Al Jaegers Optikhersteller aus USA 1946-1987

  • Al Jaegers - OUR LENSES ARE UNEQUALED!



    Albert Jaegers wurde in New York am 12. September 1914 geboren und starb am 11. Januar 2005.
    Sein letzter Wohnsitz war in Lynbrook, Nassau County, New York.


    Sein Vater, Joseph P. Jaegers (1885-1948), Maler, wurde in Ohio geboren,
    und sein Großvater, Albert Jaegers (1868-1925),
    Bildhauer, wurde in Deutschland in der Umgebung von Wuppertal geboren.
    Diese Daten recherchierte mir Lew Chilton aus Angaben von Anchestry


    Seit Mai 1946 verkaufte A. Jaegers,damals noch ansässig in Ozone Park, New York, Glas-Rohlinge und Militäroptik.
    Auch tauchte zu dieser Zeit erstmals eine kleine Anzeige in Sky & Telescope auf.


    Al Jaegers inserierte 41 Jahre lang in S&T.



    Ab Mitte der 1950er Jahre, verkaufte Jaegers „American-made,
    von Hand korrigierte Präzisions-Objektive" mit 3 1/4 Zoll und 4 1/8 Zoll-Öffnung und viele Fernglasmodelle.



    Ab 1961 bot Jaegers erstmals 6-Zoll-Refraktor Objektive mit einem Öffnungsverhältnis von f/10 und f/15,
    vergütet und gefasst zum Preis von 175 Dollar an.
    Im zum Jahre 1965, inserierte Jaegers zwei volle Seiten in S & T mit astronomischen Zubehör
    und Parabolspiegel bis zu 10 Zoll, achromatische Objektive bis zu 6 Zoll und Ferngläser.



    Jaegers Objektive wurden mit konsequenter Qualitätskontrolle und ausgezeichneter Farbkorrektur hergestellt.
    Ein Objektiv, welches nicht den Qualitätsanforderungen entsprach wurde aussortiert und nachgearbeitet.
    Ihre Korrektur und Auflösung, erreichten oder übertrafen angeblich Objektive von Unitron,
    und waren Mitte der sechziger Jahre die besten Objektive, welche in den USA hergestellt wurden.



    Zahlreiche Liebhaberfernrohre,vorzugsweise in den USA waren mit Objektiven von Al Jaegers ausgestattet.



    Die "Flaggschiffe im Objektivsortiment von Jaegers waren die 6 Zöller
    erhältlich in den Öffnungsverhältnissen F/5,F/8,F/10 und F/15


    Auch in Deutschland waren Jaegers Optiken erhältlich.
    Als Manfred Wachter in Bodelshausen seine Zusammenarbeit mit Lichtenknecker beendete,
    lieferte er ab Oktober 1976 die Refraktoren aus seinem Programm mit Objektiven von Jaegers USA.



    Die Refraktoren von Wachter wurden nun mit 80, 100 und 150mm Öffnung und Optik von Jaegers angeboten.


    Untersuchungen der Objektive auf der optischen Bank bei Zeiss in Oberkochen
    bescheinigten den Objektiven von Jaegers einen hohen Qualitätsstandart.


    Mit einer kleinen Anzeige in der S&T Ausgabe vom Mai 1987 wurde darauf hingewiesen,
    dass ein Brand im Betrieb von Albert Jaegers sowohl aktuelle als auch neue Aufträge verzögert,
    und er in seiner Werbung bekannt gibt, wenn das Unternehmen zur vollen Produktion zurückkehrt.




    Jaegers Werkstätte heute
    Allerdings war die Werkstätte vollständig zerstört,
    und das Unternehmen war nicht mehr in der Lage wieder ins Geschäft zurück zu kehren.


    Damit verloren Sternfreunde in aller Welt eine hervorragende Optikquelle.




    Ich streife vorzugsweise mit meinem Jaegers 6 ZollF5 Objektiv die Milchstrasse entlang.


    PS:

    William Bradfield, erfolgreicher Kometenjäger hat alle 18 Entdeckungen auf seinem Konto
    mit einem Jaegers 6"F8, dem "Billscope" gemacht.

  • Es gibt noch welche in artgerechter Haltung.
    Wenn der Halter Lust auf Schlepperei zum Aufbau hat ...


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    Wachter 150 f/10 mit Jaegers Optik auf Wachter Astronom II.


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    Sonne


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    Mond


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    und ...

  • Hallo Gerd,


    vielen Dank! Ich danke für die Informations-Fülle, die Du zusammengetragen hast!
    Über A. Jaegers was zu finden, ist ganz schön schwierig.


    Bin auch ganz angetan von dem klassischen Linsenmonster.
    Leider sehr schwer die ganze Angelegenheit.
    Dreimal ca. 17 kg (Stativ, Montierung, Tubus) plus Gegengewichte nach draußen tragen.


    Und seit ich durch einen 4" Fluorit Doublet beobachte, hm,
    der bildet schon verdammt gut ab. Am Mond ein gewaltiger Unterschied.


    Nichts desto trotz ist der Große Wachter ein richtig schönes Instrument,
    vor dem ich mich verneige. Vor 35 Jahren hätten viele Liebhaber-Astronomen
    sich die Finger nach so einem (damals sündhaft teuren) Refraktor abgeschleckt
    und haben davon geträumt, sowas zu besitzen.


    So wie in er Gegenwart sich manche Träume auf große Apochromaten richten
    (welche heute sündhaft teuer sind ...)


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    Hier ein Bild der Objektiv-Zelle


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    Der Große Wachter von der Seite


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    noch ein Bild der Zelle


    Viele Grüße,
    Andreas

  • Bis vor ein paar Jahren habe ich auch mit einem 6" f/10 Wachter-Jaegers beobachtet, wenn auch nicht ganz artgerecht gehalten!=) Es war der beste Achromat, den ich bisher erlebt habe. Zeichnungen, die mit dieser Optik entstanden, sind in den Tiefen dieses Forums zu finden. Ich habe das Fernrohr dann zur Finanzierung eines Apo's verkauft. Heute lebt es in Niedersachsen und ist immer wieder ein Hingucker bei diversen Teleskoptreffen (ich hoffe auch beim kommenden HTT;=))


    Gruß, Michael.


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  • Hallo Michael,
    Mensch, auf genau dieses Bild (in kleiner Auflösung) Deiner Kombination bin ich vor Wochen gestoßen, als ich auf der Suche nach Anregungen für einen stabilen Holz-Unterbau war! Was für einen Querschnitt hatten die Balken? Sieht grob geschätzt nach 120 bis 140 mm aus. Das Pyramidenstativ unter meiner Astronom II erscheint mir ein wenig zu flexibel.
    Dein Beitrag animiert mich, den Großen Wachter mal wieder öfter in Betrieb zu nehmen. Vielen Dank!
    Viele Grüße,
    Andreas

  • Hallo Andreas!


    Das Stativ habe ich aus 100x100 Kiefernbalken gebaut, die Kopfplatte aus 40mm Buchen-Multiplex. Es ist absolut stabil, bei ca. 60kg Belastung konnte ich mich einfach anlehnen/abstützen, ohne daß etwas wackelte.


    Gruß, Michael

  • Hallo zusammen,


    ein Jaegers Fernrohr existiert noch bei den Backnanger Sternguckern,
    es ist ein FH 152/ 1200, den wir für Führungen mit Kindern benutzen.
    Es sieht so aus wie man sich ein richtiges Fernrohr vorstellt und nicht wie ein Gipsergerüst :-)