Optischer Test: überkorrigiert bei 532 nm wave, perfekt korrigiert bei 650 nm wave

    • Optischer Test: überkorrigiert bei 532 nm wave, perfekt korrigiert bei 650 nm wave

      Optischer Test: überkorrigiert bei 532 nm wave, perfekt korrigiert bei 650 nm wave

      SC-Systeme haben einen farbabhängigen Öffnungsfehler. In diesem Fall reagiert das System bei 532 nm wave
      überkorrigiert, und bei 650 nm wave perfekt korrigiert. Im Normalfall sollte der Strehl für 532 nm wave (= Haupt-
      wellenlänge) am höchsten sein. Im vorliegenden Fall iegt das Optimum jedoch bei der längsten Wellenlänge. Eine
      Strehl-Auswertung bei 532 nm wave liefert deshalb ein geringeres Ergebniss (weil überkorrigiert) als bei 650 nm
      wave (weil es dort perfekt korrigiert ist). Die Basis für die Strehlauswertung ist ein Interferogramm, das in der
      entsprechenden Farbe erstellt wurde. Der daraus errechnete RMS-Wert wird in Strehl umgerechnet.
      Diese Methode ist in der opt. Industrie allgemein üblich.

      Man kann auch einen anderen Weg wählen, um eine Vergleichszahl zu errechnen. In diesem Fall nimmt man das
      Bild des Artificial Sky Testes ( auch künstlicher Sternhimmel genannt) und untersucht die Lichtverteilung inner-
      und außerhalb des Airy-Scheibchens. Bei dieser Methode sind alle Fehler eines optischen Systems "integriert"
      dargestellt: Es summieren sich also die Effekte der unterschiedlichen Spektralfarben in Form des farbabhängigen
      Öffnungsfehlers und dessen Über- oder Unterkorrektur. Auch die Obstruktion des Systems, der Farbquerfehler
      und eventuell die Streulicht erzeugende "Rauhheit" findet sich im Ergebnis wieder. Diese Zahl sollte man zur
      Unterscheidung "Definitions-Helligkeit" nennen.

      Beide Methoden haben Vor- und Nachteile und sind in ihrem Ergebnis nur bedingt miteinander vergleichbar:
      Die Strehlzahl, die ausschließlich aus dem RMS-Wert errechnet wird, ist eine Art Näherung. Im grünen Spektrum
      liegt der Strehl bei ca. 0.92 im roten Spektrum hingegen - weil perfekt korrigiert - bei ca. 0.98 Strehl.
      Die als "Definitions-Helligkeit" genannte Zahl ergibt eine Gesamt-Übersicht über alle Fehler. Es summieren sich
      also der Gaußfehler ebenso, wie der Farbquerfehler, die Obstruktion, das Streulicht aus der Flächenrauhheit und
      weitere Fehler in einer Zahl, die prinzipiell niedriger sein muß, als die übliche Strehlzahl in einer Wellenlänge. Ein
      Sternfreund hat 0.900 ermittelt. Beide Methoden liefern also unterschiedliche Ergebnisse, weil der jeweilige Blick-
      Winkel ein anderer ist. Ein Streit darüber, welche Methode richtiger sei, ist überflüssig. Im Grunde geht es immer
      um eine Vergleichszahl, an der man die Qualität einer Optik abschätzen kann. Nur verabsolutieren sollte man keine
      dieser Methoden. Hier geht es weiter . . .
      Herzlichen Gruß! Wolfgang Rohr---_ email: wolfgang.rohr@t-online.de Tel: 09521 5136 ---------------------------------------------------- r2.astro-foren.com/index.php/de/
    • Hallo Wolfgang,

      also ich finde Dein ultra-transportables C11 super. Ich habe mal mit einem 76/700 Quelle-Newton auf Tischstativ angefangen. ... So was bleibt in Erinnerung.

      Was Deine Frage nach einem Algorithmus (in dem erweiterten Beitrag auf Deiner Seite) anbelangt, kann den da WinRoddier nicht helfen ? Also, in der Hilfe-Datei von WinRoddier gibt es jedenfalls eine mathematische Herleitung mit (erklärten) Formeln. Aber ich verstehe leider absolut nichts davon. Ich wollte die (Teil-)Anleitung hierher kopieren, aber das geht nicht, weil die offenbar copyright geschützt ist. Aber wenn Du in die Hilfe-Datei von WinRoddier gehst, wirst Du sie unter "formulaire mathématique" finden.

      Liebe Grüsse

      Edit: In diesem Artikel von Roddier von 1993 soft.belastro.net/files/tmp/Wa…ed_optical_telescopes.pdf, steht - am Ende der Zusammenfassung, vor den "Acknoledgements" - auch noch Folgendes:

      "A user-friendly interactive algorithm has been written, with instructions on how to use it. It is available on request to the authors".

      Ich habe keine E-Mail Adresse von Herrn Roddier. Aber eine vom Programmierer von WinRoddier (von der Seite des Programms): Der Programmierer muß ja den Algorithmus kennen. Soll ich mal fragen ?
      Rudi
      ----
      "Falschheit korrumpiert (auch) die Sachkompetenz" (freies Zitat nach Ulpian: 'fraus omnia corrumpit').

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    • Hallo Rudi,



      Das übliche Verfahren zur Qualitäts-Aussage Strehl ist die RMS-Auswertung eines Interferogrammes in einer bestimmten Farbe. Meist 550 nm wave.

      Eine alternative Möglichkeit wäre die Lichtverteilung bei meinem künstlichen Sternhimmel. Aus dem Foto kann man den Airy-Disc-Durchmesser
      berechnen, und aus dem oberen Foto ebenfalls eine Zahl errechnen, die dem Strehl ähnlich ist und ich deshalb "Definitions-Helligkeit" nenne.
      In meinem Beispiel liegen die Zahlen nahe beieinander. Prinzipiell muß die letztere Zahl etwas niedriger sein, weil der künstl. Sternhimmel die
      Summe aller opt. Fehler darstellt.

      Ich wäre also an einem Algorhytmus interessiert, der es mir erlaubt das obere Foto in eine Art alternativen Strehlwert(Definitionshelligkeit) umzurechnen.

      Der Roddier-Test ist insofern unbrauchbar, weil er nur am Himmel richtige Ergebnisse erzeugt. Im Labor stören weitere Optiken das Ergebnis.
      Herzlichen Gruß! Wolfgang Rohr---_ email: wolfgang.rohr@t-online.de Tel: 09521 5136 ---------------------------------------------------- r2.astro-foren.com/index.php/de/
    • Hallo Wolfgang,

      also WinRoddier kann theoretisch auch:

      - künstlichen Stern,
      - Krümmungsmittelpunkt,
      - Autokollimation

      Siehe:



      Dazu müßte man aber in das Programm ein paar Informationen betreffend Abstand, Einfallswinkel usw. eingeben, sonst geht das nicht.

      In der Hilfedatei gibt es auch einen kurzen Vergleich Roddier - Interferometer:



      Liebe Grüße
      Rudi
      ----
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