Suche "etwas" zum Schnellspechteln

  • Guten Morgen Liebe Spechtelgemeinde!


    Ich suche ein Gerät um "mal eben schnell" oder für "5 Minuten" in den Himmel schauen kann.


    Meine Ausrüstung ist jetzt soweit komplett, um vernünftig zu beobachten, aber bei dem Wetter zur Zeit brauche ich ein Gerät
    um mal für 5 Minuten rausgehen zu können.
    Um Wolkenlücken auszunutzen.


    Eine Beobachtung mit meinem alten 10x25 Falt-Fernglas war nicht so schön ;-)


    Ich peile da einen Gebrauchtpreis von 50€ an.


    Nun bin ich aber Ratlos, was es werden soll. :unsure:


    1. Fernglas oder Spektiv, Fotostativ. Nur welche Vergrößerung und Optik? Was erreicht man mit 10x50 ?
    2. Kleinen Refraktor, Azimutal montiert. Kaufhausteleskope?
    3. Kleinen Newton, Azimutal montiert. Kaufhausteleskope?


    EDIT: 4. TS Voyager2 38-114 x 70mm Spektiv (MAK). Dieser würde zwar 70-90€ kosten aber wäre sowas nicht ideal für meine Anforderungen?


    Die kleinen Teleskope bekommt man über Kleinanzeigen ja bereits für unter 25€.
    Schön wäre bei einem "Nicht-Fernglas" eine 1,25" Steckhülse. Dann könnte ich das Zubehör vom "Großen" Teleskop nutzen.
    Ich erwarte natürlich keine Großartigen Details zu sehen.
    Das Finden von Sternhaufen oder großen Nebeln/Galaxien (ohne Details) reicht mir dabei.


    Ich hoffe ihr könnt mir da weiterhelfen.


    Mfg, CS


    S. Engel

  • Hallo S.Engel,
    kommt drauf an was du beobachten willst. Wenn du lieber Planeten beoachtest, empfehle ich Dir das Lidl-Scope 70/700 naja. nicht ganz 70mm (Skylux), da Du ja nicht viel Geld investieren willst. Das Ding ist sehr leicht und du bekommst es gebraucht wenn du ein bißchen suchst, incl. recht brauchbarer parallaktischer Montierung teilweise für unter 30 Euro. Ich selbst benutze ein optimiertes Lidl-Scope. Innen mit Velourfolie ausgekleidet, die Frontlinsen entspannt und richtig positioniert. Es hat jetzt eine gute Abbildungsqualität. An den Billigteleskopen muß man meistens selbst Hand anlegen, bevor sie gute Leistung bringen. Das heißt aber nicht, daß die teuren Teleskope immer gut eingestellt sind. Da gibts auch ne Menge "Gurken".


    Wenn du lieber ein wenig Deep-Sky (Nebel/Galaxien) gucken willst, kann ich Dir zu einem kleinen Newton, dem Pluto-S von Bresser raten. Gib mal bei Ebay-Kleinanzeigen "Bresser Pluto S Reflektor Teleskop" ein. Da ist einer für 60 Euro mit Montierung drin. Der hat einen 114mm Spiegel und ne Brennweite von 500mm. Ich hatte ihn auch mal zum Test. War gar nicht so schlecht das Ding.


    Ich selbst benutze für Schnellspechtel-Deep-Sky einen kleinen Skywatcher Refraktor 80/400. Der macht mir persönlich absolut viel Spaß für Spaziergänge durch die Milchstraße und wiegt wirklich nicht viel. Den kannst du gebraucht auch schon für 50 Euro bekommen. Und wenn du einen guten erwischst, kannst du damit auch recht gut Mond und ein bißchen Planeten beobachten. Für hohe Vergrößerungen ist er natürlich wegen des Farbfehlers nicht so gut geeignet.


    Den "Kleinen" kannst Du aber auch noch abblenden, indem du die Objektivschutzkappe drauflässt und den kleinen Deckel daran entfernst. Dann hat er viel weniger Farbfehler, bringt natürlich bei etwas über 40mm Öffnung nicht mehr so viel Licht. Aber z.B. den Mond kann man sich so recht gut ansehen. Er er liefert richtig justiert, ein sehr scharfes Bild mit nadelfeinen Sternenpünktchen. Meiner zumindest. Siehe mein Avatar-Bild, ist zwar nur sehr klein, aber es wurde mit dem kleinen 80/400 aufgenommen. Zur besseren Ansicht habe ich es Dir noch in größer hochgeladen.


    Bilddaten: M45 Januar 2006 - Handguiding-) sieht man !! - Montierung war ne EQ 5 - Leitrohr: Lidlscope - Nachführsystem: Vixen GA-3 - Kamera: Canon EOS 10D - 16x300 sec. - ISO 400 - gestackt mit Fitswork - Farbbalance mit Photoshop.


    Gruß,
    Frank


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    Wenn Du auf deinem Astrofoto nichts erkennst, könnte das an der Bathinovmaske liegen, die noch vorm Objektiv ist.

    Edited once, last by polaris ().

  • HallO!


    Der Großfeldrefraktur schaut schon nicht schlecht aus. Allerdings scheinen den nicht viele abzugeben :-)
    Und was ich da noch als Problemchen sehe ist die hohe anforderung an Okularen.
    Mein Fundus ist da recht günstig und für meinen f/8 Newton völlig ausreichend, aber für den Refraktor könnte das unschön sein.


    Eine alternative, auf die ich hingewiesen worden bin, ist der KSON MiniDobson 80/500. Der wäre für 65€ Neupreis sehr interessant.
    Leider ist dieser Ausverkauft. :-(


    Eine weitere möglichkeit, die ich gefunden habe, ist der TS Voyager (1!). Das Gerät gibt es von einem Händler noch zu kaufen für 80€.
    Dieses Spektiv hat ein eingebautes Zoom-Okular für 25x bis 75x Vergrößerung. Ebenfalls MAK mit 70mm. Aber f/7,5.
    Und es gibt einen Okularadapter um 1,25" Okulare einsetzen zu können. Das Sehfeld wird mit bis zu 1,9° angegeben. (Mit Super Plössl auch 2,3°)


    Soweit so gut :)


    Mfg, cs


    S. Engel

  • ich sehe schon, du hast ja trotzdem Deine Vorstellung vom Deinem zukünftigen Teleskop und kommst bestimmt alleine zurecht. Die Auswahl ist ja recht groß. Also, viel Glück bei der Suche.
    CS,
    Frank

    Wenn Du auf deinem Astrofoto nichts erkennst, könnte das an der Bathinovmaske liegen, die noch vorm Objektiv ist.

  • Moin Sebastian!


    Großfeld-Refraktor heißt Großfeld-Refraktor, weil er zum Beobachten von großen Feldern bei niedrigen Vergrößerungen gedacht ist. Nix mit Planeten! Ein 80/400er ist ein Superteil, um große Sternenfelder abzugrasen. Dazu reicht auch ein günstiges TS-WA. So habe ich jahrelang beobachtet, und ich vermisse immer noch den kleinen Refri, der so wunderbar in den Okularkoffer und auf's Fotostativ paßte. Das Gerät war einfach immer dabei.
    Von den Pluto/S-Newton hatte ich nacheinander 4 Stück bisher, der Letzte kostete mitsamt EQ-1 schlappe 20 EUR auf dem hiesigen Flohmarkt. Ja, auch mit der Optik kann man schnell mal mit wenig Vergrößerung herumschauen. Ich würde aber trotzdem zukünftig auf die parabolisierte Version (Skywatcher) vorziehen, denn beim Pluto ist die sphär. Aberration enorm - das ist übrigens ein sphärischer f/4-Newton, der zudem sehr justageanfällig ist.


    Wenn Du eine Schnellspechtel-Optik suchst, dann nimm einen 4" Mak oder einen 4" Richfielder und setz das Ding auf eine Vixen-Porta oder ähnliches! So bringt die Sache erst richtig Spaß!


    Meine Schnellspechtel-Optik ist ein 90/900er FH auf besagter Porta. Diesen Refri kann ich gegen meinen 120er f/5 Richfielder austauschen, wenn mal mehr Feld oder Licht erforderlich ist. Ansonsten benutze ich den 120er auf einer kompakten dobson-ähnlichen Fensterbank-Montierung.

  • Hallo zusammen,


    ich habe zurzeit den besagten Mini Mak (70mm Spiegel, 520mm Brennweite, 25x bis 75x Zoomokular) hier.
    Also so schlecht wie er in den Foren erwähnt wird ist er nicht. Allerdings auch nicht so gut wie ich es mir erhofft hatte.
    Dazu kommt noch die Zusätzliche Investition vom Fotostativ, 1,25“ Adapter und Sucher.
    Spätestens dann liegt das Paket bei 150€
    Also geht das Gerät zurück zum Händler.


    Neues Objekt der Begierde: Der von euch erwähnte Großfeldrefraktor. (80/400 Skywatcher auf EQ1.)
    Die Verzerrungen im Randbereich scheinen nicht so groß zu sein, wie ich es erst dachte. (Hab da Vergleichfotos gesehen)
    Und das komplette Set liegt bei ca. 130-150€. (Neupreis bei TS) Gebrauchte gibt’s im Moment nicht wohl nicht.
    Ist das ein gutes Zeichen, das den niemand abgeben möchte? 
    Kompakt ist das Ganze dann auch noch.


    Kann man das aktuelle Modell von TS gefahrlos kaufen?


    Edit: Als wenn es nicht schon schwer genug wäre: Für den Preis des 80/400er gibt es ebenfalls von Skywatcher einen 114/500 Newton mit Prarabolspiegel...


    Viele Grüße!
    S. Engel



    PS.: polaris: Ich suche die „Eierlegende Wollmilchsau“. Daher bin ich wohl ein wenig beratungsresistent gewesen. Deine Vorschläge nehme ich natürlich ernst und ich habe auch direkt nach dem lesen jeden Vorschlag „gegoogelt“.

  • hallo S. Engel,
    na ist schon klar. Das mit der eierlegenden "Wollmilchsau" ist nicht gerade so einfach. Irgendwo muß man immer ein paar Abstriche machen. Wie winnie schon geschrieben hat, ist der 80-400er sehr leicht und transportabel. Der passt incl. mehreren Okularen, Spiegel und Zubehör locker in einen Fotokoffer. Dann noch ne kleine Montierung dazu und schon hast Du ne Superschnellspechtel-Ausrüstung. Er ist jederzeit einsatzbereit, in jedem Urlaub dabei und hergeben werde ich den sicherlich nie - vielleicht vererben. Also, viel Spaß bei der Suche - wer die Wahl hat, hat die Qual.
    CS,
    Frank

    Wenn Du auf deinem Astrofoto nichts erkennst, könnte das an der Bathinovmaske liegen, die noch vorm Objektiv ist.

  • Hallo zusammen!


    Es ist nun der 80/400 Refraktor von Skywatcher auf EQ1 geworden.


    Der Versand von TS hat ca. 24h gedauert. *thumbsup*


    Unboxing: Es ist eine wahre Schachtelschlacht gewesen. Aber alles bestens gesichert. Ein kleiner „Schock“ war die EQ1. Irgendwie niedlich gegenüber der ADM.
    Aufbau: Wie beim Ü-Ei. Alle Teile ausbreiten und sinnvoll zusammenschrauben. Die Anleitung lag irgendwo unter nem Karton. Und wie beim Ü-Ei kam die Frage auf: Wohin gehört denn das jetzt??? Ein Blick in die Anleitung brachte auch keine Erkenntnis. Dabei handelte es sich um einen O-Ring. Ich glaube das er dort wo ich Ihn eingebaut habe, zwischen Sucherfernrohr und Halterung, etwas Sinn macht.


    First Light: Es gelang mir tatsächlich ihn direkt gestern zu testen. Eigentlich hätten Wolken da sein müssen. Dank dem konsequenten Leichtbaues ( ;) ) konnte ich das Gespann komplett aufgebaut runtertragen (aus 1. Stockwerk) und zur Schnellspechtelstelle schleppen und aufstellen.
    Danach noch kurz an der RA Achse entlang auf Polaris peilen und fertig.
    Der Himmel war sommerlich Hell, aber es waren trotzdem viele Sterne zu sehen. Die Grenzhelligkeit konnte ich leider noch nicht bestimmen.
    Meine Konstitution war eher schlecht zum spechteln, da ich recht spät von einem Geburtstag zurückkahm.


    1. Schwenk zum Mars:
    Ein Blick durch den Sucher zum groben Peilen, obwohl ich ihn nicht ausgerichtet hatte, zeigte im Oku schon den roten Punkt.
    25er „Super“ (?) zeigt viiiiieeeeel Himmel. Deutlicher Unterschied zum Spektiv. Das Bild war auch sehr hell. Wie der Himmel ja auch ;-).
    Die Sterne waren sehr scharf. Wie Nadelspitzen.
    10er „Super“ zeigte immer noch ein Großzügiges Feld. Der Rote Punkt wurde größer.
    10er + 2x Barlow: Der rote Punkt wurde nochmals größer. Eindeutig der Mars. Details gab‘s natürlich nicht.
    Das Nachführen klappte aber recht gut.


    2. Schwenk zum Saturn:
    Durch den Sucher anvisiert. Im Oku war er diesmal nicht. Muss ja noch ausgerichtet werden.
    Nach kurzen „rühren“ war er im Okular. Im 25er zeigte sich ein Ovaler Fleck. Ganz klar: der Saturn.
    Mit dem 10er war bereits der Ring zu erkennen. Ich meine sogar dass er sich abgesetzt hat.
    Mit Barlow: Man konnte gut die Ausrichtung des Ringes erkennen. Hier natürlich keine weiteren Details. (Klar bei 80x)
    Während des Beobachtens hatte ich noch die Stativ Beine voll ausgezogen. Auch damit konnte man gut beobachten. Bei 80x Vergrößerung dauerte das Ausschwingen lediglich 1-3s nach dem Fokussieren.


    3. Schwenk irgendwo Südlich:
    Auf gut Glück gerührt. Plötzlich tauchte ein trüber Fleck auf. Mit kleinerer Okularbrennweite wuchs auch der Fleck.
    Irgendwas hatte ich gefunden. Leider hatte ich keine Karten dabei und ich konnte nicht feststellen in welchem Sternbild ich mich befand.
    Also bleibt es dabei: Ich habe einen Fleck gefunden!
    Irgendwo in der Nähe habe ich sogar noch einen weiteren Fleck gefunden.
    Am Fleck habe ich dann noch mein Seben Zoom Okular ausprobiert. Bei 24mm war das Gesichtsfeld deutlich kleiner als beim „Wide Angle Super 25mm“ Okular. Die Abbildung war aber wieder super. Reingezoomt auf 8mm war das Gesichtsfeld wieder groß und die Abbildung immer noch super.


    Fazit: Insgesamt positiv. Das Gerät darf bleiben.
    Klein, Leicht, Günstig, Gute Abbildung und Ausbaufähig.
    Die Okulare sind nicht unterste Schublade, sondern liegen uschon unter dem Schubladenschrank. ;-)
    Die EQ1 ist ausreichend für das Gerät. Kleine Haken: Keine Schnellkupplung und die Montage der Ablageplatte über 3 kleine Flügelmuttern ist fummelig.
    Weiterer Nachteil: Aufgrund der kleinen Brennweite lässt sich das Teleskop in den Rohrschellen nur wenige cm vor und zurückschieben. Wenn Zenitprisma und Okular montiert sind, lässt sich das Teleskop nicht mehr Ausbalancieren und es dreht sich sofort nach lösen der DEC-Klemmung. Hier fehlt wirklich eine Schiene.


    Viele Grüße, CS!


    S. Engel