Die Sicht durch das Teleskop

  • Hallo Freunde der Astronomie :)


    Ich habe mir zu Weihnachten ein ETX-70AT schenken lassen.
    Diese Nacht ist Wolkenlos und dunkel - also ging ich mit dem Teleskop in den Garten...
    Die Sternbilder Orion und den großen Wagen habe ich sofort erkennen können.
    Anschließend habe ich im Rechner mit dem Programm "Cartes du Ciel" geschaut,
    welches Messier Objekt nun leicht auszumachen ist: M101 und M42!


    Auf dem Weg dorthin habe ich mir einige helle Sterne angesehen
    die allerdings nur als weiße Punkte erschienen (ich denke das ist so korrekt;))
    sowie auch eine Ansammlung an Sternen.


    Ja was habe ich sonst noch gesehen? Eigentlich nichts - es ist ja leider Neumond...


    Nun meine Frage - und ich will betonen, dass ich absoluter Einsteiger bin:


    Was kann ich noch beobachten - Planeten ausgenommen?
    Wie sieht es ohne Belichtung, also direkt durchs Tubus aus?


    Ich hatte mir eher mehr davon erhofft, als den ein oder anderen weißen
    Punkt zu sehen und bin ein wenig enttäuscht :)
    Aber das soll jetzt nicht heißen, dass ich mich nicht mehr dafür interessiere^^


    Also, bitte helft mir weiter! Greets, Björn :happy:


    Edit:
    Noch etwas anbei... Kann mir jemand sagen wie ich vergrößere?
    Bei dem alten Teleskop meines Vaters gab es ein Rädchen - bei dem ETX ists nicht vorhanden..
    (glaube ich) :)

  • Hallo, junger Mann,

    auch richtiges Beobachten lernt man erst allmählich. Sei also etwas geduldig mit Dir selbst. Als 18-jähriger hättest Du noch viele Jahre Zeit bis ins Rentenalter Dich an D E I N E Beobachtungs-Objekte heranzutasten.

    Sei es, weil Du gelernt hast, sie zu fotografieren, sie zu zeichnen, oder sie nur anzuschauen. Das ETX-70AT von Meade ist auch erst einmal was für Einsteiger.

    Nun gibt es viele Möglichkeiten, der Sache näher zu kommen:
    http://stellarium.softonic.de/ Damit hättest Du ein kostenloses Sternhimmel programm auf Deinem Monitor zu Zurechtfinden, neben Büchern wie: http://www.amazon.de/Welcher-S…im-Herrmann/dp/3440108716 oder einem fotografischen Himmelsatlas.

    Und wenn man dann die Objekte isoliert hat, dann schaut man vorsichtshalber bei Google.com /Bilder einmal, wie die Sache aussieht und stellt dabei fest, daß das alles Bilder von Sternfreunden sind, so wie Du auch oder sie hier immer wieder im Forum zu finden sind.

    Und wenn Du dann bei verschlossenem Himmel über Dir nix mehr siehts, dann läßt sich damit immer noch die Natur beobachten, was immer Du willst.

    Nur mit schnellen Erfolgen iss nicht - wie so vieles um Dich herum. Also viel Freude beim Entdecken.

    M101 - ein schwieriges Objekt für das ETX
    M42 - sehr schön schon für einen Feldstecher
    Bitte auch lesen, mit welchen Teleskopen die Aufnahmen entstanden.

    Über die beiden Links findet man zugleich viele neuen Sternfreunde.

    Quote

    Noch etwas anbei... Kann mir jemand sagen wie ich vergrößere?


    Auch ein ETX hat irgendwo einen Drehknopf zum Fokussieren. Man sieht ihn sogar auf dem Bild.

    http://www.schlatter.org/Dad/Astronomy/etx70.htm
    http://www.cuckney.pwp.blueyonder.co.uk/astronmy/etx70at.htm

  • Hallo Björn,


    > Anschließend habe ich im Rechner mit dem Programm "Cartes du Ciel"
    > geschaut, welches Messier Objekt nun leicht auszumachen ist: M101 und M42!


    Der M101 war das erste Objekt was ich versucht habe laut Beschreibung zu finden. Sollte nicht schwierig sein, fast so groß wie der Mond …


    Ich habe es damals stundenlang gesucht und nicht gefunden. Mittlerweile weiß ich auch warum. Wie Wolfgang schon schrieb, das ist eins der am schwierigsten zu beobachtenden Objekte. Die Flächenhelligkeit ist so gering, sobald der Hintergrund etwas aufgehellt ist, ist nichts mehr zu erkennen. Weiterhin ist bei kaum einem Objekt der Unterschied zwischen der fotografischen Abbildung und dem visuellen Eindruck so verschieden. In den Bildern sieht man eine wunderschöne spiralförmige Galaxis, visuell mit einem 8 Zoll Newton gerade mal einen verschwommenen Fleck, etwas über der Wahrnehmungsgrenze.


    > Ja was habe ich sonst noch gesehen? Eigentlich nichts - es ist ja leider Neumond...


    Wenn man nicht gerade sich den Mond anschauen will, ist das eigentlich die beste Zeit. Denn wenn Du in den Mond geschaut hast, siehst Du kaum noch was anderes. Erst einmal bist Du ziemlich geblendet und zum zweiten hellt er leider den Hintergrund, je nach Feuchte der Luft, auf.


    > Was kann ich noch beobachten - Planeten ausgenommen?


    Da kann ich Dir den skyscout (ISBN 3-938469-04-89) empfehlen. Kostet so um die 10 Euro. Ist nach meinen Ermessen ideal für Einsteiger.


    > Ich hatte mir eher mehr davon erhofft, als den ein oder anderen weißen
    > Punkt zu sehen und bin ein wenig enttäuscht


    Das glaube ich gerne. Es ist schon schwierig ohne Vorkenntnisse etwas interessantes am Himmel zu finden. Aber keine Angst, es gibt auch für dein Gerät viele Sachen, die sich lohne anzuschauen.


    > Noch etwas anbei... Kann mir jemand sagen wie ich vergrößere?


    Normalerweise durch auswechseln des Okulars. Das Verhältnis von Brennweite des Okulars und des ETX bestimmt die Vergrößerung.

  • M42 ist ein einfaches Objekt, auch von städtischen Beobachtungsplätzen aus. Der Nebel ist sehr hell und (unter einigermaßen dunklem Himmel) mit dem bloßen Auge zu sehen. Auf jeden fall im Fernglas, jeder Operngucker genügt. Erst mal im FG suchen und dann das Rohr dorthin richten.


    M101 ist zwar groß und unter dunklem Himmel auch in jedem Fernglas sichtbar. Aber eben flächenschwach, ein Landhimmel sollte es schon sein.


    Für die ersten Anfänge empfehle ich die offenen Sternhaufen der Wintermilchstraße: Plejaden, h/x Persei, m35,36,37,38. Zeigt auch erst mal jedes Fernglas und man kann sich mit dem Teleskop rantasten.


    Dass du den Orionnebel nicht gesehen hast, sagt mir eigentlich, dass du die richtige Stelle am Himmel nicht gefunden hast. Mir hat seinerzeit ein Peilsucher sehr geholfen, danach ging alles einfacher. Muss ja nicht gleich Elektronik sein, eine einfache Peilvorrichtung kann man selbst basteln.


    Objekte Aufsuchen muss man lernen, da kommste nicht drumrum. Mit Zenitspiegel zeigt dein Instrument spiegelverkehrte Bidler, die nicht mit der Sternkarte übereinstimmen. Weißt du das?

  • Hallo Uwe,



    M101 ist zwar groß und unter dunklem Himmel auch in jedem Fernglas sichtbar. Aber eben flächenschwach, ein Landhimmel sollte es schon sein.


    Über diese Thematik wurde hier schon mal heftig gestritten. Eventuell ist der M101 unter idealen Bedingen auch im Feldstecher sichtbar. Mir ist dieses Kunststück allerdings noch nie gelungen. Selbst in den Alpen in knapp 900 Metern Höhe war im Feldstecher nicht von Ihm zu sehen.


    Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. Wenn ich in der Kiesgrube bin, habe ich immer einen Feldstecher mit Stativ dabei. Vielleicht treffen wir uns ja mal wieder dort.

  • Hallo ;)


    Höchsten Dank für eure Aufmerksamkeit, ihr alle habt mir sehr weitergeholfen.
    Nun hätte ich noch eine Frage. Es wird ja schon bald wieder dunkel :D und ich würde mir gerne M42 betrachten.
    Werde es mit "Cartes du Ciel" ausfindig machen. - Sieht man am Himmel alles in "Schwarz/Weiß"? / und wenn ja,
    gibt es Bilder im Internet, die so aussehen wie man es durchs Auge sieht?:1eye:
    Über einige Seitenvorschläge würde ich mich SEHR freuen :happy:


    Und wie ist das bei dem ETX mit der Fotografie... Ich habe gehört man brauch einen T2-Adapter?
    Was ist T2? Welche Kamera mit Belichtung von 200-350 € kann man empfehlen? Nochmals danke, danke, danke


    Mit Zenitspiegel zeigt dein Instrument spiegelverkehrte Bidler, die nicht mit der Sternkarte übereinstimmen. Weißt du das?


    Ja, das ist mir bekannt, danke :)



  • Hallo Nomando,

    Es könnte ein Eindruck herauskommen, wie auf dem Bild zu sehen:
    Aaaaaaaaaaber,

    farbig wirst Du vermutlich erst ab einem Objektiv-Durchmesser so um die 600 mm und mehr etwas sehen.
    Diesen Eindruck hatte ich einmal in Chile, Atakama-Wüste bei ca. 2500 m mit einem 840 mm Spiegel f/4

    Dann hängt es sehr stark von der Vergrößerung ab, was Du siehst. Lieber etwas weniger, so um die 30-40-fach.

    Quote

    Meade ETX-70AT Bitte die verunstaltete Formatierung entschuldigen, siehe "P.S.:" am Ende... Das ETX-70AT ist ein
    Fraunhofer Refraktor mit 70mm Öffnung und 350mm Brennweite. Wer es als Set angeboten sieht, sollte genau darauf
    achten, was alles enthalten ist, denn die Sets wurden wohl im


    Mit einem 10 mm Okular wärst Du bei 35-fache Vergrößerung. In diesem Fall wäre 20 mm sogar besser.
    Interessant wird das Trapez, ein Vierfachsystem, ein Objekt zur Qualitäts-Prüfung für Fernrohre. 4 enge Sterne in Trapez-Form angeordnet, solltest Du erkennen.



    Hier gibt es kleine Erfahrungsberichte: http://www.ciao.de/Erfahrungsb…_Digitalteleskop__1072619

  • Guten Abend :) Danke für Ihre Hilfe. Wissen Sie auch hierzu eine Antwort?
    Würde mich sehr freuen...



    Und wie ist das bei dem ETX mit der Fotografie... Ich habe gehört man brauch einen T2-Adapter?
    Was ist T2? Welche Kamera mit Belichtung von 200-350 € kann man empfehlen?

  • Hallo,



    Und wie ist das bei dem ETX mit der Fotografie... Ich habe gehört man brauch einen T2-Adapter?
    Was ist T2? Welche Kamera mit Belichtung von 200-350 € kann man empfehlen?


    Das wird wohl nicht so einfach gehen. das erste Hindernis ist die Gabelmontierung. Ohne das jetzt im Detail zu erklären, sobald Du Belichtungszeiten wählst, mit denen Nebel und der gleichen aufgenommen werden können, erhälst Du eine Bildfelddrehung. Mond und Sonne (mit Filter) geht, da die Belichtungszeit hier sehr kurz ist.


    Das nächste Problem ist die Kamera. Entweder Du lässt das Objektiv an der Kamera und fotografierst afokal, dann benötigst Du aber eine Vorrichtung, die deine Kamera möglichst dicht (aber ohne zu berühren) hinter das Okular der ETX hält.


    Hast Du aber eine Spiegelreflexkamera (ab 500 Euro aufwärts), dann kommt der T2 Adapter ins spiel. Das ist ein normiertes Gewinde, dass zum Verbinden verschiedener Teile dient. In deinem Fall den Auszug des ETX mit dem Kamera spezifischen Adapter.


    Die ganze Sache ist ziemlich aufwendig und einem Anfänger nicht unbedingt zu empfehlen.

  • Hi Nomando,

    um ein Haar haett ich mir das ETX-70 gekauft als ichs beim LIDL gesehn hab.
    Haett mich einfach interessiert wie's mit einer ToUCam zusammentut.
    Was ich noch nicht durchgerechnet hab' ist welche Belichtungszeiten durch
    die Bildfelddrehung noch realisierbar sind. Aber so ueber den Daumen gepeilt sollten
    so 20 bis 30 Sekunden bei einigen Objekten (genauer gesagt Sternzeit/Breitengrad/R.A.
    und Dek.) moeglich sein. Damit sollte man bereits ein bischen was anfangen koennen.
    Also wie gesagt, wenn fotografisch, dann bevorzugt mit einer ToUCam SC1.

    Und es waer auch ein schnuckliges kleines Reiseteleskop. Unter richtig guten
    dunklen Himmel gebracht zeigen 70 mm Oeffnung veblueffend viel.

    Mit "indirektem" sehen und ein bischen Beobachtungspraxis kannst du mit dem ETX-70
    auch in Deutschland bei Neumond und einigermassen dunklem Himmel garantiert alle
    Messier Objekte sehen.
    Ansonsten wuerd ich dir, wie meine Vorschreiber auch, empfehlen mit den offenen
    Sternhaufen zu beginnen. Auch der Orionnebel ist ein sehr interessantes Objekt.
    Wenn du ihn im Okular hast dann versuche bewusst etwas daran "vorbei" zu schauen
    und dich dabei auf das zu konzentrieren das du nicht direkt "geradeaus" erkennst.
    Das ist der Trick - reine Uebungssache.

    Gruesse,
    argus


  • Für mich ist M101 nun wirklich kein Problem für das 10x50. Wenn ich mal wieder am Beobachetn bin, versuche ich es mal mit dem 8x24. Ich dneke, das klappt auch, wird aber schwierig. Ich versuche mich mit beiden Ferngläsen stets an den Objekten der Saison. Meist sehe ich im 8x24 sogar Details.