Wir basteln eine Sonne

  • Hallo allerseits,


    mit dem Basteln ist das sicherlich so eine Sache von der man lieber die Finger lässt. Es soll hier auch um die Bearbeitung einer Sonnenaufnahme gehen. Das ist dann nicht ganz so gefährlich.


    Das hier verwendete Beispiel wurde mit einem C8Newton und einer EOS 400D (100 asa, 1/500 Sekunde) aufgenommen. Wichtig ist, die Aufnahme im RAW-Modus aufzunehmen. Ansonsten entstehen unschöne Grautreppen bei der Bearbeitung.
    Die Belichtungszeit ist optimal, wenn im Histogramm die hellsten Stellen bei ungefähr 90% betragen.


    So in etwa sieht dann eine unbearbeitete Aufnahme aus:



    Im nächsten Schritt verschwindet erst mal die Farbe. Stimmen tut die sowie so nicht. Das ist immer eine Interpretation der Kamera.



    Als Einstellung habe ich die „Auto“ verwendet.


    Jetzt wird das Bild zum ersten Mal im Tonwert angepasst.



    Die nächsten Arbeitschritte dienen dazu, den Helligkeitsgradienten zwischen Zentrum und Rand zu verringern. Dabei soll aber der Kontrast im Detail nicht verringert werden.
    Dazu wird die Ebene dupliziert. Danach die obere Ebene weggeschaltet und in der unteren die Flecke weggestempelt.



    Mit der Pipette in den dunklen Bereich und diesen anschließend auswählen.



    Auswahl umdrehen, solange verkleinern, dass sie dicht innerhalb der Sonne zu liegen kommt. Danach weiche Kannte (hier 5 Pixel) setzen.



    Danach den Bereich der Auswahl mit „Helligkeit interpolieren“ so glätten, dass keine Strukturen mehr zu sehen sind.



    Die Auswahl aufheben und die untere Ebene „umkehren“.



    Obere Ebene wieder zuschallten und als aktive Ebene einstellen. Danach Deckkraft au 65 % einstellen. Der Wert wird nicht für jedes Bild stimmen. Da muss man etwas probieren.
    Ebenen auf Hintergrundebene verbinden.



    Jetzt mit der Tonwertkorrektur das Bild so einstellen, dass die Oberflächenstrukturen sowie Umbra und Penumbra gut zu sehen sind.



    Die letzten Schritte sind mehr „kosmetischer Natur“. Mit ihnen soll das Umfeld der sonne abgedunkelt werden. Dazu mit der Pipette neben der Sonne einen wert aufnehmen und auswählen.



    Die Auswahl muss jetzt etwas außerhalb der Sonne liegen. Auswahlbereiche in der Sonne (Flecken) im Maskierungsmodus beseitigen.



    Weiche Kante setzen (5 Pixel) und mit Tonwertkorrektur die Fläche abdunkeln. Auswahl aufheben.



    Bei Bedarf das Bild zum Abschluss etwas schärfen:



    Damit wäre die Bearbeitung abgeschlossen. Ich habe jetzt bei einigen Schritten die Handhabung in PS als bekannt vorausgesetzt. Wenn was unklar ist, fragen.

  • Danke für die Anleitung! Ist Dir bekannt, wie ich Pentax K7 Bilder (PEF) im Photoshop CS3 öffnen kann?


    Edit: Hat sich erledigt ... Google weiß alles - Adobe hat einen kostenlosen Konverter von PEF auf DNG


    Nochmal Edit ... nach dem Helligkeit interpolieren kommt evl. noch ein Weichzeichnen ganz gut ... ohne hat's mir so olle Ringe ins Bild gebastelt:


    1. aus jpg-Datei extrahierter Magenta-Kanal:


    2. nach Deiner Anleitung:


    3. dito, mit Weichzeichner:


    LG
    Eike

  • Hallo Eike,


    Quote

    nach dem Helligkeit interpolieren kommt evl. noch ein Weichzeichnen ganz gut ... ohne hat's mir so olle Ringe ins Bild gebastelt:


    Das Problem kenne ich. Das tritt immer dann auf, wenn man für ein bestimmtes Bild einen zu hohen Wert beim Interpolieren nimmt. Geht aber manchmal nicht anders. Dann bietet sich ein Weichzeichner an. Man muss nur aufpassen, dass man dabei nicht den Rand der Sonne mit "verschmiert". Sonst sieht der Rand nach der Bearbeitung etwas seltsam aus.


    Die von mir verwendeten Werte sind auch nur als Vorschlag zu sehen. Jedes Bild ist anders und damit auch die konkreten Werte. Wenn man das paar mal gemacht hat, bekommt man das ziemlich schnell hin.