Optik für Schiefspiegler selbst schleifen ?

  • Hallo Freunde,
     
    nun im Alter von 42 Lenzen hat mich wohl auch der Schleif-Virus erfasst.
    Beruflich habe ich als Metallograph ja schon seit nahezu 20 Jahren Erfahrung mit der Herstellung von Metall-Schliffen zur mikroskopischen Untersuchung - allerdings haben die in d.R. nur einen Durchmesser bis 50 mm !!:whistling:wub: Auch wird hier kein Glas, sondern wie gesagt Metall geschliffen und poliert..:whistling
     
    Der Hintergrund meines Gefasels : schon lange beschäftigt mich der Gedankle, mir einen kleinen Schiefspiegler zu bauen. Ich würde eine Spiegelgrösse von bis zu 110 mm bevorzugen, da ich hier noch ohne Korrektionselement auskommen kann.
     
    Als bastlerisch nicht unbegabt, traue ich mir die rein mechanische Ausführung ohne weiteres zu - das wichtigste fehlt mir aber : die Optik !!
     
    Käufliche Optik ( z.B. AOK ) ist mir für ein ATM-Projekt aber einfach zu teuer, daher der Gedanke an einen Selbstschliff.
     
    Nun habe ich noch nie einen Spiegel geschliffen, würde es aber doch gerne zumindest probieren. Oder habt Ihr vielleicht andere Bezugsquellen ?
    Ausserdem muss ich mich nochmals gründlich einlesen und einige Grundkenntnisse aneignen - z:B. wie ich überhaupt die Brennweite eines Selbstschliff ermitteln/kontrollieren kann, wo kann ich einen Spiegel beschichten lassen und und und.. ).
     
    Schleif- und Polierteller stünden mir zu Verfügung - sollte ich es einfach mal probieren, oder als blutiger Neueinsteiger doch lieber die Finger davon lassen ?
     
    Ein grübelnder Michael

  • Lieber Grübler,
     
    da diese Art von Spiegelschliff ein Kontakt-Schleifverfahren ist, kann soviel beim Schleifen gar nicht passieren. Falls Du den alten Hans Rohr noch irgendwo kriegst, da steht sehr viel drin darüber. Der Kurt Wenske hat auch viel Nützliches dazu geschrieben. Man fängt mit Carbo 80 an, 120, 200, 400, 600, 800-er Carbo, dann Schmirgel W5 und W7, dann gäbe es noch MicroGrid - bei mir isses schon ca. 30 Jahre her - und dann wird poliert.
     
    Entscheidender ist die Tatsache, daß Glas in diesem Genauigkeitsbereich sehr, sehr, sehr sensibel auf Druck und Wärme reagiert, und daß man großen Wert auf die Meßtechnik legen muß, viele Spiegelschleifer verstehen davon eher weniger, so erstaunlich das klingt.
     
    Und dann würde ich mindestens mit 20 cm anfangen, es sei denn, es soll ein kleiner Reise-SchiefSp werden. Und dann wäre die Frage, welche der vielen SchiefSpieglerSysteme dafür in Frage kommen. Entscheidend aber später beim Polieren: Die Flächen müssen glatt werden, wenn Du Kontrast haben willst.

  • Moin Michi!


    Ich habe mal Elektrochemie und Galvanotechnik studiert und für ein paar Jahre auch metallographische Untersuchungen gemacht. Ich erinnere mich noch daran, wie schwierig es am Anfang war, ordentlich polierte Stücke hinzubekommen, ohne Kratzer. Vom Begriff "Sauberkeit am Arbeitsplatz" hatte ich danach eine andere Vorstellung.

  • Hallo Michi,
    ein Möglichkeit relativ günstig an ein Optikset zu kommen wäre eine Suche in der Schweiz.
    Da waren die Kutter Schiefspiegler sehr viel beliebter als in Deutschland.(warum auch immer)Also Sternwarten,private und Vereine,anschreiben und einfach Fragen ob die vielleicht weiterhelfen können.Die Schweizer sind im allgemeinen sehr freundlich und hilfsbereit :)
    Ein Selbstschliff hat natürlich seinen ganz eigenen Reiz... ;)


    Grüße Rainer


    P.S.: Lutz Liebers hat eine schöne HP und sehr durchdachte Schiefspiegler im Angebot - zur Inspiration ;)
    http://www.schiefs.com/index.html

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