Ungleiche Zwillinge Meade ACF 10"


  • Hallo Volker :),
    ja, habe die Okulare auch an meinem Refri benutzt. Was soll ich sagen, TOP.
    Das 14er sowie das 8.8er (jetzt mehr aus der Erinnerung raus, da auf Grund der Okularpalette völlige Reizüberflutung an diesem Abend) waren einwandfrei. Ich denke, du wirst deine Freude daran haben. Es waren nadelfeine Punkte auf der Achse, sowie auch keine abfallende Schärfe zum Rand des GF zu verzeichnen. Ich würde behaupten, besser als die derzeitig auf dem Markt befindliche Nag.T6 Serie, die m.E. die Sterne ein wenig "aufblähen". Einzig und allein das 14er hat wie beschrieben, den doch gut händelbaren KBE. Dennoch absolut zu empfehlen. Der Einblick am 8.8er war ohne KBE, jedoch musste man auch näher ran. Doch der Augenabstand war mehr als aktzeptabel.


    Überrascht war ich, wie der Händler des Pentax, das das 20er keine vollkommene Randschärfe lieferte. Je nach verwendeten Gerät sei ihm dies erst ab dem 30er und 40er bekannt. Ich würde es mit ca. ~ +/-15% beziffern wollen. Dafür aber einen super Kontrast und auf dem verbleibenen scharfen Feld gestochene Abbildung. Doppelsternhaufen Per/Cas-traumhaft. Das Pentax 10mm hingegen ist ohne jeden Zweifel erhaben. Nach der Kaffeepaus dann die Ernüchterung, aufgewärmt wieder in den Garten, Geräte waren nur noch Eisblöcke - ein mit Eisschollen marmorierter Newton,..............der Hochnebel beendete die Tour!

  • Hallo Wolfgang,



    wundert mich sehr das Du das System eines komafreien SC nicht kennst, ist schließlich ein alter Hut und seit Jahrzehnzehnten bekannt und wurde in diverser Literatur beschrieben.
    Im Netz zb. hier (System B).
    http://www.telescope-optics.net/images/SCT810.PNG


    Das ACF ist ein solches aplanatic bzw. „optimized“ SC wie es zb. in Telescope Optics S.87 bezeichnet wird.
    Das wurde übrigens auch in folgendem Thread von Tassilo also Meade bestätigt als ich es dort angesprochen hatte.
    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=109744


    Und neinn das ACF hat keinen eingebauten Feldkorrektor und auch keinen Manging-Spiegel!
    Die Korrektur der Koma im Feld wird mittels asphärischem Sekundärspiegel und Anpassung der Schmidtplatte erreicht.

    Gerade das nichtvorhandensein eines Feldkorrektors wird wegen des deshalb unkritischen Fokusabstandes von Tassilo als Vorteil des ACF zb. gegenüber einem Celestron EHD mit eingebautem Korrektor gesehen.


    Quote

    Eine andere Möglichkeit für die Beobachtung von Jan, daß das EHD nicht umwerfend besser ist, könnte in der fehlenden Toleranz für die Fokussierung liegen. Bei SC und ACF verändert sich die Bildqualität über einen großen Fokussierspielraum nicht nennenswert. Beim EHD müssen zwei Linsen ziemlich viel machen: Bildfeld ebnen, und starke Koma korrigieren. Da würde es mich sehr stark wundern, wenn der Abstand Korrektor/Fokus nicht ziemlich genau eingehalten werden muß. Außerhald dieses optimalen Fokuspunktes kann dann die Leistung natürlich deutlich schlechter sein. Das ist jetzt nur eine Vermutung, weil ja keine Spots veröffentlicht wurden. Könnte von meinem Gefühl her aber hinkommen.


    Der Nachteil der ACF Lösung ist aber ein nach wie vor gewölbtes Bildfeld.
    Die Spots welche so beeindruckend die Korrektur der Koma belegen beinhalten NICHT die Bildfeldkrümmung!!!


    Leider gibt es für das EHD keinerlei Infos, ich gehe aber davon aus das der dort eingebaute Korrektor nicht nur die Koma beseitigt sondern auch das Bildfeld ebnet.
    Natürlich mit dem Nachteil des dann kritischen Fokusabstandes.
    Beide Systeme haben also Vor und Nachteile.


    Wie sich zeigt und von mir im Astrotreff schon erwähnt ist das ACF wegen des asphärischen SP schwieriger in hoher Qualität herzustellen, besticht aber durch die hervorragende Feldabbildung.


    Das ACF ist also kein echter Astrograf da das Bildfeld nach wie vor gewölbt ist!
    Allerdings sind Koma und Asti im Feld sehr gut korrigiert.
    Das unterscheidet es zb. auch von einem Refraktor ohne Flattener, dessen Asti im Feld in Verbindung mit dem Defokus durch das gewölbte Bildfeld dann diese Ostereier in den Bildecken produziert.


    Das ACF liefert auch in den Bildecken schöne runde Sterne die lediglich durch den Defokus etwas größer erscheinen.
    Man wird ohnehin beim Foto nicht exakt auf die Achse fokussieren sondern aufs Feld so das sich das Ausmaß des Defokus halbiert.
    Deshalb ist das ACF durchaus gut für Fotos zu gebrauchen, die etwas größer erscheinenden Sterne wird man kaum bemerken weil auch andere Faktoren wie Seeing oder Ungenauigkeiten in der Nachführung ohnehin größerer Sterne hervorrufen.


    Grüße Gerd

  • Hallo Winfried Berberich,


    Quote

    Es gab bei Meade eine kurze Zeit lang 2 Geräte, die speziell als "SC-Fotomaschinen" gedacht waren (zumindest für den damaligen Zeitraum, wo es ausser Schmidtkameras nichts brauchbares oder bezahlbares gab).
    Das etwas preiswertere war das 8" SC f:6,3/1280mm mit satten 43% Obstruktion, das andere als Pendent in 10".


    Interessant. Habe ich noch nie gehört. Danke für die Info.


    Quote

    Aber für den chemischen Film erstaunlich genau, ich frage mich, warum man heute nur 5 Minuten belichten kann, ohne Eier zu fabrizieren. Wir haben damit Stunden belichtet und KEINE Eier produziert!

    Ich habe chemisch Erfahrung und fange gerade an, mit CCD zu hantieren. Ganz ehrlich: Bei CCD ist die Bildfelddrehung viel schneller sichtbar. Man muss also viel genauer arbeiten - sprich Einnorden. Auch das Guiding muss um einiges genauer sein. Chemisch habe ich bis 600mm Brennweite durch ein Fadenkreuzoku geguided. Bei CCD würde ich gar nicht mehr manuell guiden wollen - auch nicht bei der Hälfte der Brennweite.


    Ein Pixel auf einer CCD hat vielleicht 5-7my Kantenlänge. Es gab nur sehr wenig Filme, die so hoch auflösen konnen (vielleicht der Technical Pan). Hinzu kommt, dass die Sterne meiner Ansicht nach auf einen chemischen Film mehr ausbrennen und damit einiges mehr kaschiert haben.

  • Hi,


    ebenso danke für die Info.
    Bin nicht mehr so drin in der astronomischen Fotografie, aber Deine Argumente sind schon schlüssig. - Was bin ich froh, daß ich mir das nicht mehr antue!
    Visuell und Genußspechteln, - schöner kann Astronomie nicht sein! - - Naja, vielleicht noch nurch einen 24" Dobson...

  • Hallo Gerd!


    Der Nachteil der ACF Lösung ist aber ein nach wie vor gewölbtes Bildfeld.
    Die Spots welche so beeindruckend die Korrektur der Koma belegen beinhalten NICHT die Bildfeldkrümmung!!![...]
    Das ACF ist also kein echter Astrograf da das Bildfeld nach wie vor gewölbt ist!

    Na endlich! Danke für die Info. Das steht bei Meade leider nirgendwo. Vermutet habe ich das aber schon, da sich so auffällig darüber ausgeschwiegen wird. ;) Da steht überall nur Coma-Free. Aber Coma ist ja nicht das einzige, was beim Fotografieren stört.


    Quote

    Leider gibt es für das EHD keinerlei Infos, ich gehe aber davon aus das der dort eingebaute Korrektor nicht nur die Koma beseitigt sondern auch das Bildfeld ebnet.

    Ach so, das Konkurenzprodukt von Celestron.
    Hier steht etwas von Ebenen Bildfeld: http://www.celestron-nexstar.de/edgehd/default.htm


    ... wobei ich von Celestron ein Schnittbild vermisse. Oder gibt's das irgendwo?


    CS


    notoxp

  • Hallo notoxp,


    Quote

    Da steht überall nur Coma-Free. Aber Coma ist ja nicht das einzige, was beim Fotografieren stört.


    ja genau da ziert man sich mit Angaben zur Bildfeldwölbung.




    In dem Celestron Video aus Deinem Link.
    http://www.celestron-nexstar.de/edgehd/movie/default.htm


    Wird ja gesagt das das EHD
    „ein dramatisch ebeneres Bildfeld als Konkurrierende als Komafrei angebotene Systeme“
    haben soll.
    Na ja vergleichende Werbung ist ja nicht gestattet aber wer 1+1 zusammenzählen kann wird sich trotzdem denken welche (s) Konkurenzsystem (e) gemeint ist so viele gibt es da ja nicht.


    Einen Korrektor für das Blendrohr so wie beim EHD allerdings nicht für ein SC sondern ein Dall-Kirkham hab ich übrigens schon mal gerechnet und hier vorgestellt.


    http://forum.astronomie.de/php…ere_Planeten_T#Post759375


    Der kommt mit 2 einfachen Linsen von der Stange aus.
    Entsprechende Zeichnungen findest Du dort auch.


    Es ergibt sich ein echter Astrograf der auch bei 42mm Bildfelddurchmesser noch eine hervorragende Abbildung liefert wie die Spots zeigen.


    Zum EHD muss allerdings gesagt werden das die versprochene Leistung nur bei korrektem Fokusabstand des Korrektors zu bekommen ist und das ist der Knackpunkt bei dem System.
    Leider schweigt man sich da offensichtlich auch aus obwohl entsprechende Angaben sehr wichtig wären.


    Grüße Gerd

  • Hallo Gerd,

    falls du eine Schnittzeichung bzw. die opt. Daten von einem ACF hast, würden die mich interessieren: Dann ließe sich die Frage der Bildfeld-Wölbung ebenso darstellen, wie die Spotdiagramme im Feld. Bei den einschlägigen fotografischen Beweisen fehlen mir nämlich wichtige Angaben. Neuesten Informationen zufolge wird die Koma-Freihheit
    über eine Aphäre auf dem Fangspiegel realisiert.

    Interessant an diesem Link ist der vor Jahren von Tassilo noch bestrittene Farblängsfehler und Gaußfehler bei Meade SC, obwohl er über Foucault und Ronchi wunderbar nachweisbar war.

  • Hallo Gerd, Hallo notoxp,
    wegen der fotografischen Eignung der ACF und dem Begriff "Astrograf" sowie der Bildfeldkrümmung möchte ich mich zu Wort melden.


    Ich vertreibe über www.astro-theke.de sowohl Meade als auch Celestron und nutze derzeit einen 16" ACF. Einige Bilder konnte ich bisher mit 10", 12" und 14" ACF gewinnen und bekomme auch von Kunden Bilder gezeigt, die damit arbeiten.


    Die Bildfeldkrümmung ist abhängig von der Gerätegröße aber Werte dazu sind mir nicht bekannt. Das Thema Bildfeldkrümmung wird in der Werbung heraugestellt aber so dramatisch sehe ich ich die Situation nicht. Das nutzbare Feld bei 8" Geräten ist durch den Auslass, Blendrohr und Strahlengang limitiert, so das Vollformat an sich nicht sinnvoll nutzbar ist.
    Mit steigender Öffnung werden die Geäte für größere Bildformate geeigneter und dann mag auch das Thema Bildfeldebnung wichtiger werden.
    Anderseits ist beim 16" ACF der Bildradius schon so groß, dass ich bei einer Aufnahme mit STL 6303 bestenfalls 0,1" Unterschiede in der FWHM sehe.
    Hier der Link zu unserem APOD:
    http://apod.nasa.gov/apod/ap091024.html


    Geräte mit Ebnungslinse werden gerne als Astrographen bezeichnet. In der Praxis halte ich die perfekte Justage der Optik, die verkippungsfreie Anbringung der Kamera, die Fokusstabilität usw. für wichtiger.
    Bei f/10 oder mit Auszug eher f/11 ist die Lichtstärke auch nicht Astrografentypisch, aber sehr gut für hohe Auflösung kleiner Objekte zu bezahlbarem Preis.


    Sobald ein Reducer oder Linsen im Strahlengang eingebaut werden kommt es häufig zu Halos um helle Sterne - einen Tod stirbt man immer.


    Ich würde die neuen SC Varianten als interessante Optiken für visuelle und fotografische Tätigkeit sehen, die bezahlbar sind und zudem handlich und leicht.
    Die Verbesserungen wie Komakorrektur sind auch visuell deutlich zu sehen - die Sterne sind über das ganze Feld gleichmäßig und hart. Auch das Reflektionsvermögen der Spiegel ist verbessert und der Kontrast deutlich gesteigert.


    Drei Astrografen haben wir bisher gebaut und "Astrokamera" getauft. Die Gerätedaten sind 250/1400, also f/5,6 und für Vollformat korrigiert. So ein System lässt sich hier in Deutschland aber nur zum Vielfachen eines 10" ACF´s oder C11HD herstellen. In der Praxis muss völlig abgesehen vom Herstellungsaufwand eine exakte Justage aller optischer und mechanischer Elemente durchgeführt werden. Das macht Mühe, ist aber möglich während bei SC´s z.B. die Hauptspiegellage nicht vom Nutzer geändert werden kann.


    Mit meinen Zeilen möchte ich nur darauf hinweisen, dass Schnittzeichnungen, optische Berechnungen oder Messwerte keine Garantie für gute Aufnahmen sind.


    SC freundliche Grüße
    Ralf

  • Hallo Ralf!


    Die Gerätedaten sind 250/1400, also f/5,6 und für Vollformat korrigiert.

    Klingt lecker! Auch wenn ich mir soetwas (im Moment zumindest) nicht leisten kann.


    Quote

    In der Praxis muss völlig abgesehen vom Herstellungsaufwand eine exakte Justage aller optischer und mechanischer Elemente durchgeführt werden. Das macht Mühe, ist aber möglich während bei SC´s z.B. die Hauptspiegellage nicht vom Nutzer geändert werden kann.
    [...]Mit meinen Zeilen möchte ich nur darauf hinweisen, dass Schnittzeichnungen, optische Berechnungen oder Messwerte keine Garantie für gute Aufnahmen sind.

    Du hat natürlich vollkommen recht. Ein schöngerechnetes System in mechanisch schlampiger Ausführung nutzt niemandem etwas - und das hat es bestimmt auch schon oft gegeben.


    Aber es ist schon eigenartig, dass bekannte Hersteller "Revolutionen" ankündigen oder bauen, schöne Bilder und Werbetexte darüber schreiben, aber dann vergessen detaillierte technische Informationen zu schreiben. Wenn ich hohe 4 oder 5stellige Beträge für ein Teleskop ausgebe, will ich doch detailliert informiert sein...

  • Lieber Ralf,

    Quote

    Mit meinen Zeilen möchte ich nur darauf hinweisen, dass Schnittzeichnungen, optische Berechnungen oder Messwerte keine Garantie für gute Aufnahmen sind.



    Völlig unbestritten! Aber die opt. Daten dienen dem Verständnis, was geht, und was nicht geht. Ich möchte eigentlich nur die Spot-Diagramme nachvollziehen, die Farbfehler und die Frage der Bildfeldkrümmung.

  • Hallo Wolfgang,


    Quote

    falls du eine Schnittzeichung bzw. die opt. Daten von einem ACF hast, würden die mich interessieren: Dann ließe sich die Frage der Bildfeld-Wölbung ebenso darstellen, wie die Spotdiagramme im Feld.


    von einem bestimmten ACF hab ich natürlich auch nicht die exakten Parameter.
    Von einem komafreiem SC und nichts anderes ist das ACF findest Du zb. im Buch Telescope Optics S.87 für ein 200 f/10 sämtliche Parameter einschließlich der für die Schmidtplatte.
    Wer’s nachbauen möchte.;)
    Ebenfalls finden sich dort Spots einmal inklusive der Bildfeldwölbung also bei ebener Projektionsfläche (RF = ∞ ) und einmal ohne also bei an die Bildfeldwölbung angepasster Projektionsfläche mit Angabe des Bildfeldradius RF


    Angaben zum Bildfeldradius stehen übrigens auch in der schon verlinkten Grafik


    http://www.telescope-optics.net/images/SCT810.PNG


    Ausführliche Infos auch zum aplanatic SC sind dann hier zu finden.


    http://www.telescope-optics.net/SCT.htm


    Quote

    Neuesten Informationen zufolge wird die Koma-Freihheit
    über eine Aphäre auf dem Fangspiegel realisiert.


    Na ja so neu sind die Infos nicht, hab ich schließlich schon in Fettschrift in meinem ersten Beitrag hier geschrieben und im erwähnten Buch steht das zb. schon seit über 20 Jahren.
    Auch Uwe Laux kennt neben dem klassischen SC mit sphärischen Spiegeln 2 weitere Systeme einmal mit hyperbolischem SP und eines mir elliptischem HS welche dort auf S.166/167 zu finden sind.
    Beim ACF ist aber was mir auch von Tassilo bestätigt wurde der SP asphärisch.


    Grüße Gerd

  • Hallo Ralf,


    Quote

    Die Bildfeldkrümmung ist abhängig von der Gerätegröße aber Werte dazu sind mir nicht bekannt. Das Thema Bildfeldkrümmung wird in der Werbung heraugestellt aber so dramatisch sehe ich ich die Situation nicht.


    die Bildfeldkrümmung hängt ganz wesentlich am Radius des SP und das erklärt warum die größeren Optiken die logischerweise dann auch größere SP Radien haben besser Abschneiden.
    Die überzogenen Werbesprüche bei Celestron sollte man in der Tat nicht überbewerten.
    So viel schlechter ist ein „nur“ komafreies SC bei Foto längst nicht wie man da glauben machen möchte.
    Ich habe das ja schon in meinen ersten Beitrag hier deutlich gemacht.


    Quote

    Das ACF liefert auch in den Bildecken schöne runde Sterne die lediglich durch den Defokus etwas größer erscheinen.
    Man wird ohnehin beim Foto nicht exakt auf die Achse fokussieren sondern aufs Feld so das sich das Ausmaß des Defokus halbiert.
    Deshalb ist das ACF durchaus gut für Fotos zu gebrauchen, die etwas größer erscheinenden Sterne wird man kaum bemerken weil auch andere Faktoren wie Seeing oder Ungenauigkeiten in der Nachführung ohnehin größerer Sterne hervorrufen.



    Und das EHD hat halt andere Nachteile die in der Werbung verschwiegen werden.
    Das Ding hat eine HS Fokussierung und einen fest eingebauten Korrektor.
    Das führt zwangsläufig zu Problemen.


    Nehmen wir nur mal die visuelle Beobachtung mit 2“ ZS also etwa 140mm Lichtweg und die Fotografische Nutzung mit direkt angebauter Kamera.
    Wer mit einem Korrektor gearbeitet hat weiß das dessen Fokusabstand sehr genau stimmen muss.
    Hier liegen aber satte 140mm zwischen beiden Varianten das kann nicht gut gehen.
    Entweder ist die Sache für eine direkt angebaute Kamera ausgelegt dann wäre die visuelle Nutzung mit ZS bescheiden oder umgekehrt, bzw. man müsste dann eine 140mm lange Hülse zwischen Kamera und EHD setzen.
    Von der Nutzung eines Binos an dem EHD ganz zu schweigen, das lässt sich nicht alles unter einen Hut bringen.


    Ich lehn mich da jetzt mal etwas aus dem Fenster und fasse die Sache mal wie folgt zusammen.
    Wer eine unkomplizierte Optik die auch visuell uneingeschränkt gute Ergebnisse bringt möchte und auch Fotografisch nicht auf zähe Experimente bezüglich des optimalen Fokusabstandes steht fährt mit dem ACF besser.
    Wer Fotografisch ein Perfektionist ist mit entsprechender Leidensfähigkeit bis alles optimal passt und auf visuelle Beobachtung weniger Wert legt fährt mit dem EHD besser.


    Das ist meine persönliche Einschätzung ohne Anspruch das es nun der Weisheit letzter Schluss wäre.


    Grüße Gerd

  • Noch ein Gedanke:
    Die Diskussion hat sich hier in Richtung Fotografie verschoben und weg vom Ursprungsthema bewegt.
    Es ist ja geplant die 10" Geräte visuell nebeneinander zu vergleichen ob die Zwillinge nachts wirklich so ungleich sind.
    Bei der visuellen Beobachtung spielt das Thema optische Qualität, Kontrast und Wahrnehmung die große Rolle.
    Hier ist die Spiegelfokussierung eine angenehme Sache, weil große Bereiche des Fokus damit schnell erreicht werden wie z.B. Binoansatz. Viele Nutzer verwenden zusätzlich einen Okularauszug zum Feinfokussieren.


    Bei der hier diskutierten fotografischen Nutzung kann das notwendige Spiel an der Spiegelführung störend sein und eine Hauptspiegelklemmung wurde entwickelt. Wenn ich den Entwicklern von Meade oder Celestron Ideen geben dürfte würde ich das f/8 Optikdesign der RCX Geräte wiederbeleben und fest in den klassischen Tubus einbauen.
    Dabei auf eine Spiegelfokussierung verzichten, den HS aber justierbar ausführen. Hinten einen ordentlichen, großen Auszug anbringen und eine bezahlbare Gerätereihe von 30cm bis 50cm Öffnung als OTA anbieten.


    Verträumte Grüße
    Ralf


    www.astro-theke.de


  • Hallo,


    stimme dem völlig zu und wollte auch noch eine Bemerkung zur "Nachtsehkurve" im ersten Beitrag machen: bin mir nicht sicher, ob die DIN Kurve richtig ist. Habe Unmengen von Kurven aus dem Net runtergeladen, die so gar nicht übereinstimmen. Muss die bei Gelegenheit wohl mal hochladen. Es gibt auch Leute, die behaupten, dass die Stäbchen bei 350 nm eine zweites (Neben-) Maximum haben; die UV Strahlung wird aber anscheinend von der Linse (aus was ist die eigentlich) im Auge blockiert. Das könnte bedeuten, dass bei der linken Kurve im 400 nm-Bereich nur eine Delle ist, aber kein Abfall auf Null erfolgt.


    Rüdiger


    Rüdiger

  • Die Diskussion hat sich hier in Richtung Fotografie verschoben und weg vom Ursprungsthema bewegt.

    Da bin ich schuld dran :whistling


    Quote

    Bei der hier diskutierten fotografischen Nutzung kann das notwendige Spiel an der Spiegelführung störend sein und eine Hauptspiegelklemmung wurde entwickelt. Wenn ich den Entwicklern von Meade oder Celestron Ideen geben dürfte würde ich das f/8 Optikdesign der RCX Geräte wiederbeleben und fest in den klassischen Tubus einbauen.
    Dabei auf eine Spiegelfokussierung verzichten, den HS aber justierbar ausführen. Hinten einen ordentlichen, großen Auszug anbringen und eine bezahlbare Gerätereihe von 30cm bis 50cm Öffnung als OTA anbieten.

    Klingt nicht schlecht. f/10 ist eigentlich zu langsam. f/8 besser, f/7 für ein langbrennweitiges System gut.

  • Hallo Dominique,


    mit der Aussage "Beugungsbegrenzt" ist es ja ebenso relativ wie mit dem Strehlwert an sich. Beides hängt zusammen. Im roten Spektrum ist mein ACF natürlich Beugungsbegrenzt. Im grünen Spektrum nach Wolfgangs Test nicht! (0,73 zu 0,8 Strehl).


    Viele Hersteller geben den höchsten Strehlwert beim Verkaufsprotokoll an. Dann steht bei meiner Optik quasi. ACF 10" ... 0,93 Strehl.:stupid:


    Das hilft aber keinem weiter. Viel wichtiger ist, dass das Teleskop am Himmel funktioniert und seine Leistungsfähigkeit (auch im Vergleich mit anderen Optiken) unter Beweis stellt.


    Die Thematik die der "Zwillingstest" aufgeworfen hat ist hoch interessant und hat mir als visuellen Beobachter viel Hintergrundwissen vermittelt, das ich mir ohne nie angeeignet hätte.


    Der Sterntest am künstlichen Stern bei 1250facher Vergrößerung war für mich persönlich der eindeutige Beweis, dass mein Teleskop sehr gut ist. Die Abbildung des Sternpünktchens und der Beugungsringe war bis auf den Astigmatismus (der hier durch den doppelten Lichtweg im Testaufbau auch doppelt so stark erscheint) absolut o.k.


    Ich wünsche mir fast, dass dieser Beitrag und das Endergebnis allen Strehlfetischisten den Wind aus den Segeln nimmt... und Einsteigern oder Käufern die Furcht vor angeblich schlechten Optiken.
    Die Freude und den Beobachtungserfolg, auch mit einem vielleicht nach mathematischen und rechnerischen Gesetzen "grottenschlechten" Teleskop, kann einem keiner nehmen. Die Rückmeldungen derer (darunter einige sehr erfahrene Beobachter), die schon mit meinem Gerät beobachtet haben, waren wirklich alle äußerst positiv!!



    Wir müssen uns jetzt noch etwas gedulden, bis wir die Unterschiede der Optiken unterm Himmel feststellen (vielleicht gibt es auch keine!?).
    Wir brauchen sehr gutes Seeing und den Blick auf verschiedene Objekte.


    Es kommt zum Test noch ein drittes ACF 10" dazu, dann werden wir vielleicht schlauer sein.


    Gruß Uwe

  • Ich krieg hier ja so manche Reklamation mit, die oft scuriler kaum sein kann:

    Da hatte einer ein C11, das ich vor einigen Jahren getestet hatte, und das ich nie verkauft hätte. Nun dieser Sternfreund hatte zeitweise keine Lust, und verkaufte sein wertvolles C11.

    Als die Lust zurückkam, kaufte er erneut ein C11, und diesmal hatte ihn sein Glück verlassen. Nun war das C11 nur noch mittelmäßig und der Verkäufer, wer immer das war, muß ihm offenbar etwas Falsches erzählt haben. Das "neue" C11 war also nun schlechter als sein "altes" und das wurmte ihn nun gewaltig. Und nun frug er mich, was man da macht.

    Meine erste Frage war, was habt ihr denn nachweisbar beim Kauf vereinbart? Da gab es außer mündlichen Gesprächen 01. keine Dokumente. Diese Sternfreund hat eine 02. Rechtschutzversicherung und ging nun zum Anwalt und läßt diese leidgeprüfte Spezies auch was verdienen. Der Verkäufer geht auch zum Anwalt. Die Sache wird nun fürchterlich aufgeblasen, vielleicht noch ein Gutachter eingeschaltet, und am Ende wird man einen Vergleich finden müssen, weil es eigentlich keine Standards gibt, an denen man Einzelgeräte exakt vergleichen kann: Es erblüht also das "ich-habe-auf-jeden-Fall-Recht" in den allerschönsten Farben.

    Der Stehlwert ist abhängig von der Meßwellenlänge: Gut für die Fotografie, schlechter für visuelle Beobachtung. Das System ist glatt, gut für den Kontrast, egal für die Fotografie, die Computer-Nachbearbeitung korrigiert viel. Das System ist schlecht kollimiert, das wäre Sache des Eigentümers.
    Wie verschieden die SC's sein können, zeigt diese Übersicht: SC's sind handliche Systeme, die visuell nur durchschnittliche Ansprüche erfüllen und eher für die Fotografie gedacht sind. Mein ausgesuchtes C11 ist bis 140-facher Vergrößerung sehr gut, bei 280-fach nur noch mittelmäßig. Aber je nach Objekt reicht oft schon ein Feldstecher von Martin Birkmeier.
    @ Vergleich von SC-Systemen über Foucault- und Lyot-Test

    Im Zweifel entscheide ich mich eher für die Glätte und nicht unbedingt für den höchsten Strehl. Das Gesamtbild ist entscheidend ! ! !
    http://www.astro-foren.de/showpost.php?p=49629&postcount=1
    http://www.astro-foren.de/showpost.php?p=37390&postcount=4