Kurzbericht Nachtbeobachtung 19.07. auf 20.07.

  • Hallo,


    nachdem ich in einem Bericht von Uwe Schultheiß gelesen habe ,das er um 2 oder 3 Uhr früh aufgestanden ist um zu schauen, wollte ich dies auch mal probieren.
    Alles am 19.07. abends aufgebaut und schon um 20 Uhr ins Bett gelegt. Die Temperaturen waren zwar ziemlich hoch um gut einschlafen zu können aber was man nicht alles tut:blink:
    Nachdem der wecker mich um 2Uhr geweckt hatte wollte ich erst nicht aufstehen aber ein kurzer verschwommener Blick durch meine noch zugeschwollenen Augen liesen einen Sternenhimmel erahnen:1eye:


    Aber ihr werdet es nicht glauben - so einen Himmel habe ich schon ganz lange nicht gesehen.:cool2: Ich dachte erst ich wäre im Himalaya (ich war zwar noch nicht da aber so stelle ich mir das dort vor).


    - absolute Dunkelheit
    - gute Luft/Seeing
    - eine Milchstraße zum angreifen
    - Sterne ohne Ende!!!


    Was mir sofort aufgefallen ist, das ich mich in diesem Sternenmeer nicht auskenne.Als ich das letzte mal so richtig geschaut habe war dies am Astrotag im April. Außer 2-3 Sternenbilder habe ich keins erkennen können.
    Also in die dunkle Wohnung geschlichen und den Laptop rausgeholt, Stellarium angeschmissen Nachtmodus aktiviert und ahhhhhhhhhhh.


    Nachdem ich mir ein paar tolle Dinge angeschaut habe mußte ich eine ganz schmerzliche Erfahrung machen: es nütz der beste Himmel und die teuerste Ausrüstung nichts, wenn man im Voraus keine gut Vorbereitung hat. :excl:Da ich von den neuen Eindrücken(Sternenbilder) völlig überfordert war wuste ich dem entspechend auch nicht wo die interessenten Nebel,Galaxien u.ä. sind.
    M57 habe ich ja gekannt und ich muß sagen einfach toll.Erst dachte ich das ich nicht richtig scharf gestellt habe aber M57 sieht so "Überkorrigiert" normal aus. Wie ein Donuts.
    M13 konnte ich auch bei 5mm(240x) ganz klar auflösen.
    M31 habe ich das erste mal so richtig geniesen können; man ist das ein "Brocken" ,selbst 40 fache Vergrößerung ist noch zu viel.
    Zum Schluß kam noch Jupiter und ich war hin und weg. Bei 240facher Vergrößerung stand er und seine Begleiter ruhig und klar im Okular.Nichts flimmerte!!!


    Nachdem ich soweit fertig war mit schauen - ich weiß ihr könntet mir mindestens noch 100 andere interessante Objekte aufzählen - genoss ich noch ca. 30 min den Nachthimmel und glaubt mir, der Alleine war sein kommen wert.:happy:


    Frohgelaunt ging es dann um 5.30 Uhr zur Arbeit.


    Ich hoffe ich konnte euch mit meinen Eindrücken ein wenig das rüberbringen was ich erleben durfte in dieser tollen Nacht.


    Also zum Schluß nochmals: Nichts geht über eine gute Vorbereitung


    Mirko

  • Hallo Mirko,


    schön solch einen Bericht von dir zu lesen. Jetzt weißt du, dass ein dunkler Himmel eigentlich durch nichts zu ersetzen ist...ja, vielleicht ich zitiere dich einfach: durch gute Vorbereitung!, aber wenn der Genuss im Vordergrund steht reicht manchmal eben schon weniger aus.


    Und die Sommermilchstraße war am 19.07 absolut der Hammer. Riesig, detailreich, strukturiert und das bei dunkelstem Himmelsintergrund. Da war ich auch länger draußen als geplant. Selbst wenn man am nächsten Tag wieder raus muss. Das Seeing war passabel, allerdings bei uns nicht ganz perfekt. Das hatte ich schon besser. Immerhin war die Durchsicht nicht zu toppen. Da ist man nicht müde und steckt einige Stunden Schlaf weniger locker weg; die Seele genießt und mein Körper relaxt dabei.


    Ich war an diesem Abend zumindest sehr fleißig. Auch am Vortag dem 18.07. habe ich seit längerem wieder einmal zum Bleistift gegriffen und gezeichnet. Hier meine Berichte aus unserem lokalen Forum:


    http://www.forum-stellarum.de/showthread.php?tid=760
    http://www.forum-stellarum.de/showthread.php?tid=759


    Das mit dem Weckerstellen ist wirklich gewöhnungsbedürftig. Aber Winfried, zu dem ich eigentlich am Dienstagabend gehen wollte, lag auch schon in den Federn, damit er Jupiter in den Morgenstunden beobachten konnte. Das war mir diese Woche zu viel, ich habe am Samstag unser Schulfest zu organisieren und bin stänig unter Srom. Dann bin ich ab 22:30 Uhr zu Hause aktiv gewesen. Zwar war ich auf der Terrasse, an der ich von mehreren Ortslampen angestrahlt werde, aber zum Zeichnen ist das gut. Da brauche ich sonst keine Lampe mehr. Es ist gerade so hell, dass ich alles auf´s Papier bringe.


    So, dann wünsch ich uns mal noch weiterhin schöne, warme, sternreiche und dunkle Nächte zur Sommer- / Herbstbeobachtung und dir weiterhin viel Erfolg beim Kennenlernen des Nachthimmels. Vielleicht treffen wir uns bei Gelegenheit auch mal bei Winfried, wenn er aus Nabibia zurück ist. Da hat er bestimmt viel zu erzählen. Und nebenbei richten wir unsere Teleskope richtung Himmel...:closedeye


    Liebe Grüße


    Uwe

  • Hallo Mirko,


    ein schöner (Eingangs-) bericht von Dir.
    Endlich höre ich dieses lang ersehnte "Ahhhh" von Dir! - Ja, in der gleichen Nacht bin ich auch um 2 Uhr aufgestanden und habe ähnliches erlebt. Solche Nächtesind bei uns selten. Und noch seltener, daß man ganz gemütlich auf der Terrasse barfuß im Schlafanzug beobachten kann...


    Ich habe gut 30 Objekte genossen, diesmal, faul wie ich war, via GOTO. Die Dobsons blieben in ihrer Behausung, geschaut habe ich nur mit dem Kleinen Tak.


    War eine herrliche Nacht!


    Liebe Grüße
    Winfried

    Liebe Grüße
    Winfried


    Wenn filmen so einfach wäre, dann hieße es "RTL"...

  • Guten Abend,


    danke nochmals für die Komentare. Uwe deine Zeichnungen sind echt eine Wucht(du Fantombildzeichner;))Ich musste wirklich noch mehrmals an diese Milchstraße denken.GIGANTISCH


    Wenn Winfried wieder gut erhalten in Germany angekommen ist ,werde wir gerne mal vorbeikommen und uns breit machen;).Freue mich schon


    Bis bald
    Mirko