Dobson oder newton. die qual der wahl. anfänger braucht hilfe.

  • hallo liebe sternenfreunde.


    ihr seid das thema von anfängern sicher schon leid, das es bestimmt zig dieser themen gibt, welcher röhre wohl die bessere wahl sei. ich habe auch schon die sufu genutzt, allerdings kein thema gefunden, das mir meine frage(n) beantwortet hat.


    deswegen frage ich als anfänger, welche wahl die bessere für mich ist:


    für die planeten, monde, sterne, galaxien, sprich universum, habe ich mich schon seit jeher interessiert und es fasziniert mich immer wieder aufs neue. auch sauge ich mit grosser begeisterung alle dokus, bilder und reportagen übers weltall in mich auf, es ist einfach superinteressant!


    als kind habe ich schonmal ein teleskop zum geburtstag geschenkt bekommen und habe damit viele nächte durchgemacht und mir den mond und landschaften angeguckt.


    nun, mit 30 jahren, habe ich mich dazu entschlossen, mein interesse zum hobby zu machen und mir ein einsteigerrohr zu kaufen. ich möchte doch erstmal sehen, ob ich dann auch wirklich spass+zeit daran habe, oder ob das röhre nach 3 monaten wieder im keller verschwindet :sad: deswegen wollte ich mir ein kleines gerätchen, für blutige anfänger, im preissegment von 200-300€ zulegen.


    ich habe mich seit ein paar tagen in foren schlau gelesen und mitbekommen, das man für das geld kaum deepsky-taugliche röhren bekommt. wichtig scheint wohl die öfnung zu sein und das diese mindestens 150mm betragen soll. was wohl noch wichtig sein soll, ist, das die röhre einen parabolspiegel haben soll, weil die schärfe besser sein soll.


    soweit sogut. nun hätte ich da noch einige fragen an euch alten hasen. ich schwanke momentan zwischen 2 röhren und kann mich nicht entscheiden. ich habe mir einen dobson 150-1200er und einen newton 150-1200er ausgeguckt. hier mal die beiden röhren:


    NEWTON SKYWATCHER EXPLORER BLACK DIAMOND 150-1200


    DOBSON SKYWATCHER 150-1200



    der newton kostet mit stativ 290€, der dobson kostet 199€, was mir preistechnisch lieber wäre, da ich als koch leider nicht ganz so viel geld verdiene :) allerdings tut sich die frage auf, welche der beiden röhren die bessere wahl ist. hier also meine fragen.



    welches stativ ist für die korrektur die bessere wahl?


    muss man sich beim dobson immer hinknien?


    bezahle ich beim newton nur für das gute stativ, während die dobsonröhre evtl die bessere qualität hat?


    kann man mit diesen röhren auch fotos knipsen mit einer digicam?


    und wie verhält sich die dobsenröhre bei der planetensuche? ist das schwieriger handzuhaben, da man auch manuell immer nachjustieren muss?



    wichtig zu erwähnen wäre auch, das ich mir gerne die planeten ansehen würde und natürlich auch, das sehr interessante deepsky, mit galaxien, sternenhaufen, und allem pipapo. sofern das denn möglich sein soltle mit diesen röhren!?



    ich danke euch im vorraus für eure zeit und eure ratschläge.





    ich wünsch euch allen klare nächte und sende liebe grüsse aus hildesheim.

  • Hallo Blackmoon.


    Herzlich Willkommen in den Astro Foren.


    Beratungen sind ziemlich schwer und dur wirst verschiedene Meinungen zu einem Einsteigertelskop hören. Ganz zu Anfang das "perfekte" Einsteigerteleskop gibt es nicht. Doch kann ich dir empfehlen mit der einfachsten Lösung anzufangen die zugleich für das gebotene Maß an Lichsammelleistung für Deep Sky oder besser gesagt für Galaxien und auch Planeten das beste Preisleistungsverhältnis bietet.


    Das teuerste ist meistens nicht das Teleskop selbst, sondern die Montierung auf der dein Telskop sitzt. Dies ist bei einem nachgeführten Telskop auf deutscher Montierung jedenfalls der Fall. Um mit einem Telskop gescheite Beobachtungen durchzuführen ist eine Stabile Montierung die Grundvorraussetzung. Denn nicht ist ärgerlicher wenn das Teleskop auf der Montierung zittert wie ein Lämmerschwanz. Bei den meisten günstigen Angeboten ist die Montierung und das Stativ für das aufgesetze Teleskop zu schwach.
    Diese Problematik läßt sich aber ganz leicht umgehen, wenn man ganz auf eine deutsche Montierung verzichtet und einen Dobson in Erwägung zieht. Hier wird das Telskop auf einer sogenannten Rockerbox hin und her geschubst und per Hand nachgeführt. Ich finde dies die intuitivste Art der Beobachtung. Ich habe damit angefangen und der Wunsch nach einer nachführenden Montierung kam erst viel später, nach dem ich wusste dass ich dem Astronomiefieber verfallen bin.
    Ich wiederhole nun den Spruch: Das Geld für eine wackelige Montierung kannst du in ein größeren Newton stecken. Damit siehst du einfach mehr.


    Mein Tipp ist schau nach einem gebrauchten 8" Dobson. Den bekommst du meist schon ab ca. 200 Euro. Das schöne ist das die meisten Leute mit den Geräten sorgsam umgehen und diese meist sogar noch optimiert haben.


    Vorher sollte man sich die Geräte aber einmal anschauen um sich mit der Größe bekannt zu machen. Jedoch sollte sich ein 8" noch gut transportieren lassen.


    Bei höheren Vergrößerungen ist das Nachschubsen mit einem Dosbson natürlich schwieriger als mit einer nachführenden Montierung, mann muss sich aber im Klaren sein dass es im Deep Sky mehr zu sehen gibt als bei den Planeten. Ob sich der Mehrpreis für den Einstieg in die Astronomie denn wirklich lohnt ist fraglich.


    Beim Dobson kann man sich sogar ganz bequem Hinsetzen:)!!


    Hast du dich erst einmal für ein Teleskop entschieden geht die Qual der Wahl nämlich gleich weiter. Stichwort Okularkauf. Damals ist mir da auch ein wenig schwindelig geworden. Hier hat man nämlich tausend verschiedene Sorten von Okularen von 15 euro bis naja 680 Euro pro Stück. Also je nach gusto. Du darfst die auch zu diesem Thema hier gern durchfragen wir helfen gern.


    So und nun...was wäre der Astronom ohne Lektüre. Ohne Sternenatlas wirst du am unendlichen Himmel nichts finden.


    Knipsen kannst du mit deinem Telskop sprich einer Webcam oder Digicam auch. Ich würde dies aber erst machen wenn du mal eine Zeit beobachtet hast. Mit einem Dobson kannst du eine kleinen Film der Planeten drehen und die besten Einzelbilder dieses Films addieren so dass am Ende sehr erstaunliche Bilder entstehen. Auch mit der Digicam kannst du z.b durch das Okular Einzelbilder machen.
    Längere Belichtungzeiten sind jedoch nur mit einer deutschen Montierung möglich da das Objekt sich sonst aus dem Blickfeld dreht und nur noch verzogene Sterne auf den Aufnahmen zu sehen sind. Astrofotografie ist ein eigenes Thema in das man gut und gerne ein paar Tausen Euro versenken kann. Wie gesagt ersteinmal so beobachten, kommt auch ein wenig günstiger:)


    Puh ja....ich hoffe ich habe ein wenig weitergeholfen.


    Gruß
    Olli

  • Hallo Blackmoon,
    um das,für sich persönlich,richtige Teeskop zu finden,braucht man etwas Praxis.Sprich man sollte vor dem Kauf bei erfahrenen Sternfreunden mal durch verschiedene Teleskope sehen,und diese auch bedienen.
    In Hildesheim gibt es eine Sternwarte http://www.vhs-hildesheim.de/gelber_turm/termine.html Das wäre sicher eine gute Sache,auch um zu Testen,ob du mit einem Dobson zurecht kommst.
    Der 150/1200 Newton ist zu lang für die EQ3 - der Hebel sorgt für unangenehm lange Ausschwingzeiten...Davon mal abgesehen hat ein Newton auf einer parallaktischen Montierung das "Problem" ,daß der Tubus,je nach Stellung der Monti,gedreht werden muß(sonst könnte der Okularauszug sehr ungünstig stehen...).Die Sorgen hast du bei einem Dobson nicht ;)
    Der Rat zu einem gebrauchten 8" F/6 Dobson ist sicher ein guter - jedoch kann niemand vorhersagen,ob du mit dem Geschubse klar kommst.Ich meine das nicht aus technischer Sicht,weil das Nachführen per Hand ist sehr intuitiv und leicht erlernbar,sondern aus Gründen des Beobachtungskomforts.Bei einer motorisierten Montierung kann man sich eben voll auf das Objekt konzentrieren.Gerade bei Planeten im
    Hochvergrößerungsbereich ein nicht zu unterschätzender Vorteil...


    Bei deinem Budget solltest du auf jeden Fall noch Geld für das "Zubehör" einplanen.Olli hat es ja bereits angedeutet - Das wenigste Geld steckt in dem eigentlichen Teleskop.
    Aber speziell die Okularfrage sollte warten bis die Entscheidung für ein Teleskop gefallen ist.


    Grüße Rainer

  • Hallo Blackmoon,


    in dem von Dir angegebenen Preissegment wird es, wie Du schon feststellen konntest, schnell schwierig. Solltest Du feststellen, das das doch ein gutes Hobby für Dich ist, wirst Du schnell mehr wollen und wirst mehr Geld ausgeben wollen. Dann kommt das große "Hätt ich mal gleich ...". Schau Dir am besten mal ein paar Geräte an. So läßt sich die Größe eines 8Zoll Dobsons nur schwer in Bildform realistisch wiedergeben.


    Du kannst auch mal in ein großes Einkaufzentrum mit Saturn / Mediamarkt gehen, und eines der ausgestellten Teleskope (nein - bloß nicht kaufen!) antippen und bewegen. Falls da irgendetwas wackelt (und davon gehe ich mal aus), weißt Du gleich, was Ausschwingzeit bedeutet und Du bekommst einen kleinen Eindruck, was beim Teleskopkauf relevant wird. Man könnte sagen, je weniger Geld ausgegeben werden soll umso weniger Einzelteile sollte das Gerät haben um Enttäuschungen vorzubeugen. Das spräche auf jeden Fall für ein Dobson.


    Wo willst Du eigentlich beobachten? Balkon, Garten, freies Feld? Da werden Aufstellmaße und Transpüortmöglichkeiten relevant.


    Planeten finden ist mit einem Dobson mit Leuchtpunktsucher kein Problem. Justieren muss man den Leuchtpunktsucher auf die Teleskoprichtung und den Hauptspiegel des Newtons. Beides ist schell getan. Insbesondere das Justieren des Newton-Spiegels wird in Bezug auf die Justiertechnik deutlich überbewertet. Das schafft jeder!


    Besser ist es, erst mal nichts zu kaufen und sich umzusehen. Stichwort Telekoptreffen. Oder eben mal sehen, wo in der Nähe jemand ein paar Geräte hat... Du könntest auch gerne bei mir die verschiedenen Geräte ansehen, aber das sind so 3h Autobahn....


    mit freundlichen Grüße


    Christoph

  • Hallo Blackmoon,


    die EQ3 ist schon mit einem 150/750 überfordert, bei dem hier wackelt es nur noch und macht überhaupt keinen Spaß. (ich wundere mich immer wieder, wieso eigentlich seriöse Astrohändler solche absolut ungeeignete Kombis anbieten)
    Das Rohr ist das selbe wie beim Dobson. Ein Kollege hatte es letztens dabei, ist sehr ordentlich.


    Bei dem Budget würde ich auch zu einem Gebrauchtgerät (Dobson 8"/1200) tendieren.


    Ein Größenvergleich ist z.B. hier zu finden:
    http://www.taunus-astronomie.de/art_scopes.html


    Gruß


    Walter

  • Hallo Blackmoon,


    zuerst einmal ein herzliches Willkommen hier.


    Nun zu Deinen Fragen:
    Einen Newton kann man natürlich auch parallaktisch montieren, aber dazu reicht Dein Buget nicht, zumindest, - wie die anderen auch schon schrieben, - nicht wackelfrei.
    Daher kauf Dir einen Dobson und den lieber größer. Den könntest Du später immernoch auf eine Montierung setzen (wenn Du das dann noch möchtest).


    Am Samstag ist in Augsburg bei ICS Tag der offenen Türe (mit public viewing...). Dort könntest Du Dir die Kandidaten alle mal anschauen. Es gibt Galaxy Dobsons und solche von Skywatcher zu sehen sowie alles mögliche an anderen Teleskoparten. Und viele Leute, mit denen Du fachsimpeln kannst. Und von mir gibt`s kostenlos Getränke und Bratwürste.... ,da ich den Ausschank machen werde.


    Derzeit ist es nachts recht hell, daher werden die Teleskoptreffen erst wieder im September beginnen, - auch eine gute Möglichkeit, sich Geräte von ihren Besitzern zeigen zu lassen.


    CS
    Winfried

    Liebe Grüße
    Winfried


    Wenn filmen so einfach wäre, dann hieße es "RTL"...

  • hallo freunde der nacht.


    ersteinmal danke ich euch allen, für eurer engagement und für eure tips. ohne die hilfe von fachleuten würde man als anfänger hoffnungslos die übersicht verlieren und sich warscheinlich irgendein schund kaufen. finde ich gut, das alte hasen immer wieder bereit sind, zu helfen. tolle sache.


    habe eure beiträge gespannt gelesen und eure erfahrungen weisen mich anscheinend in die richtung eines dobson mit 200er öffnung. habe bei google einige bilder gesehen, die mit dieser röhre geknipst wurden. sind schon ein paar tolle aufnahmen mit dabei. das nötige knowhow muss ich mir natürlich noch aneignen vorher.


    @rainer, die sache mit dem gelben turm kenne ich schon, war letztes jahr sogar 2 mal dabei. war echt ne tolle sache, mit so einem riesenteleskop die nase in die luft zu halten. allerdings hatte ich zu der zeit noch nicht die absichten, mir selbst eine röhre zu kaufen, sonst hätte ich mich da bestimmt erkundigen können.


    die grössenvergleiche vom walter sind auch super. jetzt konnte ich das erste mal richtig nen vergleich zu den röhren ziehen, im internet findet man ja sonst nicht soviel.


    ich werde dann mal auf euch profis hören und mir gedanken machen, wo ich einen guten dobson herbekomme. hätte allerdings noch eine kurze frage. habe gestern nacht bis in die puppen die astroshops durchforstet und dieses stück hier gefunden:


    http://www.astrocom.de/DS-2130…or-+Motoren-+AutoStar.htm


    maede soll ja eigentlich eine vernünftige marke sein. ist das gerät denn zu gebrauchen, oder ist es für nahe deepsky-bereiche nicht nützlich? ich als technikfreak finde solche sachen natürlich toll, allerdings sollte die röhre auch was zu nutze sein :) wird man als anfänger eigentlich belächelt, wenn man zu astrotreffen mit so einem vollautomatischen gerät antanzt?


    lg

  • Meade machtr sicher sehr gute Geräte, aber auch im Billig-Segment genau den gleichen Schrott wie alle anderen.
    Das Gerät finde ich nicht sonderlich toll, es ist wie ich das sehe ein Kat-Newton (Zum Erreichen der Brennweite ist eine Linse im Strahlengang). Für das Geld sicher nicht allzu toll, die Elektronik frisst da wohl den Großteil des Geldes auf. Die Montierung ist später auch zu nichts wirklich zu gebrauchen. Alles in allem ein Fall von Geldvernichtung mit geringem Gegenwert.
    Bei Deinem Budget solltest Du Dir wirklich einen Dobs zulegen und dann lieber noch ein wenig Geld in ordentliche Okulare und eine guten Sucher/Finder (z.B. Telrad oder Rigel) investieren.


    Wenn Du später doch parallaktisch arbeiten willst, kannst Du eine ordentliche Montierung mit Steuerung (ab EQ6) dazu kaufen und alles problemlos weiterverwenden. Zwei Schellen und eine Prismenschiene an den Dobs gebaut und schon geht er auf die Monti.


    Gruß


    Walter

  • Hallo,


    nein, belächelt wird da niemand, viele von uns setzen s.g. GOTO-Geräte ein.
    Allerdings sehe ich dieses spezielle Gerät mehr als ein Spielzeug an.


    Ein richtiger Dobson beginnt bei 8", also 20cm Spiegeldurchmesser. Solch ein Gerät kann ein Leben lang ausreichen. Schau auch mal bei ICS nach: www.intercon-spacetec.de
    Dort findest Du auch viele Erklärungen und einen ganzen Katalog zum Download. In diesem Katalog steht alles wissenswerte über all die Arten von Teleskopen drinnen und viele orientieren sich danach.


    Ansich wäre es besser, noch etwas zu sparen, Du hast ja Zeit bis zum frühen Herbst, vorher ist es zum Beobachten (m Moment der längsten Tage des Jahres) noch viel zu hell, es wird ja derzeit garnicht richtig dunkel.


    Ab 300 Euro bekommst Du einen 8" Dobson. Dazu kommen im Laufe der Zeit aber auch noch Okulare ( 3 braucht man auf alle Fälle), Rotlichtlampe, Sternatlas (Oculum, € 24,90), Klapptisch und Klappstuhl (wichtig!).


    CS
    Winfried

    Liebe Grüße
    Winfried


    Wenn filmen so einfach wäre, dann hieße es "RTL"...

  • Hallo Blackmoon,


    http://www.astrocom.de/DS-2130…or-+Motoren-+AutoStar.htm


    maede soll ja eigentlich eine vernünftige marke sein. ist das gerät denn zu gebrauchen, oder ist es für nahe deepsky-bereiche nicht nützlich? ich als technikfreak finde solche sachen natürlich toll, allerdings sollte die röhre auch was zu nutze sein :) wird man als anfänger eigentlich belächelt, wenn man zu astrotreffen mit so einem vollautomatischen gerät antanzt?


    Auf einem Teleskoptreffen wird niemand belächelt. Ich hatte auf meinem ersten Astrotreffen lediglich so ein IYA-Dobson mit 76mm Öffnung dabei und es wat auch toll. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch das erste Mal Geräte im Live-Einsatz gesehen. Das half ungemein bei der späteren Kaufentscheidung. Ich mache öfters Goto-Doppelt: Mein C11 fährt per Goto ein Objekt an. Ich schaue, wo der Leuchtpunkt am C11 hinzeigt - Dann mache ich "Go to" - zum Dobson und suche das Objekt ebenfalls.


    Das beschriebene Gerät ist nicht so das richtige. Da hat Meade (vergleichbares machen auch alle anderen) viel Krimskrams billig zusammengestopft. Als Technikfreak (was eigentlich?) solltest das ja kennen: Ein tolles Angebot für wenig Geld mit allem was man haben will, beim Gebrauch wird man dann eines besseren belehrt. Falls Du auch Bastelfreak bist, kannst Du ein Goto oder Fast-Goto am Dobson auch nachrüsten. Bei diesem Gerät allerdings ist nix veränderbar oder recyclebar. Die Montierung und das Stativ sind systemspezifisch und nur in Kombination mit gekauften Gerät sinnvoll einsetzbar.


    Meiner Meinung nach hast Du zwei Möglichkeiten: Entweder so ein 8'' Dobson (Die Galaxy's sind gut!) direkt und unbesehen kaufen. Das geht in 99% der Fälle gut - oder - nichts kaufen, und erst mal selbst alles in Augenschein nehmen, anfassen und durchgucken. Das wird dann sicher nicht svor September. Wenn Du Dir dann aber sicher bist, kannst von mir aus auch ein Goto-Gerät mit parallaktische Montierung kaufen - Du weißt dann ja, warum genau diesen und kein anderes.


    Grüße


    Christoph

  • Hi blackmoon,

    auf der EQ3/EQ3-2 hab ich einen 114/450er Newton. Mechanisch ist diese Kombination
    gut, aber fuer den Anfang viel zu speziell. Fuer einen 150/1200er Newton ist die
    EQ3 oder EQ3-2 auf jeden Fall unterdimensioniert. Ein 150/1200er Newton ist aber
    bereits ein brauchbares Planetengeraet, gibts ja auch als Planeten-Dobson Variante,
    aber man ist mit einem 200/1200er Dobson erst mal universeller und besser bedient.
    Die low-cost GoTo Geraete sind schon interessante Dinger, hab selbst so ein ETX-70
    Kult Geraet, und es ist schon erstaunlich wie damit Objekte gefunden und
    nachgefuehrt werden, geht auch ueber den PC, da klickt man mit der Maus auf einen
    Stern oder ein Objekt in einem Planetariumprogramm - und das Teleskop schwenkt
    dahin. Tolles Techno-Spielzeug, auch brauchbar fuer viele Objekte, aber als
    Einsteigergeraet ueberschaetzt und nicht optimal.
    Mit dem 200/1200 Newton in Dobson Montierung bist du auf der richtigen Schiene.
    Das ist visuelle Astronomie pur im besten Preis/Seherlebnis Verhaeltnis,
    kein Spezialist, aber ausgewogen gut fuer Planeten und Deep Sky. Am besten du
    machst dir da ein Telrad, Rigel Quickfinder oder Starpointer drauf und dann gibts
    an den gefundenen Objekten selbst mit guenstigen Okularen eine Menge zu sehen.
    Doch, du solltest dir die 8" Oeffnung goennen, gerade als Einsteiger macht das
    beim Seherlebnis einen himmelweiten Unterschied zu 6".
    Wenn du's ganz pragmatisch angehst holst du dir einen gebrauchten 8er Dobson.
    Und falls wieder allen Erwartens das Ding doch im Keller verschwinden will
    kriegst du's jederzeit zum Einstandspreis wieder los. Oder du bist so begeistert
    das du dich umorientierst/spezialisiertst oder einfach mehr Oeffnung willst - auch
    dann laesst es sich wieder gut verkaufen und damit der Etat fuers naechste Geraet
    aufstocken. Da kannst du also so oder so eigentlich nix verkehrt machen. Denn, du wirst sehen, das beste Teleskop ist kein Ding an sich, sondern ein nicht endend wollendes abwaegen, pruefen, durchdenken, optimieren, kaufen und verkaufen. Das ist sozusagen auch ein Teil vom Spass. Du *musst* dich also gar nicht auf immer und ewig auf irgendwas festlegen sondern kannst so der Sache ihren Lauf lassen. Das ist ja grad das entspannende an einem Hobby :cool2:

    Gruesse,
    argus

  • Hallo Blackmoon1980,


    ich stand vor 3 Monaten vor eine ähnliche Entscheidung wie du. Ich hatte etwas mehr Geld zu Verfügung, aber mit 30 ging‘s mir auch nicht viel besser. Ich rate dir auch dazu noch ein bisschen zu sparen, und dir nen 8" Dobson zu gönnen.
    Da du dich schon länger mit Astronomie beschäftigst, kennst du dich sicher schon ganz gut am Himmel aus, oder?
    Ich wollte gleich einsteigen, ohne viel Himmelskenntnisse. Mit den Dobson kann man sicher den Himmel kennenlernen, aber das dauert und man braucht Geduld (die mir etwas fehlt). Deshalb habe ich mir jetzt eine Goto-Montierung für den 8" Dob gegönnt. Die ist aber bei dir noch nicht drin.
    Ich habe mir zudem ein ETX-70AT bei Ebay geschossen (gibt‘s für 80-100 Euro) und bin eigentlich (für das Geld) zufrieden damit.
    Mein Rat:
    Falls du dich noch nicht gut am Himmel auskennst, würde ich dir folgendes vorschlagen: Jetzt erst mal ein billiges ETX-70AT schießen und damit die nächsten Monate den Himmel kennenlernen. Dann hast du genug Zeit für einen 8" zu sparen.
    Wenn du dich schon ganz gut zu Recht findest, und jetzt endlich etwas DeepSky „schnüffeln“ möchtest, dann einen 8" kaufen. Beachte aber die Nebenkosten, da kommt einiges zusammen: Stuhl, Zubehör, Bücher etc.

  • Hallo Rudi,


    die Argumentation kommt mir doch irgendwo bekannt vor....


    Stimmt aber! Lieber noch etwas sparen auf ein 8" Gerät, das ist das A und O der Astronomie:
    Preiswert, schnell zu handhaben, justierstabil (bei f:6) und bleibt meist auch noch im Hause, wenn man sich später einen dicken Brummer gönnt. - So jedenfalls bei mir.


    Meist beobachte ich mit dem 8" f:6 Galaxy Dobson. Den trage ich samt Rockerbox auf die Terrasse. Sind die Bedingungen optimal, dann kommt der dicke Ulugh Beg eben nach. - Oder oftmals auch nicht, da mir der "kleine" reicht.


    Liebe Grüße
    Winfried

    Liebe Grüße
    Winfried


    Wenn filmen so einfach wäre, dann hieße es "RTL"...

  • Hallo Winfried,


    mein 8'' Galaxy habe ich bei der Oma stationiert. Da die Kinder dort Mittagsschlaf machen, kann ich dann mal kurz nach der Arbeit einen Blick auf die Sonne riskieren. Allerdings überlege ich, ob ich es doch lieber zu mir nach Hause nehme, um mal kurz zwischendurch Abends vom Balkon beobachten zu können. Das C11 ist dazu etwas zu wenig spontan.


    So ein 8''Dobson ist ein gutes Gerät. Es gewinnt immer noch bei der Sonnenbeoachtung gegen das C11. Im Zweifelsfall kann man es auch recht wertstabil weiterverkaufen.


    @Dunkelmond: Falls Du die verschiedenen Dobson-Angebote vergleichst - Hier gilt: je einfacher die Bauweise desto stabiler. Eine Holz-Rockerbox ist vielleicht nicht so elegant wie Metall und ausziehbare Stäbe führen zu einer Platzersparnis, aber die einfachste Variante macht dann zumindest keine Kompromisse in der Stabilität - und die ist wichtig. Ein Dobson ist ein Rohr auf einer drehbaren Kiste - alles andere ist oft Schnickschank und führt schell zu einem schlechteren Preis-Leistungsverhältnis. Eventuelles Zubehör sollte auch passen aber ist sekundär, denn es ist meist mit einem geringeren (finanziellen) Aufwand austauschbar als ein falsch gekauftes Teleskop.


    Grüße


    Christoph

  • Hallo Christoph,


    zu Deinem letzten Satz zum Zubehör:
    Wir haben das Zubehör der Galaxies nun grundlegend geändert, um noch mehr auf Kundenseite sein zu können. Dadurch ist es ein paar Euros teurer, aber auch erheblich praktikabler. Hier die Ausstattung, die wir für € 449 anbieten (billigere gibts auch):
    1:10 Untersetzung, Winkelsucher statt normalen Durchsichtssucher, 30mm Erfle in 2" mit 65 Grad + Verlängerungshülse, 15mm Erfle 1-1/4" und 65 Grad und das "Weitwurfokular" Plössel 9mm (aber garnicht sooo übel) und Teflonpads in beiden Achsen.
    Spiegel (darüber wird immerwieder in anderen Foren gestritten) ist nicht von GSO, der verbaute ist besser!
    Wenn man das ganze Geraffel und Zubehör woanders einzeln kauft, dann zahlt man mehr. Und was mich gerade nervt ist im anderen Forum das Angebot eines 2" RK Okulars eines Händlers: dieses Okular soll "was hermachen", passt aber genau in ein 1-1/4" Gehäuse. Einfach aufschrauben und nebeneinanderlegen! Dafür hat es nur 50 Grad und wiegt nur zu viel, man könnte es als stinknormales Plössel anbieten. Da ist nur die Verpackung anders, um mehr verlangen zu können!



    Liebe Grüße
    Winfried

    Liebe Grüße
    Winfried


    Wenn filmen so einfach wäre, dann hieße es "RTL"...

  • Hallo Prometheus,


    Das ganze Zitat sah so aus:


    Schau auch mal bei ICS nach: www.intercon-spacetec.de
    Dort findest Du auch viele Erklärungen und einen ganzen Katalog zum Download. In diesem Katalog steht alles wissenswerte über all die Arten von Teleskopen drinnen und viele orientieren sich danach.


    Der ICS-Catalog (unter diesem link "Dateiname: Astronomie 2006 72dpi.pdf" ) war mir persönlich eine große Hilfe bei der Entscheidungsfindung. Gekauft habe ich dann mein Teleskop nicht bei ICS. (Grund: Das Reisedobson gab es da nicht!)


    @Winfried:
    Bezüglich des Zubehörs wollte ich eigentlich ausdrücken, dass die Hauptinvestition zunächst das Teleskop ist. Ist dann gutes Zubehör dabei, umso besser. Nur würde gutes Zubehör zu schlechtem Teleskop nicht funktionieren und die Frustrationsmöglichkeiten wären deutlich größer, da man eben nicht so schnell ein neues Teleskop wie ein zusätzliches Okular kauft (Außnahmen bestäigen die Regel!).



    @Dunkelmond:
    es gibt so eine Handvoll Händler in Deutschland, bei denen ca. 90% der Amateurastronomen kaufen. Ich selbst komme für meine bisherige Ausstattung auf 5 verschiedene Händler. Da ist sicher kein Zwang dabei und ebenfalls keine lebenslange Bindung an einen einzelnen Händler erforderlich. Nochmal mein Hinweis: schau Dir die Dinger mal "in Echt" an. Ohne Händler geht das sicher am besten auf einem Teleskoptreffen. Erst dann Leg dich fest und suche Dir zum Schluss das beste Angebot heraus.


    Grüße


    Christoph

  • Hi Blackmoon,


    lass dich nicht vom Zubehör bei Sets blenden ;-)
    Diese Dreingaben sind alle austauschbar. Man muss den Händler nur nach einem Angebot mit der Wunschaussattung fragen. Ein Rabatt ist meist auch drin. Ich hab noch nie erlebt, dass nicht mindestens 10% drin waren.
    Bei beschränktem Budget ist ein Gebrauchtkauf anzuraten. Bei Neuware kannst du auch getrost nach dem billigsten Anbieter schauen. Auch wenn manche z.B. die Galaxys gerne als "Premium-Instrument" gehandelt wüßten, dem ist nicht so - ist auch nur ein "Blecheimer mit Spiegel", wie alle in diesem Preissegment ;-)


    Viele Grüße
    Chris

    Das ganze Universum ist eine Verschwörung - zu unseren Gunsten!

  • Hallo Toni,


    die Spiegel kommen daher, was auf dem Namen auch steht: von Galaxy.


    Zu den anderen Postings:
    Vom Zubehör nicht blenden lassen:
    Ja, richtig. Daher sind die Galaxy Dobsons auch in ihrer Zusammenstellung teurer als Vergleichsprodukte. Aber das Zubehör ist sehr gut auch lange Zeit verwendbar und muß nicht ausgetauscht werden. - Mal abgesehen vom 9mm Plössel. Zudem gibt es dieses Gerät auch mehr oder weniger "nackt" zu einem günstigeren Preis.
    Aber das würde ich so nicht verkaufen, was macht man denn mit einem 26mm Plössel-Okular alleine? Man braucht nun mal ein Übersichtsokular um die 30mm (in 2"), eines um die 15mm für Galaxien und eines für Planeten. Beim letzteren könnte es schon was besseres sein, aber das wäre dann im Verbund zu teuer für den Anfang.


    Händlerbindung:
    Bin ich anderer Meinung. Natürlich kann man nicht alles bei einem einzigen Händler kaufen, der Vergleich lohnt. Dem entgegen steht aber eine Beratung, die ein Kistenschieber oder das Internet so nicht hat. Irgendwo muß sich das auch rechnen.
    Bei mir z.B. kommen die Kunden am späten Nachmittag, werden ausführich beraten und schauen sich das gewünschte Gerät abends am Himmel an. - Erst dann nehmen sie es mit. Und das auch bei € 450.- Geräten. Das kostet mich manchmal 4-5 Stunden, dafür ist der Kunde aber auch zufrieden und nimmt ein fertig kollimiertes Teleskop mit. - Nicht einfach so aus der Kiste... Oft ist auch mal ne Flasche Wein mit dabei (kein Fusel...)


    CS
    Winfried

    Liebe Grüße
    Winfried


    Wenn filmen so einfach wäre, dann hieße es "RTL"...