TeleVue Genesis - Hilfestellung

  • Hallo zusammen.


    Benötige eine wirklich ernstgemeinte Hilfestellung. Habe ja erwähnt, dass ich ein TeleVue angeboten bekommen habe. Jedoch abweichend der Aussage TeleVue Renaissance ist es ein TeleVue Genesis SDF 101 mm f/5.4. – So weit so gut.
    Montierung mit sehr stabilen Holzstativ Marke „Mizar“ – macht einen sehr soliden und gepflegten Eindruck – sie läuft sauber.
    Gestern Abend dann der Schock:
    Die zweite Linse im System sieht angegriffen aus. Der Verkäufer sagte dies auch sofort zu Beginn unseres Gespräches. Die Mekmale äußern sich in Form von „Putzspuren“, sind aber keine, so schlierenhafte Vergütungsfehler, die mit den Jahren lt. Aussage immer mehr gewachsen sind. So wie die mir bekannten Fungusspuren sieht das nicht aus. Seltsam.
    Wie auch immer: Praxistest! Leider hatte ich keine Barlow um auf Grenzvergrößerung zu gehen. Ein 9mm Nagler zeigte aber in meinen Augen ein klasse Bild, wenn ich denke, dass die Fehler der Linse bei der Mondbeobachtung schwerer ins Gewicht fallen werden, da eine Stelle im Bereich der Vergütung eine Elipsenform der Größe von 2-3 x ~5mm hat, die man auch Intrafokal wahrnehmen kann. Der Jupiter war bei 61fach sehr ansehnlich, am Stern ergab sich leicht intra-extrav. eine m.E. sehr gute Beugungsscheibe mit gleichem Erscheinungsbild. Eben alles auf schnell getestet. 1.Beugungsring am Stern vorhanden, sher gut abgegrenzt und deutlich.
    Jetzt hab ich das Problem der Preisfindung – uns zwar ein gewaltiges!!! heul…schnieeffff….
    Wie soll man das Kalkulieren? Von dem Fehler der Optik würde ich mich nun im Moment nicht groß abhalten lassen, da sie nur bis zur Ersparnis eines TK :) halten muss.


    Das Gerät ist 10/12 Jahre alt und noch mech. wie optisch TOP. Dennoch,….


    ich wäre euch wirklich sehr dankbar für ein paar Zahlen, die es mir ermöglichen eine faire Verhandlungsbasis aufzubauen. Eine Anzeige stellte ein selbiges Teleskop auf Astronomie-punkt.de mit 1400€ auf, allerdings hier alles TOP i.O. !


    Meine Kalku: seinerzeit 4000DM = 2000€
    im Mittel auf 10 jahre 40/50% Verlust = 1200€/1000€
    mit Fehler Optik -30% = 850/700€ - ??????


    Würde mich über ernst gemeinte Antworten freuen und nehme vorweg, dass ich mir im Klaren darüber bin, dass einige die Linse in die Tonne hauen würden – oder?


    Die Montierung?, wo wird die wohl im Preisgefüge liegen?


    ich würde sie nehmen…..


    Danke vorab.

  • Hallo Dominique,


    mal salopp gefragt: Willst Du Dir das wirklich "antun"?
    Der Genesis sdf ist meiner Auffassung eher etwas für die Astrofotografie und schon fast 15 Jahre alt! Obwohl optisch gegenüber seinem Vorgänger verbessert, ist es von der Farbkorrektur nicht mehr aktuell. Ich habe selber den alten Genesis (siehe "Prüfprotokolle" hier im Forum), für die Fotografie mit einer DSLR gut zu gebrauchen aber visuell braucht man schon eine gute Barlow-Linse und recht kurbrennweitige Okulare, um in höhere Vergrößerungsbereiche vorzustoßen....Mit der Farbreinheit eines Tak FS kann es nicht konkurrieren. Soweit mir bekannt, sind die Vierlinser von TeleVue erst mit der Einführung des NP 101 (2001?) wirklich farbrein geworden.


    Hat so ein altes Teil auch noch einen massiven (und mit dem Alter wachsenden) Vergütungsdefekt, wird der spätere Verkauf sehr schwierig werden. Hast Du vielleicht die Möglichkeit, Fotos mit dem Teleskop zu machen oder die Objektivlinse selbst zu fotografieren?


    Viele Grüße


    Michael


  • Danke für deine Antwort.



    Schock Nr.2 - die Bildefeldebnungline hat auch Befall. :angry:
    Aber um deine Fragen zubeantworten:


    Habe heute nochmals Beobachtet - mit Barlow, 9er Nagler - für die "Krankheit" eigendlich ein klasse Bild. Unverständlich aber okay. Mein Vorhaben:


    Für einen TAK fehlt momentan das Geld, dass steht fest - Schuhe und Küche stehen an, die Frau :)!
    Habe einen Omegon oder A.Professionell ins Auge gefasst. Also bis max 1000€ für die Optik würde zur Verfügung stehen. Möchte eine nicht zu lange Brennweite, um eben mobil zu bleiben. Der Markt ist für mich unübersichtlich und Beobachtungserfahrungen der o.a. Geräte habe ich noch nicht gelesen. Es ist mir durchaus klar, dass der Genesis nicht der Weisheit letzter Schluss ist, dennoch im Paket mit der Mizar, die einen wirklich guten Eindruck macht, den TeleVue-Okularen ein wieder wirklich guter Einstieg?!?!? - Der Genesis sollte noch 1-2 Jahre halten, dann kommt eh ein anderes und der Genesis würde ein mit Selbstbauabitionen gutes Ersatzrohr werden, wenn denn dann irgendwo eine andere Optik mit Fassung in die Hände fällt.
    Andererseits könnte ich ja nur die Montierung nehmen - es fehlt die Preisvorstellung - was ist sie wohl wert??????,
    dann eines der o.a. Refraktoren kaufen - nur dann sind € futsch für den TAK o.ä., der Genesis würde aber mit Sicherheit weniger kosten - nur wieviel???


    Ja, ist alles blöd - aber evtl. finde ich hier eine Hilfe. Ja, Bilder sende ich dann nach. Habe natürlich kein Vergleich gegen ein "gesundes" Genesis.

  • Hallo nochmals,
    so, hier die kranke Optik.
    Was kann sie angesichts des Fehlers noch wert sein?
    Schon allein der mechnische Teil und der Tubus mit Rohrschellen.?!?
    Wobei wie schon erwähnt, nicht gravierend auffällig, jedoch bei hellen Sternen mit leichten Hof zu verzeichnen. Schade. Ansonsten aber alles i.o.
    Am Mond wohl im Vergleich kontrastmindernd, dennohc ein tolles Bild.
    2. Aufnahme ist von innen.


    Was meint ihr?
    Der Verkäufer möchte 300€.

  • Hallo Dominique,


    wann hat die Sache mit der Fleckenbildung denn begonnen? Wenn das sich das mit den Jahren langsam verschlimmert hat, kannst du zumindest abschätzen, ob es für die nächsten zwei Jahre noch reichen wird. Und bei 300;- EUR Anschaffungspreis würde sich der Verlust in Grenzen halten, sollte sich der Zustand deutlich schneller verschlechtern.


    Wenn ich mich recht entsinne hat Baader Planetarium früher Linsenoptiken wieder aufbereitet. Ob er das noch macht, und was es kostet, weiss ich leider nicht. Wäre aber vielleicht auch eine Option? Fragen kostet nichts.


    Grüße
    Markus


  • Hallo und danke vorab.
    Der Besitzer sagte mir, dass der Fleck zu Anfang maginal gewesen sei. Ferner beginnend seit ca. 2000 und angeblich in den letzten 2 Jahren fast nicht mehr feststellbare Veränderungen. Ich denke, ein paar Jahre sollte er noch halten.
    An eine "Schönheits OP" hatte ich auch schon gedacht, jedoch denke ich, die Preise werden unwirtschaftlich sein.


    Der Flatter hat auch Sporen, den würde ich gern säubern, nur wie? Man kommt an das Ding nicht so richtig heran. Hat jemand eine Demontageanleitung?, oder sonstige Hilfestellung?

  • Hallo Dominique,


    an Baader und dessen Aufbereitung von Linsen hatte ich auch gerade gedacht. € 300 wären mehr als angemessen. So nebenbei: Für meinen Takahashi, der nur ein Vorführmodell, also kein gebrauchtes war, habe ich 50% des Neupreises (Listenpreis) bezahlt. Der ist allerdings wie neu.


    Ich würde den Refraktor nehmen. Vorher bei Baader aber nachfragen. Eine solche Optik ist in meinen Augen nicht veraltet, sooo viel besser sind die neuen nun auch nicht. Und der Preis würde mich schon reizen.


    CS
    Winfried


  • Hallo, ich liebäugel ja mit dem AP 110/770, den ich mir wohl nächste Woche pers. ansehen werde. Die Strecke ist er mir wert. Dann würde der Genesis von mir im Auftrag weiterverkauft werden. Wobei ich den Genesis wirklich auch hinsichtlich seiner Mechanik klasse finde. Ich werde mal bei Baader anfragen.

  • Hallo Dominique,


    an das hintere Linsendublett kommst Du folgendermaßen heran
    (hat jedenfalls bei meinem so funktioniert):


    Der Tubus ist Richtung OAZ eingeschraubt. Damit sich da im Laufe der Zeit nichts lockert und auch keiner daran rumspielt, ist die Verschraubung nochmal durch eine kleine Madenschraube gesichert, die mit etwas Harz gefüllt ist (Innensechskant).
    Den Harz mit einer Nadel o.ä. rauspulen, die Schraube lösen, dann kannst Du den Tubus samt Objektivzelle vom OAZ lösen und hast Zugang zu den hinteren Linsen. Bei mir war die Madenschraube korrodiert und ließ sich nicht lösen, mit einem feinen Bohrer habe ich sie aufgebohrt und später einfach weggelassen. Verstellt oder dejustiert wird nichts, einfach den OAZ wieder aufschrauben und fertig ist die Laube!


    Viele Grüße


    Michael


    Viele Grüße


    Michael


  • Hallo Michael, besten Dank für die Info.
    Die Schrauben hab ich auch nicht übersehen, dennoch dachte ich, der geschlossene Innensechskant sei beabsichtichtigt - da sich doch etwas bei Demontage dejustieren kann.
    Aber wenn es so ist wie du sagst - um so besser.


    Was kann so ein kranker Genesis noch an Wert besitzen?


    Also, besten Dank.

  • Hallo Dominique,


    der Genesis ist ja für die Deep-Sky-Fotografie prädestiniert, dafür sprechen das schnelle Öffnungsverhältnis (f/5.4) und die gute Feldebnung. Selbst wenn die Farbkorrektur nicht mehr heutigen APO-Maßstäben entspricht, kann man mit dem Teil gute Fotos machen. Das Teleskop ist also was für den Astrofotografen mit Deep-Sky -Vorliebe.
    Visuell gibt es mittlerweile Besseres zu attraktiven Preisen, für die langbrennweitige Fotografie von Sonne, Mond Planeten auch.
    Für mich wäre also entscheidend, ob der Linsendefekt bei Deep-Sky auffällt, z.B. durch störende Halos um hellere Sterne.


    Falls nicht, würde ich 300 Euronen für das Teil für angemessen halten.
    Falls doch, entfällt (für mich jedenfalls) der Haupteinsatzzweck des Teleskops. Es wäre dann zu prüfen, ob man es noch visuell als Richfielder oder so einsetzen könnte. Mehr als 100 Euronen würde ich dann allerdings nicht dafür bezahlen.

  • Mehr als 100 Euronen würde ich dann allerdings nicht dafür bezahlen.


    Wäre ICH der Noch-Besitzer des Teleskops, für 100 EUR würd ich mir das Scope lieber als Deko ins Wohnzimmer stellen, als es zu dem Preis zu verschleudern. Ich denke die 300,- EUR sind ein fairer Preis. Das Ding hat damals, wenn ich mich nicht irre, rund 2.000,- EUR gekostet.


    Dominique
    Wie sieht es denn mit Aufarbeitungskosten aus? Hast du, mal bei Baader nachgefragt?

  • Wäre ICH der Noch-Besitzer des Teleskops, für 100 EUR würd ich mir das Scope lieber als Deko ins Wohnzimmer stellen, als es zu dem Preis zu verschleudern. Ich denke die 300,- EUR sind ein fairer Preis. Das Ding hat damals, wenn ich mich nicht irre, rund 2.000,- EUR gekostet.


    Dominique
    Wie sieht es denn mit Aufarbeitungskosten aus? Hast du, mal bei Baader nachgefragt?


    Hallo,


    nein, ich bin noch nicht zur Anfrage bei Baader vorgestoßen,
    da ich in Saarbrücken den Astro-Professional 110/770 abgeholt habe :)
    Bin jetzt in der Testphase und werde zum gegebenen Zeitpunkt mal einiges Berichten. Habe 14 Tage Zeit. Aber gut, dass du mich daran erinnert hast !


    Besten Dank