Schätzung der Anzahl der Amateurastronomen in Deutschland

  • Guten Abend


    Mich würde interessieren was Ihr schätzt wieviele Amateurastronomen es in Deutschland gibt.


    Amateurastronom soll dabei jeder sein, der in regelmässigem oder unregelmässigem Abstand
    den Himmel mit einem Teleskop beobachtet.


    Nicht eingeschlossen sollen dabei diejenigen "Armstuhl" Amateure sein die zwar astronomieinteressiert sind aber nicht (mehr) beobachten.


    Ich schätze nicht mehr als 40.000 AA in Deutschland



    Rod Mollise schätzt in seinem Oktober Blog die Anzahl der Amateurastronomen auf 100.000 in Amerika ein und weitere 20.000 als Armstuhl Astronomen.


    Freundliche Grüsse von Larry

  • > nicht mehr als 40.000 AA in Deutschland

    Wahrscheinlich viel zu viel.


    SuW hat eine Auflage von 10-12 Tausend, intestellarum ca 5 Tausend. Fast jeder, der wirklich Astronomie macht, hat auch eine Zeitschrift. Paar Ausnahmen gibt es freilich.
    Außerdem beziehen sehr viele Armlehnenastronomen diese Zeitschriften - das sind so viele, dass sich das Layout der Hefte danach richtet: Vorn drin ist erst mal der populärwissenschaftliche, beobchtungsferne Teil.
    Die VdS hat 4 Tausend Mitglieder, stagnierend.


    Ich schätze, dass wir es mit ca 10 Tausend Astronomen zu tun haben.

  • Hallo zusammen,


    laut interstellarum (Sonderheft 2/2012) gibt es einer representativen Umfage zufolge "5 Millionen Teleskope in deutschen Haushalten".


    Sag mal Larry, was ist der Hintergrund Deiner Frage?


    Grüße


    Christoph

  • Hallo Icer,


    >Sag mal Larry, was ist der Hintergrund Deiner Frage?



    wie schon von mir geschrieben hat Rod Mollise in seinem Astro-Blog entsprechende Zahlen für Amerika geschätzt.
    Ausgangsbasis bei ihm sind die Auflagen von Astrozeitschriften.


    http://uncle-rods.blogspot.de/2012_10_01_archive.html




    Ich habe mir daher die Frage gestellt wie das für Deutschland aussieht und ob sich die Zahlen im Vergleich
    proportional zur jeweiligen Bevölkerung verhalten.


    Weiterhin interessiert mich wie hoch die Zahlen im Vergleich zu den Amateurfunkern in Deutschland (ca.70.000) sind.


    Das ist alles.



    Freundliche Grüsse von Larry

  • Moin Larry!


    Ich hatte gestern nach Deiner Anfrage auch kurz bei Google geguckt. Eine Dame, die zum Thema "Amateurastronomie" eine Diplomarbeit geschrieben hat, gibt die Zahl der Hobbyastronomen mit 150.000 im deutschsprachigen Raum an. (Halte ich für deutlich zu viel.) Vor über 10 Jahren gab es eine Pressemeldung von Tchibo, daß deren berühmtes Newton-Teleskop (76/700 mm) über 100.000mal verkauft wurde. Sehr viele dieser Geräte stehen natürlich nur rum oder existieren nicht mehr.


    Schätzen wir mal weiter. In den beiden großen Astroforen sind über den Daumen 15.000 und 20.000 User registriert, ein Drittel dieser User sind in beiden vertreten, ein weiteres Drittel jeweils Karteileichen, die nur ein oder wenige Male überhaupt gepostet haben. Sagen wir mal 10-15.000 Nutzer, die sich auch online mit Amateurastronomie beschäftigen und öfters das Teleskop aufbauen. Vielleicht kommt dann nochmal grob das Doppelte dazu, die wirklich absolute Gelegenheitsastronomen sind. Also etwa 30-40.000 insgesamt. Da komme ich ja mit Deiner Schätzung ganz gut hin.


    Optimistische 40.000 bei 82 Mio. Einwohnern in D macht einen verschwindend geringen Anteil von 0,048% aus.


    > Weiterhin interessiert mich wie hoch die Zahlen im Vergleich zu den Amateurfunkern in Deutschland (ca.70.000) sind.


    Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?! Dann kannst Du auch fragen, wie die hoch Zahlen im Vergleich zu den Taubenzüchtern sind. :blush:

  • Hallo winnie



    > > Weiterhin interessiert mich wie hoch die Zahlen im Vergleich zu den Amateurfunkern in Deutschland (ca.70.000) sind.


    >Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?! Dann kannst Du auch fragen, wie die hoch Zahlen im Vergleich zu den Taubenzüchtern sind.



    ich kann mir dazu eigenen Text sparen.


    Du könntest den Blog von Rod Mollise lesen.


    Dort werden Parallelen der beiden Hobbys Astronomie und Amateurfunk -insbesondere Ähnlichkeiten in der Historie und den Krisen- aufgezeigt.


    Den Link zu Mollise habe ich in obigen Posting angegeben.


    P.S. Du darfst Dir Amateurfunk nicht als Quatschen in ein Mikrofon vorstellen. Das ist ein hoch anspruchsvolles technisch-wissenschaftliches Hobby.


    Freundliche Grüsse von Larry

  • Hi Larry,


    sindes 70.000 aktive Amateurfunker, oder wurden die Zulassungen (Rufzeichen) gezählt?


    CS
    Chris

    Das ganze Universum ist eine Verschwörung - zu unseren Gunsten!

  • Hallo watkin,


    >sind es 70.000 aktive Amateurfunker, oder wurden die Zulassungen (Rufzeichen) gezählt?


    Das sind die Zulassungen.



    In DL besitzen 73.000 Funkamateure die Klasse A und circa 7.000 Funkamateure die Einsteigerklasse E. Zusätzlich gibt es ungefähr 1000 Ausbildungsrufzeichen und 3000 Clubstationsrufzeichen.


    Ungefähr die Hälfte der Funkamateure ist in den DARC mit 43.000 Mitgliedern und über 1000 Ortsverbände eingetreten.




    Freundliche Grüsse von Larry

  • Moin Larry!


    > Das ist ein hoch anspruchsvolles technisch-wissenschaftliches Hobby.


    Ja, klar doch... :cool:
    BTW: Auch Taubenzüchten ist ein hochwissenschaftliches Hobby - und was glaubst Du, was die A-Funker vor Marconi alle waren?! :laugh: SCNR

  • Hallo,


    ich oute mich auch mal hier als Amateurfunker der Lizensklasse A.
    Früher war das mal ein Funkbetrieb, der zu neuen Techniken führen bzw. diese etablieren sollte. Zwischenzeitlich sehe ich die gleichen Symtome wie in der Astronomie: mit vorhandener und verfügbarer Technik möglichst weite Verbindungen zu schaffen.
    Die Hobbyastronomen (Fotografen) machen das mit der "Hubble Palette", die Amateurfunker mit Computertechnik, die anderen (Netzbetreibern) auch zur Verfügung stehen.


    Beides ist Hobby unter Ausnutzung der heute verfügbaren Techniken, keine Innovationen mehr wie früher, da hat die Industrie einiges geleistet, vielleicht auch aufgrund der Hobbyisten.


    Man bedenke im Hobby-Amateur-Astronomiebereich aber auch die Dunkelziffer derer, die nicht organisiert sind. Die dürfte erheblich größer sein als die der Amateurfunker.


    DG1-NCX
    Winfried

    Liebe Grüße
    Winfried


    Wenn filmen so einfach wäre, dann hieße es "RTL"...

  • Hallo zusammen,


    mich würde einmal interessieren, auf welcher Grundlage diese "Schätzungen" eigentlich vorgenommen werden. Man könnte heranziehen: Anzahl der verkauften Teleskope (auch 'nacktes' Zubehör, wie Spiegel), Abonnenten von einschlägigen Zeitschriften, Verkaufszahlen astronomischer Bücher, Mitglieder in Astroforen, usw. Manche Angaben kann man gar nicht bekommen, z.Bsp. Verkaufszahlen - welcher Händler würde die wohl zur Verfügung stellen? Abonnentenzahlen und Bücherverkaufszahlen (oder wenigstens Auflagenstärken) kann man bekommen, Mitgliederzahlen auch - aber was sagt das aus? Gar nix - genausowenig wie "90 Prozent der befragten Kunden sind von unserem Produkt überzeugt" u.Ä.


    Zunächst einmal ist die Fragestellung unklar. "Aktive" Amateurastronomen sind danach solche, welche ab und zu selbst beobachten. "Passive" solche, welche sich zwar für die Astronomie interessieren aber nicht selbst beobachten - d.h., um eine logische Negation zu haben: niemals beobachten - oder ist ein Besuch der Volkssternwarte alle zwei Jahre doch als "aktiv" einzuordnen? Ich glaube, daß bei einer "repräsentativen" Umfrage eines etabilierten Meinungs(mache)Instituts mehr als die Hälfte der Befragten auf die Frage "Finden Sie, daß das Universum eine interessante Sache ist" mit "ja" antworten würden -allerdings würde wohl auch eine Mehrheit Douglas Adams ("per Anhalter durch die Galaxis") zustimmen, daß der Urknall ein Schritt in die falsche Richtung war.


    Grundlage einer jeden seriösen Statistik ist eine detailierte Auflistung der zugrundeliegenden Daten (z.Bsp.: wieviele und welche Personen wurden befragt und welcher Bevölkerungsschicht gehören die an, wieviele und welche Quellen wurden benutzt und von welcher Art waren diese, usw.).


    Larry, ich kann mich da Christoph nur anschließen - was ist der Hintergrund? Das ist doch Spökenkieckerei (hoffentlich habe ich das richtig geschrieben, liebe Nordlichter). Der Verweis auf Amateurfunker, Taubenzücher, Rosenzüchter etc. ist durchaus berechtigt, da die "Statistiken" über deren Anzahl wohl genauso wenig taugen, wie die "Schätzungen" der Anzahl der Amateurastronomen (Winfried, ich nehme die Funker zurück - die brauchen wenigstens eine Lizenz zum Funken!).


    Gruß,
    Michael

  • Hi Michael,


    nee... Es gibt Amateurfunker mit "Lizens", aber es gibt auch den s.g. CB-Funk, - keine Ahnung, wie der sich heute nennt, zumindest wurde er erweitert und erlaubt den "Funk" auch ohne Lizens. Da gilt einzig die Zahlung an die Post (zur Geldmacherei). Demnach und aufgrund der verkauften Geräte in diesem Bereich ist die Zahl der Hobbyfunker WEITAUS größer als die Statistik aufzeigt. Aber diese CB-Funker sind den "echten" zertifizierten Funker ein Dorn im Auge, warum auch immer.


    Zwischenzeitlich habe sich diese Funker aneinander angenähert, man schimpft nicht mehr auf die "Krawattenfunker" und umgekehrt auch nicht (..mehr so stark..).


    Ähnlich dürfte es sich in der Hobbyastronomie verhalten. Da gibt es die Kaufhausteleskope, das Internet, Amazon u.v.m. All dies ist sicherlich nicht "katalogisiert", d.h. man weiß bestimmt nicht, wie viele Leute ein Teleskop besitzen, geschweige denn nutzen. Amazon u.a. veröffentlichen ihre Verkaufszahlen natürlich nicht.


    Zu bedenken ist bei Amazon auch: die haben ALLES auf Lager, das meiste von diesem "Allen" aber niemals auch nur gesehen!
    Von meinen Büchern (immerhin über 100, die wir in unserem Verlag veröffentlicht haben) hat Amazon alle "auf Lager", meist 5-10 Exemplare. Davon bei uns geordert: 0, absolut null, aber sie haben auch Bücher von uns (5 Stück), die noch nicht veröffentlicht sind.


    Mehr muß ich zu solchen statistischen "erhebungen" wohl kaum sagen...

    Liebe Grüße
    Winfried


    Wenn filmen so einfach wäre, dann hieße es "RTL"...

  • Hallo,


    ich muss noch angeben wie ich zu meiner Schätzung von 40.000 AA komme.



    Ich zähle alle registrierten Benutzer von Astroforen, des VdS sowie die Verkaufszahlen der Astrozeitschriften.
    Von dieser Zahl werden dann Abschläge vorgenommen.


    das sind:



    18.671 verkaufte Ausgaben von Sterne und Weltraum abzüglich geschätzter 1.671 Ausgaben für Universitäten, Volkssternwarten
    und Stadtbibiliotheken.


    Macht 17.000.


    6.500 verkaufte Ausgaben von Interstellarum.


    4000 Mitglieder VdS


    21.911 User von Astronomie.de


    14.409 User von Astrotreff

    1300 User Astro-Foren


    1744 User Astronomicum


    geschätzte 1500 User im Deepsky Forum



    Das wären 68.364 Astroamateure.


    Von dieser Zahl müssen nun Abzüge in Rechnung gestellt werden


    Der Löwenanteil sind Doppel und Mehrfachzählungen derer die auf mehreren Boards unterwegs sind oder die VdS Mitglieder und User sind
    oder die eine Zeitschrift lesen und registrierte User auf einem Board sind.


    Ich schätze dass dies bei 1/3 der Gezählten der Fall ist.


    Dann ergeben sich:


    45.803 Astroamateure


    Weiterhin ziehe ich 5.000 (=30%) Armstuhlastronomen ab, die zwar Sterne und Weltraum beziehen
    aber kein Board besuchen und nicht (mehr) beobachtend tätig sind.



    So komme ich auf etwa 40.000 Astroamateure.


    Das ist eine obere Schätzung.



    Geht man davon aus dass Rod Mollise die Amateure in Amerika mit 100.000 richtig geschätzt hat so ergäbe
    sich für Deutschland 1/4 dieser Zahl also


    25.000 Astroamateure


    bei Proportionalität zur Bevölkerungszahl.

    (Amerika hat grob 320.Mio Einwohner; Deutschland 80 Mio; macht ein Verhältnis von 4 zu 1)


    Die Zahlen lassen mit grosser Sicherheit den Schluss zu, dass Amateurastronomie im Verhältnis zum Amateurfunk das zahlenmässig kleinere Hobby ist.



    Freundliche Grüsse von Larry