Abbildung nach drei Jahren "flau"

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House of Optics
  • Hallo Wolfgang


    Bin vorgestern per Zufall auf den Beitrag gestoßen. Sehr amüsant, sofort geht das "Asti-Gerede"los. Asti an, Asti aus... Anstatt erstmal mit der Fehlersuche am Teleskop zu beginnen...


    Beste Grüße,
    Bengt

  • Genau so ist es, lieber Bengt.


    Das Ganze hat noch andere Facetten: Dieser Zeitgenossen hatte den Test bei TS gekauft. Ich selbst
    erfuhr erst vor ein paar Tagen per Email daß (nach 3 Jahren) die Durchsicht Zit: "flau" sei, und
    antwortete deshalb freundlich, daß man zunächst den Fangspiegel, die Justage des Systems,
    und die Lagerung der Komponenten untersuchen sollte. Dazwischen wandte sich dieser Herr
    hilfesuchten an die Experten von A.de, wie man nachlesen kann.
    http://forum.astronomie.de/php…nterferogramm_16_Zoll_GSO


    Vor soviel "Fachverstand" trete ich natürlich bescheiden zurück, um den Informations-Fluß nicht
    weiter zu stören. Auch bestand mein Test nachweislich aus zwei Test-Bögen (Zweistufen-Verfahren)
    und von TS offenbar nur der 2. Teil weitergegeben worden war.
    http://r2.astro-foren.com/inde…ting-mirrors-in-two-steps


    Weil aber der gute Mensch erst nach 3 Jahren gemerkt hat, daß er, aus welchen Gründen, nicht
    zufrieden wäre mit der Abbildungs-Leistung, schlägt er deshalb auf A.de auf. Das nennt man dann
    "Gruppen-Intellegenz".
    https://www.newslichter.de/201…tlich-gruppenintelligenz/


    So nebenbei: Da es sich um GSO-Spiegel handelt, sind die Flächen nicht ganz die glattesten, weshalb
    diese Spiegel sehr, sehr "preiswert" sind. Es ist also weder ein Zambuto-, ein LZOS, ein INTES- oder ein Alluna-Spiegel . . .

  • Hallo Wolfgang,


    ich finde das David durch aus gute Fragen hat die sich auf Grund seiner Benutzung ergeben.
    Ich selbst weis das sich aus beruflicher und privaten Gründen eine genauere Beschäftigung mit einer "Neu" Erwerbung sich lange verzögern kann.
    Erst wenn man sein Gerät kennen lernt macht man sich mit seinen eigenheiten Vertraut. Dauert halt manchmal etwas, so is das Leben.


    Um das ganze mit Daten zu hinterlegen war mein Tipp sich doch an Dich zu wenden. (Da der anderer Händler nicht ersichtlich für mich war,
    bin von MF augegangen den es scheinbar aber nicht mehr gibt)
    Einfach um eine überkreuz Diskussion zu vermeiden.
    Danke auf deinen Hinweis auf dein Messverfahren eben auch das ein Teil fehlt. Hilft schonmal.
    Desweitern gab es ein paar nützliche Tipps für eine Fehlersuche am Teleskop fernab des Meßprotokolls.
    Einfach auch um Handlingsfehler auszuschliessen.


    Eine Pro Kontra Diskussion sind von ihm nicht gewünscht. (Laut Thread)


    Ich denke und hoffe das sich viele Dinge klären werden.


    Schenna Gruass
    da Tom


    PS:Ein GSO Spiegl bleibt ein GSO da hast Du natürlich Recht.

  • geht man es mal ganz sachlich an, lieber Thomas,


    (Anmerkung für Kurt: der Thomas kommt aus einer namhaften opt. Industrie) , so wurde der GSO-Spiegel
    bei TS gekauft, jedenfalls war er in der Zeit Sept.2014 bei mir. Solange wir uns hier austauschen, und dazu
    ist der betroffene Sternfreund jedenfalls eingeladen, kann ich versuchen, an der Klärung seiner Fragen
    beizutragen: Von den fünf 16" f4.5 GSO Spiegeln habe ich den ersten mit der Nummer "A" (also nicht den fünften
    mit der Nr. "E") zusätzlich mit Foucault, Ronchi 13.lp/mm und Lyot-Test untersucht, wobei die typische radiale
    GSO Politur erkennbar ist. Ob dieser Eindruck für alle dieser fünf Spiegel gilt, ist damit nicht ausgesagt, aber nur
    ein Beispiel, mit welcher Qualität diese preisgünstigen Spiegel angeboten werden. Der Aspekt Preis-Leistung
    darf also nicht verschwiegen werden!!!



    Von mir bekam der Händler alle relevanten Unterlagen per Email zugeschickt im Zeitraum Sept. 2014, was dieser jedoch weitergibt, kann ich nicht
    einschätzen - ich mache daraus aber keinerlei Vorwurf. Anders wäre die Situation, wenn der Kunde selbst mich be-auftragt hätte, dann hätte ich
    ihm damals ebenso meine verfügbaren Ergebnisse zugeschickt. Soweit skizzenhaft das Verfahren.


    Wie vorher schon erwähnt, sind GSO-Spiegel Massen-Produktion und nicht vergleichbar mit "Premium-Spiegel", wie man sie von Zambuto, LOMO,
    INTES, David Verneth, Alluna etc. für etwas mehr Geld kriegen kann.
    http://r2.astro-foren.com/inde…8-0inch-277-r-2440-f-1220


    Bevor man jedoch auf den Händler "losgeht" würde ich die näherliegenden Fragen abklären, die da sind:
    - Fangspiegelqualität und dessen Lagerung
    - HS-Lagerung und
    - System-Justage und Art des Tubus (ich bevorzuge einen geschlossenen Tubus.


    by the way:


    Ich habe hier ein C11, herausgesucht versteht sich. Das steht unter meinem Dachfirst: http://rohr.aiax.de/C11Dobs_Ro-01.jpg
    Beim derzeit tief stehendem Saturn untersuche ich öfter die erzielbare Vergrößerung:
    vergangenen 20.Aug.2017 war wieder so eine Nacht, bei der man bis ca. 300-fache Vergrößerung (allerdings bereits dunkles Bild) benutzen
    konnte. In der Regel ist bei 140-fach Schluß, auch wenn ich weiß, daß die Cassini-Teilung ab und zu kantenscharf zu sehen ist. Bei einem
    ähnlich großen Newton von LOMO warte ich auch mindestens 3 Stunden, bevor ich durchschaue.


    Vielleicht läßt sich der Sternfreund bewegen, sich hier die Information zu holen.

  • Hallo zusammen,


    als mein erstes Newton-Teleskop (114/900) nicht das zeigte was der Werbeprospekt versprach hatte ich auch sofort den Spiegel in Verdacht. Mangels geeigneter Messgeräte konnte ich dies nie prüfen, aber der Verdacht blieb.
    Seit ich aber bei meiner vermeintlichen 150/750 Bresser "Gurke" mit eigenen Augen erleben durfte was relativ einfache Änderungen am Teleskop (ohne Tausch der Optik) bewirken können bin ich ganz davon ab eine schlechte Abbildungsleistung als sicheren Hinweis auf eine fehlerhafte Optik zu deuten. Erst wenn Lagerung, Belüftung und Justage OK sind und das Bild trotzdem in mehreren Nächten schlecht ist darf über die Optik gemeckert werden, vorher nicht.


    Wer sich in das Thema Optikfehler eingelesen hat, der nähert sich dem Problem von dieser Seite. Und wenn sich dann ein paar Foren-Teilnehmer finden die in die gleiche Kerbe schlagen dann wäre ich mir auch ziemlich sicher auf der richtigen Spur zu sein.


    Ich drück dem Teleskopbesitzer die Daumen dass die wirkliche Ursache bald gefunden und beseitigt ist.


    Klare Sicht euch allen
    Detlev

    "Wir sind aus Sternenstaub gemacht." - Carl Sagan


    Bresser 10x50
    150/750 Dobson
    70/700 Skylux Refraktor
    Frisch reingekommen: Meade ETX-70
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel, Zollstöcke, Brettchen und wenig Zeit...

  • Hallo allerseits,


    das Problem ist, es gibt nicht nur EINE Ursache für "flaue" Bilder (am Newton). Damit meine ich nicht nur optische und mechanische "Imperfektionen" (Unperfektheiten ?), sondern auch noch Umwelteinflüsse.


    Ich habe einen f/5 Zambuto-Spiegel. Manchmal sehe ich bei Schleierwolken mehr Details auf Planeten, als bei wolkenlosem Himmel. ... Luftfeuchtigkeit, Seeing, Temperaturdifferenzen, Staub in der Luft, Windturbulenzen (u. U. in großer, atmosphärischer Höhe, während auf der Erde unten Windstille herrscht), ... All das spielt eine (manchmal entscheidende) Rolle.


    Deshalb meine ich, so kommen wir nicht weiter. Wir müssen erst mal das "Flaue" eingrenzen und näher definieren:
    - ist es immer da oder nur manchmal,
    - nur bei Höchst-Vergrösserungen oder auch bei mittleren,
    - unabhängig vom Beobachtungsort oder nicht,
    etc.


    Gruß

    Rudi
    ----
    "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
    (Berthold Brecht)

  • Vielen Dank für die Beiträge von Detlev und Rudi!
    Während Detlev auf ein mangelhaft optimiertes Newton-System verweist, nennt Rudi die Einflüsse von Atmosphäre und Standort.
    Stimme ich in beiden Fällen zu. Die Unschärfe von Fehler-Schilderung ist oft nicht genau genug, wenn man diesen Sachverhalt
    erörtert.
    Ich gehe es einmal an nur unter dem Aspekt qualitativer Testverfahren beim Hauptspiegel, und nur beim Hauptspiegel: Also nicht
    quantiativ, weil ein quantitativer Strehl von 0.99 eine Optik ungenau beschreibt.


    Obere Reihe ist der hier diskutierte 16" f4.5 GSO HS, die Reihe darunter . . .



    der 12" Zambuto f4.4 Newton-Spiegel:



    Beim mittleren Ronchi-Test (Zambuto) sind die dunklen Linien frei von Störungen, beim GSO-Spiegel oben nicht, was ein Hinweis auf die grobe Politur ist.
    Nochdeutlicher erkennt man den Unterschied beim Lyot-Test ganz rechter Bild-Teil. Der Rand zieht sich beim GSO-Spiegel hoch, sodaß sich die Frage stellt,
    ob man versuchsweise den Rand mit 1 cm Breite abblendet. Der Zambuto-Spiegel ist bis zum Rand sauber gearbeitet.
    Auch der Zambuto-Spiegel ist ganz leicht unterkorrigiert, was den Strehlwert logischerweise leicht "drückt". Beim Newton-Spiegel ist das so.
    Der Foucault-Test zeigt überzeugend, welche Qualität der GSO und im Unterschied dazu der Zambuto-Spiegel hat.
    Es ist die Entscheidung des Sternfreundes, wie seine Wahl ausfällt: Qualität oder Preis. Selbst ein GSO-Spiegel mit 0.99 Strehl muß keine
    besseren Bilder abliefern.


    Wie sagte heute in der SZ einer so schön, wir leben in der postfaktischen Zeit und da wird alles verquatscht.

  • Hallo Wolfgang,


    danke für deine Ausführungen und natürlich auch von Detlev und Rudi.
    Theoretische Werte sind das eine praktische Erfahrungen das andere.
    Hier und auch im Nachbarforum wurden Hinweise gegeben die auch andere Faktoren berücksichtigen.


    Ein Abblenden um 1-2 cm könnte bei dem vorhandenen I-Gramm nützlich sein.


    Mal schaun was raus kommt.
    Und imme schee gmiadlich bleim ;-)

  • Also ich denke, wir sind uns einig, daß(mindestens) 3 Elemente in die Beurteilung eingehen, wenn es um die Frage geht, ob ein Newton "flaue" Bilder zeigt oder nicht, nämlich:


    - mechanische Fehler (z.B. Halteklemmen an der Hauptspiegelfassung und ähnliches)
    - optische Fehler (beim Schleifprozeß),
    - Umwelteinflüsse.


    Man darf jetzt aber nicht den Fehler machen, zu sagen, weil es 3 (theoretisch) mögliche Fehler sind, geht jeder der MÖGLICHEN Fehler mit 1/3 in die Diskussion darüber ein, ob der Newton flaue Bilder liefert.


    NEIN, eines der 3 Elemente kann zu 1/6 eingehen, ein anderes zu 2/3 und das Dritte wieder zu 1/6.


    Ich muß zugeben, daß der Spiegel-Rauheits-Vergleich in Bildern von Wolfgang betreffend GSO / Zambuto beeindruckend ist, ... aber das Ergebnis hilft nicht wirklich weiter.


    Die Frage ist, wieviel % vom flauen Gesamtbild macht diese Rauheit aus.


    Mit anderen Worten: Wenn ich die abgesunkene Kante des Spiegels mit einem Ring von 1.25 Zoll = (sagen wir mal) 3 cm abdecke (und der Spiegel keine anderen Fehler hat, oder, alternativ, noch die Rauheit zusätzlich), was habe ich dann, von einem 16 Zöller ausgehend, im Endeffekt für ein Instrument ?


    - einen 14 Zöller
    - einen 12 Zöller
    - oder was ?


    Ich finde hinsichtlich solcher Angaben "versagen" die Experten in den Foren im Moment noch ein bißchen !


    Gemütliche und entspannte Grüße

    Rudi
    ----
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    (Berthold Brecht)

  • Hallo alle miteinander!


    Bei mir half Abblenden. Aber nur weil sonst die Kante des Fangspiegels angeleuchtet wurde. Mit einem längeren Tubus kann ich jetzt auch ohne Blende beobachten und nutze den ganzen Hauptspiegel. Einen größeren Newton abzublenden dürfte weniger Licht kosten.
    Aber die Eigenschaften des Teleskops verändern sich. Das Öffnungsverhältnis ändert sich, der Fangspiegel ist jetzt im Verhältnis zum Hauptspiegel etwas größer, und was so ein abgeschnittener Parabel-Rand bedeutet kann ich nicht sagen. Ich rate mal: ringförmige Unschärfe?


    Verzwickte Sache mit den verschiedenen Fehlern die sich überlagern können. Super wäre ein zweites Teleskop mit dem man bei Bedarf mal einzelne Komponenten tauschen könnte. Auch wäre es mit einem zweiten Teleskop unter dem gleichen Himmel am gleichen Ort bei gleichen Objekt und Beobachter möglich sich zum Thema "Seeing" eine zweite Meinung zu bilden. Wenn das eine Teleskop gute Bilder zeigt und das andere nicht, kann es kaum am Himmel liegen. Wenn beide nichts zeigen muß es nicht am Himmel liegen. Aber vielleicht an der Justage, am Okular, an Luftschlieren im Tubus, an einem Zweig der ins Blickfeld ragt, an einem verspannten Spiegel, Dreck auf der Optik, ...


    Bei Elektronikproblemen ist der Weg zur erfolgreichen Fehlersuche die "Inbetriebnahme von funktional abgegrenzten Anlagenteilen".
    Aber ein Teleskop ist am Ende doch hauptsächlich Mechanik, und ein frei stehender Spiegel verhält sich anders als der Spiegel eingebaut im Teleskop. Kombiniert mit schwankendem Beobachtungsbedingungen jagt man da auch schon mal einige Abende Gespenster. Wer wie ich wenig Zeit hat kriegt damit schnell ein halbes Jahr rum. Da ist es gut wenn man in einem Tagebuch dokumentiert was man gerade macht und welcher Spur man folgt und warum man was ausschließen kann. So setzt sich dann Stück für Stück ein Puzzle zusammen. Ein bischen Glück hilft bestimmt auch.


    Klare Sicht
    Detlev

    "Wir sind aus Sternenstaub gemacht." - Carl Sagan


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  • Da funktioniert das Foren-Unwesen genauso wie Twitter (Gezwitscher) Trump sei mein Zeuge.


    Bereits die Fehlerbeschreibung ist selten "scharf" und exakt mangels Erfahrung und hinreichender Beobachtsgabe.
    Daraufhin meldet sich der Chor aller Entrechteten (von Händlern Beschissenen) und somit Spezialisten . . .
    Die Netz-Gemeinde hat ihren Aufreger, nur passiert iss nix, außer ein bißchen Ehrabschneidung, wie man das von
    Social-Media gewohnt ist. Hilft alles nix - scheint eine Pflege-Creme für die Seele zu sein.

  • Hallo Wolfgang,


    Wenn David 3 Jahre brauchte um mit dem Teleskop so vertraut zu werden dass er erst jetzt über ein flaues (= unscharfes, kontrastarmes und/oder zu dunkles?) Bild klagt dann kann ein Jahr vergehen bis er etwas findet das ihm hilft. So lange hält die Aufmerksamkeit für seinen Thread sicher nicht an und alle Beteiligten wenden sich nach und nach anderen Themen zu.
    Getreu dem Motto: "In die Schlagzeilen von heute werden morgen Fischreste eingewickelt" dreht sich die Welt einfach weiter.
    Vielleicht erfahren wir irgendwann mal was es war, vielleicht auch nicht. Vielleicht verkauft David das Teleskop am Ende und hofft auf mehr Glück beim nächsten Kauf.
    An einem teuren Teleskop "herum operieren" ist auch nicht jedermanns Sache, und wer dabei was kaputt macht und dann im Netz nach Hilfe fragt wird schnell als kompletter Idiot dargestellt.
    Dann vielleicht doch lieber das Problem durch die Zugabe von mehr Geld für ein neues Teleskop "lösen" und das jetzige Teleskop meistbietend in der elektronischen Bucht "entsorgen".


    Grüße an alle Nachtaktiven ;-)
    Detlev


    Nachtrag: Die Erwähnung der langen Zeiträume sollen keine Herabwürdigung Davids sein. Ich bin ja selber einer der Abends kaum Zeit hat weil am Haus dies und das ausgebessert werden muss. Und das Wetter muss ja auch mitspielen...

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  • Hallo Wolfgang und Detlev,


    mir ging es nicht darum Leute "in die Pfanne zu hauen", die echte Aufklärung betreiben, sei es die eigene durch Dazulernen (ich selbst habe sehr viele Jahre gebraucht, um optische Fehler - immer noch nur ein bißchen - einschätzen zu können), sei es -was auf einer Werteskala ("auf dem Weg zur Weisheit") noch höher einzuschätzen ist, und wie es Wolfgang macht -, die von anderen.


    Aber ich hatte auch den Konsumentenschutz im Hinterkopf. ... Und da wollte ich nochmals daran erinnern, daß das Wort "Optik-Experte", neben dem Wort "Optik" halt auch noch das Wort "Experte" enthält. Es z. B. sicher richtig, daß ein jeder, der eine Steuererklärung macht und einen Steuerbescheid erhält (besonders dann wenn er seit Jahren damit Erfahrung hat), meint er sei ein Steuerexperte. Diese - persönliche, sich selbst beurteilende (und daher nicht sehr vertrauenswürdige) - "Experten"-Meinung resultiert aber vor allem daher, ... daß der eigene Geldbeutel betroffen ist.


    Es gibt aber auch noch ECHTE Steuerexperten. Diese Experten haben aber meiner Meinung nach aus ihrem - oft immensen - Fach-Wissen heraus eine besondere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft; sie müssen / sollten finanziell und moralisch UNABHÄNGIG sein (und solche Gutachten erstellen), und - nur als ein Beispiel - als Steuer-Experten die Regierung darauf hinweisen, wenn sie der Meinung sind, daß ein Steuergesetz ungerecht ist und damit den Zusammenhalt in der Gesellschaft schädigt.


    Also "Experte" = unabhängig.


    Auf die Optik bezogen, heißt das - und nur das wollte ich sagen -, daß ein echter Optik-Experte es klar sagen sollte, wenn ein 16 Zöller in Wirklichkeit nur ein 12 Zöller ist, damit der Konsument dann Preislisten (12 gegen 16 Zoll) vergleichen kann und eine finanzielle Verhandlungsbasis für seine Nachbesserungs-, Mängelbeseitungs-, Schadensersatz oder sonstigen Rechte hat.


    (Ich gebe zu, saß es möglicherweise nicht so einfach ist, zu sagen, dieser 16 Zoll Spiegel bringt in Wirklichkeit nur so viel wie ein 12 Zöller, aber dann muß man halt ZUSÄTZLICH zu dieser Aussage die Beurteilungskriteren offenlegen, und nicht NUR die Beurteilungskriterien publizieren, die kaum ein Mensch versteht !).


    Nochmals, ich möchte hierausdrücklich nicht an Wolfgang herum"mäkeln", sondern lediglich an das Verantwortungsbewußtsein ALLER ECHTEN Optik-Experten (und da schließe ich die Händler ein) appellieren, damit wir endlich das Problem der "Optik-Gurken" in sachgerechter Weise in den Griff bekommen.


    Gruß

    Rudi
    ----
    "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
    (Berthold Brecht)

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  • Hallo Rudi,


    ich fühle mich NICHT "herum-gemäkelt", also keine Bedenken.
    Hinsichtlich opt. Qualität, aber auch opt. Fehler habe ich häufige Anfragen, die mich manchmal mehr oder weniger verwundern.
    Ganz besonders dann, wenn man glaubt, über ein Forum eine Problem-Lösung zu erhalten. Und wenn dann auf manchen
    Foren die Sachlichkeit überschießt in emotionale Beiträge, dann bin ich froh, wenn ich nicht überall schreiben kann.


    Bemerkenswert übrigens, daß die mir bekannten tatsächlichen Experten wenig bis gar nicht mit Beiträgen auf Foren glänzen.
    -----------------
    In der Händler-Szene trifft man unterschiedliche Firmen-Philosophien:


    Entweder hat man es mit einem bodenständigen Händler zu tun, fest mit den Füßen im Boden verwurzelt, zu denen habe ich
    großes Vertrauen, leider gibt es die nicht oft. Dann gibt es die Firmen, in kurzer Zeit expandiert, was dazu führt, daß
    der Kostendruck wegen steigender Mitarbeiterzahl und anderer Investitionen ebenso expandiert. Dann tritt der Umsatz in
    den Vordergrund, die Qualität zurück, und die Schnäppchen-Mentalität bricht sich Bahn. Die aber versteht kaum, daß es
    immer noch ein Preis-Leistungs-Prinzip gibt - also für wenig Geld auch keine hohe Qualität zu erwarten ist.

  • Hallo Wolfgang und Rudi!
    In der Computerbranche gilt: "Es ist moralisch verwerflich dem naiven Endverbraucher beim sparen helfen zu wollen."


    Wer zu seinem Händler geht und sagt "Ich suche das maximale für maximal X Euro!" der wird etwas bekommen daß dieses Budget "abholt". Ob damit maximale Qualität gemeint ist, maximale Öffnung, maximal viel Zubehör oder maximal präsent in der Werbung war nicht Teil der Frage. Je nach Händler wird das Ergebnis deshalb unterschiedlich ausfallen.


    Daß wir zwischen verschiedenen Teleskopen wählen können liegt am Wettbewerb der Händler im Kapitalismus. Im Sozialismus gäbe es eine handvoll Modelle und man wäre froh irgendeins davon zu bekommen, egal in welcher Güte.
    In gewisser Weise ringen wir hier also mit einem Luxusproblem. Jeder will natürlich ein gutes Teleskop. Und jeder Händler will seine Teleskope verkaufen. Und so treffen sich alle auf dem "Markt".


    Selbst mit einem Markt voller ehrlicher Händler und ehrlichen Optik-Experten wäre das Problem nicht aus der Welt. Es ergäbe sich eine unschöne Lücke im unteren Bereich der Portfolios der Händler die sicher irgendjemand irgendwie füllen würde. Einen Kunden nach Hause schicken mit der Aussage "Komm wieder wenn du mehr Geld hast, vorher macht das alles keinen Sinn" wäre die Antwort eines ehrlichen Händlers. Aber Leute die die ungeschönte, brutale Wahrheit sagen waren und sind selten beliebt. In der Geschichte waren sie oft die ersten Opfer des Mobs.


    viele Grüße
    Detlev

    "Wir sind aus Sternenstaub gemacht." - Carl Sagan


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    70/700 Skylux Refraktor
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  • Hallo Detlev,


    so ganz stimmt das mit der Sozialismus Produktions - Philosophie nicht, ( die sich hier wohl über die "Zeit" gerettet hat )
    würde sich die immer so ändern wie hier im Kapitalismus, gäbe es keine Russentonne und auch keine Maksutov - Caasegrain / Maknewton oder Tal - Klevtsovs noch APOs von Weltruhm mehr, sondern wahrscheinlich nur noch Schlechtere Massenware als jetzt aus Fernost!
    Aber wie lange folgt man dieser Ferigungsphilosophie noch, bis zur Rente der letzen Optikmeister?


    z.B Lichtenknecker Optics, die haben alles schleifen gelassen und bieten nun auch nur Celestron ; Meade und Skywatcher an!


    Die haben nicht versucht die gut durchdachten Optiken weiterzuentwickeln, auf größere Fertigungsmargen, preiswerter im Osten oder Fernost, Komponenten - Fertigung mit dem System 64 oder 67 fertigen zu lassen.
    So dass es bis Heute kein so durchdachtes Zubehör System mit weit über 40 Kompetenten mehr gibt, die zu allen eigen produzierten Teleskopen von Refraktor, SC und Newton bis zu den Flatfield Kameras die passenden Fokusanpassungen liefern kann!


    http://www.astrotech-hannover.…nloads/lichtenknecker.pdf


    Ohne das über mehrere verschiedene Gewindegrößen Krampf - haft eine Annäherung versucht werden muss!
    Die langen Frage und Antwortspiele dazu kennt Jeder aus den Foren!


    Heute gibt es viel Gewinde der "gleichen Größe", wo Eines in das Andere passt, umgekehrt aber nicht!
    oder das Eine sitzt locker mit der Gefahr des überdrehen, das Andere aber ist nach 1,5 Gängen schon fest verhakt und kaum mehr zu trennen!
    Das ist die Zukunft von heute!


    In Hasselt hat man nach Dieter Lichtenknecker, Gutes aus Unverständnis des wirklichen Potenzials in de Amateur - Astronomie in den Schubladen versenkt!
    Weil man die neue Zeit im Marketing verschlafen hat, statt weniger teurer Kleinserien, durch Massenfertigung, ein besseres Stückpreisverhältnis zu erreichen und damit Entwiklungs - Inventionen besser abzusichern!


    Damals hat man den Gaul selbst totgeritten und keiner hat hier die Fackel weiter getragen, man hat nicht mal die Asche konserviert, und ohne die treuen Nutzer von LK Teleskopen und dem System 64 / 67 und Dieter Lichtenknecker und Kurt Knapp
    vom Kosmosverlag wären Sie weniger wie Fußnoten!


    Es ist schon erstaunlich, dass es hier nur an 2 Leuten bei Lichtenknecker und Kosmos mit Vision und Weitblick hing und mit Ihnen unterging, weil sonst keiner über die auf dem Schoß liegenden Bilanzebene hinaus schauen konnte!


    Vergangene Zeiten ! / ?
    Man sollte seid dem doch dazu gelernt haben ! / ?


    Umso trauriger ist das einem Kunden, Ungeschickt oder nicht, die angeforderten Prüfberichte vom Händler nicht komplett, oder mit dem Hinweiß, dass alle anderen Prüfkriterien erfolgten und Im geforderten Rahmen liegen, ausgehändigt werden!
    So verspielt man Vertrauen, dass dann und das ist Schade, mit noch mehr billigerem Ramsch, ( Teleskope ohne jeder Justagemöglichkeit ) versucht wird auszugleichen!
    Mit allen Konsequenzen, die das für den Kunden und und Händlern nach sich zieht!


    Ich warte schon mal gespannt, auf den 3D - Linsen und Teleskopspiegel - und Tubus Drucker, in 22 Minuten alles fertig in einem Druck, Farbkorrektur und Strehlwerte, können dann aus dem intrigierten Chip per WiFi auslesen werden!
    Gedruckte Dobson gibt es schon!


    Die weltweit agierenden Web - Großversandhäuser werden sich freuen, bald gehört ihnen der Astro - Kuchen ganz!



    Gruß Günter

    http://www.g2-astronomie.de


    GSO 12" Dobson, C8-Orange, C8-Schmidtkamera, Comet-Catcher, LW125/1300, MTO100/1000 MAK, Skywatcher ED 80 PRO, Skywatcher 8" Dobson, Skywatcher Maksutov SKM 127 / 1500

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von G2_Astro ()

  • Hallo Günter,


    dass sich nicht immer das Beste durchsetzt wissen wir wohl alle. Mit guten Marketing lassen sich einige Schwächen ausbügeln. Intensives Marketing bringt Leute dazu für eine Flasche stilles Wasser soviel zu bezahlen wie für eine gute Flasche Wein.


    Aus der Vergangenheit lernen? Der Markt lernt nicht dazu. Wozu auch? Ihm wird eine eigene Intelligenz zugeschrieben die höher ist als die seiner Individuen. Das muß reichen.


    Die Vielfalt guter Optiken aus russischer Produktion lenkt etwas davon dass sich in Russland selbst kaum jemand sowas leisten konnte und kann. Manche Produkte des Sozialismus waren im Kapitalismus sehr begehrt und wurden gerne gekauft, aber der astrointeressierte Trabantfahrer von nebenan musste sich schon was einfallen lassen um da heran zu kommen.


    3D-Drucker werden nicht nur unser Hobby verändern. Genau wie "normale" Drucker den Beruf des Druckers ausgelöscht haben werden sie ganze Berufsbilder verschwinden lassen. Eine Prothese vom Zahntechniker anfertigen lassen? Wozu die Mühe, das scannen wir und drucken es aus. Passt eh besser. Sie brauchen einen neuen Schlüssel? Kleinen Moment... brauchen sie auch das passende Schloss dazu? Wäre diese Woche im Angebot...


    nachdenkliche Grüße
    Detlev

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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Kaffee () aus folgendem Grund: Rechtschreibfehler korrigiert

  • That is THE POINT !
    100.000 %.
    Danke Günter

    Rudi
    ----
    "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
    (Berthold Brecht)

  • ... "Intensives Marketing bringt Leute dazu für eine Flasche stilles Wasser soviel zu bezahlen wie für eine gute Flasche Wein". ...

    Ja das ist richtig, ... aber da (und anderswo in Deinen Beiträgen) sprichst Du noch das umgekehrte Problem an, das - neben Betrug - auch für die Misere verantwortlich ist ; die «Geiz istgeil»-Mentalität.


    Im Schwarzwald, in den abgelegenen Dörfern, machen zur Zeit die letzten «Tante Emma-Läden» zu, die am Ende außer Lebensmittelgeschäft - auch noch Ersatz für Bäcker, Metzger, Drogerie, ja sogar Baumarkt, usw. waren.


    ... Im Dorf gibt’s dann nichts mehr zu kaufen (und das hat schwerste Konsequenzen für das ganze Dorf) ! ... Warum ?


    Ich habe ganz kürzlich mit der Besitzerin eines solches Ladens gesprochen.


    Sie sagt, die Leute aus dem Dorf kommen zu ihr, und sagen ganz offen, ... "ach ich habe beim Einkauf in 25 km Entfernung(im Schwarzwald muß man oft weit fahren), bei dem Hypermarkt auf der grünen Wiese, die Sahne, oder die Eier vergessen". Und NUR das kaufen sie beim Tante Emma Laden.


    Sie denken sich gar nichts dabei, wenn sie das sagen. Und dann kommen dieselben Leutezur "Tante Emma" mit Bitten um Spenden für ihr Vereinsleben. ... ... Die hat sie aber nach Hause geschickt. ... Und da waren die baff !


    Dabei müßte man mal die Benzinkosten für die Fahrt mit dem Auto (oder dem Bus, relativ teuer im Schwarzwald) zum Hypermarkt mit einrechen.


    Der Mensch hat verlernt, in Gesamt-Zusammenhängen zu denken !


    Genauso ist es mit den Teleskopen auch, ... da hast Du schon recht !


    ---


    Aber nicht mit dem Satz:

    Selbst mit einem Markt voller ehrlicher Händler und ehrlichen Optik-Experten wäre das Problem nicht aus der Welt

    Ich behaupte mal doch: Denn dann würde NORMALES, traditionnelles Denken wieder richtig (was es eigtnlich immer war), das durch Jahrzehnte-langen Marketing-Betrug pervertiert wurde. Das verlogene Marketing hat das Denken der (einfachen ?) Menschen verändert (wenn man Dir, als Mensch der am Monatsende nicht viel Geld übrig hat, ein halbes Leben lang immer wieder zeigt und quasi "beweist", daß "Geiz geil ist", dann traust Du Dich am Ende vielleicht, daran zu glauben).


    ... Der Mensch handelt eben ökonomisch und passt sich an. ... Auch im Denken, ... wenn sich die Umstände verändert haben. ...


    Aber wehe, wenn sich am Ende herausstellt, daß das alles (inklusive der Idee des individualistischen, liberalen Kapitalismus) nur «Fake» war, und die Umstände, die die Menschen bewogen haben, anders (= "falsch") zu denken, sich nur scheinbar, aber nicht wirklich, geändert haben, weil ihm etwas "vorgegaukelt" wurde.


    ... Dann möchte ich ehrlich gesagt, nicht in der Haut der Marketing-Leute, sowie deren Chefs (!) und Helfershelfer stecken.


    [Wie hieß noch der englische Spruch, ... ach ja:
    "Cheap, fast, good, ... chose any two".]


    Wie Du siehst, Ich denke mir Dir nach.


    Liebe Grüße

    Rudi
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    "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
    (Berthold Brecht)

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