Saturn - was habe ich falsch gemacht?

  • Hallo, gestern habe ich das erste Mal mit meiner ALCCD5T experimentiert.
    Trotz Hochnebel und schlechtem Seeing wollte ich gerne versuchen, Saturn einzufangen.
    Das Ergebnis ist allerdings enttäuschend... Das Stacking mit Giotto hat nur einen unscharfen Blob ausgespuckt.. auch nach Auswahl der besten Bilder.


    Ich frage micht nun - was habe ich falsch gemacht? Lag es nur am Seeing? Stimmt was nicht mit meinem Teleskop (habe ich am Ende etwa eine Gurke)?


    Habt Ihr einen Tipp für mich?
    Danke im Voraus!



    Hier mal ein Einzelbild (1600ms, Gain 50%, 2xBarlow-Linse):


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    Teleskope: Celestron C8 (203/2032mm), TS Triplet APO (115/800mm), TS ED APO (90/500mm). Montierungen: Celestron CGEM, Celestron AS-GT.
    Kameras: Canon EOS 1000Da, ALCCD5T. Nachführung: Lacerta MGEN2.

  • Hallo,


    1,2 Sekunden Belichtungszeit und schlechtes Seeing passen nicht so richtig zusammen. Du wirst also kaum ein scharfes Einzelbild haben. Dann klappt das auch mit der Summe nicht so richtig.

  • Hallo Hans-Ulrich,
    ja, im Nachhinein ist mir das auch irgendwie klar geworden.


    Wenn ich kürzere Belichtungszeiten wähle, ist das Bild m.E. aber unterbelichtet. Zumindest auf dem Bildschirm erkenne ich den Planeten dann nur noch schemenhaft...
    oder ist das trotzdem in Ordnung?


    Kannst Du mir evtl. ein gescheites Programm für die Planetenfotografie empfehlen? Das QVideo scheint mir recht fehleranfällig zu sein...


    Herzliche Grüße, Mario

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    Teleskope: Celestron C8 (203/2032mm), TS Triplet APO (115/800mm), TS ED APO (90/500mm). Montierungen: Celestron CGEM, Celestron AS-GT.
    Kameras: Canon EOS 1000Da, ALCCD5T. Nachführung: Lacerta MGEN2.

  • Hallo Mario,


    erst mal noch eine andere Frage, was hattest du denn für eine Optik verwendet?

  • Hi Mario,


    fuer den Anfang ist es doch nicht schlecht. Die Guete von
    Planetenaufnahmen ist halt von sehr vielen Faktoren abhaengig.
    Das Seeing hat dabei den groessten Einfluss. Am besten man schaut
    erst mal visuell obs ruhige Momente gibt, also ob man Planetendetails
    fuer Bruchteile von Sekunden erkennen kann. Wenn das klappt
    dann muss der Himmel so klar wie moeglich sein damit man kurz genug
    belichten kann um diese ruhigen Momente aufzunehmen.
    1 Sekunde Belichtungszeit ist aber generell zu lang.

    Gruesse,
    argus

  • Hallo, ich habe das Celestron C8 für die Aufnahmen verwendet. Mit der 2xBarlow komme ich damit immerhin auf 4m Brennweite.
    Gestern habe ich mich nochmal am Saturn versucht - mit ähnlich schlechten Ergebnissen. Auch bei Belichtungen von 25msec oder 50msec ohne Barlow kriege ich einfach keine scharfen Bilder hin...
    Ich werde es heute noch mal versuchen, angeblich soll es bestes Planetenseeing geben...


    LG, Mario


    Ich habe die Aufnahmen von Vorgestern nochmal gestacked und durch den Filter gejagt.
    Das ist das beste Ergebnis, was ich kriegen konnte:

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    Teleskope: Celestron C8 (203/2032mm), TS Triplet APO (115/800mm), TS ED APO (90/500mm). Montierungen: Celestron CGEM, Celestron AS-GT.
    Kameras: Canon EOS 1000Da, ALCCD5T. Nachführung: Lacerta MGEN2.

  • Also verstehe die Kritik nicht falsch,


    mein erstes Bild war deutlich schlechter. Wie die anderen würde ich dir empfehlen den (gain?) etwas anzuheben, dafür die Belichtungszeit dratsisch zu verkürzen. Bei "schlechtem" Seeing
    verwende ich 20 Bilder pro Sekunde.
    Außerdem solltest du versuchen bei vergleichbarem Wert etwa 300-500 Bilder zu stacken, aber Vorsicht:


    Mehr als 3 Minuten sollte eine Aufnahme nicht gehen. Gerade beim Mars und beim Jupiter verschwimmen sonst die Oberflächendetails zu sehr. Ich mache an guten Tagen 10 Aufnahmen, also 10 X 2000 Bilder mit ~ 20 FPS die alleine durch das Seeing sehr unterschiedlich ausfallen. Manche von denen sehen auch nach einem Jahr noch deutlich schlechtert aus...
    Das Handling mit deiner Astrocam wirst du selbst in Kombination mit dem C8 herausfinden müssen, dass verhält sich immer etwas anders und jeder hat so seine Tricks.


    Bleib auf jeden Fall am Ball, denn dein Debut sieht schon sehr vielversprechend aus.


    Gruesse Pierre

  • Hi Mario,


    deine Kamera/Oeffnung/Brennweiten-Konfiguration ist auf jeden Fall richtig.
    Die Belichtungszeit bei 1/10 s oder kleiner ist auch ok. Sollte eigentlich
    nur noch der Standort/Seeing mitspielen - also Saturn moeglichst zenitnah
    und Teleskop gut ausgekuehlt auf einer weiten Wiese.
    Dein 2 Saturn zeigt auf jeden Fall wesentlich mehr Details als im 1. Versuch.
    Exakt fokussieren ist auch wichtig. Gerade bei 8" ist das schwierig weil die
    Luftzellen auch in etwa die gleiche Groessenordnung haben. Um das Seeing zu
    beurteilen kannst du auch einen hellen Stern aufnehmen und die FWHM messen
    (die Aufnhame des Stenrs darf dabei nicht gesaettigt sein, also man soll
    einen Helligkeitsverlauf erkennen ohne dass der Kern des Beugungsscheibchen
    ueberbelichtet ist). Dann haettest du auch einen Referenzstern. Wenn du
    in den Rohstack des Planeten den Rohstack des Sterns hineinkopierst ergibt
    sich auch die Moeglichkeit mit der PSF des Sterns das Planetenbild optimal
    vorzuschaerfen.

    Gruesse,
    argus