ITV langbrennweitiger FH Refraktor - brauche HIlfe

    • ITV langbrennweitiger FH Refraktor - brauche HIlfe

      Moin


      wegen
      ITV hab ich mal eine Anfrage: kommt jemand von Euch zu ITV , der sich
      auf Linsenjustage versteht ... und zwar etwas "anders" als das Übliche
      (und kann mir vielleicht helfen): der Stand der beiden Linsen eines
      FH-Objektives zueinander. Kurz:ich habe einen schönen alten LK 110er FH
      bekommen, dessen Objektiv aber vor Dreck stand .. auch zwischen den
      beiden Linsen, also sozusagen "innen". Habe das Objektiv dann
      auseinandergebaut und - da kommt nun mein vermutlicher Fehler ins Spiel -
      die Lage der beiden Linsen zueinander nicht gekennzeichnet. Das war
      zugegebenermaßen doof. Dann Objektiv schön gereinigt (Gottseidank hatte
      es nicht den befürchtete Linsenpilz :) Und wieder zusammengesetzt.
      Soweit auch alles gut.
      Nur denke ich jetzt, dass die Lage der beiden
      Linsen zueinander nicht mehr richtig ist .. daher meine oben genannte
      Frage. Und falls jemand ein Justageokular für den Refraktor hat (der mit
      den vier LED´s), würde ich mir den - gegen die Gabe eines Bierchens ;)
      - gerne mal ausleihen.


      Es handelt sich bei dem Objektiv
      übrigens um ein eigentlich recht "unkompliziertes" 110/1500mm FH
      Objektiv .. den "klassischen Vierzöller" aus einem ca 50 Jahre alten
      "Kosmos Stuttgart" Refraktor.


      Ihr findet mich - wie gewohnt - beim MASH


      Greetz Hannes
      Es ist das Wesen der Primitivität, aus viel wenig zu machen - es ist die Kunst des Geistes, aus wenig viel zu machen
    • Hallo Hannes,

      da ja kein Privatmann eine Prüffassung zum ausprobieren hat, kann man sich nur in senkrechter Anordnung helfen,
      in dem die Fassungslosen Linsen bei Dir mit auf ein mindestens 15 cm hohes Sperrholz - Gestell mit 98mm Bohrung ( nur die Frontlinse wird mit Strich markiert und leicht mit doppelseitigem Klebeband Stückchen gehalten) so positioniert, dass man einem K - Stern über einen 2" Zenitspiegel 90° ins Objektiv leitet.
      Das ganze wird am Boden oder auf einer stabilen Sitzbank aufgebaut!

      Die Fokusseitige Linse, ist am Start mit einem Punkt markiert und mit 3 im Holzgestell eingesetzten Zahnstochern zum zentrieren gehalten, kann aber nun Frei in kleinen Beträgen, auf 3 gewinkelten Test - Kunststoff Distanzplättchen ( die mit der Frontlinse gehalten sind ) gedreht werden.

      Darüber wird der Fassungslose Tubus mit fasst 80% eingedrehtem OAZ über dem Linsen Paket seitwärts an einer Haushaltsleiter befestigt, das ist mit Libelle oder Wasserwaage recht genau einrichtbar!

      Um die Frontlinse ist ein Papierkreis mit 360° Einteilung ( Computerausdruck ) gelegt, damit man die vermeintlich besten Sterntest - Ansichten auch zugeordnet werden können!
      Dann kann man nun von einem Küchentritt aus Intro - bester Fokus und Extrafokal per Sterntest die beste Einstellung herausfinden, in dem man die dazugehörige Gradzahl aufzeichnet.

      Die 2 - 4 Besten kann man dann leicht noch mal untereinander noch vergleichen um den wirklich Besten Sterntestbilder zu finden und dann mit Strich kennzeichnen!

      Diese Prozedur, so erzählte mir Dieter Lichtenknecker bei meinen Besuch in Hasselt, habe Er in Jugendtagen bei seinem ersten selbstschliff angewendet, dauert nach dem Aufbau ca. 40 - 60 Minuten, bis die beste Linsenstellung gefunden war!



      Gruß Günter
      g2-astronomie.de

      GSO 12" Dobson, C8-Orange, C8-Schmidtkamera, Comet-Catcher, LW125/1300, MTO100/1000 MAK, Skywatcher ED 80 PRO, Skywatcher 8" Dobson, Skywatcher Maksutov SKM 127 / 1500
    • Hallo Hannes,

      ich habe das "Frontlinsen-Drehen" mit einem Unterdruck-Saugnapf (alter Badezimmer-Handtuch-Haken) direkt am Stern gemacht ! (Frontring der Linsenfassung leicht aufgedreht).

      Geht sehr gut, WENN die Abstandsplättchen drin sind (sonst gibt's teil-kreisförmige Kratzer auf den Linsen); Du kannst auch provisorisch dickere (gut gleitende, damit die hintere Linse nicht mitdreht !) Abstandplättchen einbauen, da es beim "Linsendrehen" ja hauptsächlich um Astigmatismus geht. (Du kannst Dir natürlich durch das geringfügige Öffen des Frontrings der Linsenfassung eine Verkippung einhandeln, aber bei mir ging das trotzdem prima; ... Stern nicht zu horizontnah wählen ;) ). Den Linsenabstand (Farbabweichung, Unter-/Überkorrektur) kannst Du ja danach einrichten / korrigieren, wenn die Striche an den Linsen sind.

      Was auch wichtig ist, und was ich damals nicht beachtet hatte, ist der Sitz der hinteren fokusseitigen Linse (bei mir sind da 3 Auflagepunkte und die müssen genau unter den Abstandsplättchen sitzen): dazu hat Wolfgang hier mal sehr schön Stellung genommen: Justierprobleme ? (Beitrag Nr. 35)



      Gruß
      Rudi
      ----
      "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
      (Berthold Brecht)

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    • Also dann ist ja klar *:

      astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=210580&whichpage=1#775826 (Beitrag Nr. 4):

      Zum Justieren muß man folgende Reihenfolge einhalten:

      1. Linsen drehen


      2. Abstandsplättchen regeln


      3. Justieren

      Für Letzteres (Punkt 3) reicht ein Cheshire-Okular für um die 30 € [und die "Donats sehen in einem 400 € Spezialokular auch nicht anders aus, ... nur daß es vielleicht 4 "Donuts" (3. Bild) gibt, anstatt 3; ... aber 3 reichen vollkommen aus].

      Und es IST NICHT so, wie der Händler in o.a. Link (Beitrag Nr. 3) sagt, daß man zuerst (in einem ersten Schritt) mal mit einem 400 € teuren Spezialokular justieren sollte, WENN man vorher noch zwei andere Schritte machen muß.

      Technik-Fetischisten sollten vielleicht mal so gaaanz langsam anfangen, sich die Frage zu stellen, was ihre so teuer eingekaufte Technik überhaupt macht.

      ... Und nicht, aufgrund des "Ich komm jetzt (auf "Fessesbook" ?) GANZ groß raus, wenn ich das Ding kaufe" - Effekts, sofort, nachdem sie das Ding gesehen haben, in eine vorübergehende Ohnmacht fallen.

      [Und das: ... " die Farbsituation kannst Du auch wenn nix Anderes zur Verfügung steht, mit Ronchi Fotos, zerlegt in RGB Bilder überprüfen" ... kann man auch am Stern oder am Mond machen (und man sieht die Farbreihenfolge nicht nur am Mondrand, sondern auch z.B. am Newton-Ring im Zentrum des Objektivs); ... dazu muß man sich keine teure Kamera kaufen und die Bilder dann in RGB zerlegen !]



      ***

      Wenn die Frage nach dem, was das - die SEHR teure Ohnmacht [= "vorübergehende geistige Umnachtung (mit heftigen, darauf folgenden Gewissensbissen"] verursachende - Instrument eigentlich GENAU und detailliert macht (und besonders, was es NICHT macht) beantwortet ist, ...

      ... ... JA DANN, und wirklich nur dann, ... ... ... kommen wir mit Diskussionen VORAN !


      Gruß
      -----------
      * ich laß den OAZ jetzt mal weg
      Rudi
      ----
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      (Berthold Brecht)

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