SkyWatcher Esprit versus TS Triplet ED APO

  • SkyWatcher Esprit versus TS Triplet ED APO
     
    Sie sind nicht einfach zu vergleichen: der SkyWatcher Esprit ED APO für 6 499.- Euro gegen den TS Triplet ED APO für 5 190.- Euro. Bei genauer Unter-
    suchung findet man unterschiedliche Merkmale, die aber durchaus der Fertigungs-Streuung zugerechnet werden könnten. Vom äußeren Augenschein
    macht der TS Triplet ED APO etwas mehr her. Das hat mit den türkis-blau beschichteten Zwischenringen zu tun, die diesen APO professioneller aussehen
    lassen. Unter der Taukappe versteckt (Gottseidank!) ist dieser Dreilinser zentrierbar, für alle Fälle, ebenso ist natürlich auch der Objektiv-Block exakt
    zum Tubus zentrierbar. Ich selbst würde mich für den Skywatcher entscheiden, dessen Restfehler einen Tick geringer ausgefallen sind.
     
    Beide Systeme unterscheiden sich durch die Angabe der Brennweite: SkyWatcher mit F=1050, TS APO mit F=1000 (Zufälle gibt es!) Frontringe lassen sich bekannter-
    maßen sehr leicht gravieren und austauschen. Unter der Taukappe versteckt sind durch schwarzes Klebeband verdeckt die jeweiligen Zentrierschrauben der ins-
    gesamt drei Objektiv-Linsen.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Esprit_01.jpg]
     
    Dieser SkyWatcher Esprit APO 150/1050 ist offenbar für beide Anwendungen wunderbar einsetzbar: A) für die visuelle Beobachtung und B) für die Fotografie.
    Wer also Wert auf eine hervorragende Abbildung bis zu 30 mm Felddurchmesser legt, sollte den TS 2 Flat dazu kaufen und 95 mm vor dem eigentlichen Fokus
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Esprit_11.jpg]
     
    platzieren. Unter diesem Abstand entstanden die folgenden Bilder bei 500-facher Vergrößerung. Während ohne Flattner im Feld ab 10 mm Durchmesser etwas
    Astigmatismus und später Astigm.+Koma entstehen, korrigiert der TS Flat2 diese Fehler fast vollständig, wie die Aufnahmen beweisen.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Esprit_02.jpg]
     
    Die Abbildung bei hoher Vergrößerung für die beiden hier getesteten Apochomaten läßt sich nur über die Restfehler unterscheiden. Für diesen konkreten Fall,
    wirklich nur für diesen konkreten Fall schneidet der SkyWatcher einen Tick besser ab.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Esprit_03.jpg]
     
    Der Sterntest bei 222-facher Vergrößerung im Vergleich
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Esprit_13.jpg]
     
    Ein weiterer Vergleich über die Standard-Tests fördert auch kleine qualitative Unterschiede zu Tage: Beim Skywatcher ist der Gaußfehler kleiner,
    beim TS-APO hingegen etwas deutlicher zu sehen. Der Farblängsfehler beim Esprit ist um einen geringen Wert größer, als beim TS-APO. Beim TS-APO
    fällt der Rauhheits-Test gefälliger/glatter aus. Die Esprit-Korrektur erscheint weniger unterkorrigiert als beim TS-APO. Damit verschiebt sich das
    Optimum bei Esprit bei Gelb auf Grün beim TS-APO.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Esprit_04.jpg]
     
    Der Schnittpunkt des roten Spektrums liegt beim Esprit hinter Grün, beim TS APO sehr dicht vor Grün. Dieser Sachverhalt ist der Grund für einen etwas größeren
    RC-Indexwert. Die Unterschiede beim Gauß-Fehler beider APO's lassen sich über die Lage des jeweiligen Optimum erklären: Der TS-APO ist etwas stärker
    unterkorrigiert im roten Spektral-Bereich, beim SkyWatcher wäre der blaue Bereich etwas stärker überkorrigiert. Dieser Umstand ist auf den jeweiligen
    Linsenabstand zurückzuführen und verschiebt das jeweilige Optimum ein wenig in Richtung Rot oder Blau. Es kann also durchaus sein, daß dies ein Effekt von
    Serien-Streuung ist, mit dem jedes opt. System mehr oder weniger zu tun hat.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Esprit_05.jpg]
     
    Die RC_Indexzahl beim TS ED APO 150/1000
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Esprit_12.jpg]
     
    Die RC_Index-Zahl beim ESPRIT ist geringfügig größer, und dürfte bei den einzelnen Teleskopen leicht streuen in Richtung 'noch farbreiner'
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Esprit_06.jpg]
     
    Im optimalen Spektral-Bereich ausgewertet, entstehen folgende Bilder:
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Esprit_07.jpg]
     
    Ein Rest von Astigmatismus (Anteil: Strehl = 0.979 PV L/8.5) und Achs-Koma (Anteil: Strehl = 0.996V L/26.7) führt zu dieser
    Wellenfront-Deformations-Darstellung.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Esprit_08.jpg]
     
    Die Energie-Verteilung zeigt sich lehrbuchhaft
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Esprit_09.png]
     
    und mit einem Gesamtstrehl von 0.971 bei 587.6 nm wave dürfte man zufrieden sein können.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Esprit_10.jpg]

  • Hallo Gerd,
     
    den Link im Nachbarforum habe ich studiert: Als Optik-Designer (zumindest erzeugt der dortige Beitrag diesen Eindruck) bist Du offenbar an der spektral-abhängigen Strehlkurve interessiert, die man über ein Design-Programm jederzeit berechnen kann, über die Meßtechnik mit konkreten Spektral-Bereichen eher ungenau ermitteln kann. Hinter den Säulen-Diagrammen, die ich deswegen für die ehrliche Lösung halte (sonst müßte man interpolieren) steckt viel Arbeit, du hast dies aber aus dieser Übersicht entnommen.
     
    Das halte ich aber nicht für das tragende Argument, da das Design immer die Ideal-Lösung darstellt, eine Meßreihe aber immer das reale Teleskop mit der Fertigungs-Streuung vor sich hat und man es u.a. mit der Flächenqualität zu tun hat. Das führt dann zu einer langatmigen Diskussion unterschiedlicher Sichtweisen, wobei ich mich auf das konkrete Einzelteleskop konzentriere. Und da interessieren mich die Restfehler, die Streuung, wo beim konkreten Einzelteleskop das Optimum liegt, die Schnittweiten der Spektralfarben und natürlich Gaußfehler und RC_Indexzahl. Du hast es mit den Einflüssen der Fassung ebenso zu tun, wie mit der Einhaltung von berechneten Abständen bzw. der Fehlertoleranz, mit der Zentrierung des Objektivs und was es sonst noch für Auffälligkeiten gibt. Was überhaupt nicht in deinen Blickwinkel fällt, ist die Qualität der Optik im Bildfeld, weil sich derartige Betrachtungen immer nur auf die opt. Achse beziehen. Mich würden daher Beiträge interessieren,
    die über einen zusätzlichen Flattner, die Abbildungs-Güte im Feld über entsprechende Spotdiagramme zeigen könnten. Dann hätte ich z.B. einen Vergleich zu meinem Artificial-Sky-Test.
     
    Das sind also zwei sehr deutlich getrennte Bereiche, bei denen wir aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln diskutieren würden:
    a) der idealisierte mathematische Bereich aus einem Computer-Programm
    b) das handwerkliche Produkt mit seinen oft abweichenden Merkmalen, das mit Punkt a) wenig zu tun hat.
     
    Trotzdem schlage ich vor, daß Du deinen Astrotreff Beitrag auch hier einstellst, dann würde man den unterschiedlichen Ansatz gut sehen können. Bitte mit der SystemDaten-Übersicht und den Spotdiagrammen ohne Flattner im Feld: 0 mm, 10 mm, 20 mm und 30 mm. Nicht alle sind an der visuellen Betrachtung im achsnahen Raum interessiert.
     
    Natürlich habe ich weitere Testergebnisse, die ich aber aus foren-hygienischen Gründen niemals veröffentlichen würde!

  • Hallo zusammen


    Ich bin der Meinung, dass die theoretische Berechnung des Objektives die praktischen Messwerte in idealer Form ergänzen. Somit hat ein interessierter Käufer die Möglichkeit die theoretische mit der praktisch gemessenen Leistung zu vergleichen.


    Dies natürlich immer mit der Ungewissheit welche Serienstreuung in der realen Welt vorkommt... ;)


    Euch Beiden auf jeden Fall besten Dank für die detaillierten Ausführungen.


    LG
    Chris

  • Der Unfug mit dem Polychromatischen Strehl
     
    Die Spiel-Wiese von Gerd und dahinter der User Kurt auf dem anderen Forum konzentriert sich auf einen Bereich, den man von mir abgekupfert hat: Es geht um die Ermittlung eines "Poly-Strehls", wie er kurzzeitig in Tabellen bei TMB und Takahashi-Designs aufgetaucht ist, zu dem es keinerlei Konventionen gibt, noch in der Meßtechnik eine Chance hat, ein Objektiv ausreichend beschreiben zu können. Nach der Thomas-Back-APO-Definition wird ein Objektiv aus dem Fokus der Hauptwellen-
    länge beurteilt, bei den genannten Tabellen ist unklar ob auf die Hauptwellenlänge oder die jeweilige Farbe fokussiert worden ist. Der Blickwinkel muß aus dem Fokus
    für Grün erfolgen, ob nun bei 546.1 nm oder 555 nm wave oder eben bei 510 nm wave. Jedenfalls aus einer konkreten Fokuslage, die das Auge als den "schärfsten"
    Punkt wahrnimmt. (http://rohr.aiax.de/@Muster_Curve.png) Und das variiert mindestens mindestens zwischen 510 nm wave in der Nacht und 555 nm wave am Tage.
     
    http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=98314&whichpage=1
     
    01. Grundsätzlich werden solche zeitraubenden Messungen nur auf der opt. Achse durchgeführt, was einen visuellen Beobachter vielleicht noch interessiert, nicht aber einen Astro-Fotografen, der an der Abbildung im Bildfeld interessiert ist und deshalb nach Spotdiagrammen sucht, möglichst in den Spektralfarben.
    02. Eine Konvention bei einer Vermessung des Poly-Chromatischen Strehl müßte sein a) die Fokussierung auf die Hauptwellenlänge, also auf die e-Linie, wie sie bei Optik-Designern üblicherweise verwendet wird, oder aber für das dunkel-adaptierte Auge bei 510 nm wave - das geht aber an der Praxis völlig vorbei.
    03. Zu Vergleichszwecken muß man dann aber Achs-Koma ebenso herausrechnen wie Astigmatismus, weil das Fertigungs-Fehler sind, und genau in die bekannte Streuung fallen, die ein Einzelgerät grundsätzlich hat.
    04. In die Streuung fällt aber auch eine veränderte Situation des Sekundären Spektrums, was wiederum auf die Fertigungs-Unterschiede zurückzuführen ist. Das wird im oberen Bericht angesprochen.
     
    Die Praxis-Relevanz dieser Poly-Strehl-Messung mit unüblichen Interferenz-Filtern entpuppt sich als das Freizeit-Vergnügen des Users Kurt mit geringem Informations-Wert für den engagierten Sternfreund, besonders nicht für die Astro-Fotografen. Derartige Tabellen findet man deshalb sehr selten bei der Beschreibung von Objektiven.
     
    Eine echte Diskussion zwischen beiden Positionen gleicht deshalb dem Gegensatz-Paar:
     
    Theorie und Praxis.
     
    Nehmen wir aus diesem Kurt-Bericht das erste Bild: 
    http://www.astrotreff.de/upload/Kurt/20100227/Igram.jpg (der Link funktioniert nur isoliert außerhalb meines Beitrages!)
     
    Dort sind sieben Spektral-Farben gezeigt, allerdings ohne den Versuch einer Systematik hinsichtlich der spektralen Empfindlichkeit des menschl. Auges.
    - Mit welcher Begründung sind die Abstände immer 60 nm wave außer bei 465 auf 495 und 555 auf 585 nm mit nur 30 nm Differenz.
    - die spektralen "Ränder" von 405 nm und 710 nm wave sind für das Durchschnitts-Auge ohne Wert, wenn man mit dessen spektraler Empfindlichkeit vergleicht.
    - Warum findet z.B. das dunkel-adaptierte Auge mit seinem Maximum bei 510 nm wave keine Entsprechung in dieser Systematik
     
    Hier wird also nur ein "Feuerwerk" abgebrannt mit ganz anderen, weil sachfremden Zielen.
     
    Bei dem mit Oslo entworfenem Design würden mich die Spot-Diagramme im Vergleich zum Airy-Scheibchen interessieren:
    Jedenfalls ist das System unter ZEMAX nicht so beeindruckend.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/TS_Triplet-01A.jpg]

  • Hallo,


    da geometrische Spots offensichtlich in Hinblick auf die da zu erwartende Bildgüte oft fehlinterpretiert werden will ich das mal an einem Beispiel erläutern.
    Es gilt mit der Fehleinschätzung aufzuräumen das ein kleiner maximaler Streukreis beim Spot immer die beste Abbildung liefert.


    Das ist nicht der Fall!
    Es gib hier 2 Herangehensweisen
    Die 1. Legt auf einen kleinen Spot wert, das sieht dann zwar im geometrischen Spotdiagramm subjektiv am schönsten aus bringt aber nach Wellenoptischer Beurteilung bei weitem nicht die Beste Abbildung.


    Das soll ein einfaches Beispiel zeigen.
    Hierzu soll ein sphärischer Spiegel 150/1200 zur Demonstration dienen.
    Dieser hat natürlich eine spürbare sphärische Aberration die sich natürlich auch im Spot zeigt.
    Wer auf kleinstmöglichen Spot wert legt fokussiert entsprechend, heraus kommt dann das folgende Ergebnis.


    [IMG:http://s14.directupload.net/images/111015/temp/ce4llipa.jpg]

    Der Spot ist zwar schön klein aber wer sich mal den Strehl mit 0,528 anschaut wird merken das kann es nicht sein.
    Solche Spiegel sind ja im Einsatz und überzeugen durchaus in ihrer Abbildung, wie kann das sein.


    Hier muss man wissen das der kleinste Spot nicht die beste Abbildung liefert auf die der Beobachter Fokussiert.
    Der Strehl ist nur deshalb so schlecht weil schlicht der Fokus falsch ist.


    Für den besten Strehl bzw. RMS muss dementsprechend fokussiert werden.
    Dann ergibt sich folgendes Bild.


    [IMG:http://s7.directupload.net/images/111015/temp/aebczpnt.jpg]


    Diesen Fokus stellt man selbstverständlich auch am Teleskop ein.
    Der Strehl ist deutlich besser, auch der Wellenoptische Simulation unten sieht jetzt bedeutend besser aus.
    Nur der geometrische Spot sieht subjektiv jetzt wesentlich größer aus.
    Eine Beurteilung nach veralteter geometrischer Sichtweise kann mit der Wellenoptik nicht mithalten und führt zu Fehleinschätzungen.


    Das ist auch dem Wolfgang so passiert.
    Wie schon oben beim sphärischen Spiegel zu sehen zeigt sich eine SA mit recht großem Streukreis beim geometrischen Spot.
    Der Strehl ist aber so schlecht trotzdem nicht.


    Bei so schnellen und großen Triplets wie hier lässt sich ein deutlicher Gaußfehler nicht vermeiden.
    Das führt dann natürlich bei Wellenlängen abseits des Optimums zu subjektiv recht groß erscheinenden Spots.
    Auch wenn hier paar Strahlen durchaus relativ weit aus dem BS fallen konzentriert sich die überwältigende Mehrheit der Strahlen nach wie vor im BS, der Strehl ist also trotzdem sehr ordentlich.
    Wolfgang hat sich für 3 Wellenlängen 450 / 550 / 650 entschieden.
    Hier mal das von mir gerechnete und an die Messwerte des TS angenäherte korrekte Design bei diesen Wellenlängen.
    Oben hat Wolfgang mein Design drastisch verschlechtert.


    Nachdem Wolfgang offensichtlich bei dem im Astrotreff von mir veröffentlichten Design für APO2 (dem TS angenähert) der geometrische Spot zu groß erschien wurde dran rumgebastelt und die gesamte Korrektur versaut.
    Nebenbei diese hässlichen Quadrate in den Spots bei Ihm verschlechtern den Subjektiven Eindruck auch noch mal.
    Es werden mehrere Hundert Strahlen gerechnet.
    Die meinetwegen 600 die schön brav im Beugungsscheibchen landen und sich sogar vorrangig im Zentrum konzentrieren fallen in Relation zu ihrer Anzahl nicht auf.
    Die meinetwegen 60 die aus der Reihe tanzen stechen dann ins Auge.


    Der Preis dieser Manipulation von Wolfgang ist ein deutlich gestiegener Farblängsfehler


    Das manipulierte Design sieht dann mit R6 -2106,33mm so aus.
    Fokus 546nm
    SWD zu 486nm = -0,051mm
    SWD zu 656nm = +0,041mm
    Das Optimum der sphärischen Korrektur wurde auf 498nm verschoben und befindet sich damit weit vom Ideal entfernt.
    Die Folge der Strehl bei 555nm fällt auf 0,957


    Dieses manipulierte Design hat mit dem gemessenen Werten beim TS natürlich nichts mehr zu tun.
    Das von mir veröffentlichte Design für APO2 ist weder auf minimalen Spot noch auf minimalen RMS hin optimiert sondern es ist den Messwerten des TS angenähert und stellt daher nicht das Ideal dar.
    Es sind Fertigungsfehler im Design integriert!


    Aber es sollen für die Wellenlängen 450/550/650 auch mal die Spots für das korrekte Design gezeigt werden.
    Das Design mit Fokus auf 550nm hab ich auch noch mal beigefügt.


    [IMG:http://s7.directupload.net/images/111015/temp/zewwoknr.jpg]


    Um die Beurteilung der Spots zu erleichtern sollen diese auch mal für jede Wellenlänge einzeln gezeigt werden.
    Ganz wichtig zur Beurteilung der Abbildung der darunter stehende Strehl.


    [IMG:http://s7.directupload.net/images/111015/temp/rkbv6qon.jpg]


    Einmal mit Fokus auf die jeweilige Wellenlänge (Gaußfehler)
    Einmal mit Fokus fest auf 550nm (Gauß und Farblängsfehler)


    Das Optimum liegt bei 518nm.
    Wie kann es dort zu Strehl 1,0 kommen?
    Im Design sind für die Achse Koma und Asti vollständig korrigiert, es geht hier also ausschließlich um sie sphärische Aberration.


    Weiterhin bestehen bei diesem Design keinerlei sphärische Fehler höherer Ordnung (Zonenfehler), das ist nicht immer so, auch nicht immer im theoretischen Design.


    Gibt es also keine Zonenfehler und die Optik ist bei Wellenlänge a unterkorrigiert und bei Wellenlänge b Überkorrigiert gibt es logischerweise dazwischen einen Punkt an dem die sphärische Korrektur perfekt sein muss.
    Das ist bei APO2 eben bei 518nm der Fall.


    Wird also bei einer Optik mit keinerlei SA höherer Ordnung was natürlich nicht in der Praxis vorkommt unter Betrachtung ausschließlich der sphärischen Korrektur und Ausschluss aller anderen Fehler ein schlechter Strehl ermittelt heißt da nur das nicht bei der Wellenlänge gemessen wurde wo diese Optik ihr Optimum hat.


    Grüße Gerd

  • Hallo Gerd,
     
    so verschieden sind offenbar die Oslo und ZEMAX Ergebnisse gar nicht.
    Zur Optmierung von Spot-Diagrammen bietet ZEMAX an: RMS/Wavefront oder PTV/SpotRadius.
    In unserem Fall wähle ich die zweite Variante.
     
    Nach meinem Verständnis sollte das Spotdiagramm zumindesten im Fokus auf der Achse
    sich für die Hauptfarbe Grün innerhalb vom Airy-Scheibchen abspielen, und die Abweichung
    der anderen Farben der Thomas Back APO-Definition genügen. Siehe deshalb die unteren Beispiele.
     
    Ganz allgemein: Wenn Du nämlich die Spot-Diagramme grundsätzlich in Frage stellst, indem
    diese erst wieder richtig interpretiert werden müssen, wäre das das Gegenteil von dem, was
    ich seit mindestens 30 Jahren kennengelernt habe und über das Buch von Rutten/Venroij
    Deine Version so auch nicht bestätigt werden kann..
     
    Das Beispiel mit dem Kugelspiegel ist deswegen schief, weil der grundsätzlich auf der opt. Achse
    im Fokus sphärische Aberration hat. Nimm doch einen Parabol-Spiegel, das würde sehr viel
    besser passen.
     
    Bei einem APO haben wir dann mehr oder weniger deutlich den Gaußfehler zu "verkraften",
    was bei einem TOA von Takahashi sehr klein sein kann.
     
    In meinem konkreten Fall hätte ich gerne eine Entsprechung zum Artificial-Sky-Testbild bei
    500-facher Vergrößerung zu den Spotdiagrammen, bei 0 mm, 10mm, 20mm und 30 mm Felddurchmesser.
    Da interessiert mich, wie die Spot-Figuren bei Oslo aussehen.
     
    Zwei der üblichen Spotdiagramme, mit denen die Qualität von APOs beworben wird:
    In beiden Fällen finden die Fraunhofer'schen Spektral-Linien Eingang, offenbar eine bekannte Konvention.
    a) Ludes, TMB 100/800 von LZOS, wie ich hier einen habe. Maßstab ist in jedem Fall der Airy-Scheibchen-Durchmesser
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/@tmb-rohr16.gif]
     
    b) Auch hier, auf der Seite von Teleskop-Service, der gleiche Sachverhalt: Bezugs-Größe ist das Airy-Scheibchen.
    Mich würde deshalb interessieren, ob Dein Design-Entwurf sich auf diese Qualität optimieren läßt.
     
    http://www.teleskop-express.de…info.php?products_id=2402
     
    [IMG:http://www.teleskop-express.de/shop/Bilder/shop/tsoptics/Refraktor/TL906/TSAPO906-SpotDiagramm.jpg]
     
    Siehe auch hier: http://www.orionoptics.co.uk/ODK/odk16spots.html
    Bei diesem Beispiel bezieht sich das Spotdiagramm auf die Pixel-Größe heutiger Astro-Kameras, deshalb das 10µ x 10µ Quadrat.
     
    [IMG:http://www.orionoptics.co.uk/Resources/odk16spots.jpeg]

  • Hallo Wolfgang,


    Zitat

    Nach meinem Verständnis sollte das Spotdiagramm zumindesten im Fokus auf der Achse
    sich für die Hauptfarbe Grün innerhalb vom Airy-Scheibchen abspielen, und die Abweichung
    der anderen Farben der Thomas Back APO-Definition genügen.


    das ist selbstverständlich bei APO2 der Fall.
    Ein Blick auf ein original Thomas Back Design ist sicher sehr aufschlussreich in Bezug auf die Bewertung einer SA im Spot.


    Hier die original Spots für einen 130 f/6 TBM, veröffentlicht von Markus Ludes.


    [IMG:http://bilder.apm-telescopes.de/images/artikel/77676_2.jpg]


    Ich bitte zu beachten.
    Das hier betrachtete Spektrum ist 480-644
    Meine Spots oben sind für 450-650
    Ich habe das Optimum absichtlichen auf 518nm gelegt
    Thomas Back hat es natürlich auf 546nm
    Daher ist APO2 im Blauen besser und im Roten schlechter.


    Zitat

    Ganz allgemein: Wenn Du nämlich die Spot-Diagramme grundsätzlich in Frage stellst, indem
    diese erst wieder richtig interpretiert werden müssen, wäre das das Gegenteil von dem, was
    ich seit mindestens 30 Jahren über viele Spotdiagramme erlebt habe und von Rutten/Venroij
    so auch nicht bestätigt wird.


    Ich stelle Spots natürlich nicht in Frage, nur zeigt jeder Fehler eben ein anderes Muster und muss daher bezüglich des Maximalen Streukreises auch dementsprechend anders bewertet werden.
    Deine Beurteilung in dieser Sache ist in Bezug auf einen reinen Defokus richtig.
    Hier sollte der Maximale Streukreis das Beugungsscheibchen nicht überschreiten.
    Liegt ein reiner Defokus vor fallen 100% des einfallenden Lichtes nicht mehr in den Fokus, er wiegt daher dementsprechend schwer.
    Anders bei einer sphärischen Aberration.
    Für die beste Abbildung fokussiert man so das der größte Flächenanteil den Fokus gut trifft (Minimum RMS), man landet also automatisch in der 0,707 Zone.
    Achs und Randnahe Strahlen können aber durchaus eine größere Aberration aufweisen und auch deutlich aus dem Beugungsscheibchen fallen.
    Trotzdem fällt bei Fokus auf die 0,707Zone die überwältigende Mehrheit der Strahlen sehr gut in den Fokus und damit schön brav ins BS mit deutlicher Konzentration im Zentrum.


    Eine SA ist daher bezüglich des maximalen Streukreises ganz anders wie ein Defokus zu bewerten weil eine ganz andere Strahlenverteilung vorliegt.


    Zitat

    Das Beispiel mit dem Kugelspiegel ist deswegen schief, weil der grundsätzlich auf der opt. Achse
    im Fokus sphärische Aberration hat. Nimm doch einen Parabol-Spiegel, das würde sehr viel
    besser passen.


    Ziel war zu zeigen wie sich eine SA im Spot bei Fokus Minimum Spot und bei Minimum RMS zeigt.
    Logischerweise muss ich da dann auch eine Optik mit SA nehmen.


    Lieg keine SA vor kann auch nicht auf unterschiedliche Zonen fokussiert werden da ja dann alle Zonen einen gemeinsamen Fokus haben.


    Zitat

    Bei einem APO haben wir dann mehr oder weniger deutlich den Gaußfehler zu "verkraften",
    was bei einem TOA von Takahashi sehr klein sein kann.


    Der TOA hat ein Cook Triplet mit 2 FPL53 Linsen und ist daher mit einem „normalen“ Triplet nicht vergleichbar.


    Zitat

    TOA: Cooke-triplet with FPL53 (convex) - BS7 (concave) - FPL53 (convex), with airgaps in the cm-range and hence more apt to cooling problems. Color correction extremely close to perfect also beyond the visual part of the spectrum (important mainly for digital photography).


    http://www.cloudynights.com/ub…lapsed/sb/5/o/o/fpart/all


    Hier last sich der Gaußfehler deutlich besser korrigieren.
    Die 2. FPL53 Linse kostet aber natürlich extra, besonders bei 150mm.


    Zitat

    In meinem konkreten Fall hätte ich gerne eine Entsprechung zum Artificial-Sky-Testbild bei
    500-facher Vergrößerung zu den Spotdiagrammen, bei 0 mm, 10mm, 20mm und 30 mm Felddurchmesser.
    Da interessiert mich, wie die Spot-Figuren bei Oslo aussehen.


    Kein Problem.
    Hier einmal inklusive der Bildfeldwölbung, hier ergibt soweit im Feld die Kombination Asti + Defokus das bekannte Oval wie es vom Sterntest einer astigmatischen Optik außerhalb des Fokus bekannt ist und auch auf diversen Aufnahmen mit Refraktoren ohne Flattener sichtbar ist.


    Und einmal mit rausgerechneter Bildfeldwölbung um die Situation zu zeigen wenn im Feld Nachfokussiert wird.


    [IMG:http://s14.directupload.net/images/111016/temp/w5ff37y3.jpg]


    Hier noch mal in einer anderen Auflösung.


    [IMG:http://s14.directupload.net/images/111016/temp/o4u4uftv.jpg]


    Zu den von Dir gezeigten Spots
    Der TBM ist ein 100 f/8 selbstverständlich hat der einen wesentlich kleineren Gaußfehler
    Was sich auch in den Spots zeigt.
    Ich verweise noch mal auf den TBM 130 f/6 oben.


    Zitat

    b) Auch hier, auf der Seite von Teleskop-Service, der gleiche Sachverhalt: Bezugs-Größe ist das Airy-Scheibchen.
    Mich würde deshalb interessieren, ob Dein Design-Entwurf sich auf diese Qualität optimieren läßt.


    Bei 150 f/7 nicht da gibt es einfach Grenzen des Machbaren.
    Auch Thomas Back kann bei 130 f/6 nicht zaubern wie zu sehen ist.
    Bei 100 f/8 und 90 f/6 erreiche ich selbstverständlich ebenfalls die gezeigte Korrektur.



    Grüße Gerd

  • Hallo Gerd,
     
    Die Luminosity Curve: Ein für mich ungeklärter Sachverhalt ist die Tag/Nacht-Empfindlichkeit eines Durchschnitts-Auges im Hinblick auf das Design von APOs.
    Die Hauptfarbe Grün kann somit nur für den Bereich 510 nm bis 555 nmm wave angegeben werden, obwohl in der mir bekannten Literatur die e-Linie dominiert,
    in der Praxis jedoch das Optimum meist zwischen e-Linie und d-Linie liegt, öfter im roten Spektrum, und sehr selten bei BlauGrün oder gar Blau. Wegen Schrumpfung
    der AbstandsPlättchen beim Zeiss B Objektiv über die Jahre, entsteht bei Grün eine Überkorrektur, die das Optimum ebenfalls ins lange Spektrum verschiebt.
     
    Das ist die Teleskop-Seite. Zur Befindlichkeit eines Durchschnitts-Auges wäre folgendes zu sagen:
     
    Bei Deep Sky Objekten hätte man zwar ein dunkeladaptiertes Auge, die Objekte hingegen liegen im roten Spektrum, wo unser Auge gar nichts sieht in der Nacht.
    Das beherrscht die Astro-Fotografie besser, die dieses Problem nicht hat. Bei Mond und Planeten hingegen dürfte mehr das Tages-Sehen in Frage kommen. Der
    letzte TOA, den ich hier hatte, war auf 510 nm wave optimiert. Ob das jedoch der Weisheit letzter Schluß ist, bin ich mir nicht sicher.
     
    Für die Sonnenbeobachtung genügt eine retouchierte Einzel-Linse für H-alpha, für Objekte im blauen Spektrum UV-Filter für die Fotografie, würde der Normal-
    Fall ebenfalls nicht passen. Fernrohre werden im Übrigen auch für die Naturbeobachtung gebaut und für andere Spezial-Anwendungen.
     
    Eine ausufernde Diskussion darüber, wo das spektrale Optimum bei einem APO liegen sollte, sehe ich daher eher kritisch. Dies auch in Zusammenhang mit
    der Poly-Strehl-Diskussion bzw. genauer der Vergleichbarkeit der jeweiligen Strehlkurven unterschiedlicher APOs.
     
    Der Unterschied in der Abbildung zwischen Fokus-Shift über den FLF und der SA sind mir geläufig, fällt aber idealerweise unter die gemeinsame Meßlatte des
    Airy-Scheibchens für alle Spektral-Farben, außer natürlich an den Rändern des Spektrums.
     
    Wie weit läßt sich Dein APO-Design-Entwurf denn noch optimieren?