Optik bei einer Digicam entfernen um die Kamera an ein Teleskop zu adaptieren

  • Hallo Freunde der Nacht,


    eine ganze Weile ging ich "schwanger" mit dem Gedanken eine DSLR zu kaufen um sie auf meine Teleskope, namentlich Lidlskop und ETX70 zu schnallen.
    Im täglichen Leben bin ich zufrieden mit meiner Digiknipse, es besteht also abseits von Astronomie kein Bedarf.
    Welches Modell, wie schwer ist das, usw... alles wollte bedacht werden.
    Aber ... so viel Geld.... nur zum reinschnuppern?
    Dieses Jahr wird es knapp mit der Zeit, es ist also eher ein langfristiges Ziel.


    Irgendwann vor ein paar Tagen kam mir die Idee daß man das Problem ja auch "kreativ" lösen könnte:
    1. Suche und kaufe eine Digiknipse von Canon die einen Optik-Defekt hat für kleines Geld
    2. Nimm CHDK und konfiguriere die Canon-Kamera so wie du es brauchst.
    2. Entferne die Optik und adaptiere den Rest der Kamera irgendwie an eine 1,25" Okularhülse
    4. Ab damit ans Teleskop.
    5. GGf. ETX70-Polhöhenwiege bauen wenn die Bilder ahnen lassen daß es sich lohnt.


    Status:
    Schritt 1 ist im Gange, ich warte auf Post.
    Schritt 2 ist möglich, die Kamera wird unterstützt.


    Bin ich der einzige der so verrückte Ideen hat oder gibt es vielleicht sogar jemanden der von ähnlichen Experimenten berichten kann?


    Neugierige Grüße
    Detlev

    "Wir sind aus Sternenstaub gemacht." - Carl Sagan


    Bresser 10x50
    150/750 Dobson
    70/700 Skylux Refraktor
    Frisch reingekommen: Meade ETX-70
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel, Zollstöcke, Brettchen und wenig Zeit...

  • Nachtrag:
    Wenn man sich ein bischen einliest stellt man fest daß der Sensor einer Kompaktkamera viel kleiner als der einer DSLR ist.
    Naja, dann lass ich die Optik erst mal drauf und probier aus was damit geht. Piggyback oder auf eigenem Stativ, mal sehen was geht... ;-)

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  • Hallo Detlev,


    Adaptiere die DigiCam mittels einer > Okular Fotoring < 1,25" oder 2" Je nach Objektiv mit Zwischenringen, so an ein 30 - 40mm Okular mit möglich großer Augenlinse, das Du mit dem ausgefahrenem Objektiv so nah wie möglich an Diese heran kommst!
    Dann leicht einzoomen bis der Rest Tunnelblick verschwunden ist!


    Das ist dann afokale Okularprojektion! Augenlinse zu klein > SuperView_ohne.jpg <
    Mit Superviw 40 Okular >SuperView_mit.jpg > Superview-Kamera.jpg


    Hier ein mal Mond Foto damit > http://www.g2-astronomie.de/im…bw2004/bild27vollbild.jpg
    Durch 10" Dobson mit Olympus C - 310 Zoom Kamera durch Maxviev 40


    Hat das Objektiv ein Filtergewinde geht es lichter einen passen Adapter zu finden! Oder Adapterring aufkleben!
    adapter.jpg


    Wenn nicht, mit dem Teleskop Universal - Kamerahalter die Kamera mit dem ausgefahrenem Objektiv so nah wie möglich an Okular genau gerade darüber ausrichten, den Zwischenraum mit einem leichtem schwarzen Schaumstoffring gegen Streulicht abdecken, dazu kann man auch einen alten Faltenbalg nehmen!
    > baaderklemme2.jpg < > 71uS-2-1E+L._SL1500_.jpg <


    Ist Alles fertig montiert, am Tag Probefotos von weit entfernten hell und dunklen Objekten machen, um mit den Fotos die genaue Ausrichtung zu prüfen!


    Dann kann man mehrere 1 - 5 sec. im manuell Modus( Bl. Zeit ausprobieren ) Serien Fotos ( was die Kamera halt so kann ) von den Plejaden, Kleiderbügel, Doppelsternhaufen und Orionnebel machen!
    Diese dann mit einem guten Programm Positionieren und zum Summenbild Staken.


    Damit wird der Fotosensor voll genutzt anders als bei Video, aber auch das kann man mit dem Aufbau mal probieren, mit mehreren
    1 - 3 Minuten Videos, was besser geht!
    Trotzdem sind insgesamt mindestens 20 - 40 Minuten Gesamtbelichtung nötig um was zu sehen!
    Die kurzen Belichtungen stellen aber keine so großen Anforderungen an die Nachführung!


    schau hier Bild ganz unten
    http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=124131&whichpage=2


    http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=64185&whichpage=2


    Deppsky_c3020b.jpg


    > superview40.jpg <


    > a60_1.jpg < > a60_2.jpg <


    Das gilt auch schon so für die modernen DigiCams bis HD Format
    http://astrofotografie.hohmann…hniken/toucam.deepsky.php
    Mit einem Handy Kameraadapter sind auch moderne Handys mit Zoomfunktion dazu wie oben beschrieben Nutzbar!


    Tipps zur Okularprojektion bzw. Vergrößerung bei Astrofotografie



    Gruß Günter

  • Hallo Günter,


    uff, das ist ganz schön viel Info. Vielen Dank dafür!
    Das les' ich mir zuhause mal in Ruhe durch. Die Kamera könnte das mechanisch mitmachen. Bei ihr geht der Autofokus nicht immer, aber den braucht man ja bei sowas eh nicht.
    Es ist eine PowerShot SX110 IS. Ich werd wie die meisten erst mal Strichspuren aufnehmen um die Kamera zu testen und ein Gefühl für die besten Belichtungszeiten zu bekommen.
    Wenn das gut klappt kann man sich ja "hocharbeiten". Ich hoffe mir ersaufen die Bilder nicht im aufgehellten Himmel. Stacken dürfte in der Hinsicht besser funktionieren als 1 Foto ewig belichtet, oder?


    Gruß
    Detlev

    "Wir sind aus Sternenstaub gemacht." - Carl Sagan


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  • Hallo Günther,


    einen IR/UV-Sperrfilter hab ich, danke für den Hinweis!
    Die Kamera sollte in den nächsten Tagen ankommen, und dann brauch ich ja "nur noch" einen halbwegs klaren Himmel.


    Gruß
    Detlev

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  • So, Kamera ist da, Akkus geladen und am Donnerstag nach dem Regen ergaben sich ein paar Wolkenlücken.
    Also raus auf die Terasse und mal ein bischen rumspielen mit der Kamera (ISO-Werte, Belichtungszeit, Brennweite)
    Der Versuch wurde unterbrochen als einige dicke Tropfen vom Baugerüst genau auf die Kamera tropften.
    Das bis zu dem Zeitpunkt beste Bild war das hier:
    15 Sekunden, ISO 800


    Außer Linien einziehen und zurechtschneiden keine Bearbeitung.
    RAW, Darks usw darum muß ich mich noch kümmern. Die SD-Karte die ich verwende
    muckt ein bischen.
    Klare Sicht
    Detlev

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  • Hallo Detlev,


    Gut!
    Jetzt kannst Du probieren, bei welcher Belichtungszeit das bunte Rauschen stark reduziert ist, aber die Sterne gerade noch sichtbar sind.
    Damit dann Bilder zum stacken aufnehmen!


    Erreicht Du das z.B. bei 8sec. dann 2x 450 Bilder aufnehmen um eine brauchbare Ergebnisse zu erhalten.
    Dann min. 650 Dunkelbilder für den Abzug aufnehmen!
    Der beste Test geht dann damit am Orion - Nebel M42, dort kann man dann gleichzeitig Nebel und Sterne und die Farbwiedergabe beurteilen!


    Gruß Günter

  • Hallo Günter,
    Danke für die Details! Gute Idee mit Orion, der kommt ja bald in Reichweite für Leute die am nächsten Morgen arbeiten müssen.
    450 Bilder zu 8 Sekunden, das sind ja 2 Stunden reine Belichtungszeit, die Erzeugung der Bilder gar nicht eingerechnet!
    Naja, von nichts kommt nichts. Die Dunkelbilder werden soweit ich gelesen habe mit den exakt gleichen Parametern aufgenomen, nur daß vorne der Deckel bzw die Klappe drauf ist. Das wären dann noch mal 1,5 Stunden Nicht-Belichtungszeit.


    Ich seh schon die Kamera muß Piggyback auf das ETX70 sonst läuft mir Orion aus dem Bild.
    Und ich brauche eine schnellere SD-Karte, das Speichern dauert sonst nochmal so lange.
    Ich glaub danach weiß ich ob mir die Akkus lange genug halten. Naja, irgendwo hab ich auch noch einen kleinen 12V Bleiakku.


    Eine Frage zu den Dunkelbildern: Warum so viele? Da bekommt a fast jedes Bild sein eigenes Dunkelbild. Liegt es an den sich laufend ändernden Temperaturen die das Rauschen beeinflussen? Oder muß ich mit den Dunkelbildern dann auch das statistische Mittel bilden, genau wie bei den Astro-Bildern?


    Klare Sicht
    Detlev

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  • Hallo Detlev,


    ich würde das in 15, 20 oder 30 Minuten Sitzungen erledigen, dann kannst du diese kleinen Pakete kopieren und schon an der Kopie deine Bearbeitungsroutine verbessern!
    Gleich siehst Du ob alles stimmig eingerichtet ist, so kannst Du auch bei jeder Witterung alles kontrollieren und abbrechen,
    es können so auch Tage dazwischen liegen bis die 2 Stunden erreicht sind,
    Die Dunkelbilder kann man ja jeder Zeit Tage bei gleicher Temperatur machen, auch vorher während Du auf die richtige Höhe für das Objekt wartest, oder danach später im Keller wenn das Teleskop dort austemperiert, um langsam Temperatur ; Feuchtigkeit auszugleichen ; abzugeben!


    Gruß Günter

    http://www.g2-astronomie.de


    GSO 12" Dobson, C8-Orange, C8-Schmidtkamera, Comet-Catcher, LW125/1300, MTO100/1000 MAK, Skywatcher ED 80 PRO, Skywatcher 8" Dobson, Skywatcher Maksutov SKM 127 / 1500

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  • es können so auch Tage dazwischen liegen bis die 2 Stunden erreicht sind,

    Hallo Günter,
    stimmt ja, in irdischen Zeiträumen gemessen ist der Sternenhimmel statisch, danke für die Erinnerung! Jetzt ist mal wieder Wolkenparty am Himmel. Genug Zeit sich um die Gerätschaften zu kümmern.


    Gruß
    Detlev

    "Wir sind aus Sternenstaub gemacht." - Carl Sagan


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