Extinktion und Refraktion

  • ..seit Monaten schau ich mir meinen kleinen 114/450er
    Newton an wie er so neugierig auf der EQ3 hockt. Dann
    kuck ich zum Fenster raus und seh eigentlich immer nur
    Wolkensuppe - aber, heute morgen, da weit unten am Horizont,
    da leuchtet doch ein Matschfleck ?! Muesste die Venus
    sein. Warum nicht mal probieren was sich da mit der
    WebCam und hinterlistiger Bildverarbeitung so machen laesst?
    Den Matschfleck ins Okular zu kriegen war nicht weiter
    schwierig. Der Saturn hat sich allerdings so gut versteckt
    dass er sich nicht anpeilen liess. Mit ein bischen Geduld und
    der Zickzack Methode hat er sich dann aber auch finden lassen.

    In der Tabelle ist jeweils ein Einzelbild, der geschaerfte
    Stack aus je 512 Frames und das "fertige" Bild zu sehen.



    Wenn die Wolken also auch nur ein bischen durchscheinend sind
    laesst sich trotzdem noch was hinbiegen. Anstatt
    scharfzustellen ist halt das Unschaerfe-Minimum zu finden.
    Die praegnanten Diagonalstreifen im Saturnbild sind bedingt
    durch den noetigen hohen Gewinn und Gamma wegen dem
    nun sehr dunklen Saturns. Dagegen hat am besten eine subpixelgenaue
    Subtraktion eines leeren Bildausschnitts aus demselben Stack
    geholfen. Was dann noch bleibt ist ein Wuerfelraster welches
    man mit einem 2D FFT Filter selektiv abschwaechen kann - laesst
    sich soweit alles mit Fitswork erledigen. Ebenso das Zurechtruecken
    der RGB Farb-Layer der horizontnahen Venus durch die atmosphaerische
    Brechung/Dispersion. Das vermeintliche Scharfungsartefakt im hellen Teil der
    Venus ist eine optische Taeuschung, so aehnlich wie die dunklen
    Punkte an den Kreuzungspunkten des weissen Gitters, nur noch
    hartnaeckiger. Kommt wahrscheinlich durch den Helligkeitsgradient.

    Gruesse,
    argus