Anmerkung zu einem Zertifikat

  • Meade Apchromatic refractor AP 127/952


    Anmerkung zu einem Zertifikat

    Ein Foren-Mitglied hat diesen Refraktor gekauft. Offenbar wurde dieses Produkt unter verschiedenen Labels verkauft, da sich die
    Beschreibungen ähnlich und die opt. Daten identisch sind. Auf zwei der Händler-Seiten ist dieses Produkt nicht mehr lieferbar.
    Darum soll es in diesem Bericht auch gar nicht gehen. Auch nicht um die Frage, wie gut bzw. wie zufrieden der Sternfreund in der
    Praxis mit diesem APO ist. Gefragt wurde ich nach meiner Einschätzung, was ich zu diesem Zertifikat zu sagen hätte, das aus
    drei Seiten besteht - und nur diesem Wunsch komme ich hiermit nach.





    [IMG:http://rohr.aiax.de/Cer_00.jpg]


    Bei einem Test Report bzw. Zertifikat sucht man zuerst nach dem Datum (D), also wurde am 23.08.2008 dieser Report erstellt. Wer bzw. welche Firma (A) diesen
    Report erstellt hat, erfährt der Betrachter nicht - es wäre aber eine wichtige Information. Als Zuordnung gibt es unter (B) nur den Hinweis ED 127, also keine Serien-
    Nummer, und damit kann dieser Report auf alle ED 127 bezogen werden, wenn man will. Die Strehl-Angabe bezieht sich auf 632.8 nm wave, was bei einem Refraktor
    unüblich ist. Laut Definition sollte der Strehl-Wert bei einem APO mindestens 0.95 innerhalb der Hauptwellenlänge Grün sein: e-Linie 546.1 nm wave, oder aber
    bei 532 nm wave, oder aber 550 nm wave. Je nachdem welche Lichtquelle bzw. welchen Interferenz-Filter man benutzt. Ein Interferogramm aus diesem Spektral-
    bereich fehlt zunächst, weshalb das 2. und 3. Blatt angefügt ist. Die Surface map bzw. Wellenfront-Deformation zeigt zunächst eine torische Verformung quer
    zur blauen Diagonal_Linie was als Hinweis auf Astigmatismus aufgefaßt werden muß, entlang zur blauen Linie scheint Rest-Koma erkennbar zu sein. Was rechts
    oben die blaue Scheibe darstellen soll, läßt sich nur vermuten - eventuell ein seltsames Interferogramm.


    Blatt 1


    [IMG:http://rohr.aiax.de/Cer_01.jpg]


    In der Nähe der H-alpha Linie (C-Linie = 656.3 nm wave) also bei 632.8 nm wave wird nun ein Ziemlich perfektes Interferogramm gezeigt. Plötzlich springt der Strehlwert
    nur noch auf 0.94 zurück und statt einem PV Wert von 0.242 wave (oben) weist das 2. Blatt einen Wert von nur noch PV Wert von 0.410 wave aus. Man wird also
    förmlich animiert, das Interferogramm links oben auf dem nächsten Bild ebenfalls einmal auszuwerten. Dabei wurde auf diesem 2. Blatt der oberste Streifen gar nicht
    berücksichtigt, trotzdem unterscheiden sich die Meßergebnisse signifikant - siehe nächstes Bild.


    Blatt 2


    [IMG:http://rohr.aiax.de/Cer_02.jpg]


    Die Auswertung dieses Interferogrammes links oben auf oberem Bild liefert in meinem Fall 0.993 Strehl ab, auf der gleichen Streifen-Linie, wie das "Orginal". Nun erscheint
    mir meine Auswertung stimmiger, weil dieses IGramm weitgehend störungsfrei ist. Damit ist aber zugleich ausgedrückt, daß dieser APO sein Optimum im roten Spektrum
    hat und demzufolge in der Hauptfarbe Grün überkorrigiert reagieren muß, das beweisen viele Beispiel, unter anderem die unterste Übersicht von einem TSA 120/900, an
    dem ebenfalls das Optimum im roten Spektrum liegt und das kürzere Spektrum stetig überkorrigiert reagiert. In der Regel wertet man einen APO im grünen Spektrum aus,
    nur die Praxis folgt leider nicht immer der Theorie.


    [IMG:http://rohr.aiax.de/Cer_21.png]


    Aus diesem Grund besteht dieser Test Report aus einer weiteren Auswertung im grünen Spektrum bei 550 nm wave. Diese Wellenlänge läßt sich eigentlich nur mit
    einem engen Interferenz-Filter realisieren, bei einer Laser-Lichtquelle wären wir bei 532 nm wave. Viel interessanter ist aber nun die Fehler-Verteilung. Der niedrige
    Stehlwert entsteht aber nun nicht über die Überkorrektur, wie man sie bei Grün erwarten dürfte, sondern an einem erheblich größeren Koma-Anteil, und das ist
    schlicht unmöglich und nur erklärbar, wenn die Kollimation vor dem Planspiegel überhaupt nicht stimmt. Und da aus Blatt 2 und 3 keinerlei Zuordnung mehr
    erkennbar ist, könnte es sich sogar um ganz verschiedene Objektive handeln, deren Auswertung einer irrtümlich zusammengesetzt hat.
    Blatt 3


    [IMG:http://rohr.aiax.de/Cer_03.jpg]


    Bereits der Vergleich der beiden Interferogramm für 632.8 nm und 550 nm läßt vermuten, daß es entweder nicht das gleiche Objektiv, oder aber ein deutlicher Meßfehler
    diesen Test-Report deutlich in Frage stellt. Stellt man die Einzel-Fehler einander gegenüber, wie in folgender Übersicht, dann "stoplert" man in gleicher Weise über
    die Unterschiede: Der Coma-Wert sollte in beiden Fällen ähnlich sein, weil die Coma selbst bei unterschiedlichen Wellenlängen ähnlich groß sein muß, vor allem
    sollte sie in beiden Fällen gleiche Winkel-Orientierung haben, also nicht links mit 76.4 deg und rechts mit -133.2 deg. Es muß sich also um zwei getrennte Setups
    handeln, bei denen weder auf die Orientierung des opt. Tubus geachtet worden war, noch eine exakte Kollimation vor dem Planspiegel durchgeführt wurde. Beim
    Beispiel rechts hat man vermutlich gar nicht auf der Achse gemessen, weil es ausgeschlossen ist, daß das IGramm bei 632.8 nm wave kaum Coma hat und bei
    550 nm wave plötzlich heftige Coma - dazu bitte die unterste Bildreihe der Interferogramme vergleichen.


    [IMG:http://rohr.aiax.de/Cer_24.png]
    Wodurch unterscheiden sich denn nun die folgenden IGramme? Das Optimum liegt hier im roten Spektrum - passend für den Venus-Durchgang im Juni. Auf dem
    roten IGramm ist aber eine Rest-Coma in Form eines ganz flachen "S" erkennbar. Genau dieser Fehler zieht sich nun durch alle IGramme hindurch: Der linke Bogen
    der mittleren Igramm-Streifen ist etwas flacher gebogen als der rechte Bogen. Bei Rot bleibt dann nur noch das "S" übrig.
    Ausgehend von Rot nimmt die "M"-förmige Verformung der Streifen im kürzeren Spektrum zu, am deutlichsten bei Blau zu sehen. Damit drückt sich die Über-
    korrektur aus. Wäre das Optimum im Grünen, könnte man bei Blau eine "M"-förmige Verformung, bei Rot eine "W"-förmige Verformung erkennen. Dieser Fehler
    wird farbabhängier Öffnungsfehler oder Gaußfehler genannt.


    Im Vergleich des blauen IGrammes mit dem gelben IGramm wird man bemerken, daß bei Blau die mittleren Streifen am Rand nach oben abkippen, bei Gelb kippen
    sie nach unten ab. Damit drückt sich die Fokuslage der jeweiligen Farbe aus: Der blaue Fokus ist am kürzesten, der gelbe dagegen am längsten. Aus diesem
    Unterschied kann man über die Power den Farblängsfehler berechnen, wie er auf der Übersicht eingetragen ist.


    [IMG:http://rohr.aiax.de/Cer_22.png]


    Glaubhaft ist der obere Test Report aus mehreren Gründen nicht. Dem Verkäufer ist es entweder nicht aufgefallen oder es war ihm wurscht - Hauptsache verkauft.


    . . . . . . . .

  • Hallo Wolfgang,


    ich gehe aufgrund der Daten einmal davon aus, daß es sich um die gleichen Linsen handelt, die mein ES-127-ED auch hat. Die Daten 127/952mm (so exakt) lassen zumindest darauf schließen.
    Wenn dieses Gerät sauber kollimiert ist, ist es ein sehr guter ED-Refraktor, siehe dazu die vielfachen Tests von Uwe, Frank und mir gegen den TMB 115 und andere Geräte. Immer bezogen natürlich auf dessen Preis.

  • Hallo Winfried,


    ich darf an meine oberste Bemerkung erinnern, sie ist nachträglich R O T eingefärbt: Um den APO geht es überhaupt nicht. Danach hatte mich der Frank auch gar
    nicht gefragt. Es geht ausschließlich um die Glaubwürdigkeit des beigefügten Test Reports und der hat nun einige Ungereimtheiten im Angebot. Blatt 2
    widerspricht Blatt 3 - somit wäre dieser Test Report für die Katz - nicht aber der APO selbst !!!


    [IMG:http://rohr.aiax.de/@line4-1000.jpg]


    Folgender Umstand interessierte mich ebenfalls: Nimmt man das Orginal-Interferogramm, wie links oben auf dem Blatt 2 zu sehen ist, und wertet es mit Atmos Fringe
    aus (das Streifen Auswert Programm von Massimo Ricardi, das ich benutze) dann sollten eigentlich ähnliche bis gleiche Ergebnisse zu erwarten sein. Diese Auswertung
    unter Verwendung der gleichen Punkte, wie darunter in der zweiten Reihe zu sehen, liefert stark abweichende Ergebnisse in mehrfacher Hinsicht:


    Die Wellenfront-Darstellung ist hinsichtlich Coma in Y-Richtung ähnlich, Atmos Fringe zeigt mehr Details in der Fläche.
    Der Strehl-Wert bei Quick Fringe Ist 0.940 bei Atmos Fringe 0.993 - eine erhebliche Differenz, Defocus muß deaktiviert werden, spielt hier aber fast keine Rolle
    Der Wert für Astigmatismus ist ähnlich mit oben 0.04 bzw. unten 0.03
    Die Coma liegt oben bei 0.21 unten jedoch bei 0.076, was sehr viel wahrscheinlicher ist, betrachtet man das Interferogramm selbst
    Ähnlich ist wieder der Wert für Spherical: oben mit - 0.07 unten mit - 0.067.
    Scale mit 0.5 bei einem Autokollimations-Setup (= Doppelpaß) muß in beiden Fällen gleich sein.


    In der Summe weist Quickfringe sehr viel mehr Coma aus, was über das IGramm nicht zu rechtfertigen ist: Koma führt entweder zu einer "S"-förmigen
    Überlagerung der Streifen, wenn sie waagrecht liegt, oder zu einer bauchigen Verformung, wenn sie senkrecht liegt. Das ist in beiden Fällen nicht der
    Fall. Der Streifenabstand beträgt L/2 PV der Wellenfront. Damit stimmt der Strehl-Wert von Blatt 2 bei 632.8 nm wave nicht überein mit Blatt 1 Test
    Report und dem dortigen Strehlwert 0.9579. Es fällt deshalb schwer, zu glauben, daß hier nur ein Objektiv getestet wurde bzw. die drei Blätter über
    ein Objektiv entstanden sein sollen. Mit dem Objektiv haben diese Test-Blätter vermutlich gar nichts zu tun!


    [IMG:http://rohr.aiax.de/Cer_25.png]


    http://rohr.aiax.de/Koma-Figur.jpg
    http://rohr.aiax.de/Vergleich_Zernike.jpg
    http://rohr.aiax.de/RonchiStern01.jpg
    http://rohr.aiax.de/TOA_Feld20_01.jpg
    http://www.astro-foren.de/show….php?6659-Der-Zernike-Zoo
    . . . . .

  • Hallo lieber Wolfgang und alle anderen Forenmitglieder,


    wie hier zu lesen ist, hast Du wieder wie gewohnt, präzise Detektivarbeit geleistet. Meine Anerkennung !
    Vielen Dank an Dich, für die Einschätzung des Zertifikats, welches meinem Refraktor beilag. Es zeigt mal wieder, daß man sich auf Papiere in dieser Art, eigentlich gar nicht verlassen kann.


    Mir kam bei dem Testreport vom Grundsatz her, etwas komisch vor. Zumal der gemessene Strehl im "grünen" wo es wichtiger wäre, recht niedrig angegeben wurde. Im "roten" jedoch ziemlich hoch, was meiner Einschätzung nach, nicht zu der visuell, sehr guten optischen Leistung des Refraktors passte, obwohl der angegebene Gesamt-Strehlwert hoch ist.
    Damit könnte man zufrieden sein.
    Also musste ich jemanden befragen, der sich damit richtig gut auskennt. Wenn ein Zertifikat nicht zum jeweiligen Refraktor gehört, braucht man es auch nicht.


    Diesen Refraktor kaufte ich Anfang 2012 und konnte ihn fotografisch (Webcam) und auch visuell in Ruhe ausprobieren.Was er mir bisher am Himmel zeigte, stellt mich vollauf zufrieden.


    Das defokussierte Sternabbild intra- wie auch extrafokal ist schön rund und es sind jeweils sauber definierte Ringe zu sehen.
    Wobei beim Stern im Fokus, bei hoher Vergrößerung, immer an der gleichen Stelle, der erste Beugungsring zeitweise etwas offen ist und sich dann wieder ganz schließt.
    Das Airydisk ist aber immer komplett und rund zu erkennen. So wie ich es am Stern (Polaris) gesehen habe, wäre vielleicht ein ganz minimales Koma vorhanden, denn an der gegenüberliegenden Seite, der zeitweise offenen Stelle des ersten Beugungsringes, habe ich mehrere schwache Lichtringe bei ca. 450-facher Vergößerung im Fokus erkannt.


    Bei ca. 238-facher Vegrößerung, mit einem guten 4mm Okular, ist Abbbildung am Planeten Jupiter wirklich super definiert. In punkto Schärfe und Detailerkennung gibts nichts auszusetzen. Der Farblängsfehler ist verschwindend gering. Den Nebenmond Europa, konnte ich mit diesem Refraktor, schon bevor er seinen schwarzen Schattenpunkt auf Jupiter warf, als helles Lichtkügelchen am Rande, "vor" der Jupiterscheibe deutlich ausmachen.


    Saturn ist bei dieser Vergrößerung ebenfalls eine Augenweide. Die Cassiniteilung war auf Anhieb sauber erkennbar, sowie auch die Wolkenbänder, viele Details und die typische Ockerfärbung.
    M13 zeigt sich sehr sauber und ansatzweise schon gut aufgelöst. M57 hebt sich bei hoher Vergößerung sehr kontrastreich vom Himmel ab. Sterne werden nadelfein abgebildet. Es liegen noch einige Deep-Sky-Objekte in der Reichweite dieses Refraktors. Freue mich schon darauf, wenn das Wetter sich mal bessert.


    Am Mond lässt sich ohne merklichen Schärfeverlust, locker bis 180-fach vegrößern. Es geht auch mehr. Wenn ich jedoch den Baader 60-Grad Bino-Ansatz statt den Zenitspiegel verwende, dann verstärkt sich der Farblängsfehler durch den zusätzlichen Lichtweg, aber immer noch viel weniger als bei meinem 120/1000 Achromaten.
    Beim Synta 120/1000 Achromaten, verringerte sich bei der Benutzung des Bino-Ansatzes der Farblängsfehler stark, also genau umgekehrt wie beim Triplet APO.


    Ich habe auch ein Jupiter-Bild mit der Philips SPC 900 NC Webcam gemacht, welches die Abbildungsqualität des ED-Refraktors gut dokumentiert und dem visuellen Eindruck recht nahe kommt.


    Das Jupiterbild von der Webcam, habe ich hier noch in die einzelnen R-G-B Kanäle getrennt und in einer Bildkombination dargestellt. Man sieht dort, welche Bild-Details der Refraktor im jeweiligen Farbkanal zeigt.


    Die Verarbeitung des Refraktors ist recht hochwertig. Ein dickwandiger Alu-Tubus, der OAZ und ebenso die Taukappe. Sie wiegt über 1Kg und wurde deshalb von mir gegen eine leichtere Taukappe ausgetauscht.
    Die Lackierung ist von guter Qualität und nicht empfindlich. Der Okularauszug mit 1:10 Untersetzung lässt sich feinfühlig verstellen. Anfangs rutschte er bei Kälte durch. Ich zerlegte ihn, stellte ihn neu ein und seitdem rutscht er nicht mehr durch.
    Der beleuchtete 8x50 Sucher liefert ein recht gutes Bild ähnlich der 9x50 Sucher von Skywatcher. Das Triplet-Objektiv ist justierbar, aber mit Vorsicht zu genießen. Man muß genau wissen, welche Schraube, und wie man drehen muß. Also besser zu Wolfgang damit, bevor die Linse "knackt".
    Die Sucherbefestigung, auf einem drehbaren Ring, ist in der Position variabel - meines Erachtens zu weit hinten angebracht. Deshalb habe ich einen neuen Sucherschuh an der Tubusschelle angebracht. Ich brauche nun keinen Refraktor-Kniefall mehr zu machen.


    Fazit: Ein wirklich brauchbarer Refraktor mit Zubehör und einem stabilen Koffer, zu einem moderaten Preis, dessen Anschaffung sich lohnt. Dazu noch gut im PKW transportabel. Es ist zwar kein TAK, aber dafür kostet er ja auch weniger.
    Ich bin jedenfalls mit dem Refraktor zufrieden, auch ohne Zertifikat.


    Danke Wolfgang !!


    Viele Grüße und CS,
    Frank


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    Wenn Du auf deinem Astrofoto nichts erkennst, könnte das an der Bathinovmaske liegen, die noch vorm Objektiv ist.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von polaris ()

  • Vielen Dank , lieber Frank, für Deinen Bericht und die Bestätigung, daß es mir nur um den "Test Report" gegangen ist,
    der einen wertvollen APO , auch das passiert in der Szene öfter, durch "seltsame Beweise" in Mißkredit zu bringen
    scheint. Angesichts unserer allgemein verbreiteten Zahlengläubikeit gegenüber Strehl-Werten in Reports offenbar ein
    leichtes Spiel - Motto: merkt ja doch keiner . . . .:stupid:


    Wenn dieses Objektiv zentrierbar ist - und so ähnlich oder gleich funktioniert, wie ich das von dem Meade APO her kenne -
    dann läßt man am besten die Finger von den Zentrierschrauben. Perfekt wird die Zentrierung am Ende mit ganz kleinen
    Winkelschritten der Zentrierschrauben, und wenn man sie zu fest "anknallt", dann hat man einen wunderbaren Astigmatis-
    mus im Objektiv. Und das will keiner.


    Das Seeing würde seinen Ausdruck in der Bewegung des 1. Beugungs-Ringes finden:
    Seeing/Pickering Skala, Link1, Link2, Link3, Link 4;Pickering-Save

  • Hallo lieber Wolfgang,


    gern geschehen, ich danke Dir ! Jedenfalls bin ich froh, solch einen guten Refraktor bekommen zu haben.


    Am Besten verläßt man sich auf das, was man durch das Teleskop erkennen kann, falls man ausreichend Erfahrung hat, um es ein wenig beurteilen zu können. Ein Neueinsteiger wird damit wohl seine Probleme haben, da er ja keine Vergleichsmöglichkeiten hat.


    Es sei denn, man hat jemanden, auf dessen Testreport man sich verlassen kann. Ich kenne da jemanden........


    Auf der Pickering-Scala kann man schön die Auswirkungen auf den Beugungsring erkennen. Eine ziemlich realistische gif - Simulation. Interessante Links, die du hier eingestellt hast. Werde sie mir mal genauer ansehen.


    Ich habe Dir noch ein paar Fotos hochgeladen, auf denen Du gut erkennen kannst, an welcher Stelle die Objektiv-Justierschrauben meines Refraktors sitzen. Kannst ja mal mit Meade vergleichen.


    Ich lasse die Finger jedenfalls von den Justierschrauben weg. Falls so eine Justierschraube nicht präzise auf den jeweiligen Kunststoff-Justierring, stattdessen auf den Linsenrand drückt, und man dies nicht merkt bzw. sie zu stramm anzieht, könnte es Folgen haben, die man später bereut.


    Die Sicherungs-Madenschrauben der Schraub-Abdeckringe habe ich mit Veloursamt überklebt, da sie minimal überstanden und am Klemmring der Taukappe beim Aufsetzen leicht "schürften".


    Unter dem originalen Filz-Gewebeband, in der breiten, mittleren Nut der Objektivfassung, befinden sich große, rechteckige "Löcher", durch die man die Linsenränder sehen kann. Bei unvorsichtigem "andrehen" der Klemmschrauben der Tauschutzkappe und je nach Position der Tauschutzkappe, können diese dann, da sie relativ lang sind, dort auf die Linsenränder drücken.


    Denn genau in dieser Nut, befinden sich nach Aufsetzen der Tauschutzkappe die Druckpunkte der der Klemmschrauben. Ich habe deshalb genau dort, zum Schutz der Linsenfassung und der Linsen, einen dünnen, aber starken Edelstahlstreifen umlaufend eingelegt. So sollte nichts mehr schiefgehen.


    Falls der Refraktor trotzdem einmal durch irgendwelche ominösen Umstände dejustiert sein sollte, wende ich mich vertrauensvoll an Dich. Hatte ich ja schon einmal getan und es nicht bereut.


    LG,
    Frank


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    Wenn Du auf deinem Astrofoto nichts erkennst, könnte das an der Bathinovmaske liegen, die noch vorm Objektiv ist.