C8 von Teleskop Spezialisten

  • C8 von Teleskop Spezialisten

    Ein überdurchschnittlich gutes Celestron C8 hat der Charly abgeliefert. Wer es nicht glauben will, mag diese Übersicht genauer studieren.
    Für visuelle Beobachtung ein handlicher Acht-Zöller mit dem man noch auf Reisen gehen kann, für die Fotografie wäre eventuell ein Brenn-
    weiten-Reducer mit Feldkorrektur einzusetzen.

    Für die visuelle Beobachtung, die vorwiegend auf der opt. Achse stattfindet, ist der Strehlwert durchaus aussage-kräftig. Die Qualität dieses Teleskop
    erschließt sich jedoch ebenso über qualitative Tests. Da sämtliche SC-Systeme sowohl einen Farblängsfehler und einen Gaußfehler haben (vergleichbar
    mit einem APO), hat auch dieses Teleskop im Bereich von 546.1 bis 587.6 nm wave (e-Linie bis d-Linie) sein Optimum. Demzufolge ist Blau überkorrigiert
    und Rot leicht unterkorrigiert, und diese Tatsache "zieht" den Strehlwert leicht nach unten. Man kann dieses C8 also durchaus mit der Farbsituation eines
    guten Apochromaten vergleichen, was bereits über den Foucault-Test erkennbar ist. Die sichel-förmige Farbverteilung blau außen links und innen rechts,
    sowie Gelb außen rechts und innen links repräsentieren den Gaußfehler, wie bei einem APO üblich. Eine stärkere Farbzerlegung wie bei einem Achromaten
    steht für einen großen Farblängsfehler.



    Ein Blick auf das Artificial Sky Testbild bei 1000-facher Vergrößerung läßt die hohe Qualität bereits erkennen. Siehe auch hier:
    a) der etwas deutlicher erkennbare 1. Beugungsring steht für ein obstruiertes System Dieser wiederum zeigt die Restfehler eines Systems
    b) Dieser Beugungsring ist nahezu rotations-symmetrisch, also stimmt die Zentrierung des Systems.
    c) Da der Beugungsring auch nicht kreuzweise geteilt ist, kann ein Rest-Astigmatismus kaum wahrnehmbar sein.
    d) Die sphärische Aberration überlagert den Effekt der Obstruktion, also müßte sowohl bei Rot wie bei Blau der 1. Beugungsring etwas stärker ausgeprägt sein,
    ist aber kaum wahrnehmbar. http://www.astro-foren.de/showpost.php?p=34661&postcount=2 Hier wird auch gezeigt, wie sich Astigmatismus auswirkt.



    Die Energie-Verteilungs-Funktion (PSF) zeigt den stärker "aufgeblasenen" 1. Beugungsring.



    Hier ein Summen-Bild aller Restfehler in der 3D-Wellenfront-Darstellung. Dazu kann man sich die Restfehler betrachten, differenziert nach
    Astigmatismus, Koma und Sphärische Aberration und wird über die PV-Angaben feststellen, daß die Sphärische Aberration der größte
    Restfehler wäre, bzw. den Strehl am meisten drückt - anteilig auf 0.976, was überhaupt kein Beinbruch ist, hier aber als Kotau vor der
    Haarspalterei aufgefaßt werden darf, die von einigen Herrn in der Szene regelmäßig zu Tode geritten wird.


    Aus Vergleichsgründen die Testbilder von Foucault, Ronchi und Lyot-Test,



    Das Interferogramm bei 532 nm erstellt,



    Ein Strehlwert mit einem hohen Ergebnis, weil das Optimum nahe bei Grün liegt,



    und schließlich eine Übersicht, was die anderen Spektral-Bereiche strehl-mäßig so "drauf" haben. Wäre da nicht die Obstruktion, ließe sich ein solches C8 sehr gut mit einem
    APO vergleichen, was sowohl den Farblängsfehler betrifft, aber auch den Gaußfehler. Darauf wird man bereits beim Foucault-Bild aufmerksam gemacht: zum Vergleich:
    http://rohr.aiax.de/foucault-bilder.jpg : Je stärker die Spektral-Farben auf links und rechts verteilt sind, umso ausgeprägter der Farblängefehler, je mehr eine sichel-förmige
    Verteilung erkennbar ist, umso stärker rückt auch der Gaußfehler ins Blickfeld.
    Siehe auch: Refractor Optical Performance Results RonchiGramme Foucault-Bilder
    Mit dieser Übersicht wird deutlich, daß dieses C8 perfekt auf den rot-gelben Bereich optimiert wurde. Frühere SC-Systeme waren meist auf den H-alpha Bereich optimiert
    und deswegen im kürzeren Spektrum überkorrigiert bei einem Unterschied von bis zu 20% Strehlpunkte. Also macht es einen großen Unterschied, in welcher Wellenlänge
    das Interferogramm entsteht. Und wenn man dann "versehentlich" über 532 nm einen Strehlwert von nur 0.60 herausbekommt, bei 632 nm wave wären es mindestens
    Strehl = 0.80, dann entstehen irrationale Erregungs-Muster bei manchen Sternfreunden.



    Auch wieder nur aus Vergleichsgründen die RC-Indexzahl, wenn man mit einem APO vergleichen will. Bei einem TOA 150/1100 werden aber die Sternpünktchen trotzdem
    "nadelfeiner" erscheinen, weil der Effekt der Obstruktion fehlt, der den Scheibchen-Durchmesser etwas "aufbläst". Mit diesem C8 wird man aber trotzdem bei ausgekühltem
    Teleskop und perfektem Seeing einen Doppelstern bis 0.7 arcsec trennen können.


  • Die Energie-Verteilungs-Funktion (PSF) zeigt den stärker "aufgeblasenen" 1. Beugungsring.




    Hallo Wolfgang,


    das der 1. Beugungsring stark aufgeblasen ist, kann man auch im Bild gut erkennen.


    Meine Frage : Das Gerät hat nun .965 Strehl. Das müsste doch bedeuten das 96,5 % in der Airdisk vereint wird. Aus dem Bild wird es allerdings nicht ersichtlich. Da erscheint der "Strehl" weitaus geringer....? Wie sind da die Zusammenhänge ?



    Hier mal eine Darstellung von einem Apo .981 Strehl. Strehlwert also ähnlich hoch.:



    Viele Grüße,
    Volker

  • Lieber Volker,

    Strehlwert und Obstruktion - Modulationsübertragungsfunktion,

    dieser Frage bin ich in dem oberen Beitrag selbst nachgegangen,
    a) durch eine Simulation
    b) durch Obstruktions-Versuche am Kugelspiegel

    ad a) der Energie-Shift in die Beugungsringe geht in den Strehlwert nicht ein. Egal wie groß die Obstruktion ist, wird man bei den obstruierten IGrammen immer einen hohen Strehlwert haben. Man kann also den Beugungs-Effekt nicht mit dem Strehlwert in Verbindung bringen, der genaugenommen nur die Wellenfront-Deformation beschreibt, nicht aber die Beugung und die daraus resultierende Point-Spread-Function: Warum?

    Der Strehlwert ist ein anderer math. Ausdruck des RMS-Wertes, wofür es eine Umrechnungsformel gibt: RMS-Wert in Strehl-Wert umrechnen
    Und weil der RMS-Wert ein über die Fläche gemittelter PV-Wert ist, kann in dieser Rechnung kein Beugungseffekt auftauchen. Es wird nur die Topografie der Wellenfront entweder als RMS-Wert oder als Strehl-Wert dargestellt, nicht hingegen der Effekt der Beugung, der mit der Wellenfront-Fläche selbst nichts zu
    tun hat.

    ad b) bei obstruierten Systemen taucht aber in der 3D-Darstellung (PSF) der Energie-Verteilung der Beugungs-Effekt wieder auf, wie man an Deinem und meinem Beispiel sieht.

    Der Versuch, den Beugungs-Effekt vom Strehl abziehen zu wollen, wie ich das immer wieder beobachte, halte ich deswegen für falsch. Hier wird die Aussage
    zur Wellenfront-Fläche (=Strehl) gleichgesetzt mit der Aussage zur Energieverteilung (=PSF).
    Zwei Effekte transportieren Lichtenergie in die Beugungsringe: a) die Obstruktion b) die Über- oder Unterkorrektur.
    Während sich nun die Über-/Unterkorrektur auf das Strehlergebnis auswirkt, bleibt die Auswirkung der Obstruktion unberücksichtigt,
    obwohl beide Licht-Energie in die Beugungsringe verschieben.

    Ich habe noch keinen Forenbeitrag gefunden, der diesen Sachverhalt gründlich, erschöpfend und vor allem richtig beschrieben hätte.

    http://www.otterstedt.de/wiki/index.php/Strehl_Ratio
    http://en.wikipedia.org/wiki/Strehl_ratio

  • Hallo Wolfgang


    mhhh, was nun gar nicht passt ist folgendes:
    Dein Prüfergebniss , Interferogramm sowie das Infokusbild zeigen ja ein sehr gutes System


    Dein defokusierter Sterntest dagegen zeigt :
    - deutliche Zonenfehler
    - Sphärische Abberation im Berei um die Lambda/2 , voll krasser unterschied zwichen intra und extrafokal.
    - dejustierter Hauptspiegel, sehr einfach an der Unsymmetrie des defokusierten Bildes zu sehen.


    Ein Teleskop mit solch einem defokusierten Sterntest hat extremes Streuchlicht und keine echte Schärfe


    ist das defokusierte Sternbild von einem anderen 8" SC ????, denn dies zeigt eine super Gurke, das passt wirklich überhaupt nicht zusammen.


    bitte mal prüfen
    grüße
    Markus

  • aus aktuellem Anlaß!



    Ein optisches System N U R aus dem Blickwinkel eines Sterntestes beurteilen zu wollen, wie es Markus Ludes macht, funktioniert auf keinem Fall
    bei katadioptrischen Systemen. Mag sein, daß er bei Refraktoren eine gewisse Erfahrung hat, aber schon nicht mehr bei SC-, RC- oder Maksutov
    Systemen.
    Wenn man einen Sterntest richtig beurteilen will, sollte man vorher exakt die Testbedingungen kennen, und man sollte vor allem alle Testbilder
    in seine Beurteilung einbeziehen, und nicht einen einzelnen Test herausnehmen.
    - er ignoriert also das Artificial Sky Bild - das er mit dieser Übersicht vergleichen sollte: http://rohr.aiax.de/@A_Sky_01.jpg
    - Zonenfehler würde man bei diesen Bildern finden, wenn es sie geben würde: http://rohr.aiax.de/C8_PM-05.jpg
    - die sphärische Aberration sieht man am ehesten beim Interferogramm und Ronchi-Bild: http://rohr.aiax.de/C8_PM-06.png Es ist weniger als PV L/8
    - der Hauptspiegel ist nicht dejustiert, das würde man am Rest-Astigmatismus beim Artificial-Sky-Test klar erkennen, mir zeigt das nur fehlende Sachkenntnis.
    - es ist der erneute Versuch, Astro-foren.de auf A.de-Niveau herunter-zu-schreiben: Man muß nur Behauptungen aufstellen ohne irgendeinen Beweis.
    :dots:Mir tät's auch stinken, wenn die Kunden bei der Konkurrenz kaufen . . .

    Hallo Markus,

    Auf der Basis dieses Interferogrammes bei 532 nm wave ergibt sich folgende Situation:



    Die Wellenfront-Fläche ist prinzipiell unterkorrigiert, also "springt" beim Foucault-Test die Mitte auf Dich zu.



    Daraus ergibt sich beim Sterntest extrafokal der ausgefranste Rand und intrafokal der Licht-Ring. Nun ist diese Situation aber nicht homogen.



    Und das zeigt die differenzierte Wellenfront-Darstellung, wobei die sphärische Aberration der größte Restfehler ist: Zum Rand hin, zieht sich der Rand wieder hoch. Und das
    paßt aber zu einem überkorrigierten System. Der Flächenanteil des Randes ist aber kleiner, als die unterkorrigierte Mitte. Du hast es also mit einer Mischung aus beiden
    Effekten zu tun, und deshalb wird der Sterntest leider nicht mehr eindeutig. Bei Paralbol-Spiegel mit deutlich abfallender Kante hast Du einen ähnlichen Effekt:
    Die abfallende Kante steht für Unterkorrektur und überlagert die übrige Spiegelfläche. Auch da ist der Sterntest nicht mehr eindeutig. Bei Linsensystemen hast Du häufig
    Spherical höherer Ordnung.

  • Wolfgang


    ich kenne solche Sterntests zu genüge um zu wissen, was hier geschieht. Bei jedem Teleskop mit solch einem Sterntest hast du heftigste sphärische Aberration, ein Infocuse Bild mit extremen Beugingsringen und einem deutlich verkleinerten Beugungsring und extremen Streulicht, dieses defokusierte Bild steht für maximal 1/2 wellenfront. Zudem zeigt das defokusierte Bild einen eindeutig verkippten Hauptspiegel, selbst wenn der Fangspiegel auf diesen dejustierten Hautspiegel justiert währe, müsste hier eindeutig durch die verkippten Optiken ein Asti zu sehen sein . Sorry aber das Teleskop das zu diesem defokusierten Sterntest gehört hat nie und nimmer mehr als 80% Strehl und nie und nimmer mehr als 1/2 Wellenfront p.t.v., ganz egal was deine Auswertung ergibt, irgentwas stimmt hier ganz gravierend nicht. Wie du weisst diskutiere ich nicht wegen Peanuts, aber das Ergebniss geht hier voll krass an der Wirklichkeit vorbei.
    Das gezeigte Fokusbild gehört nie und niemmer zu dem gezeigten defokusierten Sterntest, das kannst du mich nicht glauben machen.

  • Zudem zeigt das defokusierte Bild einen eindeutig verkippten Hauptspiegel,


    Hallo Markus,
    das System ist nicht richtig kollimiert. Das lässt sich an den defokussierten Beugungsbildern gut erkennen.


    Woran erkennst Du aber, das der HS verkippt ist?


    Gruß,
    Volker

  • aaaaaaaaaaaaaaalso, Ihr Freunde !!!!!!!!!!

    ich habe aus gutem Grund einen künstlichen Stern exakt auf der opt. Achse:
    mit dem zentriere ich ein System.

    einen weiteren künstlichen Stern verwende ich für den normalen Sterntest. Bei diesem kü_St bin ich aber nicht exakt auf der opt. Achse.

    Iss jetzt klar?

    Würde der HS nämlich verkippt sein, würde das System mit Astigm. reagieren. Und dieser Fehler iss nun wirklich nicht groß: Gerade mal PV L/12.

    Die Meßtechnik hat eine Reihe von Feinheiten. Über einen Kamm scheren iss nich!

    Im übrigen liebe ich solche theoretischen Diskussionen - die Praxis ist für gewöhnlich komplizierter!

    Lieber Markus,

    du verabsolutierst recht häufig Deinen Sterntest. Da kann man sich fürchterlich ver-rennen. Deshalb habe ich schon lange die Philosophie der sich
    gegenseitig kontrollierenden Tests. Das hier gibt nur unnütze Rechthaberei-Diskussionen. Brauchst Du das?


  • Ne, eher unklar.


    Erst zentrieren auf der Achse und dann Sterntest außerhalb der Achse ?


    Welchen Informationsgehalt bietet dann der Sterntest außerhalb der Achse ?


    Gruß,
    Volker

  • Hallo Volker,

    den Sterntest darf man nicht "todreiten". Statt dessen muß man fragen,
    a) wo sind seine Stärken und wo seine Schwächen, und
    b) man muß nach dem jeweiligen opt. System fragen.
    Refraktoren benehmen sich grundsätzlich anders als obstruierte Systeme.

    Nochmal: Ein einzelner Test - mag er noch so verbreitet sein - kann nie ein
    optisches System richtig beschreiben, auch wenn man darüber regelrechte Glaubenskriege führt.

    Auch diese Diskussion ist bereits dafür ein Beispiel, und das reduziert meine Lust, viel dazu zu schreiben.

    Sterntests im Überblick

    Apochromat

    http://rohr.aiax.de/@Astr-Schn06.jpg
    http://rohr.aiax.de/@Reiser03.jpg
    http://rohr.aiax.de/Fa-Astrey130-03.jpg
    http://rohr.aiax.de/ICS-Tak02.jpg
    http://rohr.aiax.de/mundl07.jpg

    Halb-Apochromat

    http://rohr.aiax.de/@TAL100-02.jpg
    http://rohr.aiax.de/@ZenitStar18A.jpg
    http://rohr.aiax.de/@scopos03.jpg
    http://rohr.aiax.de/Puch_SkyW02.jpg
    http://rohr.aiax.de/salzgeber2.jpg
    http://rohr.aiax.de/@scopos-sec10.jpg

    Achromat

    http://rohr.aiax.de/@FH152-1200.jpg
    http://rohr.aiax.de/ARiesApoKorr01.jpg
    http://rohr.aiax.de/FH_josef03.jpg

    Spiegelsysteme

    http://rohr.aiax.de/PF_GSO10RC_01.jpg
    http://rohr.aiax.de/Ist-Zustand3.png
    http://rohr.aiax.de/@Sterntest.jpg
    http://rohr.aiax.de/@SterntestA.jpg
    http://rohr.aiax.de/@C8Kling02.jpg
    http://rohr.aiax.de/hofner03.jpg
    http://rohr.aiax.de/norman00.JPG
    http://rohr.aiax.de/oorion03.jpg
    http://rohr.aiax.de/orionzwill01.jpg
    http://rohr.aiax.de/uwe03.jpg
    http://rohr.aiax.de/AtmosFringe02.jpg

  • Statt dessen muß man fragen,
    a) wo sind seine Stärken und wo seine Schwächen, und
    b) man muß nach dem jeweiligen opt. System fragen.
    Refraktoren benehmen sich grundsätzlich anders als obstruierte Systeme.


    Wo sind denn die Schwächen und Stärken?
    Bzw. was kann man aus dem Sterntest bei diesem C8 ablesen und was nicht?


    Für mich wirft der Thread mehr Fragen auf, als er brauchbare Antworten liefert.

    Das ganze Universum ist eine Verschwörung - zu unseren Gunsten!

  • Quote

    Für mich wirft der Thread mehr Fragen auf, als er brauchbare Antworten liefert.



    Im Thread wird ein C8 vorgestellt. Eine Stern-Test-Diskussion ist es also nicht!
    Bevor uns also das Thema aus dem Ruder läuft, mache ich es dicht!