Anfängerfrage: kleine Teleskope bis 200 Euro

  • Hallo alle zusammen,


    zuerst einmal vielen Dank an alle die dieses Forum ermöglichen und dafür Geld und Freizeit opfern.


    Ich beabsichtige mir ein kleines Teleskop zu kaufen habe aber nur Ahnungen und kaum Kenntnisse.


    Die ganze Geschichte:


    ich bin ein 40jähriger Familienvater, der seit einigen Jahren nicht mehr dazu kommt sein altes
    Hobby Musik weiterzuführen. Momentan ist eher "Hausinstandhaltung" mein Hobby.
    Auf der Suche nach einem neuen Hobby bin ich auf einem Flohmarkt über ein Teleskop gestolpert
    und habe mich daran erinnert wie ich als Kind alles was mit Mond, Planeten und Sternen zu tun
    hatte verschlungen habe. Mir war klar daß es kein Superteleskop sein würde, aber allein um mal
    zu probieren wäre es wahrscheinlich ok. Für 10 Euro inklusive Montierung ging das Ding im
    Originalkarton in meinen Besitz. Da war es, mein erstes Teleskop: Ein Tchibo "Precision" Refraktor
    mit 600mm Brennweite und 50mm Linsendurchmesser. Nicht mehr neu aber angeblich kaum benutzt.
    Originalpreis laut Aufkleber 80,- (Euro? DM?) Mittlerweile ahne ich warum es kaum benutzt wurde.
    Ich löte ab und zu Elektronik, bin also kein totaler "Grobmotoriker". Aber ich habe mehrere Stunden
    für die Justierung des Suchers gebraucht und danach auch ähnlich lange um ein Objekt am Himmel
    vor die Linse zu kriegen. Alles was kleiner als der Mond ist verschwindet wieder sobald ich den
    Feststellgriff berühre, löse, festdrehe oder loslasse. Das Stativ verbiegt sich oder die dünnen
    Beinchen hüpfen weg bei der kleinsten Belastung. Da könnte man vielleicht noch ein anderes Stativ
    spendieren, aber spätestens beim Kauf eines anderen Okulars stösst man auf Probleme, denn es sind
    1 Zoll-Okulare, heute wohl eher unüblich. Und ich habe den Eindruck die Linsen haben Kratzer.
    Eventuell sind es Kunststofflinsen, das ganze Teleskop wiegt ja so gut wie nichts. In so etwas möchte
    ich eigentlich kein weiteres Geld und auch keine Zeit reinstecken.


    Aber den Himmel zu beobachten gefällt mir, trotz aller Probleme. Leider fehlt mir die Zeit und Platz um
    "richtig" loszulegen, und auch das Budget ist fürs erste sehr begrenzt. Vielleicht 200 Euro, die Familie
    hat ganz klar Vorrang. Aber es muß ja kein Teleskop für tausende Euro sein. Ich kenne Leute die haben
    sich zusammen ein richtig schönes großes Teleskop mit viel Zubehör und GoTo-Steuerung gekauft.
    Und jetzt ist es kaum im Einsatz weil es so schwer ist und Aufbau und Justage so lange dauern. Schade drum.


    Ob ich in Zukunft in dunklen Nächten viel Zeit finden werde kann ich nicht sagen.
    Vielleicht muß ich auch jeden Abend erst mal alle Monster unterm Bett meiner Tochter verjagen ;-).
    Von daher wäre ein Teleskop das erst mal umständlich aufgebaut werden muß für mich das falsche.
    Und hinterher abgebaut werden muß ja dann auch noch. Für eine feste "Sternwarte" ist unser Garten definitiv
    zu klein. In erster Linie werde ich von der Terasse oder aus dem Garten heraus beobachten, auch wenn ich
    dort leider keinen Horizont sehen kann. Vielleicht auch mal mit dem Fahrrad aufs freie Feld fahren,
    der Ortsrand ist nicht weit weg... Ein kleines Teleskop wäre da am besten. Hinstellen, auskühlen lassen, los geht's.
    Aus dem geöffneten Dachfenster heraus beobachten soll nicht gut gehen wegen der Lichtbrechung an den
    unterschiedlich warmen Luftschichten. Oder geht das besser als erwartet?


    Um viel Öffnung fürs Geld zu bekommen bieten sich Teleskope mit preiswerter Dobson-Montierung an.
    Und wer sagt denn daß man das Teleskop später nicht doch auf eine andere Montierung setzt...


    Mittlerweile habe ich einige Infos im Netz zusammengesucht, und 3 kleine
    Newton-Teleskope mit Dobson-Montierung entdeckt.


    1. Skywatcher Dobson Teleskop N 76/300 Heritage DOB
    http://www.astroshop.de/skywat…-300-heritage-dob/p,23896
    3" Spiegel, 300mm Brennweite
    Okulare 25 und 10mm, Sucher 5x24


    2. Celestron Dobson Teleskop N 76/300 FirstScope DOB
    http://www.astroshop.de/celest…00-firstscope-dob/p,15025
    3" Spiegel, 300mm Brennweite
    Okulare 20mm und 4mm, kein Sucher. Den gäbe es im Zusatzpaket (ca 20 Euro)
    mit einer passenden Tasche sowie zwei weiteren Okularen.


    3. Skywatcher Dobson Teleskop N 130/650 Heritage FlexTube DOB
    http://www.astroshop.de/skywat…tage-flextube-dob/p,14966
    5" Spiegel, 650mm Brennweite
    Okulare 10mm und 25mm. Irgendein Sucher ist dran.
    (Zu dem Shop stehe ich in keinerlei Verbindung, ich habe dort noch nie was gekauft. Anderswo ist
    vielleicht billiger, aber ob der e**y-Händler mir helfen kann wenn ich ein Ersatzteil brauche oder
    eine Frage habe...?)


    1 und 2 haben praktisch identische Kenndaten und unterscheiden sich nur in der Ausstattung,
    z.B. in den beigelegten Okularen, Nummer 3 ist der größere Bruder von 1.


    Generell tendiere ich zu 3, da dort mehr Licht auf den Spiegel einfallen kann und damit die
    Startbedingungen besser sind.


    Die Meinungen zu diesen Teleskopen sind uneins, einige Details wurden hier im Forum schon diskutiert.
    Auch in anderen Foren oder in Kaufbewertungen sind die Angaben durchwachsen. Für die einen
    "nur Spielzeug", für die anderen das richtige Teleskop für spontane Beobachtungen. Die optischen Werte
    der Teleskope sind für mich teilweise noch Neuland, da laß ich mich gern beraten. Gerade bei den
    beigelegten Okularen gibt es kaum jemanden der sie lobt, und bei den Suchern sieht es kaum besser aus.
    Ein Leuchtpunkt-Sucher soll gut funktionieren. Andere sind mit selbstgebastelter Zieleinrichtung über
    "Kimme und Korn" auch glücklich. Der Okularauszug beim dritten Teleskop wird bemängelt.
    Was ist für einen Anfänger der richtige Sucher? Wenn alle preiswerten Sucher gleich schlecht sind, könnte ich
    doch auch den Sucher meines alten Teleskops verwenden falls keiner dabei ist, oder?


    Die Kommentare die ich zu 3 gefunden habe sind durchwachsen. Es wackelt etwas mehr als die ersten
    beiden und der Okulareinzug ist schlechter. Ist der dreifache Preis im Vergleich zu 1 und 2 dann immer
    noch gerechtfertigt?


    Für diese kleinen Teleskope habe ich 'ne Bauanleitung für ein Dreibein-Holzstativ gefunden.
    Sowas zu bauen trau ich mir zu. Dann müsste ich draußen auf dem Feld nicht auf der Wiese knien oder
    'nen Klapptisch mitnehmen.


    Generell scheinen die beigelegten Okulare ja in diesem Preissegment nie erste Wahl zu sein. Aber sehe ich
    als Anfänger deren Fehler überhaupt? Seh ich bei 5" Spiegelgröße mehr Fehler als bei 3"? Was kann ich
    mit 5" am Himmel sehen was ich mit 3" nicht sehe?


    Je länger ich überlege, desto mehr Fragen stellen sich mir, auch wenn die "Ratschläge für Anfänger"
    eine gute Hilfe sind.



    Für Antworten bedanke ich mich schon jetzt.


    Kaffee

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1000 Zollstock-Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Hallo ....,


    vielleicht zwei kleine Bemerkungen zum Weitergrübeln:


    Das 5'' Heritage ist gar nicht mal so ein schlechtes Reiseteleskop - mit dem kannst Du auch mal an eine richtig dunkle Stelle fahren und mal richtigen Himmel sehen.


    Das kleine 76er habe ich auch (die IYA-Ausgabe). Mechanisch trägt es zwar keine schweren Okulare, aber es war ein gewaltiger Unterschied, die kleinen mitgelieferten Okulare gegen ein Hyperion auszutauschen. Wobei - Okulare sind geschackssache. Das Ergänzungsset ist erst mal überflüssig.


    und ...


    Schau bitte durch ein paar mehr Teleskope durch, bevor Du welche kaufst. Warum wird das Goto-Gerät vom Besitzer nicht benutzt? - weil es offenbar nicht das passende Gerät für seinen Besitzer ist. Andere das gleiche Gerät ständig nutzen.



    Ich habe ein 11'' Schmidt-Cassegrain, ein 12'' Reise-Dobson, ein 76cm mini-Dobson, ein 90mm Spektiv und ein klassisches 8'' Dobson - und ich wüßte nicht, welches wirklich überflüssig ist. Jedes hat seine Vorteile und Einsatzmöglichkeiten. Gerade wenn Du Dein Geld vernünftig investieren willst, solltest Du dir Zeit lassen.


    Grüße


    Christoph

  • Hallo Christoph,


    vielen Dank für die Antwort.


    Nach diesem "Spontankauf" werde ich das nächste Teleskop nicht übereilt kaufen, frühestens im Januar. Das Ergänzungsset für das 2. Teleskop in der Auswahl sehe ich auch nicht als "muß" an. Einzig die Tasche gibt es so sonst nicht, aber da ließe sich bestimmt was anderes finden. Ich werde auch den losen Kontakt zum nahegelegenen Astronomieverein nutzen. Dort haben wir schon ab und zu Vorträgen zugehört und danach ging es raus in die Dunkelheit, mit einigen Teleskopen im Kofferraum. In der Dunkelheit konnte ich nicht viele Details der Teleskope erkennen, aber die Dobson-Montierung gefiel mir damals schon. Das "schubsen" erfordert aber Übung, das habe ich gemerkt. Naja, das erkennen der Sterne und Sternbilder ja auch. Vielleicht finde ich ja da jemanden mit einem Teleskop in meinem Budgetrahmen der mir Gelegenheit gibt da mal durchzuschauen.


    einen schönen Abend und klare Sicht wünscht
    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


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  • Moin Detlev!


    Einige kleine Bemerkungen:
    > Generell scheinen die beigelegten Okulare ja in diesem Preissegment nie erste Wahl zu sein. Aber sehe ich als Anfänger deren Fehler überhaupt?


    Ohne Vergleich mit besseren Okularen als Anfänger sicher nicht. Als Fortgeschrittener, der andere Okulare kennt, ganz bestimmt!


    > Was kann ich mit 5" am Himmel sehen was ich mit 3" nicht sehe?


    Rene mal: 76x76 zu 130x130, das macht ein Verhältnis allein in der Lichtsammelfähigkeit von 1 zu 2,9. D.h. die größere Optik sammelt fast dreimal soviel Licht wie die kleinere. Man erreicht deutlich lichtschwächere Objekte, Größenklassengewinn über eine Magnitude. Die Auflösung verbessert sich dagegen linear, macht sich aber in einem detailreicheren Bild bemerkbar.


    Nebenbei: Von dem 130er Heritage halte ich nichts. Zum einen ist eine dieser Optiken im genaueren Test glatt durchgefallen (nachzulesen im Blauen Forum), zum anderen ist der montierte Plastik-Helical-Fokussierer ungenau und eigetlich ein Witz für den Preis. Apropos Preis: Schau Dich weiter um, falls Dich das Teleskop interessiert - Astroshop ist bei weitem nicht der günstigste Anbieter!


    Öhm, für den ernsthaften Einstieg empfiehlt sich immer wieder entweder der 150/750 mm Volltubus-Newton auf NEQ-3-Montierung (NP ca. 380 EUR) oder der Klassiker 203/1200 mm Dobson (momentan 320-350 EUR). Mit einem guten Gebrauchtgerät läßt sich dabei eine Menge Geld sparen.

  • Hallo Micha,


    den Gebrauchtmarkt hatte ich nach dem Kauf meines "Teleskops" irgendwie verdrängt. Mal schauen was da zu finden ist.
    Also allgemein eher was größeres, ggf. auf einer Montierung die eine einfache Nachführung erlaubt.


    Das hier hat "nur" eine EG-3 Montierung, passt aber sonst zu den erstgenannten Daten
    http://www.teleskop-express.de…-Montierung---Stativ.html


    Mal schauen bei wem ich durch sowas schauen kann.


    Gruß
    Detlev

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    Edited once, last by Kaffee: Einmal grüßen reicht meist aus ().

  • Hallo Detlev,


    vorab auch von mir einen Willkommensgruß.


    Vorweg aber die gut gemeinte Anmerkung, Öffnung ist fast alles, ohne Stabilität aber ist sie nichts. Somit ziehlt mein Ansinnen auf die Montierung des von dir angemerkten Teleskopes. Es gibt in der Astroszene meine ich eine allgemeingültiges 11. Gebot ;), nichts unter der 3er, besser nicht unter der 5er.
    So elitär, und sicher für ein kleines Invest ein enttäuschendes niederschmetterndes Credo, dies auch klingen mag, es hat seine Berechtigung. Auch wenn der 150er mit 750 kleiner/kürzer ist, auch dieser benötigt für den Spaßfaktor eine "angemessene stabile" Aufstellung. Die 3er wird da denke ich erst zur Spaßbremse. Vll. reicht die von Micha aufgeführte NEQ3-2 !!! (?)


    Den 150er/900 auf einer 5er kenne ich - das ist ein sehr guter Einstieg, wenn es denn unbedingt eine paralaktische Aufstellung sein soll.


    Wenn du eine Sache nur halb richtig machst, kann es sein, das man später feststellt, die andere Hälfte wäre die wichtigere gewesen.
    So ein doofes Teleskop besteht aus 2 wichtigen Teilen - Fernrohr (Stativ lassen wir mal außen vor, auch sehr wichtig) und der Montierung.
    Diese Pakete haben eine Magnetwirkung, die große Öffnung. Klar, alle lesen von ihr und glauben durch Infos zu wissen, das ist wichtig und für relativ kleines Geld bekomme ich eine nachführproblemlose Rundumversorgung. Kaffeefahrttaktik.


    Ich rate zur kleiner erweiterter Sparspanne, nicht ins exorbitante aber in Bereichen, in denen du wie erwähnt auf dem Geb.-Markt das Teleskop deiner stabilen Wünsche findest. Oder sei dir von vorneherein bewusst, dass du mit dem Angebot einen Gradmesser zur Auslotung für deine Frustrationstoleranzgrenze kaufst.
    Manche Erfahrungen muss man nicht machen-finde ich.

  • Moin Detlev!


    > Das hier hat "nur" eine EG-3 Montierung, passt aber sonst zu den erstgenannten Daten


    Was Du da gefunden hast, ist eine Billig-Variante. Davon würde ich die Finger lassen.
    Man bekommt an Teleskop und Montierung immer nur das, was es wert ist - und: Eine stabile Montierung plus dazu richtig dimensioniertes Telskop kosten nunmal. Dann macht man zu Anfang aber auch nichts falsch und ärgert sich nicht am minderwertigen Material.
    Ein Vereinskollege von mir besitzt die genannte Kombi des 150er Newtons auf der Skywatcher NEQ-3. * Das ist für den visuellen Einstieg völlig ausreichend. Klar liegt das um einiges über Deinem Budget, aber auch bei anderen Lösungen hast Du bspw. noch kein einziges, brauchbares Okular. Wenn man da den Grundstock von drei Brennweiten ansetzt, bist Du auch schnell bei 200 EUR, und das ist nochmal genau derselbe Betrag, den Du für das Teleskop angesetzt hast.
    Die Anschaffung einer soliden Grundausstattung ist nunmal teuer. Aber das ist m.E. der Weg, der einen beim Hobby bleiben läßt. Billigteleskope auf Wackelmontierungen und minderwertigen Okularen mit Tunnelblick sind reine Spaßbremsen. Da ist Frust schon vorprogrammiert. (Oder man ist äußerst leidensfähig! :blink: )


    * Das Angebot hier meine ich!

  • Ich habe auf einem Teleskoptreffen mal durch ein 130er Heritage geschaut. Es war viel besser, als es hier in der Diskussion rauskommt. Natürlich gibt es bessere Okularauszüge, aber ich konnte damit arbeiten. Auch die Höhenevrstellung war ein wenig wackelig, was man ggf. selbst verbesern kann. Aber im grunde brauchbar. Ich sehe dennoch zwei (lösbare) Probleme:
    - Ein Newton knn ggf. völlig dejustiert beim Kunden ankommen. Viel tun sich damit schwer, ich mach seit Jahren auf einem Teleskoptreffen Justierworkshops, die immer gut besucht sind. Aber prinzipiell bekommt man das hin; wir sind ja auch noch da.
    - Es gibt eine Serienstreuung, zumindest wird davon berichtet. Einem Anfänger fällt es u.U. schwer, innerhalb des 14-tägigen Rückgaberechtes zu entscheiden, ob die optische Leistungsfähigkeit dem entspricht , was man erwarten kann. Aber vielleicht findet man einen Händler, dem sein guter Ruf etwas wert ist und der zumindest mal kurz durchschaut, bevor es auf dei Post geht.


    Ich habe seinerzeit bis ca. 150x vergrößert, das Bild war scharf. Ich keine kein Instrument, was diese Kompaktheit mit solch bemerkenswerten Leistungsfähigkeit vereint. Am Planeten kommt man in die Nähe eines 8-cm-Apo, bei Deep Sky hat man 5 Zoll, das ist doch was.

  • Hallo alle zusammen,


    Danke für die vielen Hinweise. Daß es anscheinend große Exemplarstreuungen gibt habe ich auch gelesen, da muß ich hoffen daß der Nachthimmel mitspielt und das jemanden beurteilen lassen der schon länger mit Teleskopen in den Himmel schaut. Auf der Suche nach einer Lösung der Finanzierungsfrage bin ich auf die Idee gekommen mir zuerst "nur" das eigentliche Teleskop zu kaufen und eine Rockerbox dafür selbst zu bauen, um dann später einen vernünftiges Stativ nachzukaufen. Werkzeuge und Erfahrung mit diesen Werkzeugen wäre vorhanden, Sogar (Multiplex)-Bretter habe ich noch. So müsste mich mich finanziell erst einmal nicht weiter als geplant aus dem Fenster lehnen und könnte trotzdem bald durch ein richtiges Teleskop schauen.


    Leider finde ich keine Angebote für "Tubus + Okulare, aber ohne Stativ". Das hier klingt für mich für 135 Euro nach einem brauchbaren 130mm Newton Tubus, sogar mit Leuchtpunktsucher. Allerdings fehlen mir dann ja wie gesagt noch die Okulare. Naja, so könnte ich selbst bestimmen was für Okulare es werden sollen. Ist ein Zoom-Okular wie das hier für 49 Euro was brauchbares oder wartet da schon der nächste Kompromiss auf mich?


    Grüße aus dem wilden Süden


    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1000 Zollstock-Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • > wartet da schon der nächste Kompromiss


    Natürlich ist ein Zoom-Okular ein Kompromiss. Gerade im langen Brennweienbereich, wo man ein weites Feld zum Aufsuchen braucht, ist das Feld sehr eng. Ich rate dazu, für den Anfang drei Plössl-Okulare zu kaufen. Da so was jedem Fernrohr beiliegt, gibt es die gebraucht entsprechend günstig. Damit lässt sich besser arbeiten als mit den Vario-Teil.

  • Hallo Detlev,


    warum nicht auf's Budget noch 50€ drauflegen und dann das hier kaufen:


    http://www.teleskop-express.de…ol-Dobson-150-1200mm.html


    Ich selbst habe auch ein 150mm Newton, allerdings F6 (900mm). Mit dem kann man schon recht gut Planeten und gerade so einige Deep Sky Objekte beobachten. Das würde ich persönlich fast als Untergrenze für einen "richtigen" Einstieg sehen. Dazu noch für ~20..30€ ein Set Okulare. Später dann mal eine stabile Montierung und gute Okulare. Aber mit dem Teil hast Du schon einmal eine brauchbare Öffnung, und mit F8 sind die Okulare recht unkritisch.


    Möglicher Nachteil: Mit 1200mm Brennweite ist das Teil schon relativ lang und benötigt später wirklich eine stabile Montierung. Für Planetenbeobachtung hat es aber den Vorteil, daß man selbst mit relativ langbrennweitigen und augenfreundlichen Okularen eine ordentliche Vergrößerung hinbekommt.


    Gruß, Rene

  • Hallo Detlev,
    ich bin auch ein Neuer.


    Im Frühjahr habe ich mir bei ebay ein Newton mit 113mm Öffnung auf einer eq2 Montierung gekauft....
    Gut hat nur gebraucht 50€ gekostet, aber die 50€ wenn ich für meine Frau ausgegeben hätte wäre es besser gewesen..^^


    Ok Jupiter sah man schon leicht aber die EQ2 Montierung ist Schrott ein Gewackle ohne ende!!! Gerade wenn man 50+ Vergrößert.
    (Vergrößerung = Brennweiter / Okular größe)


    Ich habe mir dann hier Rat geholt und ich kann nur sagen hör auf die hier!!! Die kennen sich aus.


    Ich wollte unbedingt wieder eine Paralaktisches Stativ weil mehr nach Teleskop aussieht.
    Aber das Fazit ist unter 500€ brauchen wir da garnet anfangen.
    Ich sage nur nimm ein Dobson. Einfache Handhabung, sabil und es bleibt mehr Geld für das Objektiv.


    Der 150er Dobson was Creep meinte ist echt net schlecht.
    Ich habe mir das gleiche Model nur mit 200mm Öfnung gekauft. Das einzige was daran nicht gut ist sind die Mitgelieferten Okulare da würde ich mir noch 2 Dazukaufen. Eins mit 20-30mm und eins mit 9 mm.


    Ich fand die Seite sehr hilfreich:
    http://www.binoviewer.at/beoba…skopvergleich_jupiter.htm


    oder
    http://www.binoviewer.at/beoba…opvergleich_mars_real.htm



    Aber wie gesagt ich mache das erst ein halbes Jahr und bin noch ein Anfänger.


    ABER


    das beste was ich bis jetzt gemacht habe war auf die Leute hier zu hören und mir einen DObson zu kaufen.
    Ich habe mitlerweilen schon einige Stunden in unserem Sonnensystem verbracht und es macht schon spaß.
    Ich finde es wahnsinn weile Weiten und größen es da draußen gibt und wir sind so klein...


    mfg
    Andreas

  • Moin Andreas!


    > aber die EQ2 Montierung ist Schrott ein Gewackle ohne ende!!


    Nur mal als Einschub:
    Mit genau so einer Konstruktion haben viel der "alten Hasen" zum Teil vor Jahrzehnten angefangen. Bei mir war's bspw. Ende der 70er soweit mit dem berühmten Quelle-Spiegel (= Tasco 11T in weiß). Im Grunde war das nichts anderes als das Gerät, was Du hier jetzt verreißt. Natürlich ist das Ganze keine Ausgeburt von Stabilität, und ich kann Dir sagen, daß sogar heutige Dobson von der Stange ebenfalls zittrig sind und nicht so bombenstabil wie oft dargestellt. Nachbesserungsbedarf gibt's da auch.


    Beim 114er-Newton auf EQ-2 liegt's meist daran, daß das Alu-Stativ bis zum Anschlag ausgefahren wird, anstatt die stabilere Variante zu wählen und auch mit dem Newton im Sitzen zu beobachten. Außerdem habe ich schon oft festgestellt, daß Anfänger sich scheinbar nicht trauen, die Verbindungsschrauben fest anzuziehen. Wenn's dann zwei-, dreimal zittert beim Fokussieren oder wegen einer Windbö, ist der Spaß schon vorbei, und es wird ein Astronomenleben über das Teleskop gewettert.


    Okay, aber das wirklich nur am Rande. Irgendwas ist immer.

  • Hallo,
    also wenn Interresse besteht kann ich ja mal bilder von meinem 114mm Newton machen .
    Nach dem ich mit das 200mm Newton gekauft habe sthet das alte nur rum und ich wills eh verkaufen.



    Ich habe ihn für 60€ + Versand von ebay gekauft und für das würde ich ihn wieder verkaufen.


    Wiegesagt ich finde das Stativ im Vergleich zum Dobos nicht so gut.
    Aber mit ner 114mm Öffnung geht schon was. Zudem sind einige Oulare dabei die ich alle dazulegen würde da es sich um einen 1 Zoll Okularauszug handelt.



    Wie gesagt würde ein paar Bilder einstellen. Wenn du Interesse daran hast.
    mfg

  • Hallo alle zusammen,
    entschuldigt bitte mein langes Schweigen. Vielen Dank für die vielen Hinweise. Ich habe viel gelesen und weiter gesucht, bin in Kontakt mit dem örtlichen Astronomieverein.
    Die treffen sich bald wieder, da kann ich dann hoffentlich mit Teleskopnutzern direkt sprechen und auch noch mal probeweise durch einige Teleskope schauen.


    viele Grüße


    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1000 Zollstock-Dobson
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  • Hallo Detlev,


    das sieht aus, als ob Du auf dem richtigen Weg bist.


    Beim Fachsimpeln immer dran denken: Jeder wird Dir erklären, warum sein Teleskopkauf der richtige war. Du willst aber wissen, welches für Dich das richtige ist. Lass Dir also Zeit. Nur dann kannst Du später auch behaupten, genau das Gerät gekauft zu haben, das Du wirklich brauchst. - Oder so ähnlich.


    Grüße


    Christoph

  • ........das sieht aus, als ob Du auf dem richtigen Weg bist. .............


    ......das sieht nicht nur so aus, dass ist so :)


    Quote

    Jeder wird Dir erklären, warum sein Teleskopkauf der richtige war. Du willst aber wissen, welches für Dich das richtige ist.


    10.000 Bonitos ;)


    Machs wie bei den Urlaubsempfehlungen. Ich versuche immer heraus zu finden, was der Reisende für ein Urlaubstyp ist, dann kann ich abwägen, ob der besucht empfohlene Urlaubsort einer für mich wäre. Wenn sich die TYPEN decken - sollte auch der Ort ein Besuch wert sein.


    Also, was ist der Kollege für ein Teleskoptyp, jener einer wie du? Dann................. ? ;)


    Viel Spaß und Erfolg und lass weiter von dir lesen.

  • Hallo zusammen,
    nach einem ausgiebigen theoretischen Ausflug zu preiswerten Montierungen, deren Verbesserungen und dem daraus folgendem Ergebnis bin ich wieder am Anfang - bei Dobsons.
    Die Auswirkungen wackeliger Montierungen lassen sich sehr schön bei Youtube beobachten. Dagen ist das stehende Bild eines Dobson mit dem durchs Bild wandernden Planeten eine echte Erholung, auch wenn die Filmchen deshalb kürzer sind.
    Da es auf dem Weg in den Garten sehr sehr eng zu geht werde ich wohl mit großen Teleskopen nicht richtig glücklich, auch wenn ein 150/1200 Dobson nicht wirklich viel mehr kostet. Im Vorbeitragen eine Schramme/Beule ins Auto gehauen und einige hundert Euro sind weg...
    Ich denke das maximale sind 114mm bei 900 mm Länge. Die 3-4 Kilo könnte ich "über Kopf" am Auto vorbei tragen. Die schwerere Rockerbox muß dann genauso da durch.
    Ein 130/900 ist zwar auch nicht viel schwerer, aber da ist das Öffnungsverhältnis ungünstiger, was bei sphärischen Spiegeln ja gar nicht gut ist und nur durch mehr Budget zu lösen wäre.
    Da kommt man ganz schnell von Hölzchen auf Stöckchen und landet beim doppelten Budget ohne das Gefühl zu haben ein Knallerteleskop zu bekommen.
    Und ob mir 150/1200 wirklich mehr zeigen möchte ich angesichts unseres in der Nähe gelegenen "Nachbarn", dem mit unzähligen blauen LEDs bestrahlten Logistikzentrum der Firma Blanco bezweifeln. Aber vielleicht kann mir diese Frage ja am Freitag abend jemand beantworten, wenn wir zum Treffen des Astronomievereins gehen.


    viele Grüße und gute Sicht euch allen.
    Detlev


    Nachtrag:


    Wäre dieses Bresser Galaxia 114/900 gebraucht für 100 Euro + Zubehör sein Geld wert?
    (Die Montierung mal ausgeklammert)
    http://kleinanzeigen.ebay.de/a…rtig%29/70309891-230-8415

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


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    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton


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    Edited once, last by Kaffee: Nachtrag hinzugefügt ().