TAL 125R Apolar APO Refraktor 125/940

  • TAL 125R Apolar APO Refraktor 125/940

    Siehe auch:http://www.astronomie-ecke.de/html/tal.html

    Unter der Rubrik "Händlerangebote" tauchten gegen Ende des Threads einige polemische Beiträge auf. Ich bitte also erneut um
    ausschließlich sachliche Beiträge. Polemische Antworten werde ich nach Off Topic verschieben. Dieser Bericht ist also die Fort-
    führung des sachlichen Teils des dortigen Threads.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/TAL_APO10.jpg]

    Dieser APO-Refraktor mag auch für fotografische Zwecke geeignet sein, aufgrund einer deutlich erkennbaren Vignettierung dürfte
    aber die visuelle Nutzung eher im Vordergrund stehen. Im Unterschied zu Triplets, die am Tubus-Anfang zu suchen sind, zieht sich
    dieses System über den gesamten opt. Tubus. Wenn also im Innern ein Zentrierfehler vorhanden ist, oder Spiel der Linsenfassung,
    dann kommt es genau zu dem Effekt, der auf Cloudy Nights "Mini Spektrum" genannt wurde": Dieser Tubus hier hat eine optimale
    Position (0), und in dieser Position wurden alle Testergebnisse erstellt. Der Okular-Auszug funktioniert, wenn man die richtige
    Klemmschraube ein wenig anzieht.

    Zitat

    in horizontaler Lage konnte ich eine leichte Dejustierung ausmachen,



    Der von Markus Ludes bereits bemerkte Zentrierfehler im Ursprungs-Thread oben ist unterschiedlich groß, je nach der Position, mit der der
    opt. Tubus in der Wiege liegt. Zu Beginn ging es also um die Frage, ob man durch Drehen dieses Tubus den Zentrier-Fehler minimieren kann.
    Bei einem 8-Zoll APO hatte ich unlängst ebenfalls diese Situation. Der Farblängsfehler wurde auf zwei Arten ermittelt und gegenübergestellt:
    Bei einer RC_Indexzahl hat man es also mit einem APO zu tun, wobei der visuelle Farbeindruck zunächst sehr farbrein erscheint, und man
    erwartet eine kleinere RC_Indexzahl. Seinen besten Strehlwert hat dieses System im roten Spektrum. Der Gaußfehler verschwindet fast völlig
    hinter dem Zonenfehler, wie immer der entsteht.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/TAL_APO01.jpg]

    Die äußere Form ist etwas gewöhnungs-bedürftig, die Drehteile zwar funktional, aber das äußere Erscheinungsbild macht nicht gerade einen "wertvollen" Eindruck, wie
    das viele Mitbewerber können. Welchen Sinn der schmale Gummi-ring nach dem konischen vorderen Fernrohrteil haben soll, habe ich noch nicht entdeckt. Weiter hinten
    sitzt ein weitere Gummiring schief zwischen Tubus und Okulareinheit.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/TAL_APO02.jpg]

    Der erste Bild-Eindruck mit dem Artificial Sky Test war ernüchternd, und es stellte sich sofort die Frage, mit welchen einfachen Mitteln läßt sich das verringern
    oder beheben. Schließlich entschied ich mich für ein schrittweises Drehen des Tubus und fand tatsächlich die Stelle, bei der dieser Fehler am kleinsten ist.
    Das bedeutet, daß man am Himmel die richtige Orientierung finden muß.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/TAL_APO03.jpg]

    Wie dieser lästige Fehler in den unterschiedlichen Drehpositionen aussieht, zeigt die folgende Übersicht: Dabei dreht sich aber der grüne Schweif nicht in analoger
    Weise mit. Bei einer Tubusdrehung von 180° dreht sich dieser Schweif nur ca. 100° weiter. Ebenso seltsam ist der Umstand, daß in der Position Null der Schweif
    plötzlich nach 14:00 strebt, weil man den Artificial Sky Test um 10 mm nach rechts verschoben hat und nun bei einem Durchmesser von 20 mm wäre. Bei allen
    Test-Bildern, die nicht exakt auf der Achse entstanden sind, also Foucault-, Ronchi, Lyot, IGramme, Sterntest, erkennt man deutliche Vignettierung, die bereits
    bei einem Achsabstand von nur 2 mm beginnt. Man wäre also wie bei einem Maksutov gezwungen, diese Tests alle exakt auf der Achse zu machen. Aus diesem
    Grund halte ich es für fragwürdig, dieses System auch für die fotografische Nutzung zu empfehlen.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/TAL_APO04.jpg]



    Interessanterweise haben die defokussierten Sternscheibchen nahezu keinen Farbsaum, und dieser Umstand vermittelt einen sehr farbreinen Eindruck.
    Sowohl Foucault wie auch Ronchigitter zeigt aber einen Zonenfehler, der sich über das gesamte System zieht und sowas wie sphärische Aberration höherer
    Ordnung wäre. Irreguläre Störungen kann man auch erkennen.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/TAL_APO05.jpg]

    Einen ausgeprägten Gaußfehler, wie die üblichen Doublet- oder Triplet-Systeme hat dieses System offenbar nicht. Es dominiert tatsächlich der Zonenfehler über alle
    Interferogramme.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/TAL_APO06.jpg]

    Beim Wert für Spherical (rote Schrift, obere Reihe/Igramme), mit dem der Gaußfehler ausgedrückt wird, ist sowohl Low- wie High-Order enthalten. Der Zonen- bzw. Flächen-
    fehler (= Fertigungsfehler) wäre dem High Order zuzurechnen, während genaugenommen nur Low Order die Über- oder Untrerkorrektur ausdrückt (Siehe unter Reihe/Igramme,
    weiße Schrift). Insofern verschwindet der Gaußfehler völlig hinter dem über den Foucaultest erkennbaren Zonenfehler und bestätigt den Eindruck, den Markus Ludes bereits gewonnen hat.

    Spektr. Strehl PV
    d . . . . 1.000 . . . . L/136
    e . . . . 1.000 . . . . L/110
    510 . . 1.000 . . . . L/88
    F . . . . 0.996 . . . . L/31
    C . . . . 0.999 . . . . L/49

    [IMG:http://rohr.aiax.de/TAL_APO07.jpg]

    Mit einem Strehl von 0.95 wäre dieser APO durchaus innerhalb der Toleranz, nach Thomas Back (TMB-Desing) sollte dieses Optimum
    aber im grünen Spektrum liegen. Für die H-alpha Beobachtung wäre aber dieser APO die richtige Wahl.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/TAL_APO08.jpg]

    Die hinterste Stellschraube vor dem Okularauszug muß man mäßig anziehen, und dann wäre das Spiel an dieser Stelle behoben und der Auszug funktioniert.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/TAL_APO09.jpg]

    Fazit: Über die Eigenheiten dieses optischen Systems wissen wir noch zu wenig, um es entsprechend vergleichen und beurteilen zu können. Der gesamte
    optische Tubus weicht aber erheblich von den gewohnten APO's ab, wie ich sie in den letzten Jahren hier hatte. Ob sich deshalb dieser Refraktor in der
    Szene durchsetzt, kann ich nicht beurteilen. Am äußeren Design sollte man unbedingt noch feilen: Das Auge isst nämlich mit.

    Foto-Tauglichkeit

    Zitat

    http://www.watchgear.de/PictureLink/Apolar3.jpg
    Hier ein Testbild mit den 4 Ecken und der Mitte in der vollen Auflösung der 1000D
    Simullation CCDInspektor
    http://www.watchgear.de/PictureLink/Apolar2.jpg


    Im weiteren Verlauf der Diskussion wurde von einem der Händler auf das folgende Beweis-Foto aufmerksam gemacht, welches nach Aufkunft dieses
    Händlers von Klaus Weyer erstellt worden war. Dabei zeige, so die Auskunft, das mittlere leicht hellere Rechteck die Orginalauflösung der 1000 D Kamera,
    sowie die Ecken jeweils am Rand. Beim folgenden Bild wurde der Gamma-Wert von mir etwas angehoben, um den Sachverhalt besser sichtbar zu machen.


    [IMG:http://rohr.aiax.de/TAL_APO15.jpg]

    bei folgender Übersicht sind die markierten Ausschnitte leicht vergrößert. Von punktförmiger Auflösung, wie es von diesem Händler behauptet wird, kann man leider
    nicht sprechen, obwohl dieser Teil der zusammengesetzten Aufnahme aus dem achsnahen Bereich stammt. Der Bereich unten links deutet ebenfalls auf mehrere
    Fehlermöglichkeiten hin. Als Beweis für eine fotografische Nutzung läßt sich diese Aufnahme nicht verwenden.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/TAL_APO16.jpg]

  • Hallo Wolfgang,
    zunächst ein mal besten Dank für die sachlich,-fachliche Auswertung.
    Vll. besteht die Möglichkeit auf zu führen, wie der TAL hinsichtlich seiner Transmission zu bewerten ist.
    Im Stadium der Annäherung mit der Thematik kann ich diese, wohl vll. von dir aufgeführt, nicht finden.


    Wie lassen sich nun die Werte mit einem im Aufbau der Messung vergleichbar, wenn überhaupt möglich, 2-3-linser gegenüberstellen?
    Ist es naiv diesen mit einem Skywatcher Equinox o.ä. zu vergleichen?
    Anders formuliert: Wie kann oder sollte nun der Interessierte eine Alternative zum TAL finden, an welchen Werten soll dieser sich orientieren?

  • Zitat

    =Dominique;
    Wie lassen sich nun die Werte mit einem im Aufbau der Messung vergleichbar, wenn überhaupt möglich, 2-3-linser gegenüberstellen?
    Ist es naiv diesen mit einem Skywatcher Equinox o.ä. zu vergleichen?
    Anders formuliert: Wie kann oder sollte nun der Interessierte eine Alternative zum TAL finden, an welchen Werten soll dieser sich orientieren?


    Hallo Dominique,


    Die Mess- und Bildergebnisse sind doch wie bei allen anderen Apo-Tests entstanden.


    Dass dieses Design wohl nur sehr schlecht zu zentrieren/justieren ist, hatte ich schon befürchtet.
    Der Sterntest ist da sehr aussagekräftig und mit anderen Geräten vergleichbar.


    Als Super-Apo ist er wohl eher nicht zu bezeichnen.....



    Gruß,
    Volker

  • Lieber Dominique,

    für einen Transmissions-Test fehlt mir noch immer ein überzeugender Testaufbau. Wenn sich da nämlich Irrtümer einschleichen würden, stünden meine Kritiker Schlange, die warten nur auf solche Gelegenheit.

    Genauso, wie Volker es beschreibt, sind es die üblichen Standard-Tests, mit denen ich jede Astro-Optik untersuche und danach die Ergebnisse interpretiere.
    Als Übersichts-Test dient der Artificial Sky Test unter Höchstvergrößerung, der Sterntest, der Foucault-, Ronchi- und Lyot-Test, und schließlich die IGramme aus den unterschiedlichen Spektren.

    Genaugenommen bräuchte ich die Systemdaten dieses 6-Linsers, damit man über die Spot- und FLF-diagramme den Ideal-Zustand dieses Systems nachvollziehen könnte. Vielleicht kann mich Harrie Rutten ein wenig unterstützen - mal sehn.

    Zitat

    Als Super-Apo ist er wohl eher nicht zu bezeichnen.....

    Der Begriff "Super APO" ist Gottseidank oder leider nicht geschützt bzw. exakt definiert.

    Das Zeiss B Objektiv würde darunter fallen.

  • Hallo Volker / Wolfgang,
    besten Dank erst mal für die Infos.


    Nun, die zuvor auf Grund der Baugruppen befürchtete Annahme, dass dieses 6-linisge System schwer zu bändigen zu sein schien, bestätigt sich wohl.


    Jedoch sollte man dem Hersteller die Möglichkeit einräumen hier nach zu bessern.
    Ich denke, da werden auch entsprechende Maßnahmen erfolgen, ansonsten sehe ich weniger die Chance sich zu etablieren. Das Preis-Leistungsverhältnis schient m.E., basierend auf "messtechnisches interprätatieves Halbwissen", von anderen Geräten besser zu sein.


    Wie stark würde sich die Vig. in Fotos bemerkbar machen?
    Wo kann ich eine Aussage über das geebnete Bildfeld finden?


    Entschuldigt die weiteren Fragen, aber ich versuche immer mehr und mehr mich in diese Thematik ein zu arbeiten.

  • Lieber Dominique,

    noch ist gar nicht klar, ob das veröffentlichte Design tatsächlich der Wirklichkeit entspricht. Ein Besucher auf der Photo China gestern erzählt mir, daß in einem Videofilm eine andere Schnittzeichnung gezeigt worden war.

    Selbst wenn ich das Teleskop zerlegen und ausmessen würde, hätte ich die verwendeten Gläser nicht exakt, die Abstände und Radien auch nur näherungsweise. Wenn mir der Markus das OK gibt, kann ich das gute Stück ja mal behutsam zerlegen. Der treibt sich übrigens auch auf der Photo China rum.

    Die Bildfeld-Wölbung, über den Foucault-Test ermittelt, spielt zwischen 700 und 1140 mm. Genauer läßt sich das über Foucault nicht bestimmen. In der Mitte der
    drei Klingen geht die Fokussierung noch am genauesten, im Abstand von 20 mm hat man nicht mehr die ganze Fläche zur Beurteilung der Fokuslage, wie die
    vignettierten Bilder unten zeigen. Daraus ergibt sich die Unschärfe.
    Die unterschiedliche Breite der vignettierten Randbilder hängt damit zusammen, weil zwischen Lichtspalt und mittlerer Klingenkante bereits ein seitlicher Versatz ist.
    Man muß also das Mittel zwischen diesen beiden Randbildern nehmen. Bei 40 mm Felddurchmesser hat man nur noch ca.50% des ankommenden Lichtes zur Verfügung,
    wie man unten links erkennen kann.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/TAL_APO11.jpg]

    Vielleicht ein paar Worte zum Verfahren der Ausmessung mit Foucault:

    Prinzipiell braucht man wieder die Pfeilhöhe und den Durchmesser des Feldes und dann kann man den Krümmungsradius ermitteln nach der Formel:
    R= H^2/(2*z) wobei H = die Höhe von der opt. Achse oder der halbe Durchmesser ist.

    Die mittlere Klinge/Foucault ist dabei der Nullpunkt bzw. man stellt die Meßuhr auf Null. Im Wechsel mißt man nun sowohl über die rechte/linke Klinge die Differenz
    zum Nullpunkt aus und mittelt die Werte. Dann hätte man die Pfeilhöhe zwischen Mitte und Rand eines 40 mm Durchmesser großen Bildfeldes. Da der Abstand der
    Klingen genau eingestellt ist, bekommt man immer Werte für den Durchmesser 40 mm, der ungefähr die Diagonale des Kleinbildformates 24x36 mm ist. So war es
    wenigstens früher.

  • Hallo,


    dieser Tal ist auch für mich sehr interessant weshalb ich es nach einiger Zeit hier mal wieder wagen möchte mich zu äußern.
    Ich hoffe doch sehr das es nicht gleich wieder zum Streit führt.
    Also hier ganz sachlich meine Meinung.
    Das Design ist wirklich außergewöhnlich und ich hätte nicht gedacht das es mit einfachen Gläsern möglich ist so einen APO zu bauen.
    Wer sich etwas mehr dafür interessiert findet hier sehr interessante Informationen über derartige Konzepte.


    http://bossanova9.org/astro/op…ss%20apo%20-%20duplov.pdf


    Hier finden sich auch alle Daten für verschiedene APOs mit unterschiedlichen Designvarianten.
    Ganz unten finden sich übrigens die Strehlkurven zu diesen APOs.
    Offensichtlich bevorzugt man auch dort die Kurvendarstellung und keine Balkendiagramme.
    Leider ist die speziell beim TAL 125 APO gewählte Lösung dort nicht vertreten, aber dem doch ähnliche Designs.


    Den 100/450mm APO hab ich mal in Oslo eingegeben, eine Auswertung inklusive Polystrehl und dem Vergleich mit 2 TAK APOs gibt es hier.


    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=101255&whichpage=4


    Im hier ausgemessenen Wellenlängenbereich hat zumindest der 100/450 den ich in Oslo untersucht habe praktisch keinen Gaußfehler.
    Ich nehme an das es beim Design des Tal ähnlich sein müsste.
    Das liegt an den in dieser Beziehung sehr gutmütig reagierenden Gläsern und der hohen Anzahl der Linsen.


    Es kam die Frage nach der Bildfeldwölbung.
    Der 100/450mm hat hier einen Bildfeldradius von -340mm
    Der Tal dürfte aufgrund der wesentlich größeren Brennweite natürlich deutlich darüber liegen, wäre das Design mit dem 100/450mm in dem Punkt vergleichbar müsste der Tal etwa -710mm haben, das wäre für so einen APO schon ein ausgezeichneter Wert.
    Aber ich kann nicht sagen das sich das von mir untersuchte Design in dem Punkt mit dem Tal vergleichen lässt.
    Gut möglich das hier der Tal deutlich anders reagiert.


    Was bei dem 100/450 APO auffällt ist der gemeinsame Radius innerhalb der Mittleren Linsengruppe.
    Es ist anzunehmen das diese zur Verkittung vorgesehen ist.
    Das ist interessant denn ich denke auch beim TAL könnten die beiden hinteren Linsengruppen verkittet sein.
    Rein von den Gläsern und dem Linsendurchmesser her sollte das ja kein Problem sein.
    Bei 6 Linsen stehen auch so genügend Freiheitsgrade zur Verfügung.


    Zum Problem des getesteten Exemplares.
    Dieser laterale Farbfehler wie er sich im K- Sternhimmel zeig (warum muss das Ding unbedingt die englische Bezeichnung tragen?)
    Ist ganz typisch für eine verkippte Linse.
    Ich kann das auch in Oslo anhand des 100/450 APOs sehr schön nachvollziehen.
    Hier die Situation mit korrekter Linsenstellung.
    Die Wellenlängen sind 486nm,546nm,656nm.


    [IMG:http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/b5ni-f.jpg]


    Und hier ist die mittlere Linsengruppe um 0,1° gekippt.


    [IMG:http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/b5ni-g.jpg]


    Wie man schön sieht passt die Abbildung des K-Sternhimmels im Fokus sehr schön zu dem entsprechenden Spot im Feld.
    Es wäre also schon nicht schlecht das gute Stück mal zu öffnen und nach dem Rechten zu schauen.


    Grüße Gerd

  • Hallo,

    die PDF-Datei habe ich aufgerufen, und Schnitt-Zeichnung b) käme dem bei HoO veröffentlichten Schnittbild noch am nächsten, da bei dieser Variante das System mit einer Einzellinse beginnt. Es ist aber noch nicht eindeutig, wie das System bei diesem TAL 125R tatsächlich aussieht. Das wäre ein Grund, den opt. Tubus mal zu öffnen. Der andere Grund ist, daß man den Zentrierfehler behebt, und auch da muß man wissen, mit welchen Linsen man "spielen" soll. Es gäbe außen am Tubus zwar drei verklebte Zentrier-Löcher, hinter denen sich vermutlich Zentrierschrauben verstecken.

    Aber erst brauch ich das OK von Markus.

    Betrachtet man die Strehlkurven, denen leider die Zuordnung zu den drei Varianten fehlt, dann wäre die Kurve in einem weiten Teil des vis. Spektrums sehr hoch, wobei aber
    die Reihenfolge der Farbschnittweiten eine andere ist, als die von mir gefundenen. Nimmt man nur die Low Order Spherical als Ausdruck des Gaußfehlers, dann wäre dieser in
    der Tat sehr gering, zu sehen auf der Übersicht der IGramme ganz unten.

    Wenn wir einigermaßen sicher sind, wie das Design aussieht, und wir auch die Dicken haben, dann könntest Du ja mal für das aktuelle TAL 125R einen Design-Entwurf erstellen.

    Wie stellt sich denn bei einem solchen System die Vignettierung dar? Mich würde interessieren, wie groß im Durchmesser das tatsächlich nutzbare Feld für die Fotografie ist.
    Nach Deinem Spotdiagramm hat man lediglich einen Maximal-Durchmesser von 16.4 mm. Was im übrigen auch stört ist der Zonenfehler beim Foucault Test, der auch über
    Ronchi und die IGramme gut erkennbar ist. Dieser Fehler zieht den Strehl auf 0.95 herunter. Mich würde interessieren, ob das ein Fertigungsfehler ist, oder ein Systemfehler
    höherer Ordnung.

    By the way: "Artificial Sky Test" heißt das deswegen, weil im europäischen Umfeld hauptsächlich über English korrespondiert wird. Solange ich mit dem Begriff verstanden
    werde, muß ich mir keinen neuen suchen.

  • Hallo Gerd, hallo Wolfgang,


    nimmt man die Angaben Duplovs und die Patentschrift , die laut einer US-Seite dem TAL zugrundeliegen als Basis, könnte man da nicht Details, spezielle Verhaltensweisen oder ähnliches postulieren, die man dann messtechnisch beweisen oder ausschließen könnte - also die Designbestätigung ohne Tubusöffnen führen?


    Grüße


    Christoph

  • Hallo,

    die Schnittzeichnung in der Patent-Schrift muß nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen. Das macht man schon deswegen so, weil man es den Produkt-Piraten nicht zu leicht machen möchte. Ähnlich ergeht es mit den Systemdaten. DAs habe ich schon mehrmals beobachtet, u.a. beim Herrig Schiefspiegler, bei dem die Winkel andere waren.

  • Hallo Wolfgang

    irgendwie kann ich anhand des von Dir ausgeführten Testes einiges nicht verstehen. Soweit ich Dein Test und Dein Fazit richtig interpretiere, wäre das Teleskop nicht so ganz, was die Hersteller eigentlich davon versprechen.

    Bezüglich aber der von Markus gemachten Aussage, ich zitiere:

    Zitat:
    <TABLE cellSpacing=0 cellPadding=6 width="100%" border=0><TBODY><TR><TD class=alt2 style="BORDER-RIGHT: 1px inset; BORDER-TOP: 1px inset; BORDER-LEFT: 1px inset; BORDER-BOTTOM: 1px inset">Hallo Leute

    die letzten 10 Tage ware ich viel unterwegs, unter anderem auch beim HTT in Südbrandenburg, bei der Gelegenheit nutzte ich den wirklich sehr guten Himmel und das gute Seeing den TAL Apo 125 mal auf Herz und Nieren zu testen.

    Details folgen die Tage, nur ein paar Worte vorab:

    Der TAL Apo gehört in die Klasse von FPL 53 3 Linser , er ist Farbrein auch bei höchstvergrößerung auch im defokusierten Bild , auf jeden Fall noch einen Touch Farbreiner als ein Vixen Fluorite FL 102 S und er performt wie ein langbrennwweitiger Apo , er löst sich vergrößern bis ihm das Licht ausgeht. Die sphärische Korrektur ist so gut wie die besten Apos die wir kennen.

    Die Justage mit Justierokular ist nicht perfekt, aber am Himmel zeigt er keinerlei schwächen. Vermute daher das eher der Auszug nicht perfekt zentriert sein mag.

    Der Auszug ist so feinfühlig das man keine Untersetzung vermisst.

    Einen Designfehler gibt es, die Klemmschrauben der Rohrschellen, sehr griffig, können seitlich an den Tubus anschlagen und Lackkratzer verursachen, os ist es uns geschehen, schon etwas ärgerlich.

    Doppelsterne bis 1 Bogensekunde waren ganz leicht zu trennen.

    Optisch setzt sich der TAL Apo von allen Chinesen und Taiwanesen ab , kein noch so schwerer 130 mm Apo aus China erreicht diese hohe Qualität.

    Ok, es war nur 1 Teleskop daher ist keine Serienaussage möglich, aber wenn alle so sind, sollten sich alle Chinesen ganz warm anziehen.

    Dieser TAL verdiehnt wirklich die Bezeichnung : Vollapo, sowohl was die Farbkorrektur betrifft wie auch die Politur


    Und Leicht ist er, eine GP auf gutem Stativ ermöglicht Beobachtungen mit Höchstvergrößerung, wir haben mit dieser Kombination Jupiter ganz leicht auf 300 Fach hochgezogen
    _________________________
    viele grüße
    Markus Ludes


    </TD></TR></TBODY></TABLE>

    wäre aber diese Optik, so ziemlich hervorragend.
    Daher verstehe ich in Deinem Test, diese schrecklichen Sternabbildungen, die scheinbar eher einem Anfängerteleskop entstammen, als eines russischen Apo.
    Da beisst sich doch was.

    Hingegen kann ich aus meinen eigenen Erfahrungen mit diesem Teleskop am Sternenhimmel sagen, daß derartige in die Länge gezogenen Sterne, nicht zu sehen sind. Zumindest mein Exemplar wirft solche derartig deformierten Sternabbildungen nicht.
    Auch ist mir einiges in der bewertung des Strehls auf die verschiedenen Farben nicht so klar.

    Gruß

  • Lieber Robert,

    zunächst sind es die immer gleichen Tests, die bereits unzählige APO's bei mir "erleiden" mußten. Und welche Foto-Ergebnisse dabei immer herausgekommen sind, läßt sich hier excessiv studieren: http://www.astro-foren.de/showthread.php?t=6084

    Wäre da nicht dieser Zentrierfehler, den Gerd über Oslo ziemlich ähnlich nachvollzogen hat, sollten bei diesem Test ähnliche Ergebnisse zu erwarten sein.

    Was man am Himmel sicherlich nicht so deutlich sieht, ist der Zonenfehler bei Foucault, bei den IGrammen ebenso erkennbar, eventuell ein Fertigungsfehler, am Himmel wird man das auch nur beim Foucaulttest wieder erkennen. Auch am Himmel kann man sehr gut den Foucault-Test durchführen.

    Der Gaußfehler ist nachgewiesenermaß sehr gering, der Eindruck der Farbreinheit ebenfalls, auch wenn die RC_Indexzahl etwa bei 1.000 liegt, was in jedem Fall ein APO ist.

    Die Viignettierung läßt sich ebenfalls nicht wegdiskutieren, wobei das eine Frage ist, wie groß der fotografisch nutzbare Bildfelddurchmesser sein soll. Gerd geht von etwa 16 mm aus, bei mir waren es im Extremfall 40 mm. Wäre nicht schlecht, wenn ihr Euch festlegen könntet.

    Fazit: Vermutlich sind dem Teleskop die Transporte nicht so gut bekommen, sodaß der Zentrierfehler das Teil nicht so gut dastehen läßt. Bei einem normalen APO hätte ich das sogar behoben, nur bei diesem Typ waren erst einmal die möglichen Zentrierschrauben verklebt, und da wollte ich ohne Erlaubnis erst einmal nicht "eingreifen".

    Markus versprach mir aber, diesen APO nochmals zuzusenden - dann kriegen wir vielleicht sogar das Design heraus.

    Solltest Du hingegen an ein weiteres dieser Teleskope herankommen, das wirklich "astrein" ist, dann magst Du es mir gerne schicken. So wie bei Markus auch würde ich
    auch in Deinem Fall unentgeldlich prüfen, bis auf das Porto natürlich. Normalerweise ist es ein Reklamationsfall!

  • Hallo Wolfgang

    zugegeben, so wie das Teleskop sich hier in Deinem Test präsentiert, wäre es ein Reklamationsfall. Dann aber, wieso und auf welcher Basis, behauptet Markus, beim Beobachten gerade mit diesem Exemplar, so begeistert gewesen zu sein, um sich hinreißen zu lassen zu behaupten, daß das mit das beste ist, was er bislang gesehen hat? Eben hier ist mir einiges unverständlich. Daher ist entweder Dein Test nicht aussagekräftig genug, oder die Behauptung von Markus, nur dahergegriffen.

    Mein Teleskop befindet sich gerade im Test, dessen Ergebnisse werden demnächst auch veröffentlicht.

    Eine weitere Sache ist, weshalb das Teleskop, welches visuell auf der grünen Lichtwellenlänge eigentlich sein optimum hat, von Dir mit einem Strehlwert im roten, bewertet wird?

    Ist also bei diesem Teleskop, gerechtfertigt die Rede von einem Apo?

    Gruß

  • Hallo Robert,

    Vor der Entscheidung, in welchem Spektrum dieser APO besser ist, stand ich übrigens: Und da sowohl das IGramm im Roten einen Tick flacher ist, und auch der Strehlwert
    geringfügig besser, war für mich das Optimum im Roten besser. Trotzdem sind die Strehlwerte ähnlich hoch, und werden leider über den Zonenfehler etwas beeinflußt.
    Der hier ausgewiesene Strehl bezieht sich ausschließlich auf die sphärische Aberration, Coma und Astigmatismus sind hier deaktiviert aus Vergleichsgründen. Mein
    Programm sagt mir also, im Roten wäre der Apolar um einen Tick besser.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/TAL_APO12.jpg]

    Das Dilemma der Vergleichbarkeit von Prüfergebnissen besteht darin, daß es nie echte Vergleiche sind. Ich kenne keinen Prüfer, der exakt nach meinen Methoden prüft -
    und wenn, dann hat er "abgekupfert", und die kenne ich namentlich!

  • Hallo Wolfgang

    wieso nun in der grünen Lichtwellenlänge ein Strehl von 0,976 ist, weiss ich auch nicht zu deuten, weiter oben war der Wert noch bei 0,926 in der grunen LWL

    Ausserdem, werden wohl alle Teleskope auf die visuelle LWL (grün) gemessen und ausgewertet, zumindest verlangt das so, das Publikum.

    Zu meinem Exemplar ist vorerstmal so viel zu sagen, daß es gänzlich anders liegt, also diese abweichenden Sternabbildungen, nicht auftreten.

    Gruß

  • Hallo zusammen,


    zunächst stört die offenbar vorhande Lagehängigkeit der Messergebnisse. Nach dem Motto "Schütteln, bis der Wert passt" kann man doch keine vernüftige Aussage über ein Teleskopdesign treffen. Insofern sind die Rot/Grün Diskussionen etwas realitätsfern.


    Spannend finde ich übrigends, wass die Beiträge #14 und #16 nicht von Markus stammen (der ja doch sein Exemplar für die Tests zur Verfügung gestellt hat). :sleep:


    Grüße


    Christoph

  • Hallo Robert:

    Zitat

    wieso nun in der grünen Lichtwellenlänge ein Strehl von 0,976 ist, weiss ich auch nicht zu deuten, weiter oben war der Wert noch bei 0,926 in der grunen LWL



    Habe ich aber im Beitrag #15 genau begründet:

    Zitat

    Der hier ausgewiesene Strehl bezieht sich ausschließlich auf die sphärische Aberration, Coma und Astigmatismus sind hier deaktiviert aus Vergleichsgründen.



    Die Frage, wo das Optimum eines Refraktors liegt, bezieht sich ausschließlich auf die sphärische Aberration, wobei man die LOW Order mit dem Gaußfehler gleichsetzen
    könnte, während die High Order auch ein Zonen- oder Fertigungsfehler sein könnte. Die Systematik kann man hier studieren: Der Zernike Zoo

    Das Optimum wäre also dort, wo der Gaußfehler am kleinsten ist bzw. der Strehl am größten.

  • Hallo Wolfgang

    also ich bitte Dich, Deine Posts, so zu belassen wie Du sie zuerst setzt und nicht im Nachhinein, Sachen und Erklärungen neu einzufügen.
    Wenn Dir diesbezüglich was neues einfällt, schreibe bitte einen neuen Beitrag, so ist das sonst nicht nachvollziehbar.

    Auf Deinen Verdacht hin (Prüfergebnisse), will ich nicht eingehen, dies geht mich nichts an.
    Daß lt. Deinem Test das Teleskop im roten LWL besser ist, wird auch nicht bestritten, weder von mir, noch was weiss ich von wem. Dies steht nicht zur Debatte.
    Aber, wenn Du ein derartig schlechtes Exemplar zum testen bekommst, wo sogar Dominique (der ja gerne einiges durcheinander bringt), erkennt, daß es ein Reklamationsfall ist, dann noch mit so einem guten Ergebniss prüfst, WORAUF sollen sich die Leute denn noch verlassen können? Hier hätte das Ergebnis DIESES Exemplars, niederschmetternd sein müssen.

    Gruß

  • Hallo Robert,

    ich bitte Dich um eine differenzierte Betrachtung, von mir verlangt man es. . . . und keine Mißstimmung bitte!
    Der von Dir angestrebte Test andernorts sollte mindestens vergleichbar sein.

    Mit Marketing habe ich absolut nichts am Hut, insofern ist die Bemerkung von Christoph durchaus angebracht:

    Zitat

    Spannend finde ich übrigends, wass die Beiträge #14 und #16 nicht von Markus stammen (der ja doch sein Exemplar für die Tests zur Verfügung gestellt hat).



    . . . und das Redigieren von sachlichen Fehlern oder Rechtschreibfehlern wirst Du mir sicher nicht verbieten wollen -
    Du mußt ja auch nicht sofort antworten !