Mir im Süden... Ein Schwabe mit Problemen

  • Hallo,
    Habe mich zwar schonmal kurz vorgestellt... doch für die, die den thread nicht gelesehn haben:
    Ich heisse Dabiel, 27 Jahre jung, wohne in der nähe von Stuttgart und bin blutiger Anfänger... Ich habe ein 102/1000 Skywatcher Refraktor und dazu noch ein Okularkoffer mit Super Pössel Okularen...
    Mein Problem ist, ich kann keine Galaxie, kein Nebel und keine Sternhaufen oder sonstiges finden....
    Das Objekt das ich mal gerne beobachten/auffinden würde ist M31. Mittlerweile habe ich auch eine drehbare Sternkarte und 2 Atlase. Ich schau also in den Himmel, sehe das Sternbild und versuche es mit dem Teleskom an zu peilen... doch sobald ich durch das Talekop schau sehe ich nur noch Sterne, so dass ich die Orientierung verliere... viele "dunkle" Sterne dann mal wieder ein hellerer plötzlich ein ganz heller usw... Das es nicht einfach wird, die Geheimnisse des Weltalls zu erkunden war mir klar... doch das es so kommen wird hätte ich nicht gedacht...
    Ich weiss nicht an was es liegt... meiner Unwissenheit, der Lichtverschmutzung hier oder sonstigen Faktoren...
    Vielleicht gibt es hier ein paar Schwaben oder auch nicht Schwaben die mir etwas unter die Arme greifen können... Ein paar Kilometer zu fahren nehme ich gerne in Kauf um einen unvergesslichen Blick in den Nachthimmel zu erhaschen...


    viele grüße Daniel

  • Es gibt zwei Methoden, mit dennen du zum Ziel kommen könntest:
    - Du peist die Region an, wo die Galaxie steht. Da sie groß ist und in der Nähe eines mit bloßem Auge sichtbaren Sternes steht, sollte dies kein Problem sein. Ein Peilsucher à la Telrad ist dafür nötig.
    - Du peilst einen hellen Stern an, nimmst eine recht genaue STernkarte in die Hand (z.B. 10°x10° auf A4 ausgedruckt) und hangeslt dich von Stern zu Stern. Diese Methode eignet sich auch für sehr schwache Objkete an der Wahrnehmungsgrenze. Man muss es üben, es klappt nicht gleich.


    Wenn du inmitten der Stadt wohnst, kann es sein dass M31 schwer erreichbar ist. Als Maßstab kannst du nehmen: Du solltest die Sternkette, die von Mirach aus gen M31 geht, mit dem freien Auge sehen.

  • Hallo,
    Danke für die Antworten.


    Also die Sterne am Himmel stimmen mit denen von der Karte und dem Atlas überein :) also Irgendwo da muss M31 schon sein...
    Mir fällt das von "Stern zu Stern" hangeln etwas schwer, da ich so leicht irgendwie auf den falschen weg komme... Sehe durch das Teleskop dann sehr viele Sterne und verliere die Orientierung welche der Nächste Stern in der "Kette" ist zu dem ich soll.
    Dazu macht mir dann auch noch die Parallaktische Montierung etwas zu schaffen, dass ich in der richtigen "Spur" bleiben.


    Zu den Okularen:
    Ich hab ein 25er und ein 10er, die beim Teleskop Dabei waren (wirken eher billig).
    Dazu habe ich mir dann noch ein Okularkoffer mit:
    SP Okular 20mm
    SP Okular 17mm
    SP Okular 12,5mm
    SP Okular 6mm
    SP Okular 4mm
    Davon fange ich meine Beobachtungen immer mit dem 20mm an und wenn ich meine was zu sehen wechsel ich mal etwas durch... doch meist wird das Bild dann eher schlechter und ich setze das 20er wieder ein.


    viele Grüße Daniel

  • > und verliere die Orientierung welche der Nächste Stern in der "Kette"


    Du musst eine hellen Stern anpeilen und zunächst die nahe Umgebuung dieses Sternes in der Karte identifizieren: Also die schwachen Sterne drumherum erkennen. Dann hast du auch ein Gefühl für die Größenverhältnisse und wie weit es bis zum nächsten "Fixpunkt" ist.
    Wenn du einen Zenitspiegel benutzt, dann musst du dir seitenverkehrte karten ausdrucken, sonst wirst du wahnisnnig.

  • Hallo,


    ahhhh jetzt geht mir ein Licht auf :) danke dir! Ich denke das wird mich einen großen Schritt näher ans Ziel bringen :)
    Freu mich schon auf die nächste klare Nacht!


    viele Grüße Daniel

  • Hallo Daniel,
    vll. wäre, den ich bin ein wenig verwundert, ein Okular mit längerer Brennweite hiflreich, wenn nicht so oder so notwendig.
    Denn gerade M31 ist für Städtler doch relativ einfach und sollte auch für dich sichtbar sein, in welcher Intensität auch immer.
    Z.B. die recht günstigen SWAN oder gleichwertige, die dann mit Austrittspupillen um ~4mm noch nicht zu sehr aufhellen und mit einem SG von ~68-70° ein wahres GF von gerechnet 1,7° dir die Suche wesentlich erleichtern. ÜBERSICHT verschaffen.


    Ein Leuchtpunktsucher oder Telrad, also kein optischer Sucher, grob in die Richtung nach Karten wie z.B. Finder Charts of the Messier Objects, Volume 1 M1 Through M55 und der Erfolg sollte sich recht schnell einstellen. Ich finde dieses Buch leider nicht mehr im deutschen Handel, stattdessen nur neue Ausgaben von ultimativen Aufsuchbüchern,.tssss. :) Altliteratur aus den 80ern, die hatten´s drauf ;) Such mal bei ebay oder Amazon. Die Karten sind wasserfest und ideal für die schnelle Suche, da sie sich auf das Wesentliche konzentrieren. Siehe Bild für die ersten Eindrücke, das Geld lohnt.


    Viel Spaß weiterhin und besten......

  • Diese Karte eignet sich zum Starhopping am angegenen Teleskop nicht besonders.
    Das 20er Okular hat bei die ein wahres Gesichtsfeld von ca 1° Der Weg von Mirach zu M31 sind 8°, da kann man sich ganz schön verlaufen.
    Ich benutze Karten wie die beiliegende. Leider hat irgendjemand in meinem Sternkartenprogramm alle Kugelsternhaufen in M31 angeknipst, dass lässt sich nicht ausblenden - ein Programmfehler.
    Der Kreis in der Mitte des Bildes ist 1°, so viel siehts du also im Okular. Die Sterne sind in der Karte so dicht, dass du dich mit solchen 1°-Sprüngen vorhangeln kannst.
    [ATTACH=CONFIG]4098[/ATTACH]

  • Hallo,
    ... was würde ich nur ohne eure Hilfe machen... wahrscheinlich verzweifeln ;)
    Habe schon einige Sachen zu den Okularen gelesen... für mich klang das irgendwie immer je größer (mm) desto mehr seh ich vom himmel und desto kleiner um so mehr wird vergrößert.... korrigiert mich bitte wenn wenn ich da flasch liege. Durch die ganzen ° und Brennweiten Angaben blicke ich noch nicht so richtig durch.
    Also gibt es auch groß vergrößernde Okulare mit großem Sichtfeld? Oder wie darf ich das verstehe?
    Habe mich da mal ein wenig umgeschaut und folgendes Okular gefunden:


    http://www.astroshop.de/baader…n-okular-5mm-1-25-/p,8893


    Wäre das eins wie von Dominique beschrieben?


    Danke auch dir Uwe! Die Karte ist super und auch mit der 1° Angabe bzw den Blick durchs Okular bekomme ich einen richtigen Eindruck und Überblick wie ich vorgehen muss.


    Vielen Dank und viele Grüße
    Daniel

  • ............. na klar ist die Karte nicht für Starhopping geeignet, soll sie ja auch nicht.
    Das sollte man als Autor wissen!
    Wir wollen ja auch nicht mit einer Feinnadelharpune auf ein Mückenauge schießen, mehr mit einer Feldkanone auf eine Dorfkirche.


    Sie kommt dem Anblick des Auges am Himmel gleich, sie ist für den ersten Step und die aufgeführten Objekte sind keine Nadeln im Heuhaufen. Sicher gibt es wichtig zu nehmende Herangehensweisen, doch man kann sich auch auf dem Weg verirren, weil unnötige Reizüberflutung.
    Denn in Detailkarten musst du Objekte ausfiltern, da sie im tatsächlichen Anblick, je nachdem, ob Auge oder Okular, gar nicht sichtbar sind, es sei denn, du benötigst sie.
    Nicht umsonst gibt es Karten mit hoher oder niederiger Auflösung - hier zu Lande und auch am Himmel.
    Wenn du mit einem Großfeldokular halbwegs die aufgeführte Region anpeilst und darin "stocherst", wird M31 im Feld sein.


    Allgemein gilt: Je größer die Brennweite des Okulars, desto kleiner die Vergrößerung, desto größer das Gesichtsfeld und resultierend hieraus wieder das Gesichtsfeld des Himmels.

  • Zu den Okularen: Du brauchts ganz wenig Mathematik:


    Vergrößerung = Teleskopbrennweite / Okularbrennweite.


    Beispiele: 20 mm =>50x
    4 mm => 250x


    Wahres Gesichtsfeld = Okulargesichtsfeld / Vergrößerung.


    Deine Okulare sind Plössls, die haben um die 50° Okulargesichtsfeld. Die weitwinkligeren Erfles haben 60-65° und die teuren Nagler 85° (alles Richtwerte).


    Ergo: 20 mm => 1° (50/50)
    4 mm => 1/5° (50/250)


    Wenn du nur einen 1,25-Zoll-Auszug hast, und also keine Okulare mit großer Steckhülse einsetzen kannst, dann ist ein 32er Plössl das Ende der Fahnenstange. Du kommst dann auf 31x und 1,6°. Das ist viel mehr Himmel als 1°. Oder du kaufst ein Weitwinkelokular vom Erfle-Typ, Brennweite 25 mm, 60° Gesichtfeld. Das kommt dann auch auf 1,5° bei höherer Vergrößerung.


    Ein 32er Plössl kullert bei mir noch rum, neuwertig. Kannste für ein Taschengeld haben, ich benutze es nicht mehr.

  • Moin Daniel!


    Was ich bei den ganzen Tips und Okularrechnungen hier bisher zur M31-Aufsuche vermisse, ist der Hinweis auf einen Sucher. Der wird doch sicherlich am Refraktor vorhanden sein?! Die Andromeda-Galaxie - und mit ein bißchen mehr Übung auch andere helle Messier-Objekte - sind darin schon gut erkennbar. Der Sucher muß natürlich vorher auf die Hauptoptik justiert sein. Wie das geht, steht in den Anleitungen zu den SW-Teleskopen.
    Die Suchreihenfolge wäre also: Einpeilung mit Telrad, dann Blick durch den Sucher und schließlich durchs Übersichtsokular.


    Hilfreich ist auch, wenn man neben einer drehbaren Sternkarte auch noch ein Fernglas dabei hat. Dann kann man sich die Geschichte schon mal grob mit sehr viel mehr Gesichtsfeld anschauen. So habe ich mir früher oft geholfen. Nachteil ist (besonders für Anfänger) die unterschiedliche Orientierung im Bild: FG aufrecht und seitenrichtig, Refraktor mit Zenitspiegel aufrecht und spiegelverkehrt, Sucher meist kopfstehend um 180° gedreht. Wenn man damit als Anfänger noch nicht umzugehen weiß, "verfährt" man sich eben am Himmel. Das Star-Hopping muß man üben, das hilft nix.


    Was mir zum Teleskop noch einfällt: Die SW-Refraktoren 102/1000 haben doch mittlerweile alle einen 2"-Auszug, richtig!? Dann wäre es angebracht, sich einen 2"-Zenitspiegel zu beschaffen und ein dickes 2"-Aufsuch-Okular einzusetzen. Der Blick dadurch wird ggü. den Plössls sein wie Tag und Nacht!
    Brauchbare 2"-Erfle mit knapp 70° scheinbarem Gesichtsfeld (sGF) gibt es schon für deutlich unter 100 EUR/Stück. Davon würde ich mir doch eins gönnen an Deiner Stelle...


    Rechnen wir mal:
    Ein 38er Erfle liefert bei dieser Optik 26fache Vergrößerung bei knapp 3,8 mm AP * und 2,6° tatsächliches GF (tGF) ** am Himmel.
    Beim 32er sind die Werte: 31fach, 3,2 mm AP und 2,1° tGF. Ein bißchen mehr Vergrößerung erleichtert die Erkennbarkeit.


    * http://de.wikipedia.org/wiki/Austrittspupille
    ** tGF = sGF / Vergrößerung

  • Hallo zusammen,
    Sehr nett, dass so viele mir versuchen zu helfen. Freut mich.
    Ich sauge die Ratschläge und Infos von euch auf, wie ein Schwamm das Wasser:)
    Da ich heute Mittag frei hatte, habe ich mich mal auf die Reise zum nächstgelegenen Teleskop Laden gemacht. Habe mich dort etwas umgeschaut und zu den Weitwinkelokularen beraten lassen.
    Der nette mann rechnete etwas rum und meinte dann ich brächte ein Okkular zwischen 6 und 7mm. Er schlug mir dann letztendlich ein Meade HD-60 (6,5mm und 60°) vor.
    Habe also zugeschlagen und dazu noch ein Telrad mitgenommen. Hoffe ihr könnt nur gutes über das Okular sagen :)


    Mit etwas Glück kann ich das neu erworbene Equipment gleich heute Abend testen... scheint als würde der Himmel eindlich wieder aufgehen:)
    Achso und ja, ein Sucher ist dran und auch eingestellt.


    Grüße Daniel

  • Moin Daniel!


    > was man hat das hat man


    ...hat man doppelt. Das Okular hätte nicht nötig getan. Du hast doch Plössl in dem Brennweitenbreich.


    Ich glaube, bei der And-Galaxie besteht bei Dir völlige Unklarheit, mit was für Dimensionen Du es am Himmel zu tun hast. Hier einmal ein Größenvergleich zum scheinbaren Durchmesser des Mondes, damit Du siehst, worüber wir hier überhaupt reden!


    Klick mich!


    Was Du brauchst, ist ein Übersichtsokular 38 oder 32 mm Brennweite, dazu einen 2"-Zenitspiegel, sofern Dein Auszug am Teleskop dafür ausgelegt ist!

  • Wir können ja hier nur punktuell Auskunft geben. Eine geschlossene Darstellung, die das alles erklärt, würde sich wohl rasch bezahlt machen.


    Ich würde an deiner Stelle jetzt gar nichts mehr kaufen. Du kannst mit dem was du hast, erst einmal beobachten und Erfahrungen sammeln. In einem halben jahr weißt du viel besser, was du brauchts und wozu. Unsere ratscläge verstehst du dann auch viel besser.


    Vielleicht lässt sich das 6er in dem Laden noch einmal umtauschen in ein Okular mit langer Brennweite.

  • .................Was ich bei den ganzen Tips und Okularrechnungen hier bisher zur M31-Aufsuche vermisse, ist der Hinweis auf einen Sucher. ......................


    Quote

    Ein Leuchtpunktsucher oder Telrad, also kein optischer Sucher, grob in die Richtung nach Karten wie z.B. .................


    :) bewusst NEIN!


    Aber so unbegründet ist dein Einwand nicht - ich bin von meiner Sicht ausgegangen und ich benötige seit Jahren keinen mehr.
    Und gemünzt auf M31 in Paarung mit einem von dir erwähnten Großfeldokular benötigt man diesen m.E. auch nicht.
    Wie für viele andere M Objekte.

  • Hallo Daniel,


    bevor du dich weiter in Unkosten stürzt versuch mal mit deinem vorhandenen Equipment M31 zu finden.
    Ich denke dein Hauptproblem ist die Orientierung am Sternenhimmel und vielleicht hast du auch eine falsche Vorstellung von M31 wie sie durch dein Teleskop aussieht – mit deiner derzeitigen Ausrüstung und der Lichtverschmutzung siehst du vermutlich nur den hellen Kern.


    Versuchshalber hatte ich heute mein 114/900 Newton mit 25 mm Skywatcher-Okular (die billige Variante) aufgebaut (Rhein-Main-Gebiet) und wurde fündig – bin normalerweise auf der Jagd nach Planeten und Sternhaufen.


    Gruß Kurt