Beiträge von tgd16

    Hallo Detlev,


    gute Besserung! Das Bett ist hierfür der ziemlich beste Ort.

    Im Moment ist hier bei uns noch alles ziemlich trüb. Mal sehen, ob man zur Weckzeit um 5.45 Uhr etwas sehen kann. Ich lege mal Kamera und Stativ parat...


    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo Rudi,


    ja Du hast recht, das beschriebene Fehlerbild weist auf einen Astigmatismus hin und bei einem Spiegel sucht man auch sofort nach der Lagerung/Fixierung/Fassung des Fangspiegels etc. Bei der Linse kann das natürlich auch sein und ich kenne Dein Objektiv nicht. Ich wollte eine zusätzliche und mögliche andere Ursachen"richtung" ins Spiel bringen.


    Ich habe mal eine nicht maßstäbliche Skizze eines Keilfehlers angefertigt. Das Beispiel bezieht sich nur auf die erste Sphäre. Der grüne Radius r1 liegt exakt auf der optischen Achse und führt zu exakt gleichstarken Abständen des Luftspaltes wenn am Mantel der Linse gefasst wird (ideal). Der gleiche rote Radius r1' ist im Mittelpunkt um einige Millimeter von der optischen Achse entfernt.


    Angenommen diese Linse wurde also falsch mechanisch "zentriert" (Randbearbeitung), dann wird sie, mit gleichem Abstand am Luftspalt, so in der mechanischen Fassung sitzen, dass sie sich verspannen muss, da sie mechanisch einseitig an einer Fassung anliegt (hier 1. Sphäre liegt nicht ringförmig an Fassung an).


    Um festzustellen, ob tatsächlich ein Keilfehler vorliegt, benötigst Du einen gleichmäßigen Spalt zwischen den beiden Linsen (stelle Dir vor, dass die Luft wie eine zusätzliche Linse wirkt, die auch schön symmetrisch sein muss, also ein zusätzliches optisches Element ist). Ist diese Gleichmäßigkeit erreicht, erst dann schaue nach den Newtonschen Ringen. Nun verschiebe die Linsen (ohne Fassung) so gegeneinander, dass diese Interferenzen zentrisch bleiben und Du eine ringsum gleiche Randhöhe erreichst (das ist sehr schwierig, evtl Messuhr mit Ständer verwenden?).


    Wenn Du nun einen deutlichen Versatz der Mantelflächen der Linsen hast, ist das aus meiner Sicht der Nachweis für einen Keilfehler im System. Interessant wäre das System nun so zu fixieren und einen Sterntest durchzuführen. So richtig praktikabel ist es leider nicht.


    Die Mantelflächen der Linsen sollten zunächst immer zweitrangig sein! Da aber die Mechanik oft das System bestimmt, wird die Optik in eine Zwangslage gebracht.

    Wenn dem so ist, ist das Objektiv, weil es ja doch in eine Fassung muss, leider nur bedingt und mit Kompromissen zu gebrauchen. Frei nach Demming: Quality at the source - erst die Linse optisch perfekt, danach mechanisch perfekt, und erst dann das Linsensystem.

    (Jede Linse hat einen mehr oder weniger großen Keilfehler vor ihrer Zentrierung. Bei fester Verkittung werden beide Linsen so ausgerichtet, dass ein Lichtstrahl beim Drehen des Systems ohne zu taumeln durchgeht. Dann wird die Kittung fixiert - z.B. mit UV Licht - danach die mechanische Bearbeitung der überstehenden Ränder. Bei einem Luftspalt-Achromaten geht das nicht. Oft sind die Fassungen im Durchmesser größer und es wird mit Randplättchen am Linsenmantel gearbeitet.)


    Oh je, ich hoffe das ist einigermaßen verständlich. Wie gesagt es muss aber nicht zutreffen!


    Viele Grüße


    Thomas



    Hallo Rudi,


    die Newtonringen sind ja Interferenzerscheinungen zwischen den beiden innenliegenden Glasflächen. Wenn ich die Beiträge aus dem alten Thread richtig gelesen habe, hat Herr Rohr schon darauf hingewiesen, dass Du damit nur die beiden innen liegenden Radien zueinander ausrichten kannst. Diese ganze Mühe ist aus meiner Sicht nur dann wirksam, wenn die Außenflächen zu den Innenflächen ordentlich stehen. Dies wird mit der Einzellinsenzentrierung beim Linsenhersteller gemacht. Hat nur eine der Linsen einen Keilfehler, also nicht mal einen Astigmatismus, kann das Ergebnis nicht gut sein.


    Ein Astigmatismus bei Linsen mit relativ kleinen Durchmesser und angemessener Dicke kommt aus meiner Sicht nicht so häufig vor. Das ist aber nur so ein Gefühl, da ich natürlich keine Beweise dafür habe. Wenn ich an die Herstellung dieser Bauteile denke, so ist es normal, dass je kleiner die Linse ist, die Rotationsgeschwindigkeit und Gleichmäßigkeit bei der Bearbeitung deutlich höher ist als bei der Politur eines Newton Spiegels, der sehr wohl zu diesem Fehler neigt.

    Vielmehr werden "kleine" Linsen häufig auf Mehrfachträger bearbeitet, was die Qualität noch erhöht (geringere Gefahr des Randabfalls oder Entstehung von Spitzen). Die Gefahr eines Keilfehlers oder das Nichttreffen des gewünschten Radius (Pfeilhöhe) ist dagegen groß!


    Die Newtonringe verwendet der Feinoptiker in der Regel zur Prüfung der Sphäre und deren Abweichungen. Dabei wird ein exaktes und interferometrisch vermessenes Gegenstück auf den äußerst sauberen Prüfling aufgelegt (er schwimmt auf) und die Luft dazwischen vorsichtig herausgedrückt. Dabei beobachtet man die entstehenden Ringe und zählt diese, welche dann die Genauigkeit der Sphäre anzeigen. Bei guter Genauigkeit spricht man auch von Blau- (1 Ring) und Weißpassungen (ein Bruchteil eines Ringes). Danach ist man kurz davor die Flächen "anzusprengen". Moderner und quantitativer ist natürlich die interferometrische Prüfung...


    Relativ leicht erhält man Astigmatismus durch Verspannungen. Entweder beim Fassen der Linsen, oder wenn herstellungsbedingt, auch beim Aufkitten der Linsen auf dem Mehrfachträger. Die Gefahr wird logischerweise umso größer, je dünner die Linsen sind...


    Ich wünsche Dir mit dem neuen Objektiv schöne Sternabildungen! Und ich denke die Wahrscheinlichkeit gute Abbildungen zu erzielen (nehmen wir die normale Abberation für ein solches Objektiv aus) ist auch sehr hoch!


    Viele Grüße und baldigen klaren Himmel


    Thomas

    Hallo Detlev,


    die Kamera habe ich nicht in der Guidingfunktion, sondern nur als einfache Bildüberträgerin mittels USB genutzt. Die Bilder wurden mit dem Programm AltairCapture in einen File geschrieben. Das Capture Programm zeigte auf dem Laptopmonitor den Planeten und eine EQ Plattform sorgte für ein Mindestmaß an Nachführung. Das Videofile wurde danach in Autostakkert bearbeitet.

    Profis nutzen für solche Zwecke ja monochrome Kameras und arbeiten mit Filtern. Das verbietet sich aber wenn man versucht aus einem Dobson etwas fotographisches herauszuholen. Mit ca. 6m Brennweite (1,8m + Paracorr 1,15, +3x Barlow) verliert man das Objekt nur mit schubsen ziemlich schnell und es artet eher in Stress aus... Auch die EQ Plattform war nicht das Gelbe vom Ei. Jedoch muss das Objekt nicht perfekt nachgeführt sein, denn AutoStakkert kann beim stacken auf das Planetenscheibchen zentrieren.


    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo Detlev,

    Danke für die Blumen..., hier im Forum gibt es aber Ansprechpartner mit viel fundierterer Erfahrung!

    Das Foto ist mit einer Altair GPCAM entstanden (https://www.altairastro.com/GP…Guide-Imaging-Camera.html). Ich wollte mal sehen was mit einem Dobson und einer einfachen EQ Plattform so geht. Die Software holt erst die vielen Details heraus!


    @fohn (ist das Dein Name?): Deine Berechnungen habe ich nicht nachgeprüft, aber eine günstige Software wie z.B. SkySafari o.ä. sind in der Lage die Sensorgröße, verbunden mit Deinem Equipment so zu berechnen, dass der abgebildete Ausschnitt des Himmels angezeigt wird. Damit kannst Du sehr gut abschätzen, mit welcher Größe die Himmelsobjekte auf dem Sensor dargestellt werden.


    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo Rudi,


    das könnte eine Folge des "Zentrierens" der Linse sein. Ich meine damit den mechanischen Vorgang nach der Politur der Linse. Einfach ausgedrückt wird die Linse zwischen zwei definierte Rohre gespannt, so dass die beiden Kugelflächen zueinander "laufen". Danach wir der Linsenrand bearbeitet/ beschliffen. Wenn man Aufnahmefehler beim Schleifen und Polieren der Linsen macht kann es vorkommen, dass nicht der gesamte Rand beschliffen wird. Selbiges tritt auf, wenn zu wenig Durchmesseraufmaß gegeben wird.

    Ein Manteloval entsteht aber auch, wenn die Zentriermaschine nicht korrekt arbeitet... Nicht zentrierte Linsen haben einen Keilfehler, der als Prisma wirkt. Diesen Fehler bekommst Du in einer Fassung nicht egalisiert. Kannst Du am Linsenrand so etwas wie einen Übergang zwischen bearbeitet/ unbearbeitet finden?

    Siehe auch http://www.lehrbuch-feinoptik.…h_Feinoptiker_106-115.pdf, PDF Blatt 25


    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo Lacan,


    ich kann den bisherigen Beiträgen nur zustimmen. Staub stört nicht. Sieht vielleicht bei Helligkeit nicht so schön aus, ist aber der deutlich geringere Nachteil gegenüber einem zerlegten, dejustiertem und letztlich doch nicht gut gesäubertem Objektiv.

    Ich habe eine Kosmos Refraktor von 1983. Der wurde noch nie gereinigt und ich werde ihn auch nie reinigen...(außer ein bisschen Druckluft, wie Detlev sagt).


    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo Rudi,


    das klingt spannend! Die Reflexe sind ja deutlich vielversprechender beim Wollensak. Ich bin gespannt, ob Du doch noch ein Linsenfreund wirst!

    Mich faszinieren Reflektor und Refraktor, aber klar, mit Astigmatismus machen beide keinen Spaß!


    Hoffentlich wird es bald wieder klar!


    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo Detlev,


    wie dick ist denn das Alu an dieser Stelle?

    Ein M3 hat eine Steigung von 0,5 und benötigt ein Kernloch von 2,4-2,5. Wenn du 1,5mm Dicke hast, bekommst Du immerhin 3 Gewindegänge.

    M4 benötigt ein Kernloch 3,3 und hat eine Steigung von 0,7.

    Evtl. kannst Du das bestehende Loch nutzen, mit 3,3 aufbohren (von Hand evtl. 3,2) und ein M4 schneiden.

    Bevor Du etwas drauf klebst halte ich das M4 für einen Versuch wert.


    Grüße, Thomas

    Hallo Martin, hallo Günter,


    zur Justage ist sicherlich schon viel geschrieben. Die Erfahrung von Günter teile ich auch mit dem Justierlaser. So ein Concenter oder auch ein Chesireokular sind für die grundlegende Justage die vollständigere Methode als ein Justierlaser.

    Wenn das System gut zu einander justiert ist und es um Feinanpassungen am Abendhimmel geht, greife ich auf eine Methode zurück, die ich mal in einer Astrozeitschrift gelesen habe:

    Man nehme einen Justierlaser (dessen Justage zweitrangig ist) und zertreue den Strahl mit einer schwachen Barlow (bei mir 1,15 durch Paracorr, 1,5 fach billig Barlow geht auch, 2 fach ist fast zu stark). Dadurch bildet sich ein heller roter Fleck um die Mittenmarkierung des Spiegels. Dieser wird zurück auf den Justierlaser geworfen und dort an der 45° Reflektionsfläche abgebildet. Dann kann man prima, ohne auf die Justage des Lasers zu achten, den Hauptspiegel kollimieren.


    Bitte nicht verzweifeln, sollte das zu kompliziert klingen. Ist es gar nicht, aber wie gesagt, ein bisschen Interesse für die Optik hilft da und natürlich dieses Forum... :thumbsup:


    Viele Grüße


    Thomas

    Hallo Martin,

    willkommen im Forum!

    Wenn das Geld eine eher untergeordnete Rolle spielt, würde ich zum 10 Zöller greifen.

    Mein Weg ging über einen Refraktor 60/800, einen Dobson 200/1200 zum 400/ 1800. Die Klasse 200/1200 ist aus meiner Sicht aber auch prima geeignet. Du musst halt dem BK7 Spiegel etwas mehr Zeit zur Temperaturanpassung geben als dem Pyrex. Die Glassorte hat zunächst nichts mit der optischen Qualität zu tun.

    Viel wichtiger ist die Frage: Wie ernst ist dieses Hobby für Dich? Um das herauszufinden ist in jedem Fall ein Dobson super geeignet!. Hier muss man sich mit dem Himmel, den Sternpositionen und dem Gerät selbst beschäftigen.

    Beschäftigen solltest Du Dich auch mit der Justage des Newtonsystems. Ein sauber justiertes System mit guten optischen Komponenten erzeugen mehr Beobachtungsfreude als ein Quäntchen mehr Öffnung!

    Ach so: Ein Doson - egal welche Größe- ist immer eine Baustelle (die Spass macht). Es gibt ständig Verbesserungspotential - sei es die Velourfolie im Tubus oder eine Steulichtkappe, oder eine EQ Plattform dazu ...


    Viel Spass dabei!


    Thomas

    Hallo Detlev,

    das ist ein wertvoller Link. Sieht tatsächlich so aus, als dass die Bahtinov Maske eine Vorteil mit der Beugung in drei Richtungen hat. Die Erfahrung zur Hartmannblende (Scheinerblende) teile ich.

    Bei Lust und Laune bastle ich eben wieder...

    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo Thomas,


    tolle Aufnahme! Ich habe mit 16 Zoll an diesem Abend auch den GRF gesehen, aber ansonsten fast nur Unruhe. Ist das ungefähr zwischen 22 und 23 Uhr?

    was bedeuten "rund 70 Sekunden"? Sind das dann n- Bilder (bei FPS 240) zu 70 Sekunden aufsummiert?


    VG

    Thomas

    Hallo Detlev,


    ja super, das probiere ich auch. Die Scheinerblende mit 2 Löcher hat bei mir nicht viel genutzt. Dazu war das Bild am Monitor/Display aufgrund der Luftunruhe zu nervös. Durch das Okular hat man das Doppelbild eines Sternes gut gesehen. Aber visuell erkennt man auch ohne Hilfe den Schärfepunkt recht gut. Und schließlich hat mich das überfordert: den Dobson schubsen, scharfstellen, ... Das Y könnte hier genauere Hinweise auf die Schärfe liefern.

    Am Dobson Bilder zu machen (Zweckentfremdung) muss ich noch üben;) . Da erwacht der Wunsch nach einer EQ-Plattform.

    Thomas

    Hallo Detlev,


    Danke für den Link. Ich fange mal an zu basteln ... Meine Frau hat noch Fotokarton und da bediene ich mich :)

    In nehme mal zwei diametrale Löcher mit je 1/4 Öffnungsdurchmesser und berichte.


    Thomas

    Hallo,


    ich stelle die Frage im Anfängerforum, weil ich zum Thema Scharfstellen für eine Astroaufnahme auch einer bin:


    Ich las von einer einfachen Scharfstell-Hilfe die vor die Teleskopöffnung zu plazieren ist. Eine Scheiner- oder Hartmannblende besteht grob gesagt aus 2 bis n Löcher in einer Abdeckung vor der Öffnung, die im nicht fokussierten Zustand (heller Stern vorausgesetzt) 2 bis n Bilder erzeugt. Im idealen Fokus erscheint dann nur eine Abbildung des Sterns.

    Im Netz gibt es viele Beispiele an Muster (immer in Konkurenz zur Bahtinov Maske). Nun möchte ich mir eine solche Blende für meine 16 Zoll Dobson selbst herstellen und bevor ich zur Schere greife, obsiegt meine Neugierde, ob ihr Erfahrungen zum Muster und zur Dimensionierung der Löcher habt? Welches Muster lässt sich gut handhaben?


    Andernfalls bleibt mir nur die Probe...


    Viele Grüße


    Thomas