Kosmos LW 90 Refraktor fast komplett

  • [FONT=Verdana, Arial, Helvetica]Hallo liebe Klassiker-Freunde,


    mir ist es nach längerer Suche und unter freundlicher Mithilfe eines Sammler-Kollegen endlich gelungen für meinen 1979er Kosmos LW 90 Refraktor die passende Montierung zu finden : eine schöne Lichtenknecker M60 Montierung in der finalen Baustufe 3, also mit Motorantrieb + Steuerung.




    Zwischen der Firma KOSMOS / Stutgart und Lichtenknecker Optics gab es in den 70er bis Anfang der 80er Jahre eine Kooperation. So wurden viele Lichtenknecker Teleskope unter dem Label Kosmos in Deutschland vom Kosmos Verlag Stuttgart angeboten.


    Das hier gezeigte Setup ist so ein Beispiel. Der Kosmos LW 90 Refraktor ( 90/1300 mm ) lief in Belgien als Lichtenknecker R90 Refraktor und war gleichzeitig der Einstiegsrefraktor in das System 64. Mein hier gezeigter Refraktor hat allerings noch einen FO 60 Auszug für 31 mm Okulare. Es liesse sich aber ein entsprechender System 64 OAZ nachrüsten.


    Interessant ist auch, das bei den Refraktoren der belgischen Varianten, die Objektive beschriftet waren - bei den deutschen Kosmos-Geräten nicht.


    Beim belgischen R90 Refraktor ist auf der Linsenfassung der Schriftzug "Lichtenknecker Optics AK 90/1300 mm" zu sehen, die Objektive für die Kosmos-Geräte waren selbstverständlich auch Lichtenknecker-Optiken, aber unbeschriftet !


    Hier kann man eine solche Objektiv-Fassung sehen :


    http://www.astro-foren.de/showthread.php?p=36651#post36651


    Meine Säule ist allerdings nicht original, sondern ein schäbiger Selbstbau von mir.


    Mit herzlichen Klassiker-Grüßen, Michael


    [/FONT]

  • http://www.astro-foren.de/showthread.php?p=27479#post27479

    In der Liste, lieber Michael, stand dieser FH-Refraktor mit einer RC_Indexzahl von 5.7 . Das entspricht nicht ganz
    der Farbreinheit eines Zeiss AS Objektivs. Eine Öffnungszahl von 15 war damals üblich, und man war damit sehr
    zufrieden. Die theoretische Auflösung liegt bei 1.53 BogenSekunden.

  • Hallo lieber Wolfgang,


    Danke für deine Einschätzung ! Darf ich mir die abgebildeten Tabellen evtl. für meinen persönlichen,privaten Gebrauch ausdrucken ?


    Ich suche ja immer nach alten Katalogen/prospekten von Lichtenknecker/Kosmos.


    MfG Michael

  • Hallo Michi,


    Ein wunderbares Gerät, Kompliment! Wenn mir damals nicht eines der ersten beiden in der Schweiz verkauften Celestron C-8 in die Quere gekommen wäre, hätte ich wohl so eins gekauft!


    Darf ich fragen, was für Okulare Du damit verwendest? Sind auch LK-Okulare dabei? Bis zu welcher Vergrösserung kannst Du (mit klarem Detail-Zugewinn!) bei der Beobachtung der Jupiteroberfläche gehen - mit andern Worten: Bei welcher Vergrösserung liegt das (erstens wohl RC-bedingte) Kontrast-Optimum?


    Ich hatte seinerzeit (vor dem C8) einen 76/1200-Refraktor der Firma Royal, Tokio (u.a. auch unter Tasco vertrieben). Bei jenem war das Jupiter-Oberflächendetail-Optimum mit einem 12.5er Okular (96x) zu erreichen. D.h. höhere und niedrigere Vergrösserungen zeigten weniger...


    Beat

  • Nur flüchtig - Aeppli war meines Wissens der erste, der in der Schweiz mit Meade handelte.


    Der erste Celestron-Importeur in der Schweiz (er bezog seine Geräte noch direkt bei Hans Vehrenberg in der BRD) war Ernst Christener in Bern. Bei ihm bestellte ich 1975 das (meines Wissens) erste C-8 in der Schweiz (mit noch unvergüteter Korr.Platte, und dennoch ein im Vergleich zu vielen heutigen sehr gutes Gerät), und das andere bestellte er für sich selber. Danach führte in der Schweiz für über ein Jahrzehnt kein Weg in den Celestron-Himmel an Christener vorbei. Erst nach ihm kam Wyss in Zürich zum Zuge.


    Gruss: Beat

  • Eugen Aeppli wird in dem Buch von Hans Rohr "Das Fernrphr für Jedermann" (5.Auflage 1972 Orel Füssli) als bedeutender Spiegelschleifer erwähnt. Aus der Astronomie-Zeitschrift Orion entnahm ich später einen Bericht zum 80 cm RC-System, das Aeppli für Arthur Sutsch südlich von Fribourg schliff. Durch dieses System habe ich in den 70-er Jahren einmal durchgeschaut.
    Später handelte Aeppli mit Meade Teleskopen und Spiegeln und noch später muß er wohl in die Türkei ausgewandert sein. Da ich auch schon 67 bin, stellt sich die Frage, ob er überhaupt noch lebt. Vom Spiegelschleifen verstand Eugen Aeppli was, auch wenn er glaubt, ich würde ihm Konkurrenz machen wollen.


  • Hallo Beat,


    zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mittlerweile mehr zum Sammler, denn zum übereifrigen Beobachter mutiert bin. Gerade im Verlauf des letzten Jahres liessen sich die wirlich ergiebigen Beobachtungsnächte fast an einer Hand abzählen und nun wurde auch noch unweit meines Standortes ein Kraftwerksbau vorangetrieben und nahezu vollendet . Man sollte gar nicht glauben, was es da neben der Licht- und Dunstverschmutzung auch für weitreichende thermische Beeinflussungen gibt !


    Bei den wenigen Jupiterbeobachtungen, die mir bis jetzt vergönnt waren, hatte ich persönlich den schönsten und noch knackigsten Eindruck mit einem 10 mm Okular = 130x.
    Darunter gibts weniger Details, darüber ist das Bild auch noch okay ( z.B. bei ca. 162x ) bringt aber nicht mehr Details. Mit einem 7 mm Okular bei dann 186x finde ich es persönlich nicht mehr so schön, weil mir dann doch schon etwas zu viel Farbe ins Spiel kommt, wobei dann m.E. auch die Schärfe schon sehr leidet ( Jupiter ), wobei mir die 186x hingegen am Mond auch noch Spaß machen.


    LK Okulare habe ich nicht, ich weiss diese auch schlecht qualitativ einzuschätzen, hatte aber mal schon eine ähnliche Frage hier gestellt.
    http://www.astro-foren.de/showthread.php?t=13205


    MfG Michael

  • Hallo Michael,
    gratuliere zu dem schönen Lichtenknecker!
    Ja, er hat schon tolle Sachen gemacht der Lichtenknecker. In vielen Dingen war er seiner zeit weit voraus, und Qualität war bei Ihm nicht nur ein Werbefloskel, sondern wurde dort auch realisiert. Ich bin in der glücklichen Lage, einen 6" / N15 FH von Lichtenknecker zu besitzen. Laut Wolfgangs Messung, hat der einen RC Wert wie ein Halbapo, und liefert wunderbare Bilder:-)


    Gruß
    Richard

  • Hallo,
    dass der "lütte" 90/1300er von Lichtenknecker/Kosmos auch heute noch ein schönes kleines Planetenrohr ist, konnte ich die Tage wieder bei den Jupiterbeobachtungen feststellen. Irgendwie sah Jupi im Kosmos LW 90 WESENTLICH schärfer und kontrastreicher aus, als im 127/1500er Skywatcher Mak. Vom Mak hatte ich mir eigentlich mehr erwartet ! Bei Vergrößerungen von 145x (Kosmos/Lichtenknecker ) bzw. 166x am Mak, hatte der Refraktor klar die Nase vorn. Selbst die helle Venus kam im Refri deutlich schärfer rüber, hier hatte der Mak allerdings den Vorteil einer "farbreinen" Abbildung, während die Venus bei ca. 145x im Refraktor schon einen deutlich sichtbaren violetten Rand hatte. Vielleicht muss ich mich nochmal mit der Justierung des Mak beschäftigen. Immerhin hatte meine selbstgebaute Taukappe aus Zinkrohr schon mal Vorteile in Sachen "Thermik" gebracht...
    Trotzdem, wenn ich so den direkten Vergleich sehe, bin ich vom Mak doch etwas enttäuscht - es war ein Gebrauchtkauf und ich hoffe, es lässt sich durch Justage noch etwas aus dem Gerät rauskitzeln-
    MfG Michael