Testverfahren zum Justieren und Qualitätsprüfung für "zuhause"

  • Hallo,


    Da grübel ich schon länger drüber. Welche Testverfahren sind für den Hausgebrauch geeignet? Künstlicher Stern und Ronchi ist klar. Aber grad beim künstlichen Stern gibts ein paar Möglichkeiten.

    Eben der Klassiker mit definiertem Abstand, im Doppelpass gegen Planspiegel und auf unendlich mit nem 2. Teleskop. Eine 4. Möglichkeit hab ich noch im Netz gefunden. Künstlicher Stern gegen konvexen sphärischen Spiegel. Was ist davon zu halten? Man bräuchte dafür sehr wenig Platz. Interferometertest ist ohne Prüfspiegel eher uninteressant. Oder wäre ein Interferogramm im einfachen Durchgang aussagekräftig genug? Man müsste sich halt dann noch ein Interferometer bauen. Genauso wie einen Künstlichen Stern auf Achse mit Teilerwürfel. Aber ich möchte die Kosten so gering wie möglich halten. Wenn man so sieht, wieviel schon ein vernünftiger Teilerwürfel kostet...

  • Hallo Christian,


    bei allen Testverfahren wäre der Testaufbau wichtig, das SETUP also.

    In Deinem Fall ist das immer die "einfache" Genauigkeit.


    Der "künstliche Stern"-Test entsteht entweder über eine beleuchtete Pinhole, die man kaufen kann

    bei einem Abstand von ca. 20 m mit möglichst wenig Luftbewegung.

    Damit prüft man über ein Okular den Öffnungsfehler, Zentrierung/Koma und Flächenauffälligkeiten

    und natürlich die Farbreinhheit von Linsen-Optiken.

    Mit einem Ronchi-Gitter (möglichst intrafokal 10 lp/mm) prüft man den Öffnungsfehler und zugleich

    die Rauhheit der Fläche. (Da ist aber ein Lichtspalt besser)


    Diese beiden Tests sind sog. qualitative Tests, man kann damit keinen Strehl ermitteln.


    An engen Doppelsternen kann man die Auflösung ermitteln, siehe die neueste SuW.


    Einen Interferometer braucht man nicht unbedingt.

    Wäre alles bei mir beschrieben

  • Hallo Christian,

    da du ja offensichtlich ein komplettes Instrument testen willst bietet sich ja auch Polaris ( bei gutem Seeing ) an - mit einer Messerschneide

    oder Ronchi Gitter im Fokus - wie Wolfgang schon schreibt, sind das qualitative Tests. Ohne jeglichen Setup ( Kosten ) bietet sich nur

    der direkte Sterntest an - was m.E. für den normalen "Spechtler" völlig ausreicht. (siehe H.R. Suiter "Star Testing Astronomical Telescopes")

    Alles andere sind Prüfverfahren die es mit mehr Aufwand aber erlauben, den Zustand eines Teleskops durch Messergebnisse darzustellen.

    Die einfachste Prüfung bietet der Foucault Test auf der "opt.Achse" im Doppelpass, d.h. gegen einen Planspiegel. Wenn der Abstand zwischen

    Spalt ( Pinhole ) und Schneide gering ist braucht man keinen Teilerwürfel. Durch Interferenzfilter lässt sich auch die Farblängsabweichung eines

    Refraktors mit diesem Setup bestimmen. (ca. 100 € /Filter x 3 für die Standardwellenlängen)

    Wenn man sich ein Okular bastelt in dem z.B .ein rechts neben der optischen Achse beleuchtetes "Sternfeld" ( Pinholes und Abstände im Mikrometer

    Bereich) über den Planspiegel vor dem Teleskop auf die linke Seite des Okulars abgebildet wird, lassen sich recht genaue Aussagen über das

    praktische Auflösungsvermögen des Instruments treffen ( siehe die Ausführungen von Wolfgang zu dieser schönen Prüfmöglichkeit)

    Für Spiegelteleskope ( kompl. Instrument ) bietet sich das Michelson Iinterferometer als Setup an ( im Selbstbau unter 500 € )

    Wie sieht der von dir genannte "klassische Setup" mit dem 2-ten Teleskop bzw. die Variante mit einem Konvexspiegel ( hoher Preis ) aus ?

    Beste Grüße, Joachim

  • Hallo!

    Eben ein Planspiegel für Doppelpassuntersuchung kostet ja auch ne schöne Stange. Ich hätte besser schreiben sollen: im Haus, nicht zuhause. Es geht um eine möglichst genaue Möglichkeit der Justage des Teleskops ohne echten Stern. Ich möchte ja die eh schon knappe Zeit nicht unbedingt mit Testen verbringen. So gesehen wäre das Setup künstlicher Stern im OAZ gegen Planspiegel im Doppelpass das geeignetste. Da muss man halt etwas investieren und basteln.

    Die Variante mit 2. Teleskop hab ich bei Wolfgang gesehen. Ins 2. Teleskop kommt in den OAZ eine beleuchtete Pinhole, die man dann durch das zu testende Teleskop betrachtet.

    Die Konvexspiegelvariante hab ich hier gesehen: https://www.cloudynights.com/a…al-star-collimation-r2798 klingt plausibel. Aber was ist davon zu halten?

  • Hallo,

    also meine Meinung zu dem "Cloudy Nights"-Beitrag ist ist: das kann man alles auch direkt "am Stern" sehen (ohne Erwerb des konvexen, sphärischen Speigels von einem kaputten (!) C 11 (?), sowie des teuren "Flashlight 5 Star Beamers" und dem ganzen "Indoor"-Aufwand), ... ... ...

    ... und das "Kreuz" (intrafokal links oben nach rechts unten, extrafokal umgekehrt) des sehr deutlichen Astigmatismus auch !

    Gruß

    Rudi
    ----
    "good, fast, cheap, ... choose any two"

    (mit "fast" meine ich das Öffnungsverhältnis)

  • Hallo in die Runde,


    beim "Testen" von Teleskopoptiken unterscheide ich zwischen

    01 Kollimierung und

    02 Zentrierung


    Bei Ersterem geht es ums "Fluchten" der Optik zum Tubus: Da braucht man ein

    Chesiere-Okular, oder den Grz-Kollimator (ziemlich teuer)

    Bilder


    Bei Zweitem muß die Optik selbst zentriert werden: Bei einem Linsen-System die

    Zentrierung der Linsen, was kritischer ist. Da hätte man dann Koma auf der opt. Achse.