Seit 30 Jahren: Bath Astrokamera AKI / AKII

  • Hallo,
     
    zunächst habe ich ja mit dem Grundsystem probiert und da offenbar an einer Stelle den falschen Radius eingegeben.
    Sorry - Das Grundsystem auf PtV und kleinsten Spotdurchmesser optimiert, liefert diese Ergebnisse. Auf RMS und
    Wavefront optimiert liegt der Strehl in der Nähe von 0.90 - die Spotdiagramme ändern sich fast nicht.
     

     
     

     
     
    Meine Lösung zuvor weicht sehr stark vom Ausgangs-Design ab mit einer Meniskus-ähnlichen Positiv-Linse gefolgt von
    einer ' ~ ' Negativ-Linse. Es gibt also auch hier viele (teils bessere) Lösungen und die Toleranz-Rechnung müßte eben
    falls vorher erledigt sein. Bei der Herstellung der Radien kann man zur Not die Gegenschale etwas anpolieren und dann
    hätte man genaue Daten.
     
    Noch eine Variante:
     

  • hallo!


    das mit den passgläsern ist so eine sache - natürlich kann man die schleifschale anpolieren, aber angenehmer ist es doch, wenn man automatisch eine erhält, oder?


    zwei anregungen hätte ich auch noch:
    - man kann zwar die bildfeldkrümmung variabel einstellen, aber das bringt optimierungstechnisch meines erachtens eher nachteile. ich stelle den krümmungsradius der bildfeldebene immer auf unendlich, dann kontrolliert zemax die bildfeldkrümmung automatisch in dem umfang, der notwendig und machbar ist (wenn man auf spotgrösse optimiert).
    - dein bildfeld ist etwas sparsam gewählt - kleinbildformat kann so ein houghton schon einigermassen korrigiert abbilden. das wäre dann ein abstand von ~ 21 mm von der achse statt 10 mm.


    retrospektiv muss ich sagen, dass der houghton schon eine ziemlich extreme angelegenheit ist. wenn man die sphären oder die gleichen radien fallenlässt, wird es unökonomisch, so ein system zu machen - da sind die hyperbolischen astrographen sicherlich einfacher oder zumindest mit weniger aufwand zu fertigen.


    was kaum einer weiss, was aber ganz interessant ist - das originalpaper von robert lurie (JOSA 65(3), 1975) führt ein sphärisches system mit einem korrektor aus gleichen radien und gleichen gläsern als spezialfall eines houghton - systems in einer fussnote vor (und daher heisst das system in "telescope optics" auch Lurie-Houghton) - der hauptfokus des papers liegt aber auf der anfertigung solcher korrektoren für parabeln! man kann nämlich einen solchen korrektor auch für eine parabel anfertigen, und der kann dann, was ein komakorrektor nicht wirklich kann - nämlich das bildfeld auskorrigieren. ein artikel darüber findet sich in dem "Best of ATMJ" von Mladen Vranjican ...


    lg
    wolfi

  • Hallo Wolfi,
     
    noch ein paar andere Randbemerkungen:
    Natürlich stelle ich den Bildfeldradius auf unendlich, nur eine Verbesserung ergibt sich, wenn man den variabel wählt. Zugleich weiß man dann, wie groß die Bildfeldkrümmung dann ist, anders ausgedrückt, das Optimum liegt dann bei dem angegebenen Bildfeldradius, der im Beispiel nur eine Pfeilhöhe von knapp 15µ hat.
     
    Unabhängig davon habe ich mir nochmals so meine Gedanken zu diesem System gemacht. Die Korrektor-Linsen müssen bei diesem System fast den Hauptspiegel-Durchmesser haben, was zugleich dessen Durchmesser begrenzt und die Kosten heraufschraubt. Im Falle der Bath-Kamera kommt man hingegen mit einem wesentlich kleineren Korrektor aus (80 mm bei der AKI und 110 mm bei der AKII. Die vignettierung hatten wir damals noch berücksichtigt) und kann auch den Hauptspiegel größer wählen. Die große AKII hat 450 mm HS-Durchmesser und f/3.5, die kleine AKI hat HS-Durchmesser 250 bei f/4.
    Noch günstiger wird die Situation hinsichtlich Größe und Genauigkeit bei f/4.5 und f/5 Systemen. So man keine Angst davor hat, Hyperbeln in einem Kompensations-Null-Test mit Ronchi zu prüfen. Eine andere Prüfart hatte ich damals noch nicht, dafür aber zwei Kugelspiegel und mehrere HAB-Objektive.

  • servus!
    "Natürlich stelle ich den Bildfeldradius auf unendlich, nur eine Verbesserung ergibt sich, wenn man den variabel wählt."


    naja, natürlich, denn Du gibst dem raytracer ja einen freiheitsgrad, den er eigentlich aber nicht hat - ausser man krümmt die bildfläche irgendwie ...


    "Zugleich weiß man dann, wie groß die Bildfeldkrümmung dann ist, anders ausgedrückt, das Optimum liegt dann bei dem angegebenen Bildfeldradius, der im Beispiel nur eine Pfeilhöhe von knapp 15µ hat."


    das kann man sich in ZEMAX darstellen lassen - das ist der Curvature/Distortion Plot :nerd:


    "Unabhängig davon habe ich mir nochmals so meine Gedanken zu diesem System gemacht. Die Korrektor-Linsen müssen bei diesem System fast den Hauptspiegel-Durchmesser haben, was zugleich dessen Durchmesser begrenzt und die Kosten heraufschraubt."


    klar - das ist so wie beim maksutov. das ist der preis dafür, dass man nur sphären hat. im gegensatz zum mak ist der houghton aber das system mit den wesentlich grösseren toleranzen. interessanterweise hat bernhard schmidt bereits so etwas anstatt seiner korrektorplatte angedacht - der gute hat das, was man landläufig asl buchroeder-houghton bezeichnet, bereits in den dreissiger jahren angedacht und auch gebaut ...


    "Im Falle der Bath-Kamera kommt man hingegen mit einem wesentlich kleineren Korrektor aus (80 mm bei der AKI und 110 mm bei der AKII. Die vignettierung hatten wir damals noch berücksichtigt) und kann auch den Hauptspiegel größer wählen. Die große AKII hat 450 mm HS-Durchmesser und f/3.5, die kleine AKI hat HS-Durchmesser 250 bei f/4."


    klar - diese systeme haben natürlich andere vorteile, zweifelsfrei.


    "Noch günstiger wird die Situation hinsichtlich Größe und Genauigkeit bei f/4.5 und f/5 Systemen."


    naja - nona, würd man bei uns sagen :blush:




    So man keine Angst davor hat, Hyperbeln in einem Kompensations-Null-Test mit Ronchi zu prüfen. Eine andere Prüfart hatte ich damals noch nicht, dafür aber zwei Kugelspiegel und mehrere HAB-Objektive.[/QUOTE]

  • [quote='Birki','http://astro-foren.de/WBB4/index.php/Thread/?postID=35089#post35089']servus!
    "Natürlich stelle ich den Bildfeldradius auf unendlich, nur eine Verbesserung ergibt sich, wenn man den variabel wählt."


    naja, natürlich, denn Du gibst dem raytracer ja einen freiheitsgrad, den er eigentlich aber nicht hat - ausser man krümmt die bildfläche irgendwie ...


    "Zugleich weiß man dann, wie groß die Bildfeldkrümmung dann ist, anders ausgedrückt, das Optimum liegt dann bei dem angegebenen Bildfeldradius, der im Beispiel nur eine Pfeilhöhe von knapp 15µ hat."


    das kann man sich in ZEMAX darstellen lassen - das ist der Curvature/Distortion Plot :nerd:


    den optimalen fokus übers feld kriegt man übrigens auch immer mit der "Quick Focus" funktion - das ist meiner meinung nach aber fast ein bisserl geschummelt, weil man in der regel doch immer paraxial fokussieren würde. Tom Back hat das bei seinen spot diagrammen auch immer gemacht - mit dem effekt, dass der schönste spot so bei 50% des bildfelddurchmessers seiner Apos lag, weil die dinger natürlich eine deutliche bildfeldkrümmung haben...


    "Unabhängig davon habe ich mir nochmals so meine Gedanken zu diesem System gemacht. Die Korrektor-Linsen müssen bei diesem System fast den Hauptspiegel-Durchmesser haben, was zugleich dessen Durchmesser begrenzt und die Kosten heraufschraubt."


    klar - das ist so wie beim maksutov. das ist der preis dafür, dass man nur sphären hat. im gegensatz zum mak ist der houghton aber das system mit den wesentlich grösseren toleranzenm, und den besseren korrekturmöglichkeiten. interessanterweise hat bernhard schmidt bereits so etwas anstatt seiner korrektorplatte angedacht - der gute hat das, was man landläufig asl buchroeder-houghton bezeichnet, bereits in den dreissiger jahren angedacht und auch gebaut ...


    "Im Falle der Bath-Kamera kommt man hingegen mit einem wesentlich kleineren Korrektor aus (80 mm bei der AKI und 110 mm bei der AKII. Die vignettierung hatten wir damals noch berücksichtigt) und kann auch den Hauptspiegel größer wählen. Die große AKII hat 450 mm HS-Durchmesser und f/3.5, die kleine AKI hat HS-Durchmesser 250 bei f/4."


    klar - diese systeme haben natürlich andere vorteile, zweifelsfrei. auch denke ich, dass man den korrektor dahingehend vereinfachen könnte, dass man sich die zweite parabel spart.


    "Noch günstiger wird die Situation hinsichtlich Größe und Genauigkeit bei f/4.5 und f/5 Systemen."


    naja - nona, würd man bei uns sagen :blush:


    "So man keine Angst davor hat, Hyperbeln in einem Kompensations-Null-Test mit Ronchi zu prüfen."


    hm - das ist aber eine asphäre. es ist halt viel einfacher, eine sphäre zu machen, und man kriegt sie mit wenig aufwand sehr genau hin .... wie gesagt, jedes system hat vor-und nachteile ...


    lg
    wolfi


  • hallo uwe!


    danke für den hinweis, aber ich glaube, ich kenn das "zwergerl" - gibts das VdS journal irgendwie online???


    lg
    wolfi

  • Zitat


    Was genau ist eine "Glaswitwe"?


     
    Mit der Schauspielerin Uschi Glas hat der Begriff erst einmal nix zu tun. In der Architektur bezeichnet dieser Begriff offenbar eine bestimmte Fenster-Art. Da müßte man weiter recherchieren.
     
    In unserem Fall sind es die Ehefrauen, die durch unser exentsives Hobby, Optik bzw. Glas, ein Dasein führen müssen, das einer Witwe nicht ganz unähnlich ist - auch eine Art Flucht . . .