ED-APO im Vergleich

  • ED APO im Vergleich

    Siehe die Links am Ende dieses Beitrages #1

    In zwei Fällen steht ED APO drauf und in drei Fällen ist ein APO drin. Im ersten Fall sogar ein
    Super-APO. Vergleicht man in einer ersten Übersicht den Begriff ED-APO mit anderen ebenfalls
    titulierten ED-APO's, dann sind es jedenfalls herausragende Ergebnisse. Nur wenn man die drei
    untereinander vergleicht, dann wird man von der Qualität des ersten
    ED APO's regelrecht verwöhnt - es ist ein Super-APO!
    Mit folgenden ED-APO's brauchen die späteren 3-Linser jedenfalls den Vergleich nicht scheuen:

    William ED APO http://www.astro-foren.de/showthread.php?t=7802 RC_Index 2.5648, Achromat
    Borg ED APO. . http://www.astro-foren.de/showthread.php?p=32102#post32102 RC-Index 2.6087, Achromat
    Borg ED APO. . http://www.astro-foren.de/showthread.php?p=37338#post37338 RC-Index: 2.6154, Achromat
    ED APO Meade http://www.astro-foren.de/showthread.php?p=36212#post36212 RC-Index: 1.6193, Halb-APO

    Würde man zur Beurteilung der folgenden drei Objektive die oberen Links heranziehen, dann hätte man bei diesen
    nun folgenden Optiken echte APO's vor sich, während oben im günstigsten Fall (Meade) lediglich ein klassischer
    Halb-APO herauskommt, und bei den restlichen sehr gute Achromaten in der Qualität eines Zeiss AS herauskäme.

    Die nun folgenden drei Objektive - alles Apochromaten und nachweisbar bezüglich des sekundären Spektrums - scheinen in einer
    Art ModulTechnik verbaut zu sein, sodaß ähnliche bis gleiche Optiken in unterschiedlichen Tuben mit unter-
    schiedlichen Namen daher kommen. Keine neue Erfindung. Die ersten beiden also als ED APO richtig beschrie-
    ben mit unterschiedlichen Werten das secundäre Spektrum betreffend, Nr. 2 und Nr. 3 sind sich fast
    identisch, allerdings fehlt bei Nr., 3 die Kennzeichung vorne auf dem Objektiv-Ring oder auf dem Tubus.
    Das Objektiv ist aber schon so gearbeitet, daß man einen Ring mit Beschriftung vorne einschrauben kann.
    Möglich, daß er nur fehlt.

    Den schwarzen Peter hat dann der deutsche Händler - wenn er's merkt. Nach meiner Kenntnis hat er's gemerkt.

    Den Bericht für den ersten Super-APO findet man hier: http://www.astro-foren.de/showthread.php?t=10190



    Der zweite Bericht erfolgt im Beitrag #2



    Der dritte Bericht erfolgt im Beitrag #3



    Ein Vergleich dieser drei ED-APO's sollte es werden, nur merkte ich recht bald, daß´sich diese drei - zunächst
    sehr ähnlich erscheinenden "Linsen" gar nicht so ähnlich sind. Die Schnittweiten des 1. Skywatcher Equinox
    mit dem ED APO passen sehr gut zu einem Super APO. Grün und Rot liegen gleichauf, Gelb liegt nur 6 µ vor
    diesen Farben und Blau mit gerade mal 16 µ dahinter.

    Ganz anders die beiden anderen #2 und #3, die sich stärker ähneln: Die Reihenfolge der Farben ist identisch,
    ebenso die Werte für die Schnittweiten, wobei #2 etwas besser abschneidet mit RC_Index 0.6186 im
    Vergleich zu #3 mit RC_Index 0.7244. Fazit: Die 1.Linse ist für die Beschriftung viel zu gut, Linse 2.
    und 3. entspricht dem Sachverhalt nur bei #3 steht leider nichts drauf. Wer also #1 gekauft hat,
    dem gelang ein echtes Schnäppchen. Aber schlecht sind deswegen die beiden anderen Objektive
    genausowenig, besonders im Vergleich zum Begriff ED-APO und was unter diesem Begriff alles an
    den Sternfreund verkauft wird.



    Weitere Beiträge zur Thematik:

    RC-Wert bei Lichtenknecker; Algorhythmus zur Berechnung, A , B , C , FH150/2300
    Erläuterung der RC-Index-Zahl: Die Rohr´sche APO-Index Zahlen
    Farblängsfehler messen mit dem Bath-Interferometer
    Systematik bei der Vermessung des Farblängsfehlers
    Index-Vergleichstabelle; P1, P2, P3
    Sekundäres Spektrum an Beispielen: Übersicht, Beispiel-Tafeln
    Berechnung der Schärfen-Tiefe
    Glasweg-Diskussion am Beispiel Zenith-Prisma und Baader Großfeld Bino
    Abbildungsfehler - Wikipedia
    Farblängsfehler bei Refraktoren

  • 2. SkyWatcher Equinox ED APO

    Der Unterschied zum oberen 1. Skywatcher Equinox fällt einem erst allmählich über den Farbsaum
    beim Sterntest auf, deutlicher aber noch beim Focuault- und Lyottest z.B. an der Deutlichkeit der
    Farbteilung, die die Messerschneide dadurch erzeugt, daß sie im Sekundären Spektrum für Rot bereits
    extrafokal, für Blau hingegen noch intrafokal steht und es dadurch zu einer Aufteilung der Farben
    kommt. Recht bald untersuchte ich den Sachverhalt über die Anordnung der Spektralfarben im Fokus,
    und wie die Streifen der jeweiligen Farben nach oben oder unten "abkippen", auch ein Indiz für die
    Abweichung durch den Farblängsfehler. Bereits hier wurde deutlich, Equinox #2 stellt sich anders
    dar, als #1. Der Gaußfehler erscheint etwas ausgeprägter, die Farben liegen anders, die Farbabstände
    sind so groß, daß im Vergleich zur Tiefenschärfe ein anderer RC_Index-Wert herauskommen muß.
    Dieser RC_Index-Wert ist jedoch ein IndexWert, wie ihn viele der handelsüblichen APO's haben,
    nur den ersten seiner Art erreicht er nicht. Dann war eigentlich ziemlich klar, daß ich mich auch um
    die #3 kümmerte und ebenfalls das Sekundäre Spektrum vermaß - diesmal aber mit ähnlichen
    Abstandswerten bei gleicher Lage der Spektralfarben. So kam es dann auch zur Übersicht hier:
    http://rohr.aiax.de/@ED-APO_01.jpg



    Der Sterntest fällt hinsichtlich des Farbsaums etwas deutlicher aus, die opt. Fläche ist OK und zeigt weiter
    keine Störungen.



    Am künstlichen Sternhimmel läßt sich die Auflösung ermitteln, die mit der theoretischen gut übereinstimmt.
    Bei diesem Test erkennt man einen leichten Rest von Zentrierfehler der als Coma den Strehl um etwa 1%-Punkte
    absenkt. Das ist auch der Grund für die Schräglage der Interferogramm-Streifen: Senkrecht dazu liegt nämlich
    die Coma.



    In der Hauptfarbe Grün hat dieser ED APO (SkyWatcher/Equinox 120/900) sein Optimum mit der üblichen Unterkorrektur
    bei Rot und Überkorrektur bei Blau. Lediglich vom Betrag etwas deutlicher als bei #1.



    Der Foucault-Test zeigt eindeutig, daß man es mit einem APO zu tun hat. Im Weißlicht-Interferogramm
    bilden sich integrativ alle Interferogramme von Blau bis Rot ab, also die Summe der farbigen Einzel-IGramme.



    Bei 532 nm wave das Ergebnis, das auf jeden Fall das TMB (Thomas Back +) Kriterium erfüllt:

    Quote

    But any lens, be it a doublet, triplet, quad, air-spaced or Petzval, that has a peak visual
    null (~5550A - the green-yellow) with a Strehl ratio of .95 or better, coma corrected and is
    diffraction limited from C (red) to F (blue) with 1/4 wave OPD spherical or better, has good control
    of the violet g wavelength with no more than 1/2 wave OPD P-V


    Die gelben Linien zeigen den IdealVerlauf der Streifen und somit die tatsächlichen Abweichungen.



    Die Energieverteilung in der Summe aller Fehler, also Rest-Coma, - Astigmatismus und Rest-Öffnungsfehler.



    Weil größenordnungsmäßig am deutlichsten die Deformation der Wellenfront durch Rest-Coma



    Trotzdem ein Ergebnis, wie es manches Zeiss APQ oder TMB-APO anzubieten hat. Die Grenze wäre bei
    Strehl = 1.000, aber solche Ergebnisse sind nur für die astronomische Stammtische und deren "Lautsprecher"
    gemacht.
    Wenn man also nicht gerade dem Super-APO zum Schnäppchenpreis hinterher jagt, ein passables
    Ergebnis in einem angemessenen Preis-Leistungsverhältnis. Der Okularauszug ist sehr edel, der
    Tubus selbst ebenfalls.

  • 3. SkyWatcher ED APO

    Der 3.te im Bunde läßt sich ebenso leicht abschrauben, wie seine Vorgänger. Ohne Tubus lassen sich die Tests
    einfacher durchführen, besonders wenn man das Verhalten der Optik im Feld untersuchen will. Allerdings
    ohne die gnädige Vignettierung, die manche Fehler sinnvollerweise kaschiert und deswegen bei Feldaufnahmen
    einen segensreichen Einfluß hat. Zunächst sucht man die Aufschrift auf einem FrontRing vergebens. Gottseidank
    hat mir aber der Sternfreund noch rechtzeitig "gesteckt" daß es wohl die gleiche Optik sei, wie bei #2 -
    und das habe ich mir sorgfältig gemerkt.



    Die Trennung enger Doppelsterne dokumentiert die Auflösung der Optik aus der sich dann die entsprechenden
    Werte ermitteln lassen nach der Formel : Auflösung = 1.22 * Lambda(mm) * Fokus / Apertur



    Passend dazu die Auflösung im Feld: Im Feld reagieren Linsen-Optiken offenbar leicht astigmatisch, weswegen
    man den - justierbedingt - zum Teil abziehen könnte. Unabhängig davon hält sich bis zu einem Bildwinkel
    von 0.5° (offenbar der übliche Wert) die Verformung der Stern-Punkte so in Grenzen, daß man es auf
    Feldaufnahmen noch nicht bemerkt. Erst bei einem Kippwinkel von 1° zur Achse steigt dieser Fehler deutlich
    an. Das verhindert aber für gewöhnlich die Vignettierung, weswegen dieser Fall nur theoretisch sein kann.



    In diesem Fall ist die Farbverteilung beim Foucault-Test derart, daß ich mich an frühere Untersuchungen beim
    HCQ-APO erinnerte, bei denen es eine Rolle spielt, ob man einen Zenit-Spiegel oder -Prisma verwendet:
    HCQ APO - Glasweg-Diskussion 3.BerichtSimulation Glasweg
    HCQ APO Nr. 4 - Mit Glasweg ein Super APO
    Da aber in diesem Fall der Farbsaum noch deutlicher ausfällt, laßt sich vermuten, daß für diesen APO ein
    Zenit-Spiegel die richtige Lösung ist.



    Hier nun nochmals interferometrisch die Sitaution:
    a) bei Fokussierung/Fixierung auf Grün und der Farblängsfehler durch Abweichung der IStreifen nach oben (Rot)
    und nach unten (Blau). In beiden Fällen überlagert sich der farbabhängige Öffnungsfehler, Spherochromasie
    oder Gaußfehler genannt.



    Das Interferogramm bei 532 nm wave weitestgehend gut und damit normal und erfüllt ebenso wie bei #2 die
    Thomas Back APO Definition.



    Was als ED APO angekündigt wird - in diesem Fall noch nicht einmal als Frontring-Aufdruck erkennbar - erfüllt
    für diesen Sachverhalt alle Erwartungen, solange man sich nicht auf einen Super-APO eingestellt hat.
    Und für den müßte man eigentlich etwas mehr bezahlen-

  • Hallo Matthias,

    nicht alles was man im Labor unter besten Bedingungen sieht, ist am Himmel
    zu sehen: Zieht man Spherical und Coma bei der IGramm Auswertung ab, dann bleibt in diesem Fall ein
    Astigmatismus in der GrößenOrdnung von ca. PV L/6 übrig. In diesem Fall würde ich die Aufnahme des
    Artificial Sky zu Rate ziehen: http://rohr.aiax.de/@EvoStar_03.jpg
    Siehe auch hier: Artificial Sky - Übersicht: Artificial Sky

  • Hallo Matthias,

    fiel mir auch auf: Es könnte auch eine Verkippung meiner Kamera zur opt.
    Achse sein - jedenfalls beim artificial Sky Bild fällt das nicht so auf. Nicht
    zu vergessen, daß diese Aufnahmen unter HöchstVergrößerung stattfinden.
    Siehe auch diesen vorweggenommenen Beitrag hier:
    http://www.astro-foren.de/showpost.php?p=39242&postcount=4
    Und dann wäre dieser Beitrag für einen Vergleich sehr lesenwert:
    http://www.astro-foren.de/showthread.php?p=34639#post34639

    http://rohr.aiax.de/APQ95988-09.jpg
    http://rohr.aiax.de/APQ95988-10.jpg

    Habe im Web noch zwei Bilder gefunden mit dem 150 Durchmesser Skywatcher Evostar:




  • Hallo Wolfgang,


    Ja, auf dem artificial Sky Bild sind die Sterne rund.


    Es ist echt erstaunlich, einen ~5" Voll-APO für gerade mal 1100 Euro inkl. Untersetzung ...


    Jetzt brauche ich nur noch einen passenden Reducer - ich denke das wird noch eine Herausforderung :-( Zumal meine Ansprüche nicht gerade gering sind. Schliesslich will man sich ja verbessern und mein Pentax 75 muss erstmal überholt werden ...


    Na, dann schick mir den mal zu :-)


    Gruß


    Matthias

  • Hallo Hr.Rohr,
    ich beobachte das Thema Skywatcher ja schon eine ganze Weile und war auf einen Vergleich sehr gespannt. Dass ich der Glückliche mit meinem "Schnäppchen Skywatcher" bin, freut mich natürlich sehr. Ich hatte bei den beiden Willis ja Pech. Das Gute an unserem (Ihr)Test mit den Willis ist, dass ja ein bestimmter Händler reagiert und die FLT 132 bei Williams reklamiert hat. Demzufolge sollen ja jetzt andere Linsenfassungen eingebaut werden. Mal sehen, was dabei herauskommt.
    Leider konnte ich bisher mein "Schnäppchen" sehr wenig nutzen; aufgrund der Wetterbedingungen.


    Mit freundlichen Grüßen
    Peter K.

  • Ein weiterer Skywatcher Equinox

    Die Serienstreuung ist gering, besonders hinsichtlich der Farbreinheit. Trotzdem kann man feine Unterschiede feststellen. Dieses Exemplar wäre
    perfekt für die maximale visuelle Empfindlichkeit unserer Augen bei Nacht im Bereich 510 nm wave. Das bedeutet eine leicht größere Unter-
    korrektur bei 656.3 nm wave (C-Linie), während Blau nur gering überkorrigiert ist. Sein Optimum hat dieser APO bei 510 nm wave.

    Eine okularseitige Reduzierung der 120 mm Eingangsöffnung ist in keinem Fall mehr feststellbar, was bei einem der ersten APO's zu einem extrem farbreinen
    Ergebnis geführt hatte. Die Farbreinheit entspricht auch in diesem Fall punktgenau den vorherigen Beispielen, auch was die Lage der Farbschnittweiten und
    deren Abstände betrifft. Da das Optimum im Blau-Grünen (510 nm ) liegt, reagiert das Ronchi-Gramm intrafokal mit einer leichten Unterkorrektur. Die
    Verarbeitung aller Tubus-Teile ist vorbildlich. Mit diesem APO hat man ein preiswertes Teleskop für die Himmelsbeobachtung. Wer damit fotografieren will,
    hätte mit dem TSFLAT 2 eine sehr gute Lösung: Bei einem Fokusabstand von 100 mm wird bei 20 mm Felddurchmesser das Bild ähnlich gut gezeichnet, wie
    auch auf der opt. Achse.



    Bei Höchstvergrößerung erreicht dieser APO in jedem Fall das theoretische Auflösungsvermögen (Formel) und wird vermutlich sogar übertroffen, wenn man meine
    Aufnahmen als Beweis nehmen will.



    Mit dem TSFLAT 2 hätte man diese Aufnahme-Qualität - ebenfalls bei 450-facher Vergrößerung untersucht.



    Die Farbsäume sind identisch mit den vorherigen Beispielen, ebenso das Foucault-Bild, eine Mischung aus Farblängsfehler und Gaußfehler. Während der Farblängs-
    fehler zu einer rechts/links Verteilung der Spektralfarben führt, stellt sich der Gaußfehler als "sichel-förmige" Unterverteilung dar. Noch besser beim Lyottest
    erkennbar.



    Zwischen der Messung mit der 0.001 Meßuhr, die einen etwas besseren RC_Index ablieferte, und den Werten aus der Power-Umrechnung, entstand eine Differenz.
    Hier wird der "schlechtere" Wert genannt, weil er besser zu den vorherigen Beispielen paßt, und ich vermute, daß er wahrscheihnlicher ist. Trotzdem beweist der
    obere Artificial Sky Test die hohe Qualität dieses APO's.



    Besonder der Gaußfehler kann hier gut eingeschätzut werden. Aus diesem Grund sind die Strehlwerte angegeben, die nur den Öffnungsfehler darstellen, bzw. der PV-Wert.
    Selbst bei Rot (= größte Abweichung) wäre dieser Wert gerade mal bei PV L/4.



    Das Referenz-IGramm bei 510 nm wave ohne irgend einen Abzug



    und die Auswertung



    Damit sollte man glücklich werden können.