Die REM 35/25 Montierung

  • eigentlich kein wirklich großer Selbstbau, da ja viel vorhandenes genutzt wurde..eher ein Umbau..



    Die REM Montierung


    (REM von : Rolli, Eike, Michael )


    (Zusammenfassung mehrerer postings, die ich auch schon im blauen Forum online gestellt habe)


    Hallo liebe Bastelfreunde !


    Nachdem ich vor einiger Zeit hier http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=106293
    schon einmal über meine Bemühungen berichtet hatte, eine alte TAL2M Montierung etwas zu modernisieren, war ich mit dem Ergebnis eine Zeit lang zufrieden. Doch das einzig Wahre war es nach meinem Empfinden auch nicht – zumal sich letztendlich doch herausstellte, dass die original TAL-Ra-Achse recht unpräzise gefertigt war. Ja es zeigte sich bei genauerer Betrachtung sogar, dass sie einen kleinen Schlag hatte.
    Auch gefiel mir der recht dünnwandige und leichte Polblock nicht. Ebenso wies die gesamte Montierung eine verbesserungswürdige Steifigkeit auf ( zumindest meiner Meinung nach ). So reifte der Vorsatz, noch einmal Hand anzulegen......
    Hilfreich waren mir hier insbesondere ein bekannter Werkzeugmacher und natürlich unser Eike...ein paar wenige Pfuschereien stammen natürlich auch von mir selber ! Als chronisch armer Schlucker ( = Unterhaltszahler), wollte ich alles natürlich auch noch möglichst billig haben und habe den Kollegen Rolli & Eike damit sicher einiges an Gutmütigkeit abverlangt - so dass mit einem Kasten Bier und ein paar wenigen Talerchen aus der stets zu Tränen rührenden Hobby-Brieftasche ( die ist aus Zwiebel-Leder !)alles gelöhnt werden konnte. Danke an die beiden nochmal für den selbstlosen Einsatz !


    Was wollte ich konkret ?


    - eine neue, präzisere Achse in RA :


    hier half mir entscheidend unser lieber Eike ! Er fertigte in seiner genialen Werkstatt eine Präzisionsachse mit 35 mm Durchmesser ( Vollachse ), verpasste ihr natürlich einen, für das TAL-Deklinationsgehäuse passenden, Gewindeflansch und lagerte das Ganze in präzis laufenden SKF-Lagern mit einer entsprechenden Möglichkeit zur Lagervorspannung ! Danke für diese köstliche Arbeit, Eike !


    - ein stabileres Pol-Gehäuse :


    Die Achse allein hätte mir nicht so viel genutzt, wenn ich sie in das alte, dünnwandige Pol-Gehäuse eingebaut hätte, mit den alten ruckeligen Russenlagern.....
    So fertigte mir Kumpel Rolli aus einem massiven Alu-Vierkant 80x80 mm ein massives Polachsengehäuse, presste vernünftigere SKF Lager ein- und machte mir :


    - einen neuen, massiven Polblock !


    Der mag zwar klein aussehen, ist aber um Welten steifer/stabiler, als der dünnwandige TAL2 Polblock ! Der Block besteht aus einem Teil, da wurde nix geklebt oder verschraubt. Er ist aus einem massiven Alublock in einem Stück gefräst . Die Gabelarme haben eine Dicke von 20 mm. Das Polgehäuse kann hier drin mit einer hochpräzis gefertigten M20er Schraubbuchse geklemmt werden ( mittels Spannhebel ). Hält bombenfest ! Wirklich und ist absolut verwindungssteif !


    - „moderneres“ Getriebe


    den TAL MT-3S Motor hatte ich mir ja schon früher besorgt. Da ich eine 10 mm starke Plexiglasplatte rumliegen hatte, entschloss ich mich zu einem Neubau des Motor-/Getriebegehäuses . Der „Vorteil“ , oder auch eine Spielerei, ist : das ich nun jederzeit freien Blick auf das Getriebe habe und Störungen sofort lokalisieren kann. Im übrigen ist das Gehäuse ja auch keine tragende Sache, sondern dient eigentlich nur als „Wetter“-Abdeckung ....
    Vieles gäbe es noch zu sagen..z.B. zu meinen Flüchen, die ich ausgestoßen habe, als ich mit meinem unzureichenden Werkzeug z.B. das Plexiglas geschnitten habe ( Pendelhubstichsäge – ich sag nur „Meisterkraft“ ! ). So verdecken die am Gehäuse sichtbaren Zierblenden auch nur „gnädig“ etliche Spaltmaß-Abweichungen schlimmsten Grades LOL...und einiges mehr..


    Ich lass mal Bilder sprechen.....


    Sicher gibt es edleres, schöneres, besseres – kommt halt auf den eigen Anspruch und die finanziellen Möglichkeiten an ! Wie man sehen kann, hatte ich zwischenzeitlich auch die Montierung auf Weiss umlackiert, weil's mir besser gefällt...


    Für mich als „nur“ Mondbeobachter ergab sich aber :


    Eine mehr als genügend steife Montierung für meinen klassischen KOSMOS LW 90 Refraktor ( 90/1300 mm ), mit einer für Mondbeobachtung völlig ausreichenden Steuerung.
    Und nach erstem Probelauf : die Monti läuft super geschmeidig und rund !


    Nochmal kurz die Eckdaten :

    Ausgangspunkt war eine alte TAL-2M Montierung mit dem alten klapprigen TAL2 Motor ( nur einfache Sterngeschwindigkeit )


    Polachse :
    -alt 30/25 mm in ruckeligen Russenlagern / neu : 35 mm Achse in SKF Lagern mit

    wählbarer Vorspannung
    - neues massives Alu-Gehäuse in Ra ( 80 x 80 mm ), mit 2 guten Lagern von SKF !
    - Einbau eines TAL-MT-3S Motors mit Tal Drive Corrector für Geschwindigkeiten : lunar, solar , stellar !
    - neuer massiver Polblock aus Alu mit 25 mm dicken Flanken ! Keine Schrauben, nix geklebt ! Alles massiv aus 1 Teil gefräst !

    - Gewicht des Achsenkreuzes ohne GGW : 16 kg
    - Tragkraft geschätzt : sicher 15 kg ( eher vorsichtig )
    -kleine optische Spielereien von mir sind natürlich das „Logo“ mit dem Weltkugel tragenden Atlas auf einer Titanzinkplatte und die kleinen Messingblöckchen am Polblock mit dem „REM 35/25“ Schriftzug. Absolut nutzloser Kram , aber ich fands irgendwie niedlich.


    Vielleicht hat mein kleiner Bericht dem einen oder anderen Spaß gemacht...würd mich freuen.
    Und : bitte nicht zuviel lästern – lasst mich leben ! smile


    Ja..nach der ganzen Bastelei/Restauriererei will ich sehen, dass ich nun auch endlich mal wieder zur praktischen Beobachtung komme. Mir fehlt eigentlich nur noch ein kleiner Sucher ( wer was rumliegen hat, kann sich gern bei mir melden) und dann möchte ich mir selber noch einen Halter für Sonnenfolie basteln. Der Kleine auf der Monti soll ja hauptsächlich als Mond-Röhrchen und demnächst auch für meine ersten Schritte in der Sonnenbeobachtung eingesetzt werden.


    Euer Oldie, Michael