Dobson via C8 was zeigen Sie!

  • Hallo,



    da ich beide Geräte 12" Dobson und ein C8 / 2000 SC habe, wollte ich nachprüfen, wer davon und wann Vor und Nachteile bei der Beobachtung hat, bei Planeten und an DeepSky.


    Ein Astrofreund kam noch mit seinem 8" 1200 Newton und seinen Okularen dazu.


    Alle Teleskope hatten 3 Stunden Zeit zum Temperaturausgleich, wurden justiert
    und waren mit Kfz Fensterfolie isoliert.


    Geprüft wurde mit Okularen der mittleren Preisklasse, so wie sie bei vielen im Gebrauch sind.
    Plössel, Planetari 68°, und Uwa`s von 70 - 84°
    Am C8 wurden die Brennweiten zum besseren Vergleich:
    auf 1500 mm mit 0,75 Reduzier
    auf 1200 mit dem Alan Gee Telekompressor
    reduziert.
    Die Newton wurden mit dem MPCC Coma Korrektor bestückt.


    Testbeobachtungen von 2 Beobachtern separat notiert dann hier zusammenführend geschildert, an jeweils einem Beispiel!
    Beobachtet wurde an 2 fast gleichen Abenden/ Nächten. im Oktober 2010


    Es wurden hier kein Okular, oder Reducer/korrektor - oder spezieller Teleskop - Test durchgeführt, sondern ich wollte es selbst wissen!


    Planeten:
    Jupiter am 28.10 2012 Beide 8" Teleskope zeigten Bw. 1200mm konnten mit 6mm TS Expanse + TS Planetary = 200 x die selben Wolkenstrukturen und der GRF gleich gut erkannt werden, in beiden war die Helligkeit gleich mit minimalem Gesichtsfeld unterschied der Newton zeigt das Bild leicht kälter.
    Die Monde als klar begrenzte Scheiben bei Luftruhigen Momenten!


    Am 12" und C8 mit BW. 1500mm bei 250x sonst gleich wie oben, zeigten beide Teleskope, die selben Wolkenstrukturen, hier stärker wahrgenommen und der GRF, konnte in Beiden gleich gut beobachtet werden. Mit minimalem Vorteil beim 12 Newton, sogar die Bugwellen vor dem GRF wurden erkannt.
    Die Monde als klar begrenzte Scheiben mit Helligkeitsstrukturen bei Ganymed.
    Im 12" mit einem erheblichen Zuwachs an Helligkeit und ganz schwachem Schärfevorteil beim 12" Newton.


    Erst der Einsatz eines variablen Dämpfglases, brachte erhebliche Vorteile beim 12" Dobson, in Form von Schärfe und Kontrastgewinn, kleine Details treten jetzt deutlicher hervor und die Farben sind kräftiger, auch in Ihren Unterschieden zueinander.


    Beim C8 kostet das Dämpfglas mehr an Helligkeit, was die Detailerkennung in den Bändern erschwert, der Kontrast wird minimal reduziert und die Farbneoncen gemindert.
    Bei den Monden leidete die Randschärfe und die Heligkeitsstrukturen waren kaum mehr wahrnehmbar.
    Wurde die Isolierung der Teleskope entfernt, begannen die Monde sofort leicht an zu tanzen, die Kleinsten verloren Ihre Scheibenform, dass zeigte sich im 12" Newton mit stärkerer unregelmäßiger Bewegung.



    Nun DeepSky, mit zu den Objekten passenden Okularen an den Plejaden:
    Beide 8" Teleskope Bw. 1200 mm mit SWA 38 mm 70° bei 31x ; 2° 15` und 6,3 mm AP, Objekt passt zu ca. 95% zur Übersicht
    gut ins Bildfeld.
    In beiden Teleskopen, bis zu Rand klar definierte und ruhige Sterne, wenn auch sehr, sehr minimal vergrößert und erscheinen im Newton zum Rand hin geschwächt.


    Bei BW. 1500 mm die Plejaden, selbes Okular bei 39x ; GF 1° 47` und 5 mm AP Objekt passt zu ca. 80° noch ausreichend ins Gesichtsfeld, zum Gesamtanblick aber ist minimale Nachführung erforderlich.
    Bis zu Rand hin klar definierte und ruhige Sterne, wenn auch sehr minimal vergrößert und erscheinen im Newton zum Rand geschwächt und nicht mehr ganz Rund, aber nicht störend.


    Dopelsternhaufen h&x:
    Bei BW. 1200 mm bringen beide Teleskope, mit 10 mm 82° - 20 mm 55° Okularen, sehr gute Ergebnisse und punkten hier auf gleicher Höhe.
    Beide mit noch sehr guter Randschärfe.


    Bei BW. 1500 mm beide Teleskope bringen, mit 12 mm 80° - 20 mm 60° Okularen hervorragende Abbildungen bis zum Rand.
    Beide entfalten mit 12 -14 mm um 80° Okularen, den besten Anblick von Objekten dieser Größe.
    Werden die Haufen einzeln betrachtet, kann man bis auf 8 mm bei 80° gehen, ohne den Haufeneindruck zu verlieren.


    Jetzt kommt die Öffnung von 12", mit dem Zuwachs an Brillanz langsam so langsam zum tragen, zeigt der größere Newton die farbigen Sterne, doch leicht heller und farblich stärker vom hellgrau abgesetzt.
    Obgleich beim F5 Newton die leichten Randschwäschen in der Korrektur erkennbar bleiben ist es nicht störend.


    Gaalaxien M81 / 82:
    Bei BW. 1200 mm bringen beide Teleskope mit 11 mm 80° - 18 mm 60° sehr gute Ergebnisse und liegen auch hier auf gleicher Höhe.


    Großfeld Okulare ab 18 mm mit 65° punkten hier und die Erkennbarkeit von Details in den Galaxien ist schon möglich.
    Die beiden Galaxien, sind bei dem Gesichtsfeld aber schon weit genug vom Bildfeldrand entfernt, um unter der geringen Unschärfe zu leiden.


    Beide Galaxien zeigen auch einzeln, bis 9 mm und ab 60° Gesichtsfeld, schon sehr schön die Strukturen.


    Bei BW. 1500 mm, 13 mm Brennweite und 82°, passen beide Galaxien geraden noch ins Bildfeld. Wer mehr Raum zum Rand braucht, der geht auf 16 mm zurück oder auf 100° Okulare.


    Bei einzeln Galaxien geht es bis 7 mm bei 65° - 70°, wobei man am C8 schon den Helligkeitsunterschied, im Vergleich der beiden Teleskope wahrnimmt.
    Die Definition leidet hier mehr an der geringer werdenden Helligkeit, denn am Auflösungsvermögen.


    Ab dem Bereich, punktet dann eindeutig der 12" Newton mit seiner Öffnung, der dann in der Objekthelligkeit noch ein paar Magnituden - Stufen weiter kommt.


    Aber wir haben für uns als Beobachter gezeigt, dass so ausgerüstet, den SC oder MAK Teleskopen, die Planeten und DeepSky Tauglichkeit nicht so generell abgesprochen werden kann, wie es oft den Fragestellern vehement proklamiert
    wird.





    Gruß Günter

    http://www.g2-astronomie.de


    GSO 12" Dobson teilbarer Alu-Tubus, C8-Orange, C8-Schmidtkamera, Comet-Catcher, MTO100/1000 MAK, Skywatcher ED 80 PRO, Skywatcher 8" Dobson, Skywatcher Maksutov SKM 127 / 1500

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  • Hallo Günter,


    ein schöner und prixisnaher Vergleich, den ich in etwa so auch bestätigen kann.
    Bei kleineren Galaxien punktet der größere Newton ebenso wie bei sehr hohen Vergrößerungen. Am 10" SC von Uwe kann man zwar gut hochvergrößern, manchmal (je nach Bedingungen) auch am Limit, aber das macht mehr am Planeten Sinn, der hell genug ist. Im Vergleich dazu kann ich mit meinem Lomo-Dobson (Ulugh Beg, 14" und 1800mm Brennweite) mit dem 3,7mm Ethos auch noch M82 formatfüllend anschauen und sehe deren Strukturen und Dunkelbänder, die mit im SC schon in der Dunkelheit des Bildes verschwinden.


    Ansonsten stimmt die Behauptung vieler, daß kein Gerätetyp besser ist als ein anderer. Newton und SC sind gleichermaßen auch für Planeten geeignet, beim SC halt dank Nachführung einfacher, beim Newton oftmals eine Anstrengung. Einzig mein Maksutow-Newton (Intes MN68) bringt mehr Details und eine unglaubliche Schärfe, die sich an ebenbürtige APOs im 130-150mm Bereich anlehnt. Hier haben wir im Vergleich zum SC, aber auch zum (kleineren) Takahashi FS-102 deutliche Unterschiede gesehen in der Wahrnehmbarkeit von Details.


    Ansonsten: ich bleibe bei meinen Linsen, aber auch bei meinen Spiegeln.... Beide haben etwas und ich liebe beide Systeme.