Hobby zum Beruf oder einfach nur Geld und Nerven sparen

  • Hallo liebe Astrogemeinde,


    ich habe mir gestern etwas "genervt" einen Sucherhalter für 48,- Euro gekauft. Vorher habe ich einige Wochen nach einem Gebrauchten erfolglos ausschau gehalten. Ich nage zwar nicht am Hungertuch, bin aber aus Prinzip manchmal Zwangsgeizig. Zugegeben: Die Mitbewerberschaft im Astrozubehörsegment ist überschaubar und leider wird diese Tatsache in unserem Hobby dafür missbraucht, den Bogen finanziell (nicht selten für sprichwörtlichen "Schrott") derart zu überspannen, dass es gar keinen Spaß mehr macht.


    Heute ist mir mein Motorfokuser von JMI ausgefallen. Habe das Teil aufgeschraubt und war geschockt. Alles billig zusammengeschustert, geschätzte Materialkosten: 5 Euro, aber neu einst für 195,- Euro an den Mann (oder Frau) gebracht! Jedenfalls wurde die defekte Lötstelle dann am Handschalter ausfindig gemacht und den Fehler behoben.


    Sucht man jetzt einen ähnlichen Artikel, bestenfalls noch für angemessenes Geld, so schaut man blöd aus der Wäsche. Ähnliches gilt für Zubehör wie Motorisierungen (Goto etc.), EQ-Plattformen, Ausbesserungen/Alternativen/Kits für nichtstaugende Komponenten an bestehenden Systemen (wie Bremse am Meade LB, über die ich bis heute fassungslos bin) oder man denke an das Staubschutztüchlein mit Gummi, welches für stolze 35 Euro angeboten wird (!). Sorry, aber davon nähe ich 10 in einer Stunde zusammen und habe Materialkosten i.H. von unter 10 Euro. Die geistige Liste solcher Artikel ist ellenlang...


    Worauf ich hinaus will:


    Ich bin unter allen Astroseiten hauptsächlich in diesem Forum hängengeblieben, weil hier geniale Köpfe unterwegs sind und ich als Anfänger (als solchen bezeichne ich mich immernoch) immer die kompetentesten Antworten erhielt. Wenn ich mir die vielen Selbstbauten anschaue, fallen mir vor Neid immer wieder die Kieferknochen runter und ich bestaune die Leidenschaft, die Genauigkeit und die Kreativität selbst, immer wieder von neuem. Qualität statt China scheint hier die Devise zu sein und ich frage mich ernsthaft, on nicht ein Zusammenschluss einiger Köpfe möglich wäre, um z.B. oben benannte Qualitätsartikel und auch neue Innovationen zu kreieren und unter einen qualitätsbewussten Lable eine neue Anlaufstation für Käufer zu erschaffen.


    Vor meinem Unfall hatte ich hier eine ähnliche Idee mit dem Verkaufsforum, welches sich dann zwangsläufig verlaufen hatte (einige werden sich vielleicht noch erinnern). Ich bin auch handwerklich dadurch bislang etwas gehaniycapt, aber trotzdem in der Lage, meinen Part für eine solche Gemeinschaft zu erfüllen: Als Marketing- und Vertriebsmann (mein Beruf) und natürlich mit einer gewissen Investitionssumme. Mich würde ernsthaft interessieren, was der ein oder andere darüber denkt, evtl. schon ähnliche Gedanken hatte und natürlich möchte ich hiermit zu einer Diskussion anregen.


    Ich weiß, es ist schon spät, aber für die nächsten Abende ist ohnehin ein wolkiges Wetter angesagt :-)

  • Die meisten Sternfreunde *wollen* Chinaqualität. Die Händler haben sich nru drauf eingestellt.
    Fast niemand ist bereit, knapp das doppelte für ein Instrument zu zahlen, wenn man doch für den geringeren Preis scheinabr dieselbe Leistung will.


    Und für diejenigen, welche Qualtätsprodukte bevorzugen, beitet der Markt eigentlich auch genug.


    Natürlich ist eine Abdeckhaube für 30 Euro teuer. Aber das ist kein Massenartikel. Da werden mal 100 Stück aufgelegt, von denen 80 auch 3 Jahre später noch im Regal liegen. Wenn du das selbst kalkulierst, kommst du nicht wesentlich günstiger. Du musst wissen, dass dei Herstellungskosten von Industriegütern etwa 20-30% des Verkaufspreises ausmachen: Der Rest geht an allgemeine Verwaltung, Mehrwertsteuer, Händler (30%), Großhandel (will auch was verdienen).

  • Moin,
    ich bin diesen Weg gegangen. Ich hatte 2 schwere Unfälle, bin aber dank Sport noch einigermaßen einsatzfähig.
    Da ich auch Metallbearbeitung gelernt habe, habe ich mir Dreh- und Fräsmaschiene angeschafft. Bin auch fast nur in dem Sektor tätig, mit Erfolg. Bin aber nicht davon abhängig, kann also nicht Pleite gehen. Somit habe ich keinen Druck.
    Versucht habe ich es auch mit Teleskopverkauf. Das geht schlecht, weil hier ein paar Große alles fest in der Hand haben. Der Kunde will zu dem Billigzeugs auch noch Rabatt.
    Ich habe schnell gemerkt, dem kleinen Händler keine Chance, dem Großen alles.
    2. Punkt ist, das ich aus Überzeugung Hobbyastronom bin und ich guten Gewissens das vermeindlich billige Zeugs nicht verkaufen kann.
    Somit bleibe ich bei meinen Produkten, Chinazeugs nur auf Wunsch.

  • Hallo "Amadeus",


    (leider) muß ich hier in die gleiche Kerbe schlagen wie meine beiden Vorredner, die ich auch persönlich kenne.


    Ich selbst habe einige Zeit Geräte im Astronomiebereich vertrieben. Nun habe ich es aufgegeben, weil es als Kleinhändler keinen Sinn macht. Die Margen sind zu gering, der Aufwand viel zu hoch.


    Da kaufst Du 10 Dobsons und lagerst sie bei dir ein. Das kostet Lagerhaltung, zudem Zinsen für die bezahlten Geräte. Nun mußt Du warten, bis die Geräte verkauft sind. - Das kostet Werbung. Kommt dann ein Kunde, kostet es Beratungszeit. Die ist bei einem Kleinhändler, will er gegen die großen bestehen, erheblich intensiver.


    Anschließend bedankt sich der Kunde höflich und kauft dort, wo er ggf. den Rabatt bekommt, den ich auch bekam. - So ist das eben mal.


    Zu Stefans Geschäft: müsste er davon leben, konnte er seine Produkte, die ich übrigens auch selbst einsetze, nicht zu diesen Preisen verkaufen.


    Dein Gedanke ist schon gut, aber er wird bereits von anderen verfolgt und ausgeführt. Markus Ludes z.B. bietet hervorragende Sucher, sogar mit Wechselokularen im 1-1/4" Format an. Natürlich sind die erheblich besser als der China-Schrott, dafür auch mindestens 3x so teuer. Aber wer kauft das?


    Ich für meinen Teil konzentriere mich nur noch auf meine Buchproduktionen. Auch hier, gerade in dem von Dir angedachten Bereich des hochwertigen, habe ich auch meine Schwierigkeiten, ein Buch wie die Uranometria von 1603, ein Faksimile mit Begleitband, an den Mann/Frau zu bringen. Antworten wie: "...das kann ich mir doch kostenlos im Internet anschauen..." sind die Regel. - Noch Fragen?

    Liebe Grüße
    Winfried


    Wenn filmen so einfach wäre, dann hieße es "RTL"...

  • Also ich habe weder die Ambitionen noch die Innovation ein eigenes Teleskop zu bauen und zu vertreiben, das macht Dieter Martini und Co. bereits sehr erfolgreich; weil sie es können und in diesem Qualitätssegment kaum Konkurrenz fürchten müssen. Aber ich weiß, dass z.B. einige Tausend der benannten Motorfokuser verkauft wurden. Ja, jeder regt sich über das Preis/Leistungsverhältnis auf (man beachte die amerikanischen Threads) aber es gibt es nunmal nur da zu kaufen, also Friss oder stirb. Das ist der Knackpunkt. Wenn ich mir die "Suche"-Threads auf A...de anschaue, lese ich fast immer: EQ-Plattform gesucht. Findet man eine, so werden Preise in astronomischer Höhe verlangt. Die sind nicht so hoch, weil man wochenlang an so einem Teil bastelt (vielleicht für den Prototypen) sondern weil es kaum andere anbieter gibt. Ich habe neulich nach einer Art Tuningkit für mein Dobson gesucht, d.h. Teflon, Velours, Knobs etc etc. und ich habe eines gefunden. Da mir der Preis zu teuer war, habe ich die Einzelteile gekauft, hat mich dann insgesamt 12% von dem gekostet, was das Gesamtkit kostet.


    Ein Bekannter stellt Schlagbolzen für bestimmte Luftgewehre her, Stückpreis 9 Euro. Es gab sie nur original mit zu weichem Metall und das für 39 Euro. Arbeitsaufwand pro Stück 3 Min an der Drehbank, Materialkosten: Pro Stange (aus der 7 Stück raus kommen): 95 Cent. Nach dem die ersten 3000 Stück verkauft waren in 5 Wochen, kosteten die Originalen plötzlich 7 Euro (!) aber trotzdem kaufen alle die aus Hartmetall.


    Das ist ein Exempel welches ich dutzendfach im Astrozubehörbereich anwenden könnte. Es geht auch nicht darum, von heute auf morgen Geldschaufeln zu müssen, das ganze entsteht ja aus einer anderen Motivation. Der Beitrag von Stefan spricht es, wie ich finde, gut an. Ich habe den Markt über längere Zeit analysiert, allerdings an Hand der bekannten Verkaufsforen: Was wird gesucht, worüber ärgert man sich, was wird verkauft und wie hoch ist die Gewinnspanne.


    Die Welt läßt sich im Kleinen verbessern... Heute, wo Steve Jobs gestorben ist, trägt dieser Satz mehr Bedeuten denn je.

  • Hallo Amadeus,


    die Wirtschaft funktioniert nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung - die Preise richten sich letztlich danach, was der Kunde (gerade noch und zähneknirschend) bezahlt, nicht danach, ab welchem Preis der Hersteller/Händler Gewinn macht. Hat man sich verkalkuliert, ruft man grosse Rabattaktionen aus; irgendein Anlass findet sich immer.


    Deine Idee finde ich grossartig, muss aber leider meinen Vorrednern ob der Realisierbarkeit zustimmen: Als Nebenverdienst ein paar Sachen herzustellen und selbst zu vertreiben (so wie es Stefan macht) funktioniert sicherlich, im grösseren Rahmen wird man aber unnütz viel Zeit, Energie und Geld investieren.


  • Ein Bekannter stellt Schlagbolzen für bestimmte Luftgewehre her, Stückpreis 9 Euro. Es gab sie nur original mit zu weichem Metall und das für 39 Euro. Arbeitsaufwand pro Stück 3 Min an der Drehbank, Materialkosten: Pro Stange (aus der 7 Stück raus kommen): 95 Cent. Nach dem die ersten 3000 Stück verkauft waren in 5 Wochen, kosteten die Originalen plötzlich 7 Euro (!) aber trotzdem kaufen alle die aus Hartmetall.


    Die Idee ist gut. Sowas sollte es öfter geben.


    Im Astronomie-Bereich lassen sich sicher ähnliche Aktionen fahren.
    Nur: aus Menschenliebe und Idealismus oder um den Händlern eins auszuwischen, wird es wohl kaum jemend tun. Es muss am Ende des Tages etwas übrigbleiben was in einem gesunden Verhältnis zum Aufwand steht.

    Das ganze Universum ist eine Verschwörung - zu unseren Gunsten!

  • Quote

    Nur: aus Menschenliebe und Idealismus oder um den Händlern eins auszuwischen, wird es wohl kaum jemend tun. Es muss am Ende des Tages etwas übrigbleiben was in einem gesunden Verhältnis zum Aufwand steht.


    Korrekt. Gerade wenn man davon leben muß, steht an erster Stelle eines gesunden Wirtschaftsunternehmens der Gewinn. Allerdings sollte das Preis-Leistung-Verhältnis stimmen und das Wichtigste ist, dass der Kunde wieder kommt - nicht die Ware.


    Ich bin auch seit diesem Jahr selbstständig im Bereich Dreh- & Frästeile für die Astronomie tätig, habe mich aber 2 Jahre gründlich darauf vorbereitet und muß nicht davon leben. Deshalb gibt es bei uns auch keine "Mondpreise", keinen Mindestbestellwert, keine Verpackungskosten und der Kunde muß nicht wegen Knirscheritis seiner Zähne in Behandlung. Gerne helfen wir auch kostenlos mit technischen Zeichnungen oder dxf-Dateien für Lasercutter usw. aus, oder vermitteln wenn es um CNC-Arbeiten geht.


    Wer vor hat sich egal mit was selbstständig zu machen, sollte zuerst eine gründliche Marktanalyse und ganz wichtig einen detaillierten Businessplan erstellen. Dabei bekommt man recht zügig ein gutes Gefühl dafür was sich lohnt und was zum Scheitern verurteilt ist.


    LG
    Janina
    www.jd-astronomie.de

  • Hallo,


    ich möchte es mal so sagen:
    Ein Marketing- und Vertriebsfachmann kann Dinge, die vorhanden sind, beurteilen und ggf. vermarkten. Das ist seine Aufgabe.


    Eine andere Sache ist die mit der Selbstständigkeit. Da gehören ganz andere Dinge dazu.
    Marktanalyse, Eigenkapitalanteil, Kredite und Kreditwürdigkeit, Standortbestimmung, Aufbau einer entsprechenden Werkstatt mit Reserven nach oben, Materialeinkauf, Wirtschaftslichkeitsrechnung und und und ...


    Das habe ich seit über 30 Jahren hinter mir. Aus einem kleinen Betrieb von 60qm Arbeitsfläche (mehr mein Kameralager und Entwicklungsstation für meine Filme) wurde eine 750qm Halle mit Großraumatelier, Hochregallager für die Buchproduktion und ein weit ausgedehntes Vertriebsnetz. Dazu noch 200qm Laborfläche, die heute unsere komplette Druckvorstufe beherbergt. - Labor ade, obwohl alle Geräte noch vorhanden sind. Statt einer Colorentwicklungsmaschine stehen hier nun Scanner und Digitaldruckmaschine. Zwischenzeitlich sind es zwei, da diejenige, die schneller als die beiden zusammen wären, mehr als eine Million kostet! Aus 2 Beschäftigten wurden mal 15, zwischenzeitlich baue ich in Erwartung meiner Rente Personal ab, geht nicht anders.


    Das alles will bedacht sein, - und auch finanziert werden.
    Ich warne jeden davor, das zu tun. Statt angenehm in der 35 Stunden Woche seine Zeit abzusitzen, 14-16 Stunden Arbeit täglich, Samstag und Sonntag selbstverständlich eingeschlossen! Kaum Freizeit, kein gemeinsamer Urlaub; man steht mit einem Bein im Gefängnis, das andere hat bereits das Finanzamt gekrallt. - Wunderschöne Selbstständigkeit!


    Das nur mal aus der Sicht eines, der es bald hinter sich haben wird.
    Wobei ich schon betonen möchte: ich wollte es so, ich wollte auch nicht klein bleiben, nein, wachsen. Was arbeitszeitmäßig daraus werden würde - das habe ich nicht geahnt!


    Ich vergaß noch zu sagen: ab einem gewissen Umsatz, der sehr schnell erreicht ist, wird man Mehrwertsteuerpflichtig. - Auch nicht zu verachten. Dann ist es aus mit Ein-Mann-Betrieb, dann braucht man Steuerberater (der kostet eine Menge) oder man stellt eine Sekretärin ein (auch nicht billiger, aber die macht dann auch noch mehr). Und spätestens dann ist Schluß mit billig. Denn die "Mitbewerber haben a) mehr Leute in der Produktion und b) einen höheren Umsatz....

  • Hallo,


    Ich bin unter allen Astroseiten hauptsächlich in diesem Forum hängengeblieben, weil hier geniale Köpfe unterwegs sind und ich als Anfänger (als solchen bezeichne ich mich immernoch) immer die kompetentesten Antworten erhielt. Wenn ich mir die vielen Selbstbauten anschaue, fallen mir vor Neid immer wieder die Kieferknochen runter und ich bestaune die Leidenschaft, die Genauigkeit und die Kreativität selbst, immer wieder von neuem. Qualität statt China scheint hier die Devise zu sein und ich frage mich ernsthaft, on nicht ein Zusammenschluss einiger Köpfe möglich wäre, um z.B. oben benannte Qualitätsartikel und auch neue Innovationen zu kreieren und unter einen qualitätsbewussten Lable eine neue Anlaufstation für Käufer zu erschaffen.


    Im Web 3.0, in der Zeit nach Apple, wären ja auch mit einigermaßem geringen Aufwand ein anderer Weg möglich: Die mehr oder weniger genialen Köpfe (wer auch immer) könnten doch ein kleines Portal, Blog, oder was auch immer einrichten. Dort könnten dann zu bestimmten Themen die Quintessence, redaktionell aufbereitet veröffentlicht werden:


    Jemand schreibt vielleicht einen Bericht über verschiedene Sucherhalter läßt im Peer-Review-Verfahren noch jemanden draufgucken und veröffentlicht das dann. Alle paar Wochen was neues, je nach dem was so annfällt. Die Vorarbeit der kritischen Diskusion nimmt einem das Forum ab, hinterher wird hier im Forum ausgewertet. Und einmal im Monat gibt es ein Produkt des Monats mit Gütesigel.


    Macht Arbeit, könnte aber fruchten - oder den Autoren eine Menge Ärger einhandeln.


    Grüße


    Christoph

  • Hi,


    48 eur fuer Sucherhalter und genervt? Ich habe vor einem Monat eins fuer fast 60 gekauft..ja, zu viel gezahlt aber ich hoffe der dient auch lange :)


    LG


    Don

  • Hallo,...


    habe mir das alles hier mal aufmerksam durchgelesen und finde den Gedanken von Amadeus sehr
    Interessant. Ich selber bin Anfänger und muss auch feststellen das die Preise für bestimmte Sachen nicht wirklich "angemessen" sind.


    OK,.. ich bin Anfänger aber mal ganz ehrlich wie kann es sein das eine EQ1 Montierung 128,- € kostet (ohne Versandkosten) Quelle


    und das Teleskop komplett mit EQ1 Montierung, Okulare, Sucherfernrohr, der Barlowlinse und die ganzen klein Teile. 149,- € kostet (ohne Versandkosten) Quelle


    Das heißt doch das, dass Teleskop 21,- € kostet. Das ist doch schon Unangemessen, egal aus welchen Blickwinkel ich das auch sehe.



    Ich bin auch seit diesem Jahr selbstständig im Bereich Dreh- & Frästeile für die Astronomie tätig, .......


    habe da mal eine Frage was würde den bei Dir zB ein Webcam Adapter kosten auch 29,90,- € (ohne Versandkosten)
    wie
    hier ?


    kann ich mir gar nicht vorstellen das es so aufwendig ist und somit dieser Preis gerechtfertigt ist.


    Und falls es bei Dir auch so viel koste habe ich da aber bestimmt Qualitativ bessere Ware.



    Aber es gibt ja da auch andere Beispiele ich sage nur "T-Adapter, Webcams, etc.
    Was ich aber auch echt heftig finde sind die CCD-Kameras mit 0,3 Megapixel, ich meine 179,- €

    Quelle ? Was kostet den bitteschön eine HD Webcam (die ja einen ccd sensor hat), jedenfalls keine 179,- €.



    Im Web 3.0, in der Zeit nach Apple, wären ja auch mit einigermaßem geringen Aufwand ein anderer Weg möglich: Die mehr oder weniger genialen Köpfe (wer auch immer) könnten doch ein kleines Portal, Blog, oder was auch immer einrichten. Dort könnten dann zu bestimmten Themen die Quintessence, redaktionell aufbereitet veröffentlicht werden:


    Finde ich auch eine super Idee, gerade das Internet bietet da ungeahnte Möglichkeiten.
    Alleine wenn ich daran denke eine Facebook Seite von diesen "Blog" zu machen wie viele Leute man damit schon erreicht und das alles ohne größeren Aufwand.



    Zusammen Fassend wollte ich dazu nur sagen das es verständlich ist auf der einen Seite ist es nicht möglich ohne eine menge Eigenkapital und Planung im Bereich der Teleskope etwas zu bewirken aber ich denke auch das der Markt für die Zubehör Teile (Beispiel Adapter) oder Schellen oder oder oder,..... echt überteuert ist.


    Und wenn es zum Beispiel einen Blog geben würde so wie Ihn "Icer" beschreibt es auf alle Fälle hilfreich währe um zumindest schon mal zu Erfahren ob das "Zeug" überhaupt was taugt.
    Desweiteren könnte sich dort engagiert "Könner" Zubehör Teile anbieten. Natürlich ist das bestimmt auch hier im Forum möglich. :D ;)



  • Hi,


    mit den 30 Euro kann ich zwar mithalten, ich glaube aber nicht das die Qualität besser wäre. Solche Teile können viel günstiger und schneller auf CNC-Maschinen gefertigt werden. Da sind die Dreharbeiten bei einem Langdreher dann in einer Minute, maximal 2 Minuten erledigt. Industriell Eloxiert wird sowas meist als Schüttgut mit ca. 30% Ausschuss. Von Hand würde ich mal sagen das Drehen dauert ca. 30 Minuten, je nachdem wie fummelig das Webcam-Gewinde ist. Für das Eloxieren kannst Du nochmal mindestens ein halbe Stunde Handarbeit rechnen, die Laufzeit in den einzelnen Bädern liegt bei gut 2 Stunden.


    Als Einzelanfertigung wäre dieses Teil für 30 Euro also sehr günstig. Als Massenprodukt fällt aber schon ordentlich Gewinn ab. Unter 500 Stück brauchste da aber nicht anfangen.

  • :jerry:


    Du hast Vorstellungen....

    Dem kann ich mich nur anschließen
    Aber mal Spaß bei Seite.
    Grundsätzlich ist die Überlegung von Amadeus erst mal Lobenswert auch in Anbetracht dessen das der Markt im Billigpreissegment schon von Massen an China Containern geflutet ist.
    Die Mittelschicht der ambitionierten Hobbyastronomen wird zum Großteil von Amerikanischen Brands versorgt und der Anteil von Leuten (privat) mit genug Kohle in der Tasche ist verschwindend gering.
    Leider scheitern viele gute Ideen zur Selbstständigkeit schon an den für Massenproduktion horenten Lohnkosten in unserem Land.
    Ich darf daran erinnern das Zeiss auch gute Amateurgeräte gebaut hat dies aber letztendlich aufgeben musste weil "made in Germany" als verkaufsargument für viele nicht mehr ausschlaggebend war.
    Die niedrigeren Preise der Konkurrenz für scheinbar gleiche Parameter und Funktionen hingegen schon.


    Wer zum Beispiel schon mal das Glück hatte einem Meniscas unter die Haube zu schauen der weiß wo von ich rede.
    Die Focusiermechanik eines vergleichbaren (Spiegelgewicht) Meade oder auch Celestron hat nicht einmal die halbe Lebenserwartung wie beim Zeiss Reflektor.
    Auch das Gefühl was einem beim beobachten vom Gerät vermittelt wird Trent Welten.
    Ich sage nur "und wen sie nicht gebrochen sind dann shiften sie noch Heute "


    Deswegen sollte man nicht die Entwicklung scheuen sondern innovativ denken und handeln auch wenn es nicht einmal zur lebenserhaltung reicht und man deswegen trotzdem noch die 35 Stundenwoche absitzen muss wie vorher hier schon mal erwähnt.


    Hätte Carl Benz die Idee seines Motor Wagens nicht konsequent im Hinterkopf behalten auch weil es überhaupt noch kein Markt für so etwas gab dan würden wir wahrscheinlich alle noch mit Kutsche unterwegs sein.


    Ich bin nun seit fast 10 Jahren Astrogerätemechaniker und es vergeht nicht ein halbes Jahr in dem auch mich nach einer Interessengemeinschaft sehne sei es um nur Interessen, Erfahrungen oder Ideen zu tauschen und wer weiß nicht sogar auch Dienste im Bereich Fertigung, Montage, Justage.


    Also Amadeus, weiterhin dran bleiben um vielleicht auch Begehren zu wecken wo heute noch keine sind.
    dann regeld das Angebot die Nachfrage und du bist bestens versorgt bei wahrscheinlich weniger als 35 Stunden in der Woche dafür abzusitzen

  • Hallo Amadeus,


    ich hab 1959 eine Lehre als Feinmechaniker in einem großen Betrieb abgelegt. Wir wurden damals auf deutsche Wert-Arbeit
    getrimmt, was offenbar im Wirtschaftswunderland, das wir damals waren, durchaus angebracht war. Aus dieser Grundhaltung
    heraus kauft man auch im normalen Leben lieber die Qualität, weil man weiß, daß man damit langfristig besser fährt, als
    mehrere Male ein Schnäppchen zu kaufen, das schnell seinen Geist aufgibt. Lieber ist mir, man ärgert sich zunächst über den
    hohen Anschaffungspreis, freut sich aber dann 20 und mehr Jahre über die hohe Qualität, als umgekehrt. Wer Schnäppchen-
    Qualität kauft, darf sich nicht wundern, wenn er schnell die Lust an unserem Hobby verliert.


    Seit ca. 57 Jahren bin ich bei diesem Hobby. Am Anfang waren es die Vertreter der höheren Gehaltsklasse, die sich ordentliche
    Teleskope kaufen konnten, und da kam man gar nicht auf die Idee, woanders zu kaufen, als bei Zeiss. Die Ärmeren unter den
    Sternfreunden schliffen sich deshalb ihre Spiegel selbst. Erst die Japaner über den Quelle Versand versorgten den Markt mit
    eingefetteten Spektiven und in den 90-er Jahren überschwemmte der China-Markt zunächst mit grottenschlechten Optiken
    den Markt. Aber auch das hat sich mittlerweile geändert.


    Das Prinzip "Wertarbeit" versteht man in USA nicht unbedingt. Dort kommt man oft auf mechanische Lösungen, die ich bei
    unfachmännisch einordnen würde.
    Wer also ein Auge für Qualität hat, und auch das Fachwissen schätzt, das hinter Qualität stecken MUSS, der kommt gar nicht
    auf die Idee, unbedingt den Preis drücken zu wollen. Nicht umsonst sind solche Produkte in die Billiglohnländer abgewandet,
    weil in unseren Breiten das Verständnis für Preis/Leistung verlorengegangen ist.


    Ich liebe alle Schnäppchen-Jäger !

  • Hallo Omegon


    Ohne Dir zu nahe treten zu wollen oder es böse zu meinen: Dein Post zeigt das Du anscheinend überhaupt kein Wissen über die Geschäftswelt besitzt.
    Preise werden nicht hauptsächlich durch den Materialwert oder die Produktionskosten bestimmt.


    Mindestens genauso wichtig sind folgende Faktoren (Liste nicht vollständig!):
    * Mache ich einen nennenswerten Umsatz mit einem Artikel oder ist es ein Serviceartikel (Beispiel Knopfzellen im Einzelhandel)
    * Komme ich auf Stückzahlen mit denen ich lohnenswerte Einkaufskanäle nutzen kann (Kompletter Container Teleskope vom Hersteller aus China)
    * Lagerhaltung (Der Inhalt des Container will trocken, warm und sicher gelagert werden)
    * Versicherungen (Feuer, Diebstahl Wasserschaden usw.)
    * Verwaltungsaufwand
    * Steuern
    * Rechtliche Auflagen, Finanzamt usw.
    * Beschäftigte: Lohn, Lohnnebenkosten, Persönliche Schutzausrüstung, Berufsgenossenschaft .....
    * Finanzierung, Kredite
    * Ein großzügiges finanzielles Polster für unvorhergesehene Katastrophen!!!!
    * Abschreibungen (Also der Verschleiß von Gerätschaften).
    * Bürofläche
    * Fahrzeuge
    * Rückstellungen für Reklamationen
    * Fernabsatzgesetzt


    Nur mal so als unzusammenhängende Stichpunkte.


    Im falle der meiner Meinung nach durchaus unattraktiv teuren EQ1:
    Es ist ein Serviceartikel der keinen Nennenswerten Anteil am Umsatz hat.
    Wer kauft sich schon eine EQ1???
    Die gibts auf Ebay gebraucht wie Sand am Meer! Mit Teleskop dazu! Für fast nichts, wenn man sich etwas Zeit lässt.
    Wer auch nur etwas Ahnung von Teleskopen hat kauft keine EQ1!
    Teleskope dieser Klasse (mit EQ1) müssen von den Händlern Containerweise vom Chinesischen Anbieter gekauft werden und haben einen Einkaufspreis von schätzungsweise 20 bis 30€.
    Wenn er glück hat kann er sich bei der Lieferung der Teleskope 50 EQ1 Mitliefern lassen.


    Der Händler muss dann für seine 50 EQ1 Stative einen Lagerplatz opfern, einen Teilestamm anlegen und pflegen (Kostet so einige Hunderter im Jahr, jedenfalls in den Firmen in denen ich bisher gearbeitet habe), muss einen Preis kalkulieren, Fotos machen und bekommt die Teile von frustrierten Kunden nach Fernhandelsgesetzt oft wieder zurückgeschickt.
    Der ganze Aufwand rechnet sich vorne und hinten nicht, selbst wenn er doppelt so viel verlangen würde.


    Du könntest auch das Komplettset (Kostet jetzt übrigens 199€) kaufen und das Teleskop über Ebay wieder verkaufen!
    Ob Du dafür aber wirklich 21€ bekommen würdest ist fraglich. Solche Teleskope kann man durchaus im guten Zustand für weniger schnappen ;-)


    Will niemanden angreifen, ich habe nur mal meine Sicht auf die Dinge dargelegt! :-)


    Gruß
    Mark

    Teleskoppark :) :
    Revue? ______60/910mm Refraktor
    Firstscope ___76/300mm Newton
    Heritage ____130/650mm Newton
    Eigenbau____76/700mm Newton 2" OAZ, In Arbeit
    Bresser _____114/900mm Newton

  • Hallo,


    bin ... im Endergebnis (!) ... mit Mark einverstanden.


    Wer hat ... verdammt noch mal ... den Kunden dazu gebracht, auf TEUFEL KOMM RAUS ... IMMER das Billigste zu kaufen ?


    Es war wohl der Kolonialismus/Kapitalismus.


    Das Problem ist nur, daß hundert Jahre nach dem Ende des "Common-wealth of Nations", der Durchschnitts-Engländer nicht nur immer noch nicht begriffen hat, daß das Commonwelth seit 100 Jahren tot ist, sondern auch nicht, daß es nicht um "common" wealth ging, sondern um "wealth for a few".


    "Dumm geboren, nix dazu gelernt, die Hälfte wieder vergessen, ... und dann Brexit gewählt !


    Tja, was kann man da noch hinzufügen !

  • Hallo Rudi,
    wer Kunden dazu bringt das Billigste zu kaufen - es sind auch die vielen blauen Berater unter den Amateuren die sich an die
    Chinaqualität bereits gewöhnt haben. Neuerdings werden die Billig Newtons nicht mal mehr mit "beugungsbegrenzt"
    beworben (was ja durchaus nachprüfbar wäre) sondern mit "überdurchschnittlicher Abbildungsqualität".
    Da dies mein erster Beitrag ist möchte ich mich kurz vorstellen:
    Mein Interresse an der Astronomie kam mit dem ersten Spiegelschliff an der Wilhelm Förster Sternwarte - Leitung
    hatte damals Werner Nehls und als der Neubau des Planetariums am Insulaner unter Wasser stand habe ich mit Harro Zimmer
    das Wasser mit Eimern aus dem Keller geholt. Vom Spiegelschleifer zum ATM ler in 50 Jahren - heute habe ich eine kleine
    private Werkstatt die speziell auf ATM ausgerichtet ist und beobachte/fotografiere seit 15 Jahren in der Südheide mit meinen
    selbstgebauten Spiegelfernrohren und einem 127/1200 FH ( Gartensternwarte mit Selbstbaukuppel )
    Wenn ich es mit dem Hochladen schaffe zeige ich gerne mal ein paar Bilder - In der Werkstatt entsteht gerade ein 14,5"Dobson
    und ein 6" Newton Versuch (150/750) bei dem direkt vor dem 12 mm Fangspiegel ein Mikroskop Objektiv sitzt das auf das
    Planetenbildchen fokussiert ist. Zusammen mit dem Okularschlitten und dem eingesetzten Okular bildet das dann ein Mikroskop
    mit 160mm Tubuslänge. (Hatte mal ein amerikanischer ATM ler in einem Forum vorgeschlagen)
    Beste Grüße, Joachim