Hallo Freunde der Nacht

  • ich bin neu hier im Forum !


    Mein Name ist Frank und ich wohne Kleinblittersdorf im Saarland. Im Bereich Astronomie bin ich nicht mehr ganz so neu. Ich begrüße euch alle herzlich, ganz besonders Herrn Rohr. Ich hoffe auf einen fairen Umgang, viel interessante Themen und ne Menge Spaß miteinander.


    Herrn Rohr lernte ich vor einigen Jahren schon persönlich kennen, als ich Ihn zwecks Vermessung und Beurteilung meines damaligen Teleskops, Intes MK-66 daheim besuchte. Ich dachte, dort befindet sich mein Teleskop in den richtigen Händen, was sich auch bestätigte. Die Stunden die ich bei ihm verbrachte, erwiesen sich als angenehm, sehr interessant und informativ.


    Astronomie betreibe ich seit ca. 1974. Damals beobachtete ich mehr mit Kindesaugen durch einem Feldstecher, aber immer kontinuierlich und mittlerweile ziemlich ernsthaft. Mein erstes Teleskop bekam ich kurze Zeit später von meinem Patenonkel geschenkt.


    Es war ein Tasco 11T - 114/900 Newton samt Zubehör, auf einem Holzstativ mit parallaktischer Montierung, Gegengewicht und biegsamen Wellen für Feinverstellung in der Ra-und Dec-Achse. Ich war sehr stolz darauf, denn keiner meiner Freunde in meinem Alter, hatte damals so etwas. Der Tasco Newton brachte für meine damalige Auffassung eine große Leistung, womit ich eigentlich gar nicht so falsch lag. Eigentlich ein gutes Einstiegsgerät. Es war es für mich als Junge, das wahrscheinlich größte Teleskop der Welt.


    Ich werde nie vergessen, als ich später mit meinen Freunden abends auf der Wiese stand und das Teleskop zum ersten Mal aufbaute. Wir waren alle total aufgeregt. Es war ja etwas ganz Besonderes, da wir uns am Himmel noch gar nicht so richtig auskannten. Als wir mit dem Aufbau fertig waren (von Einnordung der Montierung konnte keine Rede sein), schauten wir uns erst einmal die hellsten Lichtpunkte am Himmel an.


    Plötzlich war das Geschrei groß, Aufregung pur. Da ist doch etwas am Himmel zu sehen. Es ist länglich-oval. Es lag aber nicht am dejustierten Teleskop, welches vielleicht das Objekt länglich erscheinen ließ. Ich wußte damals noch nicht, daß ich einen sehr gut justierten Newton besaß.


    Da ich ein nur schwach vergrößerndes Okular im Auszug hatte, beschlossen wir, uns den "ovalen Stern" bei höherer Vergrößerung anzusehen, und gingen volle Vergrößerung voraus. Mit dem 4mm Okular war es recht schwierig, das Objekt der Begierde wieder in die Bildmitte zu bekommen. Kein Wunder bei der Hektik. Aber irgenwie schafften wir es doch. Da war es wieder.......mannohmann, war das aufregend. Da ist so ein "Ding mit einem Ring". Ich erinnerte mich sofort an ein Foto in meinem Astro-Buch. Wir hatten tatsächlich Saturn „entdeckt“. Richtig schön, mit deutlich sichtbarer Cassini-Teilung. Er war wunderbar anzusehen.


    Jeder diskutierte plötzlich wild herum. Die Aufregung der Kinder weckte das Interesse ihrer Eltern, und lockte sie sogleich aus den umliegenden Häusern. Sie kamen plötzlich alle zu uns gelaufen. Mittlerweile standen 15 Personen um das Telskop herum und jeder wollte natürlich Saturn bewundern. Es war die absolute Sensation an diesem Abend.


    Da fiel mir plötzlich ein, daß sich in meiner Teleskopkiste ja noch eine Barlowlinse befand, mit der man die Vergrößerung verdoppeln könnte. Also beschloß ich, diese Linse einmal auszuprobieren. Es wurde natürlich immer schwieriger, Saturn in Bildmitte zu halten, zumal die Montierung (heute weiß ich es), nicht richtig eingenordet war und die Hände zitterten. Aber irgendwie schaffte ich es trotzdem. Es war phänomenal. Saturn präsentierte sich riesengroß, zwar nicht mehr ganz so scharf, aber immer noch recht gut mit deutlich sichtbarer Cassini-Teilung und einigen Strukturen. Es machte jedenfalls riesigen Spaß, bis es auf einmal hieß: Bitte reinkommen Mr. Spock und schlafen gehen.


    Natürlich hatte ich wenig Lust ins Bett zu gehen, aber was sein muß, muß eben sein. So packte ich alles langsam zusammen und begab mich zufrieden nach Hause. Es war ein richtig schöner und erfolgreicher Abend, mit First - Firstlight, einmal für mich und einmal für den Newton, der sich fest in mein Gedächtnis gebrannt hat. Ich erinnere mich immer wieder gerne daran. Dem Astro-Hobby bin ich bis heute treu geblieben, mal mit ein paar längeren Pausen dazwischen, aber dennoch.


    Da mich Hobby´s die mit Optik zu tun haben, immer schon stark interessiert haben, gehört auch der Bereich Mikroskopie und Fotografie zu meinen Interessensgebieten. Sie lassen sich wunderbar miteinander kombinieren. Weil ich gerne baue und bastele, denke ich, daß ich hier im Forum richtig bin.

    Mittlerweile besitze ich ein Maksutov-Cassegrain Teleskop Alter M703 del. 178/1780, einen ED APO-Refraktor 127/952, einen chinesisch-achromatischen Refraktor 120/1000, einen chinesisch-achromatischen Farbwerfer 80/400, ein optimiertes Lidl-Scope und einen Tasco Refraktor 60/900. Als Montierungen nutze ich zwei optimierte EQ-5, 1 Vixen NP, eine optimierte Vixen SP und eine GIRO 2 Del. TV. Da ich sehr gerne Planeten mit dem Binokularen-Ansatz beobachte, brauche ich natürlich immer zwei Okulare von der gleichen Sorte.


    Mein ehemaliger Tasco Newton, der immer noch funktioniert, steht seit ein paar Wochen bei einem guten Freund von mir, dessen Kinder dieses Gerät nun nutzen. Mal sehen........


    ........und kürzlich kam noch etwas interessantes zu meiner Astroausstattung: Ein schöner, historischer Messing-Refraktor 71/1150. Mehr dazu, demnächst in einem neuen Thread unter „Historische Teleskope“.


    Viele Grüße und
    CS, Frank

    Wenn Du auf deinem Astrofoto nichts erkennst, könnte das an der Bathinovmaske liegen, die noch vorm Objektiv ist.

  • Hallo Frank,
    herzlich Willkommen im Forum. Bei deinem schönen Bericht fühle ich mich richtig "zu Hause". Ich habe ebenfalls so angefangen, mit einem Tasco 114/900 in einer dunklen Ecke hinter meinem Elternhaus. Meine Nachbar war leider nicht so begeisterungsfähig. Sternegucker war Spinner. Heute habe ich eine eigene Sternwarte. Den 114er habe ich aber leider nicht mehr.
    Viele Freunde mit der Astronomie.

  • Hallo Frank!


    Willkommen im Forum!
    Es ist immer wieder interessant zu lesen, wie sich die langen Astro-Karrieren ähneln! Aber genau so interessant ist es, wie einmalig dann jede auch wieder ist...
    Viel Spaß hier!


    Michael

  • Hallo Hubert,
    danke der Willkommensgrüße. Schön, daß ich nicht alleine bin mit meiner Geschichte. Ja, der Tasco Newton, das war damals so die Marke, die in der Konsumerklasse die Runde machte, obwohl die nicht gerade billig waren. Aber die Dinger waren nicht schlecht. Jedenfalls war der Markt damals noch nicht so mit Teleskopen überschwemmt. Made in Japan hatte damals einen sehr guten Ruf. Und nicht nur bei Teleskopen. Ich empfinde es katastrophal, wie Teleskope im Moment vermarktet werden. Man hört nur noch "Strehl" und "farbfehlerfrei". Da machte ich mir damals gar keine Gedanken drüber. Und wenn man schaut, wie unterschiedlich heutzutage Teleskope vermessen werden, weiß man bald gar nicht mehr was man noch kaufen soll. Mit den Okularen ist es das gleiche. Ich hatte vor kurzem zwei 4mm Planetary zur Probe. Es war schlicht und ergreifend katastrophal als ich durchschaute. Der Bildausschnitt schön groß und das Einblickverhalten recht gut....aber das Bild total flau und verwaschen. Kaum Kontrast. Ich verglich es sofort mit meinem einfachen Superplössl. Das Superplössel hat das Planetary komplett weggebügelt. Zwar war der Bildausschnitt nicht so groß und das Einblickverhalten nicht so gut, aber die Schärfe und Kontrast um Welten besser. Was nützt einem das alles, wenn die Bildqualität nicht stimmt. So etwas als Planetenokular zu verkaufen ist der Hammer. Aber das gehört jetzt nicht hierher in den Thread. Viel Spaß beim gemeinsamen Hobby.


    Deine Sternwartenseite werde ich mir mal genauer ansehen. Wir lesen voneinander....bis denne.


    Viele Grüße,
    Frank

    Wenn Du auf deinem Astrofoto nichts erkennst, könnte das an der Bathinovmaske liegen, die noch vorm Objektiv ist.

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  • Moin Frank!


    Willkommen im Forum! :D


    > mannohmann, war das aufregend. Da ist so ein "Ding mit einem Ring". Ich erinnerte mich sofort an ein Foto in meinem Astro-Buch. Wir hatten tatsächlich Saturn „entdeckt“. Richtig schön, mit deutlich sichtbarer Cassini-Teilung. Er war wunderbar anzusehen.


    Komisch - genau das gleiche Erlebnis hatte ich um 1978, als ich mit meinem Quelle-Spiegel, der baugleich mit dem Tasco 11T war, das erste Mal intensiver Saturn beobachtet hab'. Das war auch mein erstes Teleskop, und seitdem hat Saturn mehr als einen Sonnenumlauf hinter sich gebracht.


    Die Zeit, die rennt...

  • Hallo Frank!


    Willkommen im Forum!
    Es ist immer wieder interessant zu lesen, wie sich die langen Astro-Karrieren ähneln! Aber genau so interessant ist es, wie einmalig dann jede auch wieder ist...
    Viel Spaß hier!


    Michael


    Hallo Michael,
    vielen Dank! Ich denke, daß irgendwo immer eine Ähnlichkeit zu bemerken ist. Aber wie du schon festgestellt hast, genau so individuell ist auch alles wieder in den Einzelheiten. Das bringt Abwechslung mit rein, und man kann viel voneinander lernen. Besonders wenn man zum gleichen Thema mal andere Sichtweisen feststellt. Es ist jedenfalls ein faszinierendes Hobby. Es ist von allem ein Bißchen dabei. Von Optik, über Mechanik, Mathematik, handerkliches Geschick, Ausdauer, Geduld usw. usw.
    Ich wünsche Dir ebenfalls weiterhin viel Spaß.
    Viele Grüße,
    Frank

    Wenn Du auf deinem Astrofoto nichts erkennst, könnte das an der Bathinovmaske liegen, die noch vorm Objektiv ist.

    Edited once, last by polaris ().


  • Hi Winnie,
    so ist es, die Zeit rennt, wir rennen mit und die Augen werden immer schlechter. Dafür werden die Telekope immer besser -grins-. Vielleicht gibt es in ein paar Jahren Teleskope, die keine Glaslinsen mehr haben, sondern vom Aufbau her wie ein Elektronenmikroskop sind, in dem die Vergrößerungslinsen elektromagnetisch funktionieren. Keine Transmissionsprobleme mehr und keine Bildfehler. Wer weiß.....


    So ein Saturnjahr ist ziemlich lang, 29,46 Erdjahre. Aber dafür dauert ein Tag auf dem Saturn nur 10 Stunden 42 Minuten. Vielleicht erleben wir ja gute 3 Saturnjahre oder auch 4.


    Ja, die Quelle hatte eigentlich immer gutes Zeugs. Habe hier noch ein Objektiv: Revuenon Spezial 135mm/f/2,8 von Quelle. Ist gar nicht schlecht. Ich benutze es an meiner Canon DSLR zusammen mit einem Balgengerät zur Makrofotografie.


    Ich glaube, daß so einige Leute einen 114/900 Newton von damals ihr Eigen nannten. Er machte schon einiges daher und man kann ihn hier und da immer noch gebraucht finden.


    Viele Grüße,
    Frank

    Wenn Du auf deinem Astrofoto nichts erkennst, könnte das an der Bathinovmaske liegen, die noch vorm Objektiv ist.