Zeiss APQ Nr. 011 105/800

  • Nur mit Glasweg ein Super APO

    http://www.astro-foren.de/showthread.php?p=38089#post38089
    Dieses Objektiv ist bereits zum dritten Male bei mir. Mit dem damaligen Ergebnis waren wir schlicht
    nicht zufrieden, und erst in einem dritten Anlauf, kam dieser wunderbare APO so zurück, wie man
    es von einer Firma wie Zeiss eigentlich erwartet: Vergleicht man in dem Zusammenhang meine
    Messungen des Farblängsfehlers, dann variieren die Ergebnisse geringfügig, nachdem das Objek-
    tiv von Zeiss total zerlegt worden war, die Fassung erneuert worden war, und seitlich je drei
    Justierschrauben angebracht worden sind. Auch ist der Öffnungsfehler geringer geworden und
    der dreieckige Rest-Astigmatismus nahezu verschwunden. Nur die Index-Zahl ist ein klein wenig
    größer, was hauptsächlich eine Frage des Linsenabstandes ist. Auch daran erkennt man, wie
    sensibel Optiken auf Abstände und Zentrierung reagieren.

    Man merkt es relativ schnell, wenn das gewohnte Bild sich am künstlichen Sternhimmel nicht einstellen
    will, und ein Farblängsfehler bei einem Zeiss APQ 105/800 auftaucht, den es eigentlich nicht geben
    darf. Aber erst im zweiten Anlauf hatte dieser wunderbare Super-APO genau die Eigenschaften, die
    man von einer solchen Optik erwarten kann.

    Artificial Sky - Übersicht: Artificial Sky

    Nicht un-interessant ist der Vergleich der Weißlicht-Interferogramme, mit denen man einen sehr schnellen Überblick
    erhält zum gesamten Farbspektrum eines Refraktors. Siehe hier: http://www.astro-foren.de/showthread.php?p=39454#post39454
    Die Ähnlichkeit, mit der die Glasweg-Variante dem Kugelspiegel sehr nahe kommt, läßt darauf schließen, daß
    dieser APO äußerst farbrein sein muß - was sich später über die Vermessung des Farblängsfehlers bestätigt.
    Damit hätte man eine weitere TestMöglichkeit die Qualität von Apochromaten gut einzuschätzen bzw. hinsichtlich
    der Farblängsfehlers zu unterscheiden.



    Der Glasweg aus BK7 besteht aus drei kleinen Probegläsern mit einer Gesamtlänge von 47.37 mm



    Das längere Sekundäre Spektrum sorgt überdies dafür, daß etwas mehr Energie im 1. Beugungsring verschwindet





    Auch der Foucault-Test zeigt über die links/rechts-Farbzerlegung, wie farbrein ein Objektiv ist.



    Viel unterscheidet den Sterntest nicht mehr von einer Spiegeloptik



    Diese Gegenüberstellung macht augenfällig, wie bei einer längeren Schnittweite der Farben, die Streifen am
    Rande abkippen: Kürzere Schnittweite nach oben, längere Schnittweite nach unten. Fixiert/fokussiert wurde
    auf die Hauptfarbe Grün.
    Bei der Glasweg-Variante ist kaum ein Gaußfehler erkennbar - auch ein Merkmal dieser hohen Qualität.



    Dem Interferogramm sieht man an, daß es einen hohen Strehlwert abliefert.



    Das 3-D-Bild wurde nach Fehler-Einfluß aufgesplittet: Koma hätte den kleinsten Anteil an Restfehler mit 0.2%
    Strehlpunkte



    Der dreieckige Rest-Astigmatismus beläuft sich auf 0.9% Strehlpunkte. Der übrige Restfehler geht aufs
    Konto einer hauchzarten Unterkorrektur. Alles in allem ein wunderbares Objektiv.



    1-2 Micron Abstandsänderung reichen schon, um aus einer perfekten Korrektur bei Grün
    eine leichte Unterkorrektur in der gleichen Farbe zu machen:
    http://www.astro-foren.de/showthread.php?p=38089#post38089



  • Hallo Wolfgang,


    Ist dieser APQ-105/800 eigentlich je in einer Kleinserie vermarktet worden, oder handelt es sich dabei um ein Einzelstück?


    Handelt es sich wohl um den BaK2/CaF2/K11 - Typ oder den ZK2/CaF2/ZK2 - Typ (Laux-2.Ausg. S. 53) ?


    Übrigens: Welche APQs hatten Objektive von welchem der beiden erwähnten Typen? Ob das vielleicht jemand weiss?


    Beat