Drehbare Sternkarte zum Selbstdrucken / Freeware

  • Hallo liebes Forum,


    in meinem La Palma Urlaub hätte ich gerne eine drehbare Sternkarte für die Canaren gehabt. Jetzt, wieder zu hause, habe ich gesucht und was gefunden:


    Unter http://www.infodrom.north.de/~muh/Astronomie/Drehbare/ gibt es eine frei konfigurierbare Sternkarte zum ausdrucken. Man muss in der .ps Datei einfach die geographische Breite eintragen und schon hat man seine Karte!


    Wer nicht weiss, wie er das Postcript file öffnen kann, kann sich http://freepdfxp.de installieren (erfordert außerdem Ghostscript). Ist auch unter Windows einfach zu handhaben. *.ps Dateien werden dann direkt dem Programm zugeordnet und bei Doppelklick in ein PDF umgewandelt.


    Grüße


    Christoph

  • Hallo Christoph,


    danke für den Link. Kennst du das Programm Stellarium. Das gibt es ebenfalls umsonst und Sternkarten lassen sich damit ebenfalls ausdrucken. Zum Schluss wäre dann noch Google Sky, das ich ebenfalls ab und zu benutze.

  • Ich habe mit mehreren frei verfügbaren Sternkarten experimentiert. Ein solches Werkzeug lebt und stirbt mit der Qualität der Sternscheibe. Was am Schreibtisch noch hinnehmbar ist, wird im Dunkeln unverwendbar. Negativ kann sein:
    - zu wenig Sterne, Linien anders verbunden, als man es gewöhnt ist
    - Beschriftung winzig
    - Farben sind generell ungünstig. Besonders eklig: Blauer Hintergrund (auch hellblau). Das wird mit der Rotlichtlampe sehr dunkel, man erkennt kaum noch was. Die Selbstbaukarten leiden darunter meist nicht
    - Das wichtigste: Eine Selbstbaukarte wird zu klein. Eine Sternscheibe sollte 30 cm Durchmesser haben, das bekommt man auf A4 natürlich nicht hin. Mit einem A3-Drucker sieht es anders aus. Oder man druckt häppchenweise, dann wird es sehr viel Kleinarbeit.


    Ich habe mir mal eine Sternkarte gebastelt, in die ich alle wichtigen Messier- und NGC-Objekte samt sinnvoller Aufsuchmethode eingesetzt habe. Sie ist *dafür* gut verwendbar, also ein Ersatz für Karkoschka, DS-Reisefürer oder so. Allerdings hat sie andere Untugenden, z.B. kein Koordinatensystem.


    Ihr merkt schon, ich arbeite gern mit drehbaren Sternkarten. Eine ideale habe ich nicht gefunden. Für den Schreibtisch sehr gut ist die Oculum-Karte, schönes Koordinatensystem, viele Hilfsskalen, viel Deep-Sky-Objekte. Im Dunkeln wird das anders: Der hellblaue Hintergrund stört (wird dunkel bei Rotlicht) und die Beschriftungen sind tw. zu klein, zumindest für meine beginnende Alterweitsicht. Und: Es gibt sie nur für Mitteleuropa.


    In meiner Okularkiste hat eine David-Chandler-Karte überlebt, sowas hier:
    http://www.astro-shop.com/Kata…97b8db84479024ad2413f2705
    Vorteile:
    - weißer Hintergrund
    - gut lesbar im Dunkeln
    - wenig Verzerrung der horizontnahen Sternbilder: Der Himmel ist überlappend geteilt, eine Seite dreht sich um den Nordpol, die andere um den Südpol
    - es gibt sie für verschiedene Breiten
    Nachteile
    - zu wenige Hilfsskalen für die Schreibtischarbeit
    - an die zweiseitige Benutzung muss man sich gewöhnen
    - Koordinatensystem sehr grob (nur aller 3h Rektaszension eine Linie)


    Nachts stört mich das letzte am meisten. Wenn ich mir eine 10°x10°-Aufsuchkarte für einen Kometen ausgedruckt habe, dann kann es sein, dass kein heller Stern mit drauf ist. Ich muss alos eine 4m oder gar 5m Stern auf der drehbaren indentifizieren, um ihn mit dem Telrad anzupeilen. Dazu sind dann Koordinaten sehr nützlich. Die Oculum-Karte ist hier vorbildlich, ganz feine Koordinatensysteme.
    Für Namibia habe ich mir auch eine Chandler-Karte gekauft.