Welches Teleskop als Astrofotgrafieeinsteiger?

  • Hallo Dominique, hallo Matze,


    Do: wie schauts eigentlich mit den Hyperions aus? Liegen knapp unter € 100.-, manchmal auch als Angebot günstiger. ............


    Hallo Winfried,
    nein, ich kenne sie nicht, habe sie mir nur auf einer Messe mal angesehen, jedoch fand ich als relativ anspruchsvoller Verarbeitungsfan diese nicht so dolle. Aber wohl dem Preis entsprechend gut. S.W. hat HIER einen wie ich finde guten Test geschrieben. Aber wie oft bei Baader, Preis-Leistung soll gut sein.

  • Hallo ihr Astroianer =)


    Sagt mal, kauft man Okulare eigentlich immer in einer Serie vom gleichen Hersteller?
    Oder mischt man das? Also 9mm Baader, 30mm Vixen usw.



    Die Hyperions sehen rein visuell recht gut aus, mal sehen ob ich die in Deutschland irgendwo
    testen kann.


    @Winfried: Gehört zwar nicht zum Thema aber trotzdem kurze Frage, wenn du Astrozeichnungen anfertigst, gehts du dann nach der Methode vor alles nur vorzuzeichnen und dann später zu vervollständigen? Oder bleibst du gleich dran und fertigst es komplett am Okular?


    Dominique: Ist es möglich, beim Astrogarten ein paar Okulare zum Test zu bestellen? Hast du da Erfahrungen?


    Liebe Grüße und euch gutes Wetter!
    Matze

  • Hallo Matze,


    meine Vorgehensweise ist mal so, mal so.
    Bei Deep Sky Objekten mache ich nur Skizzen, da das alles ansonsten zu lange dauern würde. Ich beschreibe die Objekte, mache "Kringel" und schreibe rein, wie das aussieht. Das mag falsch sein, ich weiß es selbst noch nicht (bin in dieser Hinsicht noch blutiger Anfänger). Bei Planeten (Jupiter mit Monddurchgang) muß man sofort ins Reine zeichnen, da bleibt nur ein kleines Zeitfenster und die Bänder und Monde bewegen sich zu schnell. Da muß man eine Uhrzeit sozusagen festhalten.


    Am Mond ist es ähnlich. Hier mache ich Skizzen, in denen ich Umrisse (Harter Bleistift), Verwerfungen am Kraterrand (hart) und Schatten zeichne (weich).


    Am Schreibtisch werden dann die Schraffuren und schwachen Schatten nachgezeichnet, weil ich das draussen noch nicht so gut kann. Da halte ich den Bleistift mit zu viel Druck, wohl auch aufgrund der (derzeitigen) Temperaturen.


    Orions Trapez ist direkt in einer Nacht entstanden. Zumindest das Trapez und die Sternabstände selbst. Außenherum wurde erst skizziert, dann am Schreibtisch ausgearbeitet.


    An M57 (Ringnebel) ging das nicht. Der entstand an zwei Abenden mit dem 14" Lomo-Dobson. Hier muß man genauestens hinschauen, um die feinen Strukturen und Verdickungen zu sehen. Das kann man im Nachhinein nicht mehr zeichnen, da käme zuviel Phantasie dazu...

    Liebe Grüße
    Winfried


    Wenn filmen so einfach wäre, dann hieße es "RTL"...

  • Hallo Matze,


    Quote

    Sagt mal, kauft man Okulare eigentlich immer in einer Serie vom gleichen Hersteller?


    keinesfalls, gerade bei den billigeren Okularen kommt es vor, daß die verschiedenen Brennweiten sich unterscheiden was Einblickverhalten und Abbildung angeht.
    So z. B. hier getestet:http://www.astro-okulare.de/uwan.htm


    Gruß
    Elmar

  • Muß noch was dazusagen, falls es jemand merken sollte:


    Die F-Komponente im Trapez habe ich INNEN gezeichnet, obwohl sie AUSSEN stehen sollte. - Sorry, aber ich habe sie so gesehen. Da hatte ich wohl einen Knick in der Optik, aber man sollte Dinge nicht anders zeichnen als man sie sieht, - wenns auch, wie hier, wohl verkehrt war!

    Liebe Grüße
    Winfried


    Wenn filmen so einfach wäre, dann hieße es "RTL"...

  • Hallo ihr Astroianer =)


    Sagt mal, kauft man Okulare eigentlich immer in einer Serie vom gleichen Hersteller?
    Oder mischt man das? Also 9mm Baader, 30mm Vixen usw.
    ...............
    Dominique: Ist es möglich, beim Astrogarten ein paar Okulare zum Test zu bestellen? Hast du da Erfahrungen?


    Hallo Matze,


    Elmar hat schon das schon beantwortet. Zur Ergänzung:
    Ein Okular selbiger Brennweite verschiedener Hersteller können unterschiedliche Leistungen aufzeigen. Das liegt zum einen am Design, sagen wir mal 10mm Plössel oder 10mm Erfle, sprich Weitwinkel und zum anderen am Aufwand.
    Letzteres ist auch innerhalb des Designs unterschiedlich. Sprich, wie weit bemüht sich der Hersteller die Bildfeldwölbung oder die Verzeichnung, den Restfarbfehler etc. eines Okulardesigns (Plössel, Erfle, etc.) zu beseitigen. Jede Rechnung ist ein Kompromiss und diese kann sich an unterschiedlichen Geräten unterschiedlich auswirken. Also keineswegs ist eine Serie von einem Hersteller die heilige Kuh. Man kann die Angelegenheit nur durch Testen und Erfahrungen anderer für das in Frage kommende Teleskop erfahren. In der Regel kann man aber grob richtungsweisend (pauschal) sagen, je mehr man investiert, je mehr Leistung bekommt man innerhalb der Leistungsdisziplinen. Hierbei sollte man nicht den Fehler machen, wie ich finde, nur die Glaskomponente der Okulare zu betrachten. Die Verarbeitung des Grundkörpers spielt hier mit ein. Sprich Filtergewinde, deren Maßgenauigkeit, auch die der Okularhülse (da gibte es nette Toleranzen), Innenschwärzung, Beschriftung und und und.


    Ja, Herr Kloth vom Astrogarten hat mir netterweise schon mehrmals Zubehörteile zum Testen vor dem Kauf ausgehändigt. Er führt auch z.B. die erwähnten LVW von Vixen. Leider hat Herr Kloth aber den Nachteil, wenn er Okulare bestellt, muss er sie behalten, er hat kein Umtauschrecht, zumindest bei einem Lieferanten. Bei Pentaxokularen bedient er sich einem Testkoffer, der alle Okulare beinhaltet. Ein original verpacktes Pentax Okular darf nur vom Käufer/Besitzer geöffnet werden. Nicht einmal Herr Kloth öffent die Verpackung. Bei allen meinen Pentax so abgelaufen. Aber das ist ja nicht das Thema.
    Fazit: Sprich ihn an oder komm mal hier vorbei, wir können mal einen Termin mit ihm vereinbaren-netter Kerl und sehr feine Kundenbetreuung. Sehr empfehlenswert.

  • Hallo Kometensucher!


    Elmar: Danke für die Antwort und den Link, das ist sehr interessant!


    Dominique: Danke für die Infos und ich bin am 17.Mai wieder in Deutschland, dann können wir gerne einen Termin vereinbaren. Danke für das Angebot=)



    Gestern konnte ich mich super dem Orionnebel mit einem größeren Fernglas annähern =)
    Atemberaubend!



    Grüße
    Matze

  • Hallo Dunkelsüchtige,


    gestern habe ich von einem Bekannten ein Teleskop zum Angebot bekommen.


    Bresser Teleskop N 203/1000 Messier OTA


    für 200€. Ich habe allerdings Bedenken, weil es eine größere Brennweite hat und auch ne ziemlich große Öffnung. Ist das trotzdem Anfänger geeignet? Ist auch erst ein paar Monate alt.


    Qualitativ soll Bresser ja gut sein, gibt es da irgendwelche Erfahrungen von euch?


    Würde mich über eure Antworten freuen =)


    Grüße
    Matze

  • Hallo Uwe =)


    das da keine Monti bei ist, hat er mir gesagt. Aber mich würde interessieren, wie das Gerät an sich zu bewerten ist. Denn wenns vernünftig ist, kann man bei 200€ nicht viel falsch machen denke ich, oder?



    Grüße
    Matze

  • Hallo,

    Ich habe allerdings Bedenken, weil es eine größere Brennweite hat
    und auch ne ziemlich große Öffnung. Ist das trotzdem Anfänger geeignet?


    beides spricht nicht gegen die Eignung für Anfänger. Die größere Öffnung ermöglicht es, mehr Details zu erkennen (Auflösungsvermögen sowie maximal sinvolle Vergrößerung). Die größere Brennweite hat Einfluß auf die Okularauswahl beachtet werden. Das Öffnungsverhältnis mit F/5 ist für Newtons normal.


    Als Anfänger muss man in erster Linie darauf achten, nicht von Unzulänglichkeiten des Gerätes frustiert zu werden. Das betrifft aber nicht Öffnung und Brennweite, sondern eher die Mechanischen Eigenschaften sowie die Qualität der Optischen Elemente sowie das Gewicht und die Kompliziertheit des Aufbaus des Systems.


    Ein 8 Zoll Dobson (oft vorgeschlagen) ist hier in vielen Punkten das ideale Einstiegsgerät (Gutes Auflösungsvermögen, schnelle Einsatzbereitschaft, intuitive Bedienung). Nur Fotographie ist schwierig damit.


    Mein Tipp wäre: soviel Öffnung, wie du bezahlen kannst, unter Berücksichtigung von Gewicht, Transportabilität und Stabilität. Außerdem muss man sich grundsätzlich zwischen Dobson und parallaktischer Moniterung entscheiden.


    Grüße


    Christoph

  • Hallo Christoph =)


    da ich erstmal fotografisch arbeiten möchte hatte ich Bedenken wegen der etwas längeren Brennweite. Mit der Öffnung ist es halt wie in der Fotografie denke ich =)


    Es wird auf jedenfall parallaktisch montiert.


    Danke für die Tipps! =)


    Grüße Matze

  • Hallo,


    also die reine Brennweite ist nicht das entscheidende. Die hat zwar Relevanz für die Bildgröße im Primärfokus, aber dazu gibt es dann ja Brennweitenverlängernde und Brennweitenverkürzende optische Baugruppen (siehe Barlow, Reducer). Du kannst aber auch über eine Okularprojektion schöne Bilder machen. Bei einem 200/1000 System hast Du das gleiche Öffnungsverhältnis, wie bei einem 100/500 System - nur die Auflösung ist besser.


    Ob du für 200€ bei dem bresser was falsch machen kannst, hängt davon ab, wieviele 200€ du hast. Wenn das nicht so viele sind, würde ich eher abwarten. Wenn das sehr viele sind, kannst Du mit dem Gerät sicher viel lernen bevor Du dann ein anderes kaufst.


    Grüße


    Christoph

    [SIZE="1"]Hofheim 12'', PST CaK, C11[/SIZE]

    Edited once, last by lcer: 1000 > 500 vertippt! ().

  • Hallo =)


    Okay also wäre das mit der Brennweite also auch nicht wirklich ein Problem.
    Ich verfüge über nicht all zu viele 200€s ;) Deswegen denke ich bist du mit dem Warten
    da sehr Richtig =)



    Danke! Grüße
    Matze

  • Quote

    Bei einem 200/1000 System hast Du das gleiche Öffnungsverhältnis, wie bei einem 100/1000 System - nur die Auflösung ist besser.


    Hallo Winfried,
    also, irgendwie kapier ich das nicht ganz. Öffnungsverhältnis ist doch Öffnung durch Brennweite, oder? also o = D/f
    Du behauptest doch jetzt 200/1000 = 100/1000 also 0,2 = 0,1 ?
    Liegt das an dem Einfluß der Raumkrümmung ?
    Oder doch nur am Wein :whistling?


    Gruß
    Elmar

  • Hallo Winfried, hallo Elmar,


    ich hatte mich vertippt! da stand erst 200/1000 und 100/1000 was Winfried bemängelte.
    Es sollte aber 100/500 heißen. Hab es zwischenzeitlich korrigiert.


    Sorry für die Verwirrung.


    Grüße


    Christoph

  • @Matze:
    Mit einem 200/1000 Newton auf einer HEQ5 bewegst Du Dich meiner Meinung nach fotografisch schon arg im Grenzbereich. Ein Brennweiten-Reducer funktioniert beim Newton nicht, das haut von der Fokuslage her nicht hin. Wie möchtest Du guiden? Leitrohr? OAG? Was würde denn insgesamt an Gewicht zusammenkommen?
    Ich würde das nicht machen, aber vieleicht findet sich jemand der mit dieser Kombination erfolgreich ist/war. Ich lass mich gerne eines Besseren belehren....


    Gruß
    Elmar

  • Hallo Sternengucker!


    Also ich würde denke ich erstmal mit nem OAG guiden. Dazu kämen dann noch die Teile die fototechnisch ans Teleskop müssen, sowie meine kleine Eos 600d ( meine 5d ist zu schwer).
    Also denke ich so ca. 3kg maximal. Das eigentliche Rohr evtl so 6-7kg mit Rohrschellen usw.
    Also maximal 10kg alles in allem.


    Ist die Kalkulation verständlich? Oder ist da ein Fehler drin?



    Liebe Grüße
    Matze


    P.S. Gestern war der Polarstern ein unglaublicher Anblick, hat fast ausgesehen als ob er pulsierte.