sehr gute Alternative, aber auch massenbetrachtet eine ganz andere Hausnummer.
    Alternativ zu Berlebach ==> http://www.holzstative.de/ die auch auf Kundenwunsch anfertigen