Welches Dobson, welche Ausrüstung

  • Hallo, Ihr Baldkollegen!
    Ich bin Einsteiger und möchte mir ein Dobson Teleskop kaufen, da ich jetzt sicher noch nicht aufs Fotografieren losgehen werde sondern erst mal das da draußen kennen lernen möchte. Nun stellt sich die Frage, welches Dobson ich nehmen soll. Genügt ein 6" soll es doch schon ein 8" sein, oder soll ich gleich mal ein 10" Teil kaufen. Gibts Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Herstellern? Welche zusätzliche Ausrüstung ist notwendig? Welche Okulare machen Sinn? Mit was finde ich am besten die Sterne? Gibt's einen empfehlenswerten Online Shop? Ich wohne auf 800 m im Alpenvorland und hab eigentlich ein recht gutes Seeing, so wie Ihr das nennt. Hab auch schon mal mit dem 150 Bresser von meinem Bruder rumprobiert und schon einiges eingefangen. Das wacklige Stativ war jetzt aber nicht so der Brüller. Das wird wohl bei einem DObson hoffentlich ein bisserl stabiler sein, oder?
    Problem ist wie bei vielen das gute Geld und ich möchte jetzt eigentlich nicht mehr wie 400 Euro ausgeben.
    Viele Fragen viele davon wurden wahrscheinlich unzählige male gestellt, aber da Ihr ja unzählige Sterne seht wird Euch das nicht ärgern, hoffe ich, ...
    Grüße von Andreas

  • Hi andreasi,

    das mit dem expliziten Fragen ist aus meiner Sicht wirklich
    ok und auch gut so. Selbst fragen und Antworten kriegen ist
    viel besser als passiv zu lesen.

    Meine Sichtweise ueber visuell genutzte Teleskope ist ganz einfach.
    Je mehr Oeffnung desto besser: weil umso mehr Kontrast. Und der Vorteil
    einer Dobson Montierung liegt ja gerade darin eine grosse Oeffnung
    kostenguenstig wackelfrei zu montieren. Also wieso dann mit Oeffnung geizen?
    Bei 8 Zoll faengt der visuelle Deep Sky Spass an und wird mit
    zunehmender Oeffnung besser und besser. Mein erstes Telskop war ein
    12" Dobson und es war einfach fantastisch was ich da zu sehen gekriegt hab.
    Also meine Empfehlung, nimm soviel Oeffung wie du schleppen und bezahlen
    kannst.

    Wenn du die Sternbilder kennst kann eigentlich mit dem Finden von Objekten nichts
    schiefgehen. Du brauchst nur noch eine Karte in der alles Sehenswerte
    eingezeichnet ist. Da gaebe es einmal CdC, eine tolle Freeware mit der du auch
    Karten mit den interessanten Objekten ausdrucken kannst - oder lieber was
    Kompaktes zum mitnehmen in Buchform, Deep Sky Reisefuehrer, oder Karkoscka oder oder.


    Zum "Einsehen" sind die Messier Objekte hervorragend geeignet, dann vielleicht
    die Caldwell Liste. Danach weist du garantiert selbst genau was es alles
    noch so zu sehen gibt und in Reichweite deines Teleskops und Standorts ist.

    Fuer welche Marke du dich letzen Endes bei deinem Dobson entscheidest ist
    sekundaer. Vielleicht kaufst du bei einen Fachhaendler bei dem du im
    "Notfall" auch mal vorbeischauen kannst. Und welche Okulare fuer dich Sinn
    machen kriegst du mit der Zeit heraus. Mehr als eine Brennweitenabstufung
    zu empfehlen ist wirklich schwierig. Schau am besten erstmal mit dem oder den
    Okularen die im Paket dabei sind, entscheide was du dann anders haben willst
    und wieviel du dafuer ausgeben willst - also keine Eile.

    Gruesse,
    argus

  • Wenn du von zu Hause beobachtest und kein Transportproblem hast, dann nimm' eine große Öffnung. 10 Zoll sind schon ganz ordentlich, damit sieht man sehr viel. Die preisgünstigen Dobs aus China (z.B. GSO) leiden nicht in erster Linie an optischen Mängeln, sondern am einfachen mechanischen Aufbau. Wenn du handwerklich ein gewisses Mindestgeschick hast, ist es keine Sache, hier schrittweise etwas zu verbessern. Du bekommst ohnehin das Teleskop für den Preis der Optik.

  • Hallo Andreas,


    ich besitze zwei dieser einfachen Dobsons, einen in 8" und einen in 12".
    Beide machen enorm viel Spaß und werden dauernd eingesetzt. Allerdings beobachte ich entweder in der Sternwarte oder davor auf der Terasse.
    Da macht der 12" eine tolle Figur.


    Wenn Du zuhause beobachten kannst und ihn nicht all zu weit transportieren mußt, dann nimm das größte, was Du bezahlen kannst. - Bist zu darauf angewiesen, mit dem Auto raus aus der Stadt in eine dunkle Beobachtungsecke zu fahren, dann wäre bei mir bei 10" Schluß. Das ist noch transportabel. Der 12-ender ist bereits ein Riesenteil und man sollte mal, bevor man so etwas kauft, davorgestanden haben! - Da ist manchem schon die Kinnlade runtergefallen bedingt durch dessen Größe.


    Wie Uwe schreibt, man muß meist selbst noch etwas Hand anlegen, um die einfachen Dobsons zu optimieren. Das halte ich in Ordnung bei 10 oder 12", den 8" kann man ohne Bedenken "von der Stange" her einsetzen, der braucht (meiner Meinung nach) auch nicht unbedingt eine Innenauskleidung. Die 10 und 12" Geräte da schon eher.


    Aber falsch machen kannst Du da ansich nichts.


    Beste Grüße von
    Winfried

  • Fang am besten mit einem Dob an den du gerade noch gut transportieren kannst. Also ein Gerät mit möglichst viel Öffnung.
    Mit einem 12 Zoll erschließen sich ganz andere Dimensionen.
    Ich hatte als erstes einen 114mm Newton dann einen 8 Zoll Meade von dem ich in Bezug auf die Optik doch sehr enttäuscht war und dann einen 12,5 Dobson! DAS war doch ganz was anderes!
    Nicht nur bei Deep Sky sondern besonders auch bei den Planeten- einfach faszinierend! Nun habe ich mir als mein wahrscheinlich letztes Teleskop einen 16 Zoll gekauft.


    Was ich bei den GSO als sehr wichtig empfinde ist ein Test der Optik!
    Hier kauft man relativ schnell eine Gurke. Glaube aber das man die ganze Thematik auch sehr überbewerten und akademisch sehen kann.
    ob Strehl 90 oder 95.... Wer sieht das schon und unter welchen Bedingungen? Aber völlig "Verhunzte" Spiegel muß man auch für den günstigen Preis nicht akzeptieren.


    Falls du interesse an einem 12,5 hast - meiner wäre nun zu verkaufen. Die Optik wurde natürlich auch getestet! Näheres auf Anfrage.


    Viele Grüße
    Christian Pauli