Neues Okular oder Barlow?

  • Hallo zusammen,


    wie schon erwähnt habe ich ja jetzt ein 10" Dobson mit einem 30mm Erfle und einem 9mm Plössl. Bis jetzt habe ich wegen schlechtem Wetter nicht allzu viel sehen können. Einmal den Jupiter und mehrmals einfach nur den Sternenhimmel "abgefahren". Das 30mm Erfle vergrößert zwar nicht viel, aber Sterne und Jupiter werden ganz fein abgebildet. Beim 9mm Plössl hat man schon ein dunkleres Bild, welches sich auch nicht mehr so astrein scharf stellen läßt. Und das bei gerademal 138-facher Vergrößerung.
    Jetzt möchte ich die Objekte noch näher ranholen und meine Sorge ist, daß alles noch unschärfer und dunkler wird.


    Die Frage ist, welche Anschaffung würde jetzt als nächstes Sinn machen? Ein 5- oder gar 3,5mm Okular oder eine Barlowlinse 2- oder sogar 3-fach?
    Ist der Unterschied zwischen billigen und teuren Okularen von der Sicht her wirklich so enorm?



    Desweiteren beschäftigt mich noch eine Frage:
    Ich habe mir jetzt viele Fotos und Bilder verschiedener Galaxien von Euch angesehen.
    Sieht man die Objekte erst auf dem Foto (bedingt durch die lange Belichtungszeit?) so gut oder sieht man es genauso gut (oder besser) direkt durch das Okular?


    Ja, ich weiß:blush:
    Aber die Frage beschäftigt mich halt.


    Gruß
    Norman

  • Hallo Norman,

    Du hast doch alles, was Du brauchst!
    - ein 30 mm Übersichts-Okular ist prima für flächige Objekte, Nebel, Galaxien, Sternhaufen etc.
    - 9 mm Okular gut für Planeten, Doppelsterne, Mond etc.

    Damit sollte man regelrecht den Himmel "abgrasen" können, also brauchst Du Sternkarten, Bücher, damit Du Dich in irgendeinen Bereich einarbeiten kannst.

    Teleskop-Treffen sind deswegen so wichtig, damit man Leute trifft, die sich schon irgendwie spezialisiert haben, die man dann fragen kann, und denen man über die Schulter gucken kann. Das kostet nämlich erst einmal nix!

  • Hallo Norman,


    Sehr gute Fragen, allesamt!


    Welche Anschaffung macht als nächstens Sinn?
    Den Karkoschka und eine Rotlichtlampe besitzt Du?


    Ansonsten wird noch höhere Vergrößerung oft eher frustrierend, schwer nachzuführen, dunkler und abhängig von passendem Wetter. Ich habe ein teures, sehr kurzes Okular, welches ich als die schlechteste Anschaffung meiner Okularpalette sehe, weil es zu fast nichts zu gebrauchen ist :) Lieber ein hochwertiges Zoomokular - das ist bei mir fast immer auf dem Dobson.


    Ja, teure Okulare haben ihre Vorteile. Aber das muß man live sehen :) Astrotreffen sind ein Muß. Ernsthaft.


    Was Galaxien und ähnliche Objekte angeht, geben die visuell deutlich weniger her als fotografisch. Ich hatte mal die Ehre, durch einen 30"-Dobson M51 beobachten zu können. Unglaublich viel besser als mit meinem 8". Aber: Eine gute Aufnahme mit einem 80mm-Refraktor zeigt genausoviel. Da ist das Auge einfach überfordert...

  • Hallo Norman,


    Quote

    Beim 9mm Plössl hat man schon ein dunkleres Bild, welches sich auch nicht mehr so astrein scharf stellen läßt.


    Da drängt sich die Frage auf:


    Hast Du dein Newton ordentlich justiert? Bei 9mm und 140fach sollte man eigentlich noch problemlos scharfstellen können, es sei denn das Seeing war wirklich grottenschlecht.
    Daß es an der Qualität des Plössels lag kann ich mir nicht vorstellen.


    Gruß


    Elmar

  • Einfache Okulare liefern tadellose Bilder - bei Geräten mit gutmütigen Öffnungsverhältnis. Möglicherweise sieht man im 9er schon die Kugelgestaltsfehler, die daher kommen, dass das Okular nicht für solch steil einlaufenden Strahlen berechnet ist. Abhilfe bieten anders korrigierte Okulare, die dann auch ein größeres Gesichtsfeld haben. Dann kann immens teuer sein- ein Okular teurer als die bisherige gesamte Ausrüstung.
    Eine Alternative sind Barlowlinsen. Sie verschlanken das Strahlenbündel und auch einfache Okulare erzeugen wieder gute Bilder, zumindest in Achsnähe. Aber Barlowlinsen führen zusätzliche Reflexe (unvermeidbar) und zusätzliche Fehler (das kann man abdämpfen) ein.


    Ich kann nur meine eigenen Erfahrungen weitergeben. Bezahlbare Barlowlinsen führen Farbfehler ein, wenn sie stärker vergrößern. Mit den teuren Barlows, Apos vielleicht, habe ich keine Erfahrung. Da bin ich zu geizig, ein Okular darf nicht so teuer sein. Solche stücke sind mir nachts mehr als einmal in den Dreck gefallen. Bisher ohne Folgen. Für ein 50-Euro-Teil geht aber auch ein Totalverlust zu verschmerzen. Hängt da eine Null dran, beginnt man vielleicht zu weinen.


    Ich habe die einfachen Barlows benutzt, die 2x sind und wie ein Filter eingeschraubt werden können: Dann nur 1,5fach. In dieser Funktion arbeiten sie gut. Ich sehe keine chromatischen Fehler, die Okulare bekommen stat f/4,5 jetzt knapp f/7, das ist ein gewaltiger Unterschied. Leider lassen sich untendran keine Farbfilter mehr schrauben, die müssen dann als 2-Zoll-version in das Reduzierstück. Man kann eben nicht alles haben.

  • Hallo,

    wenn überhaupt Barlow, dann als 2" mit 2xBrennweiten-Verlängerung.
    Je mehr in den Strahlengang eingebaut wird, umso unberechenbarer und schlechter die Abbildung. Die Grundsatz-Frage lautet immer, was brauche ich überhaupt, und habe ich nicht schon alles, was ich brauche. Weniger ist oft mehr.

  • Hallo zusammen,


    den Karkoschka habe ich nicht. Dafür aber den DeepSky-Reiseatlas und Telrad. Die Rotlichtlampe folgt noch...und der Astrostuhl, von dem ich nie gedacht hätte, daß er wichtig ist.


    Mein Gerät hatte ich -wie in der Beschreibung- nachjustiert. Aber ich schätze da muß ich nochmal ran. Sämtliche Kreise sind zentrisch, außer der ganz kleine Punkt auf dem Spiegel. Wenn der in der Mitte ist, ist alles Andere daneben.


    Stimmt, weniger ist oft mehr und Geld aus dem Fenster schmeißen will ich auch nicht. Aber ich will mehr vergrößern und ich schätze es wird die 2xBarlow in 2" werden. Welche genau, weiß ich noch nicht. Auf jeden Fall bezahlbar soll sie sein.


    An Astrotreffen denke ich schon lange und bin auch sehr interessiert! Das wäre das Beste um Erfahrungen zu sammeln. Allerdings tut sich da nicht viel, schon garnicht in meiner Gegend:unsure:
    Hab auch schon im Terminkalender der Volkssternwarte Bonn nachgesehen und auch da läuft irgendwie nicht viel.


    Grüße
    Norman

  • Hallo Norman,
    in der letzten Zeit war bei uns auf jeden Fall das Seeing ziemlich schlecht, da kann man nicht allzu hoch vergrößern. Hattest Du Deinen Dobson auch ordentlich auskühlen lassen? Das macht ebenfalls sehr viel aus.
    Dein 9mm Plössl ist am f5 Gerät nur noch in der Mitte scharf, was bei dem kleinen Gesichtsfeld ziemlich wenig ist (ich hatte mal das 10mm der gleichen Serie). Wenn Du das schon nicht so tolle Okular dann mit einer billigen Barlow benutzt, wirst Du nur noch Matsch erkennen.
    Ein Okular mit noch kleinerer Brennweite würde ich für den Anfang nicht nehmen, dann eher was gutes im Bereich 15-17mm (z.B. Speers Waler 13 / 17mm, Panoptic oder Vixen LVW).
    Wenn dann noch Geld übrig ist, könntest Du ein HR-Planetary mit 6mm dazunehmen, das kannst Du öfter gebrauchen, und evtl. das 9mm ebenfalls durch ein HR ersetzen.
    Die Höchstvergrößerungen (3mm/400fach etc.) funktionieren in unseren Breiten Seeing-bedingt erfahrungsgemäß nur sehr selten. Meine relativ teuren 3mm & 4mm Okulare (William SPL & UWAN) kommen nur sehr selten zum Einsatz, das 3mm war z.B. dieses Jahr nur einmal im Einsatz.
    Gruß


    Walter

  • Hallo Stefan und Walter,


    erstmal danke für die Tip´s.
    Und ja, ich meine schon das mein Dobson gut ausgekühlt war. Es stand vorher über eine Stunde draußen und 2 Stunden habe ich es benutzt. In der Zeit kann ich mich nicht an gravierende Unterschiede erinnern.


    Jetzt warte ich erstmal ab mit neuen Okularen, denn vorgestern fand das nächste, enttäuschende Seeing statt. Dazu aber in einem anderen Fred mehr...